Thema: Saligia

  1. #1
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    Saligia

    Wir haben unseren Pfad des Lebens verloren, im Irrglauben unantastbarer Zielsicherheit,
    aus dem Wunschdenken heraus, wir wären unfehlbar; die höchste Stufe der Evolution.
    Doch Hochmut kommt vor dem Fall, unsere Zeit läuft ab und bald ist es endlich so weit;
    wer hoch fliegt fällt tief, und die Menschheitsgeschichte sucht viel zu hoch ihren Thron.

    Wir suchen unersättlich nach mehr; was uns allen gegeben ist, war uns niemals genug gewesen;
    der Wunsch nach Dekadenz, die menschliche Raupe Nimmersatt verschlingt, was sie bekommt.
    Wir verbrauchen unsere Zeit zum sammeln von Besitz, doch verlieren stetig Zeit zum leben,
    doch niemanden kümmert der Verlust, zum mehren von Reichtum sind wir vieles gewohnt.

    Geprägt durch unbennbare Triebe, viele Abgründe taten sich in der menschlichen Seele auf;
    gaben uns zu oft den Verlockungen hin, getrieben von Lust verlernten wir Grenzen einzuhalten,
    zum Leidwesen anderer, doch die Menschen zeichnen sich aus, durch unaufhörlichen Verbrauch;
    doch aus Überheblichkeit verschwiegen wir bittere Wahrheiten, die dann als Dunkelziffer galten.

    Wir tragen inneren Grimm, doch werden dazu erzogen unsere Gedanken nach außen zu verbergen,
    unzufrieden im Sein, deshalb mehren wir was wir haben, ohne dabei unseren Frieden zu finden;
    uns alle zerfrisst die Unzufriedenheit, die uns ein Leben lang treibt bis wir letztendlich sterben,
    doch gaben unseren Unmut nicht kund; wir leben mit inneren Zorn, bis wir wieder verschwinden.

    Viel zu lange unbekümmert gelebt, auf diesem vergänglichen Planet, dem größten Geschenk;
    doch in unser Blindheit verschlangen wir, was man uns gab, in ungezügelter Maßlosigkeit.
    Viel zu lange ergötzt an dem Wohlstand, und unersättlich all unsere Begierden ertränkt;
    undankbar für selbstverständliches, verschlangen wir gierig die uns hier bleibende Zeit.

    Wir können mehr erreichen als andere unseresgleichen, dennoch sind wir nie zufrieden;
    von Habgier verleitet, trübt Missgunst unseren Blick, aus dem Wunsch heraus das beste zu haben.
    Obwohl nach unserem Leben nichts mehr bleibt, muss der größte Besitz jeweils bei uns liegen,
    und statt zu genießen, was uns gegeben ist, lässt uns unser Neid unsere Abgründe offenbaren.

    Eine aus der Dunkelheit geformte Spezies, getrübt durch eine Vielfalt aus düsteren Wesenszügen,
    gefangen im Sein sind wir nicht gewillt zu ändern, wie wir sind, weil wir seit jeher so waren;
    akzeptieren unsere Faulheit aus Ignoranz, um uns selber um unsere Verantwortung zu betrügen,
    gleichgültig mit den Konsequenzen, weil wir alle in uns verankert die Trägheit im Herzen tragen.
    Illusion ist nötig, um die Leere im Innern zu verschleiern

  2. #2
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    Nov 2008
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    Lb. 'nemo' ,

    Du schreibst von der dunklen Seite der menschlichen Natur. Es wir von Alternativlosigkeit gesprochen, doch es handelt sich um Unvermögen bedingt durch die Trägheit sich aus den gewohnten Bahnen zu bewegen. Die üblen Fehlentwicklungen zu benennen ist ein erster Schritt zu positiven Veränderungen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

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