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Thema: Meine Löwin

  1. #16
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    Lieber Kaspar,
    das muss einem "Metriker wie Festival" nicht stand halten - nein, das muss es wirklich nicht, denn wir sind völlig einer Meinung.
    Liebe Grüße,
    Festival

  2. #17
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    Lieber Festival
    Dass du und ich zumindest ähnliche, wenn nicht gleiche Ansprüche an Lyrik stellen, soll mich nicht hindern, einzugreifen, wenn ein Vers-libre-Stück wie das vorliegende Karg-Gedicht metrischen "Verbesserungen" unterzogen werden soll. Es gibt auch innerhalb des Vers-libre Möglichkeiten, Linien klar oder gewollt unscharf zu zeichnen. Da liegt mMn der Karg im Pfeffer.
    Herzlichen Gruss an den Festival, der, was er auch sagen mag, von mir zu den Metrikern gerechnet wird. Wie sonst könnte er den Blankvers so lieben?
    KP
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  3. #18
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    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    Für meistens gibt es keine, wirklich keine Betonungsalternative, weil die zweite Silbe eine der klassischen unbetonten Endsilben der Sprache darstellt.
    Wer Sprache als Musik betrachtet, wird deshalb nicht zweideutig Ausflüchte suchen wie die sogenannte "Schwebende Betonung", sondern eindeutig die gestalterische Figur, die ihm geboten wird, nutzen.
    Das hält auch einem Metriker wie Festival stand.
    KP


    Grüße



    In der Regel ja, da gebe ich dir vollends recht. Aber es gibt halt diese Ausnahmen und sie sind logisch.
    Und ich kann sehr gut damit leben.

    Tschüss.

  4. #19
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    Liebe Dichterfreunde,
    für den ausführlichen Diskurs möchte ich Euch ausdrücklich danken!
    LG H. H. Karg

  5. #20
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    Zitat Zitat von Dr. Karg Beitrag anzeigen
    Liebe Dichterfreunde,
    für den ausführlichen Diskurs möchte ich Euch ausdrücklich danken!
    LG H. H. Karg
    es wäre allerdings richtig höflich gewesen,
    werter dokter,
    wenn sie dem sachvortrag der beiträger ein paar sätze gewidmet hätten.
    lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  6. #21
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    Lieber Kaspar,
    Du hattest kategorisch behauptet, für die Betonung "meistens" gäbe es keine Alternative. Im Bayrischen schon:
    Mei Stenz is a Loddel und nimmer a Trottel.
    Liebe Grüße,
    Festival

  7. #22
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    Lieber Festival
    Ich bin Alemanne, daher ist mir das Bajuwarische so fremd wie das Hochdeutsche. Aber lachen musste ich dennoch.
    KP

    Lieber horstgrosse2
    Es gibt in der Tradition deutscher Lyriker einige, die diesen Namen kaum verdienen. Ihretwegen wurde wohl die "schwebende Betonung" erfunden. Kann aber auch sein, dass die Shakespeare-Begeisterung in Deutschland Schuld daran trägt. Einer der grössten Shakespeare-Fans, Goethe, kann aber ohne "schwebende Betonung" vorgetragen werden. Dieser Herr setzte auch damit Massstäbe, welche zu lange in Vergessenheit gerieten, in deren Licht auch Ideen von Klopstock einen ganz anderen Glanz erhalten.
    KP
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  8. #23
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    Lieber Horstgrosse,
    ich gebe Kaspar Recht und verschärfe seine Aussage noch: Die "schwebende Betonung" ist ein Schmarren.
    Daran ändert auch das Hugo v.H. - Strophe nichts:

    So leicht und fest war seine Hand:
    Er ritt auf einem jungen Pferde,
    Und mit nachlässiger Gebärde
    Erzwang er, daß es zitternd stand.“

    xXxXxXxX astreine Jamben
    xXxXxXxXx fto.
    ...im dritten Vers "bricht H.v.H. in überragender Manier aus dem "hinkenden" Jambus aus. Da "schwebt" nichts, sondern da zeigt H.v.H. seine sprachliche Kunst. Stell Dir das dahineilende junge Pferd vor, hör den Hufschlag - datamm datamm satamm datamm - , dann der Griff des Reiters in die Zügel xxX Xxx xXx (kann man so ixen: Anapäst Daktylus Amphibrachys) und - xXxXxXxX -das Pferd steht.
    Liebe Grüße,
    Festival

  9. #24
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    Zitat Zitat von Festival Beitrag anzeigen
    Lieber Horstgrosse,
    : Die "schwebende Betonung" ist ein Schmarren.


    S
    Grüße Heinz


    Wie oft werden Gedichte geschrieben, egal ob Sonette, oder einfache Gedichte, im Jambus trochaüs usw., wo inherhalb der Zeilen plötzlich einsilbige Wörter auftauchen. Und diese Einsilber werden in der regel dem vorherschenden Rhytmus untergeordnet, weil er fortführend wieder "normal verläuft.

    zb:
    den Omas tanzen gern zu Hause
    und nicht im keller nein unter der Brause (hier könnte auch noch ein Komma erscheinen hinter "Keller"


    //

    den Omas tanzen gern zu Hause

    x Xx Xx X x Xx "gern", eigentlich ein neutraler Einsilber wird hier schwebend betont


    und nicht im keller nein unter der Brause

    x X x Xx X xX x Xx

    würde ich sagen, auch das funktioniert aber es geht auch deine Variante:

    und nicht im keller nein unter der Brause

    x X x Xx x Xx x Xx / dann wäre der Jambus gebrochen

    oder sprichst du hier von Hebungsprall zwischen "nein" und "unter"

    denn sehe ich z.b. nicht.

    Aber ich denke wir können das Thema schließen. Ich weiß was du und Kasper mir sagen wollen. Ich nicke mit Vorbehalt. In der Regel ja.

    ich sehe gerade, es gibt noch eine Möglichkeit. Ich wisch sie mal weg, sonst kommen wir nie zum Ende. Es hat mich gefreut, Kasper und heinz, das wir uns gut ausgetauscht haben. Bis bald mal wieder, schelmisch grins.
    Geändert von horstgrosse2 (07.11.2018 um 21:02 Uhr)

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