Thema: Dichterherbst

  1. #1
    Registriert seit
    Dec 2017
    Beiträge
    42

    Dichterherbst

    .






    Färbt sich morgens das Laub im Baum, schreibt der Poet ein Herbstgedicht.
    Rascheln mittags ihm unterm Fuß Blätter, entsteht ein Herbstgedicht.
    Macht er abends den Ofen an, opfert der Glut er erst Papier:
    Fauchend wird es zur Flamme, flockt, war - so vergeht ein Herbstgedicht ...






    .

  2. #2
    Registriert seit
    Aug 2009
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    1.469
    Hallo Ferdi,

    Dein Kurzghasel aus zweitem und ersten Glykoneus mit schön variierten Zäsuren ist aber nichts für den Ofen! Gut, dass Du es hier eingestellt hast! Ich mag der Bewegung gerne folgen. In V3 würde mir zum Papier die Wiederaufnahme eines Blattes gut gefallen, etwa so:


    Abends macht er den Ofen an, opfert der Glut ein Blatt Papier:

    Auf jeden Fall habe ich die Verse gerne gelesen!

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  3. #3
    Registriert seit
    Dec 2017
    Beiträge
    42
    Hallo Claudi!

    Schön, dass dir die Verse gefallen. Schrieb sich etwas stockender, als ich es erwartet hatte - das letzte Ghasel ist leider schon länger her. Aber auch darum eine sinnvolle Beschäftigung! V3 stört mich auch etwas, genau an der Stelle; aber eher durch das, was jetzt da steht, das leicht stotternde "er erst". Trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich das verdeutlichende "Blatt" hineinnehmen möchte: Ging da nicht der Dreischritt "Laub" - "Blätter" - "Papier" verloren, beziehungsweise: büßte an Wirksamkeit ein?!

    Gruß,

    Ferdi

  4. #4
    Registriert seit
    Aug 2009
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    1.469
    Hallo Ferdi,

    kann gut sein, dass die Erwähnung des Blattes den Leser zu grob mit der Nase auf die Verbindung zum Papier stößt. Vielleicht wäre es nützlich, noch ein, zwei andere Meinungen dazu zu bekommen. Mir würde es auch gefallen, wenn der Poet der Glut sein Schmierpapier opferte, aber ich schätze, das Wort "Schmierpapier" ist zu sehr Claudisprache?

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  5. #5
    Registriert seit
    May 2018
    Beiträge
    146
    Hallo Ferdi,

    schön, ein Ghasel. Na und? Aber was für einen Unsinn schreibst du da? Ich verstehe ja, dass es dir nicht gefällt, jeden Tag ein Herbstgedicht lesen zu müssen. Aber wer zwingt dich? Das müsste dir doch bewusst sein, dass gerade die Jahreszeiten für den Lyriker zum Standardrepertoire gehört. Und jetzt ist nun mal Herbst, und die Herbstgedichte rieseln unseren Poeten nur so aus den Fingern. Was soll's? Inhalt vor Form - auch so ein Standardsatz für den Poeten, sowohl in Frühling und Sommer als auch in Herbst und Winter.

    Lb. Gruß, Rumpelstilz

  6. #6
    Registriert seit
    Dec 2017
    Beiträge
    42
    Hallo!

    Claudi, "Schmierpapier" ließe aber doch das zuvor geschriebene Herbstgedicht als etwas ohnehin nur vorübergehendes, wahrscheinlich weiterverarbeitetes erscheinen? Für mich verschwindet es zusammen mit seiner stofflichen Verwirklichung ins Nichts. Was nicht sehr logisch ist - wer hinderte den Verfasser, es noch einmal zu schreiben ... Aber trotzdem, je stärker das durchkommt, desto besser.

    Rumpelstilz, so ist die Welt: Der einen Unsinn ist des anderen Sinn. Wie schön!

    Gruß,

    Ferdi

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden