1. #1
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    hast du heute schon geweint ?

    wieder ist ein Kind erschlagen
    von dem Vater hört man klagen

    ein Mime stand ganz still wie Stein
    hat ihm der Hund gepuscht ans Bein

    Im Meer sind Kinder heut ertrunken
    nach dem das Flüchtlingsboot gesunken

    Hab beim Lotto hoch gewonnen
    ist mein Gram ganz schnell verronnen

    In Indonesien gabs ein Beben
    tausende die nicht mehr leben

    Leute feiern in Berlin
    den Besuch der Königin

    Ein Trumpel der die Menschen hast
    sperrt ein den ungebetnen Gast

    Nachbarin in ihrem Garten
    freut sich über die Tomaten

    Familien fliehen vor dem Tot
    doch keiner hilft in ihrer Not
    mein Nachbar will nicht Emigranten
    schimpft ständig über Asylanten

    wir schaun uns ne Komödie an
    wo man mal richtig lachen kann

    Soll ich jetzt lachen oder weinen, doch weinen seh ich heute keinen,
    ich sage euch das weiß ich nicht, ...doch so zum lachen ist mir nicht
    Geändert von Heinz Geigelath (15.11.2018 um 15:54 Uhr)
    silbern ist mein Haar nicht grau

  2. #2
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    hallo lieber heinz

    ich werde mal versuchen dein gedicht zu kommentieren
    wir können ncht die halbe welt versorgen und darüber traurig sein.
    und uns deswegen über unsere kleinen dinge nicht mehr freuen dürfen
    wir können auch nichs dafür wenn irgendwo erdbeben stattfinden,auch dort wird von uns geholfen.
    und wenn menschen auf dem meer ertrinken.die gehen alle freiwillig auf die boote.
    ich arbeite ehrenamtlich bei einer tafel.dort helfen wir vielen famielien
    aber,wenn junge, kräftige männerwelche hier in massen herkommen und unser sozialsystem belasten,
    kann ich die leute verstrehen die sich darüber aufregen.
    weinen habe ich heute bei uns noch keinen gesehen,das macht ein mensch mit einer mini rente
    wo das geld zum leben nicht mehr reicht still in seinem kämmerlein.

    lieber heinz,ich habe mal versucht dein gedicht zu kommentieren

    liebe grüsse margot
    Geändert von Margot (15.11.2018 um 21:23 Uhr)

  3. #3
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    Liebe Margot, du hast ja recht. Wir haben auch alle unsere eigenen Sorgen. Trotzdem war ich schon oft erschrocken, wenn ich gerade froh und lustig drauf war und eine Nachricht oder eine Info über extremes Unglück hörte. Ich merke dann wie mein Gesicht die Züge ändert und ich mich einen Moment, für meine gerade gefühlte Freude, schäme. Wir haben alle unsere kleine Welt in der wir uns einzäunen und nur ungern über diesen Zaun klettern um unsere Meinung kund zu tun oder unsere Solidarität, unsere Hilfe anzubieten.

    Abendgrüße , Heinz
    silbern ist mein Haar nicht grau

  4. #4
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    Lb. Heinz Geigelath,

    es sind Gegensätze, die zu denken geben, doch ohne diese Gegensätze wäre das Leben doch gar nicht erträglich.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Hallo Heinz,

    zum Metrum möchte ich mich wegen des ernsten Hintergrundes Deines Gedichtes dieses mal nicht äußern, wobei noch Einiges daran zu schleifen wäre. Es gibt viel Wichtigeres auf dieser Welt.

    Ich schließe mich Margots Kommentar bis auf diesen Satz an:
    und wenn menschen auf dem meer ertrinken.die gehen alle freiwillig auf die boote.
    Sie gehen alle freiwillig auf die Boote, weil sie nichts zu verlieren haben, auf ein besseres Leben hoffen und alles riskieren - ja sogar den eigenen Tod dafür in Kauf nehmen (viele von ihnen jedenfalls - es gibt aber auch "schwarze Schafe" unter ihnen).

    Wir können die Welt nicht retten. Wohlhabende Menschen können mit großzügigen Spenden dazu beitragen, ein bisschen mehr Lebensqualität für die ärmsten der Armen zu ermöglichen. "Normalverdiener" können mit kleinen Spenden etwas Gutes tun, was ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Weihnachten im Schuhkarton ist eine gute Geschenkaktion für Kinder in Not.

    Ich bin auch tief betroffen, wenn ich höre, lese oder sehe, was in der Welt für schreckliche Dinge passieren.
    Das Thema mit den nicht willkommenen Asylanten in Deinem Gedicht regt zum Nachdenken an. Vielleicht hat der Nachbar angesichts der vielen Verbrechen, die durch Asylanten in letzter Zeit begangen wurden, einfach nur Angst ...

    Wir sollten Mitgefühl zeigen und helfen im Rahmen der Möglichkeiten, uns aber unserer gefühlten Freuden nicht schämen, denn wir sind unschuldig für das Leid auf der Welt.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  6. #6
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    Danke liebe Dabschi, mit deinem Kommentar kann ich eher konfirm gehen. Trotzdem nochmal ein klärendes Wort zu meiner Sicht der Dinge.
    Mein Nachbar, Synonym für 40 % meines Umfeld´s, hat nicht Angst vor den Verbrechern unter den Asylanten. Wäre das der Grund seiner Ablehnung würde er dfferenzieren zwischen denen die kommen schnell und gesetzlos reich zu werden, denen die kommen um ein besseres Leben für sich und den Seinen zu haben und zwischen denen z.B. aus Syrien die kommen um zu überleben. Die die nicht mehr leben würden wenn sie sich nicht mit ihren Familien auf den anstrengenden Weg gemacht hätten. Es geht mir garnicht so sehr um die Hilfe direkt ( die übernimmt bestenfalls der Staat mit unseren Steuergeldern ) es geht mir darum diese Hilfe differenziert anzuerkennen und sich darüber zu freuen. Es ist mir doch scheiß egal wenn ich z.B. für mein Brot 5 % mehr bezahlen müsste wenn dafür auch nur eine Familie weiterleben kann.

    Also : In den Knast mit denen die herkommen, den Sozialstaat ausnutzen und gegen das Gesetz verstoßen
    Also : raus mit denen, die sich hier nur fette Kohle abholen wollen
    Also : rein mit denen, die die Not gezwungen hat ihre Heimat zu verlassen
    Weil wir Menschen sind und menschlich sind. Wenn wir nicht mehr solidarisch sind soll man uns nicht mehr Mensch nennen
    Geändert von Heinz Geigelath (16.11.2018 um 14:49 Uhr)
    silbern ist mein Haar nicht grau

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