1. #1
    Registriert seit
    Aug 2010
    Beiträge
    5.910

    Der Gotteskomplex


    Der Gotteskomplex

    Wer meint, er wäre selbst sein Gott,
    Der lässt uns alle wissen:
    „Ich gebe Euch das täglich' Brot,
    Da müsst Ihr nichts vermissen.“

    Wer meint, es gäb' kein' andern Gott,
    Der macht sich selbst zum höchsten Wesen,
    Errettet alle aus der Not –
    An ihm soll man genesen!

    Selbst ist er, Herr, ist Schöpfer, Schlichter,
    Nimmt alles Leben in die Hand
    Und sieht sich selbst als höchsten Richter,
    Allein – mit herrschendem Verstand.

    Doch wer sich selbst zum Herrn erhebt
    Wird die Bescheidenheit abstreifen:
    Weil er doch über Wassern schwebt
    Dürfen für ihn die Früchte reifen.

    Mitunter stellt er manchmal fest,
    Wie ehrgeizig er gut verschanzt
    Wandelt in eigenem Egofest,
    Wo alles nach der Pfeife tanzt,

    Die er sich hat zurecht gerückt
    Ganz ohne jede Unterstützung,
    Weil er die Glaubenden verzückt
    Unter Seelenvernützung...


    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Basiert auf der Grundlage des Buches von Horst-Eberhard Richter:
    DER GOTTESKOMPLEX

    *

  2. #2
    Registriert seit
    Nov 2008
    Beiträge
    11.048
    Lieber Hans Hartmut,

    Nach unseren Erfahrungen sind höhere Wesen an dem Wohl von niederen Wesen nur dann interessiert, wenn es ihnen nutzt.
    Alles kann eine Täuschung sein, nur der Vorgang der Wahrnehmung (Bewußtsein) beweist sich uns und lässt sich nicht leugnen. Was sollte sonst Gott sein unbewiesen neben dieser Wahrnehmung. Ob sie vergänglich ist wissen wir nicht, doch wir können es uns nicht vorstellen, denn das Nichts ist nicht vorstellbar. Es könnte auch ohne das von uns bisher wahrgenommene mit neuen ganz anderen Wahrnehmung weiterexistieren (der ewige Gott sein).

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
    Registriert seit
    Aug 2010
    Beiträge
    5.910
    Lieber Hans,
    das könnte durchaus so sein. Nur: Wenn sich der Mensch aufschwingt, Gotte zu sein, ist es bisher meist unmenschlich geworden. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an William Goldings Geschichte erinnern: "HERR DER FLIEGEN".
    LG H. H. Karg

  4. #4
    Registriert seit
    Nov 2008
    Beiträge
    11.048
    Lieber Hans Hartmut,

    das könnte durchaus so sein. Nur: Wenn sich der Mensch aufschwingt, Gotte zu sein, ist es bisher meist unmenschlich geworden. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an William Goldings Geschichte erinnern: "HERR DER FLIEGEN".
    Mit Deiner Aussage sehe ich mich bestätigt. Jedoch müssen wir dabei den Begriff „menschlich“ in seiner Bedeutung in Frage stellen. Der Mensch ist fast immer gegenüber schwächeren Wesen rücksichtslos und beutet sie nach seinen Bedürfnissen aus. Immer dann wenn er an Macht gewinnt macht er dies auch mit seinen Artgenossen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Zwischen Gotteskomplex und Lemmingedasein
    Von Dr. Karg im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 07.05.2015, 09:10

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden