WIND,


wer bist du? Was?
Ein thermisches Problem?
Ein Wetterphänomen?
Ein Besen für den Smog
in Ballungszentren?
Ein Laufband für Transport
von Gift und Treibhausgas?
Was weiß ich? Was?

Wer bist du?
Keiner sieht, hört, spürt dich,
sobald du stille hältst.
Schon eher, wenn du
über Sommerfelder schweifst,
den Frauen nach den Haaren greifst,
wenn du die Böen
übers Wasser treibst,
aufbrichst zu Sturm
und Riesenwogen,
wenn du den Rücken
an den Wolken reibst.

Bist du der Atem dann,
den sich die Weltenseele
stets von neuem einverleibt,
der aufbaut und zerstört,
so dass nichts bleibt?
Ich weiß, du kannst
auch mich zu Boden zwingen,
doch nie wirst du die Herrschaft
über mich erringen,
solange meine Seele in mir
durch ihren Atem lebt.