1. #1
    Registriert seit
    Jun 2013
    Ort
    Eden
    Beiträge
    265

    Aron Manfeld: Cottbus Sandow

    Im Plattenbau kloppt Vater Mutters Kopf
    Das Hopfenwasser mischt sich träg ins Blut
    Aus gelben Fenstern starrt das Volk voll Wut
    Und kackt im Dunkeln Dünnes in den Topf

    Frau Mutter liegt benommen dicht am Schrank
    Die Tochter schreit die Polizei herbei
    Sie kommt begähnt den asozialen Brei
    Und stellt sich zu den Säufern an die Bank

    Tapeten tragen einen braunen Rand
    Buntblümchenmuster strahlt noch immer hell
    Beschattet schwarz vom Flachbildschirmgestell

    Wo weiland Bücher ungelesen standen
    Sich Marx und Engels tief in Liebe fanden
    Steht aussen links am Rand ein blauer Band
    Die Vergeblichkeit des Lebens mit Lebendigkeit beschämen. Aron Manfeld

  2. #2
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    8.675
    Wie wir uns so aneinander vorbeiträumen, in der angst nicht real genug Gedichtstoff abzugeben. Wenigstens ist das jetzt mal aufgedeckt worden wie sorglos mancherorts mit allem umgegangen wird was wohl nicht nur Spott hervorrufen soll, sondern in gewisser Weise durch eben diese Sichtweise bedingt ist. Die für alles was braucht.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
    Registriert seit
    Jun 2013
    Ort
    Eden
    Beiträge
    265
    Wie wir uns so aneinander vorbeiträumen, in der angst nicht real genug Gedichtstoff abzugeben.
    Zuerst dachte ich, es wäre Quatsch - Wie wir so aneinander vorbeileben, in der Angst, nicht interessant zu sein.

    Muy bien.
    Die Vergeblichkeit des Lebens mit Lebendigkeit beschämen. Aron Manfeld

  4. #4
    Registriert seit
    May 2019
    Ort
    München
    Beiträge
    58
    uah.

    Bitterböse, sprachmächtige Cottbus-Klatsche.

    Viele Schmankerl wie das leistungsorientiert perfektive Verb "erkacken",
    oder die Binnenreime.

    Und der blaue Band, wo Marx und Engels standen....
    Allerdings waren diese Klassiker auch gern blau gewandet.
    Also was steht da jetzt dort, das Frühlingsband kann es ja nicht sein?


    Feiner Rüpel- und Rabaukenmodus sich austobend in der Hochform des Sonetts.

    Wo ist das Bitterfeldpoem?

    ww
    alis nil gravius, o nycticorax

  5. #5
    Registriert seit
    Jun 2013
    Ort
    Eden
    Beiträge
    265
    uah.

    Bitterböse, sprachmächtige Cottbus-Klatsche.

    Viele Schmankerl wie das leistungsorientiert perfektive Verb "erkacken",
    oder die Binnenreime.

    Und der blaue Band, wo Marx und Engels standen....
    Allerdings waren diese Klassiker auch gern blau gewandet.
    Also was steht da jetzt dort, das Frühlingsband kann es ja nicht sein?


    Feiner Rüpel- und Rabaukenmodus sich austobend in der Hochform des Sonetts.

    Wo ist das Bitterfeldpoem?

    ww
    Lieber Willibald,

    seit 2009 habe ich immer wieder auf kv, Leselupe und hier etwa dreissig ganz gute Gedichte gebracht, ohne mich um die Veröffentlichung zu kümmern - der Spass am ewigen Wiederholen war stärker als der Drang zum Buch.

    Immer wieder gelöscht und gebracht - gebracht und gelöscht. Unzählige Kommentare verbrannt, mich unbeliebt gemacht, was schlimm ist, da jemand, der so schreibt wie ich, eh schon gehasst wird.

    Vielleicht kriege ich den Gedichtband 2020 hin - mit Deiner Hilfe?
    Die Vergeblichkeit des Lebens mit Lebendigkeit beschämen. Aron Manfeld

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Aron Manfeld: Mensalegie
    Von Aron Manfeld im Forum Hoffnung und Fröhliches
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 28.09.2018, 17:25
  2. Aron Manfeld: Der Troll
    Von Aron Manfeld im Forum Hoffnung und Fröhliches
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 17.02.2018, 19:44

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden