Augen auf; Bildschirm an. Ich sehe meinem Leben zu, in einer verwackelten Vollversion;

grau, schwarz und weiß flackernd, viel zu müde für eine ständig realisierbare Farbfunktion.

Ich steuer ziellos durch den Tag, mein Blick beschränkt durch diese Ego-Perspektive,

eines monotonen Senders, will umschalten doch Wahlmöglichkeiten gibt's nicht viele;

an oder aus, nachts hält mich das flackernde Licht wach und ich warte auf den Morgen,

das Bild erlischt, doch startet regelmäßig neu um mich weiter mit mehr Infos zu versorgen.

Ein auf mich zugeschnittenes Skript, stumpfe Interaktionen mit anderen Programmen;

schaffe es nicht unterschwellige Werbebotschaften aus meinem Blick zu verbannen.

Ich werde gequält durch ständige Reizüberflutung eintöniger Dauerwerbesendungen,

und liege nachts reglos da, Gefangener der wiederkehrenden Albtraumeinblendungen.

Möchte abschalten, die Show umgehen. Doch meine Sendedaten sind vorgeschrieben;

oder den Stecker ziehen um der unwirklichen Live Dokumentation endgültig zu entfliehen.

Mitten im trägen Leben, und ich sehe zu wie jeden Tag die Stunden langsamer vergehen;

und nichts unterscheidet diese Tage hier, außer das sie tagtäglich neue Daten nehmen.