1. #1
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    Ein Reim tut gut

    Ein Reim tut gut. Wer wagt es, dran zu zweifeln.
    Die Jungen wissen noch nicht, was sie tun.
    Ein reifer Geist wird Gleichklang kaum verteufeln -
    er lechzt nach jeder Bank, sich auszuruhn.

    Ein Reim tut gut. Er bindet ein paar Tropfen,
    und schon entsteht ein Bild vom Strom der Zeit,
    derweil die Sätze überall verkopfen,
    hebt sich der Reim im Winde wie ein Kleid.

    Ein Reim tut gut, auch wenn er wie ein Träumer
    laubhaftig tanzt, Melone auf den Haaren.
    Mal singt die Seele schmutzig und mal reiner.
    Und manchmal fühlt man jünger mit den Jahren.
    Geändert von Artname (28.11.2018 um 20:57 Uhr) Grund: albaas vorsichtige Fehlvermutung in #2
    Genau so, oder eben ganz anders!

  2. #2
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    Hallo Artname,

    Es fängt ganz lustig an und mein persönlicher Lieblingsvers ist:

    hebt sich der Reim im Winde wie ein Kleid.


    Aber schade drum, denn die letzte Strophe hat dann so gar nichts mehr zu bieten:


    Ein Reim tut gut, auch wenn er wie ein Träumer
    laubhaftig tanzt, Melone auf den Haarn.
    Mal singt die Seele schmutzig und mal reiner.
    Und manchmal fühlt man jünger mit den Jahrn.



    Sollte der sonderbare "Haarn - Jahrn" Reim witzig sein wollen, hat er es
    in dieser Umgebung nach meinem Gefühl nicht geschafft.


    Also du siehst, ich tue mir schwer damit. Aber das mögen andere anders sehen.


    Lieben Gruß
    albaa

  3. #3
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    Liebe albaa, danke für deinen Kommentar. Mir wiederum hat die dritte Strophe besonders viel Spaß gemacht. So verschieden sind wir und auch das empfinde ich als befreiend, denn ich unterstelle dir gute Absichten.

    liebe Grüße
    Genau so, oder eben ganz anders!

  4. #4
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    lieber Artname,

    als einer der nicht mehr ganz jungen Freizeitpoeten kann ich deiner Feststellung "Ein Reim tut gut." nur zustimmen.
    In meinem Musikerquartett gibt es vier Reimmöglichkeiten, deren Brauchbarkeit für das gemeinsame Thema im Spiel ausprobiert wird, und so entsteht eine einsichtige Struktur, eine überzeugende Abfolge erprobter Reime, ein entsprechender Rhythmus und insgesamt eine immanente Harmonie.
    Mit zunehmendem Alter schätze ich den Reim immer mehr, weil er mir und anderen "gut" "tut". Die Gründe dafür sind vielschichtig und gehen tief.

    Danke und lieben Gruß
    Carolus

  5. #5
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    Lieber Carolus, eventuell haben wir Musiker eine mehrfache Bindung an den Gleichklang, den Reim. Ich bin sehr, sehr froh darüber, welche Gedanken und Assoziationen meine Worte in dir wecken. Danke!

    lg
    Genau so, oder eben ganz anders!

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