Thema: Schmerz

  1. #1
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    Schmerz



    Ach, könnt' ich dich ertragen Schmerz,
    in deiner Größe wandeln.
    Wie froh und gütig wär mein Herz,
    von all dem schönen Lieb
    und Treueschwur befreit.
    …………………Wie würd' ich dich umarmen.

    Und du, du würdest mich bejahen.
    Komm, leg dich zu mir her und zieh
    die Nacht mir seiden über,
    die mir des Tages Fluren weit
    in düstre Seitenblicke neigt.
    ………………Schweigsam möcht' ich sie erdulden.

    Dein Distelkleid sei mir geliehen,
    um mir den Abgrund rot zu säumen.
    Noch stillt dein Odem neue Träume
    und haucht mir das Flehen gnädig ein.
    …………………Mein Weh trägst du zu Kreuze.
    Geändert von Behutsalem (27.11.2018 um 20:06 Uhr)
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  2. #2
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    Elegisch bis dahin wo sich alles wandelt in das was gerade Stimmung sein soll unter Gefühlen die sich schattierend hier verteilen, dort etwas verwischen und hier andeuten dass es mehr gab als Jesus uns verschweigen konnte. Mit einem Liebeshammer der dem Schmerz ewiger Schmied sein wird.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Liebe Behutsalem,

    Die Stimmung, die Form Deines Gedichtes und der Sprachstil gefallen mir sehr gut. Auf ein paar Stellen möchte ich dennoch gern Deine Aufmerksamkeit richten, ohne Anspruch auf die Richtigkeit meiner Gedanken zu erheben:

    Strophe 1:
    Ich will nicht unbedingt den Herz-Schmerz-Reim verteufeln, ein wenig grenzwertig stößt er mir dennoch auf.
    Zitat Zitat von Behutsalem
    von all den schönem Lieb
    und Treueschwur befreit.
    Ich meine, grammatikalisch müsste es lauten: "von all dem schönen Lieb und Treueschwur befreit."

    Strophe 2:
    Zitat Zitat von Behutsalem
    Komm, leg dich her zu mir und zieh
    die Nacht mir seiden über.
    Wenn du "her zu mir" drehst in "zu mir her", erhälst Du m.E. eine schöne Alliteration auf "z", die die beiden Gedanken des Zu-Mir-Herlegens und der nächtlichen Zudecke noch stärker verbindet, als es das übliche "und" allein vermag.
    Die Interpunktion würde ich erwägen zu ändern:
    Komm, leg dich zu mir her und zieh
    die Nacht mir seiden über,
    die mir des Tages Fluren weit
    in düstre Seitenblicke neigt.
    ………………Schweigsam möcht' ich sie erdulden.

    Strophe 3:
    Die zweite Zeile erscheint mir rhythmisch und inhaltlich abzudriften. Im Dorn den Abgrund rot färben, ergibt bei mir ein skurrilles Bild. Den Dorn habe ich als ein sehr schlankes Gebilde vor Augen, in das sich kein weiteres Bild fügen mag, schon gar kein Abgrund. Es ist doch vielmehr ein (Mal-)Werkzeug um das Bild eines Abgrundes zu färben. Vorschlag:
    Dein Distelkleid sei mir geliehen,
    um mir den Abgrund rot zu säumen.
    Noch stillt dein Odem meine Träume
    und windet mir das Flehen gnädig ein.
    …………………Mein Weh trägst du zu Kreuze.

    Soweit meine Gedanken zu Deinem Gedicht.

    LG
    Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  4. #4
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    Hallo Terrorist;

    Danke für deinen Kommentar;

    Hallo Eremit;

    Dir ein herzliches Dankeschön für die Auseinandersetzung mit meinen Zeilen, so wie die grammatikalische Geradestellung meiner Fehler;
    Ich habe alle deine Vorschläge gerne übernommen und befinde das sie meinen Zeilen sehr gut getan haben;
    Danke für die Zeit die du für die Korrekturen erübrigen konntest;

    Mfg. Behutsalem
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  5. #5
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    Hallo Behutsalem,

    in der vorletzten Zeile bin ich gerade noch über das Einwinden des Flehens gestolpert. Das Einwinden könnte evtl. einen nicht beabsichtigten Schmunzler provozieren. Vorschlag hier: Nocht stillt dein Odem neue Träume und flicht mein Flehen gnädig ein. - Das Weh trägst du zu Kreuze.

    LG Eremit
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  6. #6
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    Hallo eremit;

    hmm, gut überlegt;
    aber, das winden hab ich eigentlich aus dem Odem, dem zufolge Atem, dem zu Folge Hauch, Windhauch , ergo winden.. also vom Wind her kommen bedacht.. ich lass es erst mal so wie es ist.. aber gerne lasse ich mich von dir umstimmen wenn dir dieser Gedanke von mir nicht gefällt;

    mlg. Behutsalem
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  7. #7
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    Hallo Behutsalem,

    Zitat Zitat von Behutsalem
    das winden hab ich eigentlich aus dem Odem, dem zufolge Atem, dem zu Folge Hauch, Windhauch
    hauchen bzw. "haucht" finde ich, bietet sich hier an und ist aussagefähiger als "windet": "und haucht mein Flehen gnädig ein".

    L.G. Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  8. #8
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    Liebe/r Behutsalem,

    dein Schmerz gefällt mir gut.
    In der ersten Zeile würde ich ihn sogar mit einem Komma absetzen.
    Dass der Odem in der letzten Strophe neue Träume stillt ist, ein für mich schwer aufzunehmendes Bild.
    Vielleicht könnte er die Träume auch schicken?!

    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (27.11.2018 um 15:33 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Sidgrani!

    Schön, herzlich willkommen in meinem Faden;
    Dein Vorschlag mag mir sehr gefallen, danke; werde ich umgehend ändern;

    Danke fürs lesen und damit auseinandersetzen;

    mit lieben Grüßen, Behutsalem


    Hallo Anjulaenga,


    auch dir ein herzliches Willkomme in meinem Faden;

    Ich werde den Schmerz ganz am Anfang löschen, denn im eigentlichen sollte es der Titel sein; hab ich beim Einstellen vergessen;
    denn..

    Schmerz,
    ach, könnt ich dich ertragen Schmerz,

    wäre dann eindeutig zu viel Schmerz.. so kurz aneinander gereiht;

    Ich könnte höchstens dies hier versuchen..

    Schmerz,
    ach könnt ich dich ertragen,
    in deiner Größe wandeln.

    Könnt ich als Kompromiss akzeptieren..

    schicken kann er die Träume nicht.. stillt das Verlangen zu Träumen.. soll bzw. ist die Aussage ..


    Es freut mich, dass meine Zeilen gefallen mögen,
    danke fürs lesen und kommentieren,

    mit lieben Grüßen, Behutsalem
    Geändert von Behutsalem (27.11.2018 um 20:11 Uhr)
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  10. #10
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    Liebe/r Behutsalem,

    deine Erläuterung: "stillt das Verlangen zu Träumen" ist für mich klarer als "Noch stillt dein Odem neue Träume".
    Stillen hat ja zunächst etwas sehr Beruhigendes und Befriedigendes.
    Dass will sich bei mir aber nicht zu den Bildern von Distelkleidern und Abgründen einstellen.
    Vielleicht passt es auf jemanden, der auf Schmerz steht, der sich durch ihn geerdet fühlt.
    Jemand, den es befriedigt, sich endlich selbst im Schmerz spüren zu können,
    wie es z.B. in der Symptomatik einer Borderline Störung
    oder bei Extremsportlern beschrieben wird.
    Bei vielen werden im Schmerz wohl eher Albträume geweckt werden.
    "stören" könnte ich daher eher in das gesamte Bild einbauen: Noch stört dein Odem neue Träume.
    im Sinne von: es lässt keine neuen Träume entstehen.

    Aber Vielleicht willst du doch genau das andere ausdrücken,
    dass jemand das Verlangen hat, keine neuen Träume zu träumen,
    und genau in dieser Sehnsucht gestillt wird, im Sinne von "Gib mir die Peitsche", ich will wach sein.
    Eine gute Einstellung zu Schmerz würde mEa. das Leid vieler psychischer Erkrankungen reduzieren.
    Von daher ist die intensive und differenzierte Beschäftigung mit ihm zu begrüßen.

    L.G.A.

  11. #11
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    Hallo Anjulaenga!

    Zitat:
    Aber Vielleicht willst du doch genau das andere ausdrücken,
    dass jemand das Verlangen hat, keine neuen Träume zu träumen,


    genau das ist es.. noch verhinder er durch sein Atmen das neue Träumen..

    Zitat:
    Eine gute Einstellung;

    Muss auch gelernt werden, Schmerz ist ein zu heißes Pflaster, sich auf ihn einzulassen und anzunehmen ist eine Unterfangen;
    Dem muss man schon Parole bieten, wenn man im Herr werden möchte.. in anzunehmen ist die eine Seite, in zu ertragen eine völlig andere...

    Danke für deine Hineinlesen in meinen Text;
    und sorry bezüglich der späten Antwort;

    mfg. die Behutsalem
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