1. #1
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    Dein Lockruf erklingt und ich schmelze dahin

    Wie kann ich es schaffen, dem Lockruf der lang schon
    erwachsenen Nymphe mich rasch zu entziehen?
    Ich schmelze wie Eis in der glühenden Sonne,
    changiere vergebens, um flink zu entweichen -
    hinab in die moosigen Mulden des Waldes.
    Es rüttelt den Busen gewaltig mir auf,
    verwundet mein Herz mit betörenden Tönen;
    es flöten Schalmeien mit schmelzenden Klängen,
    Rumoren beherrscht mein empfindsames Herzchen;
    schon schlägt es und stolpert bisweilen ganz heftig
    und kräftig beginnt auch mein Blutdruck zu steigen.
    Cyanen erblühen in leuchtendem Blau,
    hinauf gehn die Blicke, entdecken am Himmel
    und staunen - entdecken in Wolkengebilden
    natürlich das Bildnis der einzig Geliebten,
    gemalt mit den Farben der göttlichen Iris.
    Von Schönheit geblendet verschließ ich die Augen,
    o Gott, gib mir Stärke, damit ich dem Locken
    nicht heut schon erliege, ins Traumland entschwebe,
    mein Herzblut ihr opfre und Sklave auf immer
    ihr werde, der Göttin des Thüringer Waldes.
    Romantisch gestimmt ist mein Herz und ich schenke es dir.
    Geändert von Festival (15.10.2018 um 00:25 Uhr)

  2. #2
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    Zitat Zitat von Festival Beitrag anzeigen
    Wie kann ich es schaffen, dem Lockruf der lang schon
    erwachsenen Nymphe mich rasch zu entziehen?
    Ich schmelze wie Eis in der glühenden Sonne,
    changiere vergebens, um flink zu entweichen -
    hinab in die moosigen Mulden des Waldes.
    Es rüttelt den Busen gewaltig mir auf,
    verwundet mein Herz mit betörenden Tönen;
    es flöten Schalmeien mit schmelzenden Klängen,
    Randale beherrscht mein empfindsames Herzchen;
    schon schlägt es und stolpert bisweilen ganz heftig
    und kräftig beginnt auch mein Blutdruck zu steigen.
    Cyanen erblühen in leuchtendem Blau,
    hinauf gehn die Blicke, entdecken am Himmel
    und staunen - entdecken in Wolkengebilden
    natürlich das Bildnis der einzig Geliebten,
    gemalt mit den Farben der göttlichen Iris.
    Von Schönheit geblendet verschließ ich die Augen,
    o Gott, gib mir Stärke, damit ich dem Locken
    nicht heut schon erliege, ins Traumland entschwebe,
    mein Herzblut ihr opfre und Sklave auf immer
    ihr werde, der Göttin des Thüringer Waldes.
    Romantisch gestimmt ist mein Herz und ich schenke es dir.
    Grüße.

    Schön deinen farbenprächtigen Film zu verfolgen. Von Anfang bis zum Ende ein großes Kino. Einzig allen, "Randale" verunglimpft etwas das Bild.

    "Lautes Pochen beherrscht mein mein einsames Herzchen"

    mein Denken.

    tschüß Heinz

  3. #3
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    Lieber Horstgrosse 2,
    an der "Randale" habe ich selbst lange geknabbert. Ich hatte zwei Probleme. 1. Der Vers musste mit einem "r" beginnen, 2. um im gewählten Metrum zu bleiben (xXx xXx xXx xXx), musste ich ein Wort wählen, das mit einer Senkung beginnt. Das kleinste Übel war, Randale im Herzchen walten zu lassen. Sank sei Dir für den farbenprächtigen Film!
    Liebe Grüße,
    Festival

  4. #4
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    lieber festival,

    sehr hübsche amphibrachys hast du da gezaubert (ich hoffe, ich liege richtig, bin in solchen dingen keine fachfrau). auch wenn du, wie dein akrostichon den eindruck vermittelt, eher eine teufelin als eine geliebte fernhalten willst. oder ist sie beides? jaja, die thüringer frauen ... *hüstel* na dann mal gutes gelingen.

    für die randale hätte ich einen vorschlag, obwohl ich damit auch nicht ganz zufrieden wäre: *rumoren erfüllt mein empfindsames herzchen* oder *rumorend beklagt mein empfindsames herz sich* oder irgendwas in die richtung.

    liebe grüße
    lilisarah
    Geändert von lilisarah (15.10.2018 um 00:31 Uhr)

  5. #5
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    Liebe Lilisarah,
    ja klar: Du liegst richtig und hast mit Deinem Vorschlag ins Schwarze getroffen! Die betreffende Thüringerin ist keine Teufelin, behauptet aber von sich, den Teufel bei Bedarf mit all seinen Namen rufen zu können.
    Für Dein Lob sage ich Dir herzlichen Dank (es wird mich anregen, über die Frauen vom Stamm der Hermunduren ein besonderes Loblied zu verfassen).
    Liebe Grüße in die alte Heimat,
    Festival

  6. #6
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    @Festival


    Grüße.

    Ich musste nochmal erscheinen. Da habe ich zweimal geschlafen. Weder habe ich den Amphibrachys und noch weniger das Akrostichon erkannt. Dann ist ja der Text schon ein Goldstück hier im Gedichte com.

  7. #7
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    Lieber Horstgrosse2,
    es zaubert ein Lächeln auf meine Züge, wenn so ein Fuchs wie Du ein Akrostichon nicht gleich erkennt. Mit den Amphibrachys - da bist Du nicht allein, weil viele erst einmal auf Daktylen tippen und die jeweilige Senkung am Beginn der Verse für "Auftakte" halten.
    Für das "Goldstück" danke ich Dir sehr!
    Liebe Grüße,
    Festival

  8. #8
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    Hab ich doch glatt den Goethe vor Augen gehabt, der sich so liebestoll des öfteren im Thüringer Wald verlaufen haben soll und manch markante Nase und hohe Stirn heute dort auf ihn zurückzuführen sei.

    Gern gelesen, weil die assoziative Verbindung von Verliebtheit und Natur gelungen ist. Betroffener muss wohl beim Anblick jedweder Kornblume in Erinnerung daran schwelgen.
    Aber Vorsicht!.. Berg-Thüringerinnen haben`s faustdick hinter den Ohren, wie das bei Bergvölkchen oft vorkommen soll.

    VG Uwe
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  9. #9
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    Lieber Arkadier,
    Deinem Profil entnehme ich, dass wir Landsleute sind. Die Berg-Thüringerinnen, wem sagst Du das, haben es faustdick hinter den Ohren. Und die im Tal?
    Für Dein Lob - tausend Dank!
    Liebe Grüße,
    Heinz

  10. #10
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    Hallo Lilisarah,
    Dein Postkasten ist voll! Mach ihn mal ein bisschen leerer.
    Liebe Grüße,
    H.

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