Abschied vom Paradies

Wo alles groß auswächst, Palmen gedeihen
Und Vogelschwärme über Lande ziehen,
Wird man uns die nordende Kälte verzeihen,
Man muss hier keinen Trost bemühen.

Wer will denn überhaupt noch sterben,
Wo alles erfüllt und lichtnah lebt,
Intakte Kultur bei seligen Erben
Die Fantasie des Menschen belebt?

Doch dann locken uns all jene Stimmen
Aus dem Norden, dass dort die kühlere Luft
Und immerzu summen die fleißigen Immen,
Wo man so gerne zurück uns ruft.

Der Abschied trifft uns dann alle sehr,
Die wir urlaubsverharrend im Süden sind.
Wo die Sonne uns strahlt am weiten Meer
Wähnt sich fast ein jeder als Götterkind.

Weltlichkeit wird uns überall hin begleiten,
Dennoch haben wir Götter getroffen,
Denn wo wir lebensfroh höher treiben,
Darf unsere Seele auf Begegnung hoffen.


©Hans Hartmut Karg
2018

*