1. #1
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    Mein erstes Gedicht

    Ich reime heut' zum ersten mal,
    doch das Reimen ist keine Qual.
    Es macht sogar Freude,
    gestern und auch heute.

    Leider fällt mir kein Thema ein.
    Das ist garnicht fein.
    Hätt' ich ein Thema wär' ich froh,
    wie der Mops im Haferstroh.

    Beim Dichten bin ich noch ein Zwerg.
    Ich schaue auf 'nen hohen Berg
    voller Abgründe hinauf.
    Doch ich gebe niemals auf.

    Vielleicht gibt's 'nen guten Menschen, oder zwei,
    die bringen mir das Dichten bei.
    Das wär' so schön
    und ich könnt' in Ruhe schlafen geh'n.

    Viele Grüsse
    Blümelein

  2. #2
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    Hallo Blümelein,

    herzlich willkommen im Forum! Wie ich sehe, hast Du Spaß am Reimen. Deine Verse hören sich noch nicht ganz rund an. Das ist beim ersten Gedicht aber nicht schlimm. Lass uns mal herausfinden, ob Du betonte und unbetonte Silben unterscheiden kannst. Manche hören die Betonungen sofort heraus, andere müssen das erst üben. Auf jeden Fall bist Du hier in der Werkstatt genau richtig.

    Ich schreibe Deine erste Strophe mal etwas um. Dann versuch mal, erst Deine und dann meine Strophe laut zu lesen und schreib mir dann, ob Dir ein Unterschied auffällt:

    Ich reime heut' zum ersten mal,
    doch das Reimen ist keine Qual.
    Es macht sogar Freude,
    gestern und auch heute.

    Ich reime heut zum ersten Mal,
    die Reimerei ist keine Qual.
    Sie macht mir Spaß, und heute
    versuch ich's, liebe Leute!


    Ich will für den Anfang nicht zu viel auf einmal von Dir verlangen. Sollte Dir das aber schon zu langweilig sein, sag einfach Bescheid, ja?

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  3. #3
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    Vielen Dank Claudi für Deine prompte Antwort. Betont und unbetont zu unterscheiden fällt mir noch ein bißchen schwer. Wenn ich Deinen Vorschlag laut vorlese merke ich aber, dass das besser klingt. Ich habe mal die Silben gezählt. Bei den ersten beiden Zeile kam ich auf 8, bei den letzten beiden auf 7. Hat die gleiche Anzahl von Silben für Zeilen, die sich reimen sollen eine Bewandnis. Oder liege ich hier daneben?

    Viele Grüsse
    Blümelein
    Blumen sind das Schönste auf der Welt, schöner noch als alles Geld.

  4. #4
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    Hallo Blümelein,

    prima! Wenn Du hören kannst, dass meine Strophe besser klingt, bist Du schon einen guten Schritt weiter. Ich zeichne mal die betonten Silben fett ein, dann wirst Du sehen, dass unbetonte und betonte Silben bei mir regelmäßig abwechseln:

    Ich reime heut zum ersten Mal,
    die Reimerei ist keine Qual.
    Sie macht mir Spaß, und heute
    versuch ich's, liebe Leute!


    In Deinen Versen ist die Abfolge unbetont-betont nicht ganz so regelmäßig. Man sagt dazu: Sie haben kein bestimmtes Versmaß (von uns meist lat. Metrum genannt). Zu Deiner Frage:

    Hat die gleiche Anzahl von Silben für Zeilen, die sich reimen sollen eine Bewandnis. Oder liege ich hier daneben?
    Nein, jedenfalls keine, die mit dem guten Klang zu tun hat. Ich erkläre den Zusammenhang mal. In meiner Strophe haben die ersten beiden Verse vier betonte Silben (vier Hebungen) und enden mit einem einsilbigen Wort. Die anderen beiden haben nur drei Hebungen, enden dafür aber mit einem zweisilbigen Wort, haben also noch eine zusätzliche unbetonte Silbe hintendran. Dadurch kommen unterschiedliche Silbenzahlen zustande.

    Du könntest jetzt mal versuchen, eine Strophe in einem einheitlichen Versmaß zu schreiben. Es gibt da lustige kleine Gedichte, die Klapphornverse, die wir hier im Forum häufig schreiben. In der Spielecke gibt es einige Fäden dazu, und ich kann mir gut vorstellen, dass Du schon ziemlich bald da mitmachen könntest, wenn wir das mal üben. Und dabei werde ich sehen, was ich als nächstes erklären muss, okay?

    Die Strophen sind genauso gebaut wie meine und beginnen immer mit "Zwei Knaben". Sie sollten eigentlich eine witzige Pointe haben, aber wir nehmen zum Üben einfach mal den ersten Quatsch, der uns gerade einfällt. Ich fang mal an:

    Zwei Knaben schrieben ein Gedicht,
    der eine fand den Anfang nicht,
    der andre nicht den Schluss
    und schreibt noch immer Stuss.


    Viel Spaß!

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  5. #5
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    Hallo Claudi,

    Du bist ja einfach Klasse. Du gibst Dir so viel Mühe mit mir, obwohl wir uns doch gar nicht kennen. Ich glaube, ich habe tatsächlich begriffen, um was es geht. Du machst mir ja so richtig Mut.

    Bei den Gedichten, die andere Leute als ihr erstes Gedicht vorgestellt haben, war ich total perplex. Wenn das wirklich deren erste Gedichte waren, dann bin ich wohl äußerst unbegabt. Soll ich denn wirklich weitermachen oder soll ich's einfach sein lassen? Das frage ich mich jetzt.

    Ich habe leider keine humanistische Bildung genossen, sondern eine naturwissenschaftliche. Trotzdem habe ich mich immer schon für Gedichte interessiert. Vielleicht bin ich einfach nur aus der Art geschlagen. Das waren einfach ein paar persönliche Gedanken, die mich umtreiben. Ob weniger Nachdenken hilft, weiss ich allerfdings nicht.

    Nochmals vielen Dank!

    Viele Grüsse
    Blümelein
    Blumen sind das Schönste auf der Welt, schöner noch als alles Geld.

  6. #6
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    Hallo Blümelein,

    ich schreib noch kurz was hierhin, damit Du keinen Doppelpost hast, wenn Dein erster Klapphornversuch fertig ist (weil Doppelposting bei uns verboten ist). Du kannst Dir ruhig Zeit lassen, und das Gedicht muss nicht toll werden. Du kannst ruhig irgendeinen Unsinn dichten.

    Ja, und am besten nicht zu viel nachdenken! Die Vorgabe "Zwei Knaben, der eine, der andre" ist ein kleiner Trick, damit Du automatisch unbetont beginnst. Wenn man eine Art Melodie im Kopf hat, läuft das Metrum meist von alleine mit. Und sollte etwas noch nicht sofort stimmen: Dafür sind wir ja in der Werkstatt.

    LG Claudi
    com zeit - com .com

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