1. #1
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    Fast oben ohne

    Mit der Zeit und mit den Jährchen
    blieb ihm nur ein einzges Härchen,
    das er sorgsam hegte, pflegte,
    wusch und dann zur Seite legte.

    ›Harry‹, wie er's zärtlich nannte,
    bildete die elegante
    linke Seite von dem Scheitel,
    glattgefönt – da war er eitel.

    Neulich träumte er im Kissen,
    Harry wäre ausgerissen,
    wachte auf – vor Schreck ganz fahl:
    Um ein Haar wär ich jetzt kahl!
    Komische Lyrik ist der Hofnarr der Poesie

  2. #2
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    das er sorgsam hegte, pflegte,
    wusch und dann zur Seite legte.



    Du kommst immer wieder auf so gelungene Ideen, lieber Stefan.
    "Harry" ... "ausgerissen". Deine Fantasie möcht ich haben.
    Aber wenn es ausgerissen ist, kommt es wieder. Wenns ausgefallen ist, seh ich schwarz für Nachwuchs.
    Putzig, putzig, wirklich ...

    Ich fände auch "Neulich träumte er ins Kissen" spaßig. Aber das nur nebenbei.

    Liebe Grüße
    Claudia

  3. #3
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    Lb. plotzn,

    Je weniger davon da ist desto wertvoller ist es. Die Gefahr dass es ganz verschwindet löst Angst und Panik aus. Wenn dann eine Blöße entsteht, so dass Verborgenes sichtbar wird, kann es für den Verberger unangenehm sein. Dass es bei dem einen Haar kaum um das Verbergen geht ist der Witz an einem eventuellen Verlust. Die humorvolle Aussage über die Angst vor der Glatze, die ohnehin nicht verborgen war ist Dir bestens gelungen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  4. #4
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    Liebe Claudia,
    stimmt, die meisten Ausreißer kehren wieder heim - das lässt hoffen! Ausgefallen ist zumindest die Frisur
    "im Kissen träumen" klingt echt schräg - muss ein großer Kissenbezug sein, wenn man es sich wörtlich vorstellt . War nur eine Notlösung, weil "auf dem Kissen" nur im Präsenz ins Versmaß passt und dann "nannte" etc. nicht mehr zeitgemäß wäre. Über "ins Kissen träumen" als Alternative muss ich noch nachdenken...


    Lieber Hans,
    aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Panik im Anfangsstadium weitaus größer ist als beim letzten Haar (sofern man es nicht in der Suppe wiederfindet ). Zum Glück sind die meisten Männer von Natur aus Verberger und müssen sich um unerwünschten Durchblick keine Sorgen machen.

    Danke euch beiden und liebe Grüße!
    Stefan
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