1. #1
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    Nimm doch nicht alles in den Mund

    Die Mama sprach: „Ach Adelgund“,
    die Kleine zählte knapp zwei Jahr,
    nimm doch nicht alles in den Mund,
    das ist wahrhaftig ungesund
    und birgt so mancherlei Gefahr!

    Sei brav, lass auch die Hand da weg,
    ein Mädchen tut das nicht, es ist nicht fein!“
    Doch Adelgund, zu Lustes Zweck,
    schiebt heimlich gleich zwei Finger rein
    und schert sich einen feuchten Dreck

    um Mamas sorgenvolle Worte.
    Sie spielt so gern an ihrer Schnecke
    und tut es oft an jedem Orte,
    sehr häufig unter ihrer Decke,
    mal ganz piano und mal forte.

    Zu Mund und Schnecke kamen dann
    zwei Brüstchen unter ihrem Leibchen.
    Noch später kam der Nachbar Jan,
    verliebte sich ins hübsche Weibchen.
    Der Knabe wollte dann und wann

    bei Adelgund sein Mütchen kühlen,
    den roten Mund mit seiner Zunge,
    die Brust mit seinen Händen fühlen.
    Er war ein böser, schlimmer Junge,
    begann in ihrem Schoß zu wühlen.

    „Ach Jan, nimm bitte deine Pfoten
    ganz schnell da weg, das darfst du nicht.
    Die Mama hats mir streng verboten
    und dich bringt sie vors Strafgericht.
    Ich bitt dich, mach nicht solche Schoten!“

    „Lieb Adelgund, du musst nicht glauben
    was Mütter alles so erzählen.
    Lass dich aus den Klamotten schälen
    ich möcht so gern an deinem Nabel schrauben -
    ach, lass uns turtelnd gurren wie die Tauben,

    wir machens wie die großen Leute.
    Ich liebe dich und du mich auch
    es kitzelt wunderschön und heute
    versuchen wir es Bauch an Bauch.“
    So wurde Adelgund des Buben Beute.
    Geändert von Festival (08.12.2018 um 00:33 Uhr)

  2. #2
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    Hi Festival, hast da ein gutes Thema. Ist eine modernere Version von Röslein auf der Heiden. Der Text läuft aber ein wenig ruppig, hättest du noch ein- zwei Stunden länger dran gearbeitet ( ganz wenig prosaischer ) wäre es ein Knaller.

    Gruß Heinz
    silbern ist mein Haar nicht grau

  3. #3
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    Lieber Namensvetter Heinz,
    Du meinst das volksliedtonhafte Heideröslein meines Idols Goethe? Was, um alles in der Welt, hat das Heideröslein inhaltlich mit meinem Ding in der Rubrik "Humor" zu tun?
    Dein Einwand, der Text liefe ein wenig ruppig, ist mir auch nicht ganz verständlich und weshalb ich einen - ich übertreibe mal ein bisschen - poetischen Text prosaischer gestalten soll, erschließt sich mir auch nicht ganz. Klär mich auf.
    Liebe Grüße,
    Festival (Heinz)

  4. #4
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    Hi Heinz, auch Goethes "Röslein auf der Heiden" hat sich dem Knaben lang geziert / gewehrt. Am Ende hat es Ihm ( dem Röslein/ dem Mädel ) nicht geholfen. Es ist also die gleiche Handlung nur mit mehr Poesie ( oder dachtest du Göthe spricht von einer Rose ? )
    Das Ruppige, verzeih mir mein Empfinden. Vieleicht ist mir die Abhandlung auch nur zu hastig und es liest sich daher erst beim 2.Mal flüssig. ....Nun lass mich doch auch mal was sagen

    Die vorletzte Strophe ließ mich stocken !

    Gruß zu dir
    Heinz Geigelath
    silbern ist mein Haar nicht grau

  5. #5
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    Lieber Heinz,

    das ist ganz Deine keck-verspielte und melodische Handschrift, wie ich sie kenne! Zu meckern finde hier ich handwerklich nichts. Nur eine dramaturgisch nicht ganz stimmige Korinthe habe ich gefunden. Die wörtliche Rede des Verführers, an sich wunderbar, bis auf dies:

    und dir von mir die Unschuld rauben.

    Ne, glaub ich nicht, dass er das sagt. Das wäre eher der Kommentar des Beobachters. Dieser Schlingel verkauft das gewitzter! Lass Dir was einfallen!


    Hallo Heinz G.,

    schön, dass Du Dich daran machst, andere Werke zu kommentieren! Das genaue Hinschauen muss erstmal trainiert werden, aber es lohnt sich! Vielleicht versuchst Du mal etwas genauer zu beschreiben, was Du mit "ruppig" meinst? Am besten ginge das, wenn Du so eine ruppige Stelle aus dem Text herauskopierst und uns zeigst. Wo genau kommst Du denn in der vorletzten Strophe ins Stocken? Zeig doch mal!


    LG Claudi
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  6. #6
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    Liebe Claudi,
    Du hast die Schwachstelle entdeckt. Damit hast Du eine nicht zu stlillende, blutende Wunde in meine empfindsame Seele gerissen, aber gleichzeitig Balsam verteilt. Denn ich freue mich natürlich sehr über die "keck-verspielte und melodische Handschrift"!
    Das Ding überarbeiten? Mir fiele nur ein: Lass mich deine gelockerte Hüftprothese fester schrauben; aber das würde aus dem zarten Gebilde ein Schreckensbild machen. Mal sehen, ob mir noch was anderes einfällt.
    Liebe Grüße,
    Heinz

  7. #7
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    Hi Claudi, Hi Heinz,

    ich schrieb bereits, dass ich das Gedicht für fast einen Knaller halte. Trotzdem liest sich für mich der Übergang zwischen 6. Einzeiligen Reimen und 7. gemischten Reimen nicht flüssig. Ich sehe das nicht als schlecht aber eben nicht als vollkommen an. Das könnte Festival aber (ist ja auch Vorbild für mich )

    Grüße
    Heinz G.
    silbern ist mein Haar nicht grau

  8. #8
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    Lieber Heinz G.,
    bitte nein! In mir sträubt sich alles, dieses dahin geplauderte Werklein mit Goethes Heideröslein in einem Satz zu nennen. Im "Heideröslein" hat der "wilde Knabe" das "Röslein gebrochen" und dem Röslein blieb nichts als ein Weh und Ach und musste (den zugefügten Schmerz) ewig leiden.
    Das Blümchen (hier das Röslein) brechen, ist eine Umschreibung (ähnlich "das Kränzlein rauben"") für das Rauben der Unschuld, das sinniger Weise "De-floration" genannt wird (deflorieren, lat. "entblüten"). Zwecks solcher Unternehmungen suchte man gern die Heide auf, siehe Walter v.d. Vogelweide "Unter der Linden/an der Heide/da unser beider Bette war/da mögt ihr finden/schöne beide/ gebrochene Blumen und Gras".
    So tiefsinnig und verborgen ist mein Werklein nicht. Claudi hat die Schwachstelle erkannt. Mal sehen, ob ich den Text noch mal überarbeite.
    Liebe Grüße,
    Heinz

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