1. #1
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    Des Kranken Lebenslauf

    Des Kranken Lebenslauf

    Sobald du einmal frohen Mutes fröhlich sangst,
    du wähnst, dass du von mir Freiheit erlangst,
    komme ich zurück und mach, dass du bangst.
    Ich lass dich nicht los. Ich bin deine Angst

    Du fängst an zu hoffen, zu träumen, zu leben.
    Fortan willst du für alles Gute hinstreben.
    Dabei wolltest du gerade noch eben
    dein Leben und die Liebe aufgeben.

    Ich lass dich in den frohlockenden Gedanken.
    dort sollst du glücklich, liebestrunken wanken
    Erst wenn du dich ganz wohl und sicher fühlst,
    weis ich dich in deine Schranken.
    Auf dass du dich und deine Gefühle zerwühlst,
    und bald deine Gedanken versanken.
    "Mother is the name for God on the lips and hearts of all children." - William Makepeace Thackeray's Vanity Fair, Eric Draven (Brandon Lee) The Crow, Silent Hill -

    "...Schon als Kind hat man dir eingebläut,
    dass man jede Schwäche bald bereut.
    Als gebranntes Kind, das Feuer scheut,
    hast du verlernt, wie man sich freut...."

    ASP - Weichen(t)stellung

  2. #2
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    Servus,

    ich finde deine Reimformen einfach und am Ende schön in der Abwechslung. Klingt vielleicht flach und eigentlich schreibe ich auch adäquatere Rezensionen, aber es ist zum einen Spät und zum anderen braucht es manchmal nicht noch meh Worte.
    Ich kenne mehr Leute, die eigentlich permanent vom Leben aufgerieben worden sind.
    Da sich meine Arbeit mit Kranken beschäftigt, muss ich sagen, dass vor allem im psychatrischen Bereich "Ich lass dich nicht los. Ich bin deine Angst." recht gut zutrifft. Man unterschätzt wie viele gegen Krankheiten anzukämpfen haben, aber noch weniger Leute wissen, wie wenige sich tatsächlich ihrer Angst erfolgreich gestellt haben und gesund daraus gekommen sind.

    Nettes Thema und starker Zufall, dass wir in der selben Nacht etwas hochgeladen haben

    Gute Nacht

  3. #3
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    Hey,

    dass die Reimform einfach gehalten ist, ist absichtlich, um das Mitfühlen zu vereinfachen, da manchen eben das bei zu komplexen Texten schwerfällt, auch wenn ich dagegen nichts habe bzw. genau diese Komplexität eigentlich bei anderen liebe (Bsp. die Band "ASP" und Lieder wie "Zutiefst"). Ich habe nichts gegen kurze Texte, solange sie gut geschrieben sind.

    Ich kenne ebenso viele Menschen, die von ihrer Angst eingeengt und festgehalten werden. Einst war ich auch so jemand (und hatte Ängste, die mich lähmten), doch ich habe früh gelernt zu kämpfen und auch wenn sie mich an manchen Tagen abermals übernimmt, mich befällt, so schaffe ich es dennoch stets aus ihr heraus. Meine Freundin sagte einmal, ich hätte "die A*schkarte im Spiel des Lebens gezogen“, ich sah das anders. Auch wenn ich vielleicht manches erlebt habe, was nicht unbedingt schön ist (nett ausgedrückt) und bestimmte Dinge immer noch erlebe (ich habe primär progrediente MS), ich kann trotzdem nicht anders, als glücklich zu sein. (Vor allem mit ihr an meiner Seite ^^")

    „Ich lass dich nicht los. Ich bin deine Angst.“ entstand weniger aus den eigenen psychologischen Erfahrungen, sondern mehr aus meinen Erlebnissen heraus und daraus, dass mir genau dann etwas widerfährt, wenn ich gerade keine Probleme mehr habe. (Obwohl ich eine Menge Menschen kenne, die es ebenfalls so beschreiben würden.) Letztlich kann ich sagen, dass ich niemand bin, der sich deshalb etwas antun würde oder daran verzweifelt, weil ich einfach eine Frohnatur bin. Worüber ich auch sehr froh bin. Wenn es mir jedoch einmal schlecht geht, gibt es für mich kein besseres Heilmittel als meine Musik. Nach 1 bis 2 Stunden kann ich nicht anders als wieder zu lachen.

    Ich danke dir für deine kurze Rezension und wünsche eine angenehme Nacht ^-^

  4. #4
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    Interessant den Horror mal als psychologisch bedingt zu sehen. als eben das wovor wir wegrennen eigentlich unsere Bestimmung ist. Wenn man die nicht anhand genormter Persönlichkeitsmerkmale als gesund bezeichnet. Sicherlich ist es vielfältiger da diese Begriffe ja alle auch Scheinidentitäten führen. Ansonsten ist es ja immer ein Mädchen in weissem Nachthemd und dunklen Haaren was Grusel auslöst bis nichts mehr therapierbares übrigbleibt.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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