Thema: Sie lauert

  1. #1
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    Sie lauert

    Sie lauert im Netz.
    Ich sitze vor der Spinne,
    froh, ein Mensch zu sein.
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  2. #2
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    @Hoya


    Grüße.

    Nein kein astreiner Haiku. Zeile 2 und drei driften ab. Ein Senryū, da schon eher.

  3. #3
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    Liebe/r Hoya,

    Das sehe ich genauso.
    Z1 und Z2 beinhalten ähnliche Sachverhalte, und alles könnte noch etwas verdichtet werden z.B.:
    ,,Die Spinne im Netz
    Ich bin froh ein Mensch zu sein."
    Das reicht mEa aus.
    Dann bliebe dir noch eine Zeile für ein drittes Bild, z.B. die Mücke summt .
    Und was könnte für den Leser interessant an dem Umstand sein, dass das LI sitzt?
    Ein Haiku will sich zwar mit der Silbenzahl 575 andeuten, aber auch für mich ist es keins.
    Der Jahreszeitenbezug fehlt,
    und der/ die Autor/ in möchte mit seinem Fingerzeig nicht im Hintergrund bleiben.
    Ganz im Gegenteil,
    auch bildlich gesehen sitzt das LI auf der Päsentierfläche, und der Leser muss sich sogar mit seinen Gefühlen auseinandersetzen:
    Das LI ist froh. soso, aber wieso?
    Schwingt da eine latente Spinnenphobie mit, und es ist froh über den Sicherheitsabstand?
    Vielleicht ist das LI froh, kein Insekt zu sein, welches gleich im Netz vernascht werden soll.
    Vielleicht hat das LI ein besonderes Haustier, und es ist froh, wenn es dieses durch einen Leckerbissen noch froher machen kann.
    Die Richtung ist divers und kann diametral gesehen und gedeutet werden. Durch diese Inkohärenz ergibt sich keine eindeutiger Film.
    Irgendwo scheint schon soetwas wie Vergänglichkeit abgehandelt worden zu sein,
    aber ein besonderer Nachhall durch ein unausgesprochenes Kopfkino will sich bei mir nicht einschalten.
    Vielleicht könnte man dieses wirklich als Senryu umschreiben, dabei wären denn auch Gefühle des LI's angebracht.

    L.G.A.

  4. #4
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    Ihr Lieben,

    das habe ich befürchtet, aber ich sehe es ein, dass die Zeilen in mehrere Richtungen gedeutet werden können und dass kein Bild entsteht (der Sicherheitsabstand, Anjuleanga, ist ein Teil meines Bildes ...).

    Mir gefiel am Ende auch eine kleine moralische Komponente, die sich vielleicht durch Doppeldeutigkeit erschließt. Aber gerade das ist unerwünscht, weil sich der Leser - wie du auch sagst - hier mit den Gefühlen des LI auseinandersetzen muss.

    Ich musste über deine Aussage, dass die Situationen in Zeile eins und zwei ähnlich sind, schmunzeln (ein sich gegenseitiges Belauern!).

    Ich werde auf alle Fälle versuchen, es mal in ein Senryu umzuschreiben.

    Habe mich sehr über eure Rückmeldung gefreut!

    Liebe Grüße!
    die Hoya
    Geändert von Hoya (21.11.2018 um 08:03 Uhr)
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

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