1. #1
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    Eine Lanze für den Blankvers

    Im Blankvers schreiben fordert Dichter mächtig
    heraus und bringt es rasch zu Tage, ob
    Gefühl für Takt und Rhythmus spürbar
    vorhanden sind, die Verse sich mit Schwung
    und reimlos aneinander schmiegen wollen.
    Der Jambus hinkt zuweilen zwar ein bisschen,
    doch fünf Mal sollte er pro Vers gelingen;
    mal darf er weiblich, dann auch männlich enden,
    probierts - geschmeidig wird der Rede Fluss.
    Die Großen, Shakespeare, Goethe, haben nicht
    allein Gedichte, sondern ganze Dramen
    in Jamben ungereimt geschrieben, uns
    gelehrt, wie Poesie die Welt verzaubern,
    zu bessren Menschen uns verändern kann.

    Du sprichst, o Dichter, große Worte ganz
    gelassen aus, bedienst dich hier sogar
    der Sprache deines Vorbilds, lässt uns ahnen,
    wieso der Blankvers viele Jahre hoch
    im Kurse stand und Klapperreime zu
    verhindern wusste, elegant den Sinn
    mit Form verband, den Ohren gut gefällt.
    Das Reimen, Brüder, Schwestern, ist modern,
    verdeckt sehr oft: Des Pudels wahren Kern
    hat mancher tumber Reimer nicht gefunden,
    die Lyrik kann durch Klappern nicht gesunden.
    Geändert von Festival (12.11.2018 um 23:24 Uhr)

  2. #2
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    Er lebe hoch

    Lieber Heinz,

    alte Liebe rostet nicht. Ich musste gerade an die guten alten Zeiten denken, in denen wir (ein kleines Grüppchen) uns zur Aufgabe gemacht hatten, zu einer vorgegebenen Gedichtform ein Gedicht zu schreiben. Nun zum Blankvers.

    Auch wenn den Blankvers wenig Dichter reizen,
    ist er in Foren immer noch zu finden.
    Sogar ein Reimverliebter hebt den Daumen
    und nickt dem braven Lanzenträger zu.
    Die Christin Daja weiß, wovon ich spreche,
    genau so hat sie einst den Herrn begrüßt.
    So lasst uns alte Formen neu beleben
    und sie ein Teil von diesem Forum sein.

    Liebe Grüße
    Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  3. #3
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    Lieber Sidgrani,
    für mich nur kann ich sprechen und behaupten:
    Man übt recht gut im Jambentakt zu schreiten.
    Zur gleichen Übung eignen sich sogar
    Trochäen, die man aneinander reiht;
    erweitert wird der Schatz der Worte mächtig
    und reimen darf man auch, nur Blankvers darf
    man diese Schreiberei nicht nennen, aber
    gewohnt an gleiche Takte kann man dann
    geschickt zu andern fremden Füßen greifen.

    Schön, dass wir einer Meinung sind.
    Liebe Grüße,
    Heinz

  4. #4
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    gewohnt an gleiche Takte kann man dann
    geschickt zu andern fremden Füßen greifen.
    Vielleicht sollte ich mich zuerst einmal trochäisch der leichtfüßigen Suleika zuwenden.

    L.G. Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  5. #5
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    Lieber Sidgranii,
    meinst Du etwa "meine" Suleika? Immerhin stimmt ein genanntes Merkmal - der angewendete Trochäus.
    Liebe Grüße,
    Heinz

  6. #6
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    Lieber Heinz,

    wenn du die Suleika meinst, dann ist es auch meine! "Nicht Gelegenheit macht Diebe ..."

    Lieben Gruß
    Sidgrani
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