1. #1
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    Blätter vergehen

    Blätter vergehen, und Raum scheint von Zeit fast verlassen.
    Herbstliche Luft riecht nach bitterem Trank, und vom Weiten -
    wo unter`m Quecksilber-Himmel verläuft sich die Straße,
    siehst du den einsamen Kahn über Wasser still gleiten.

    Kurz vor der Stadt steigt der Nebel so sanft und betörend,
    als ob die Landschaft sich sehnt nach Toskanischen Thermen.
    Blätter vergehen, im Winde ihr Seufzen zu hören,
    Seufzen nach raschelnden Zweigen, nach schwindender Wärme.
    Geändert von cuellar (16.11.2018 um 16:21 Uhr)

  2. #2
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    Hallo cuellar,

    das gefällt mir, besonders die erste Zeile!
    "Blätter vergehen, und Raum scheint von Zeit fast verlassen."
    Schöne HerbstBilder hast Du "gewortet",
    die Melancholie nestelt verinnerlicht an
    "ihrem Faltenwurf", scheint mir.
    Das Bild von "Toskanischen Themen"
    finde ich auch gelungen.
    Beste Grüße vom lautmaler

  3. #3
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    Hallo cuellar,

    was mich hier ein bisschen stört, sind die logischen Brüche:

    scheint von Zeit fast verlassen.
    Herbstliche Luft
    Zeit - Jahreszeit

    Seufzen nach raschelnden Zweigen, nach schwindender Wärme.
    Seufzen (= Sehnsucht?) nach schwindender Wärme?

    Solche Logikfehler lassen schöne Bilder leicht ins Kitschige abgleiten. Vielleicht kannst Du diese Stellen noch überarbeiten?

    LG Okotadia
    Früher waren die Stühle schöne, blütenfressende Tiere. Doch sie ließen sich zu leicht zähmen...
    Zbigniew Herbert

  4. #4
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    Hallo lautmaler und Okotadia,
    ich danke euch herzlich für eure Interesse zu meinem Beitrag!
    @ Liebe/er lautmaler, es freut mich besonders, daß dir die erste Zeile gefallen ist.

    @ liebe Okotadia, danke für deine Meinung, aber ich habe nicht verstanden, warum dir die zunehmende Disharmonie zwischen Zeit und Raum im Herbst so unlogisch erscheint. Das ist doch die Tatsache - es bleibt immer weniger Zeit in einem immer größer werdendem Raum.
    Aber Recht hast du – der Tod ist immer kitschig.
    Geändert von cuellar (23.11.2018 um 13:58 Uhr)

  5. #5
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    Als käme das so aus dir wie es von der Natur heraus in uns kommt. Unverfälschterweise in ausgreifender Voluminösität da Konturen angebracht wo alles noch im Schwindenden durcheinander toskanisiert. Nach den Worten könnte man es auch gut malen oder sich Pappe nachbauen und fotografisch verfremden damit noch mehr was bizarres reinkommt.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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