1. #1
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    Liebesgedichtsdialog

    Ich hoffe der Text ist nicht zu lang(weilig) und ist trotz des üblichen,, allgemeinen Themas erträglich. Ich freue mich über jegliche Kritik.


    Ich sage dir meine Rose, ich liebe dich
    und es leiten dabei nicht nur Triebe mich.
    Doch jedes meiner Worte ist bereits gesagt
    hat sich daran doch schon allesamt gewagt.
    Was andere bereits schrieben ist mir doch egal,
    denn ich weiß deine Liebe ist real,
    ist der Text noch so banal.
    Aber Liebste ich will neue Worte finden
    und wie wir uns, so mögen Reime sich binden
    Gewohntes, Verbrauchtes gar soll verschwinden!
    Wenn jeder darauf achten würde,
    wäre das nicht eine riesen Bürde?
    Schreib einfach deine Gefühle nieder,
    deinem Herzen ist nichts zu bieder.

    Ich widerspreche deinen wahren Worten nur ungern.
    Biederes liegt mir dem Herzen nah, doch den Gedanken fern
    Selbstverständlich bist du die Sonne, jeder Stern,
    doch all das fast nicht ansatzweise des Herzens Kern.
    Sei für neues bereit und lasse dir Zeit!
    Neue Gedanken sind nicht weit.
    Was aber wenn es nicht funktionieren will?
    Weil mein Kopf gleich einem Pistill
    die Worte quietschend schrill passieren will
    und mich damit in den schieren Wahnsinn treibt,
    weil mein Herz nur weiterhin altes schreibt.
    Mutmaßungen und Sorgen sind unnütz, denn
    sie bringen dir nur Trauertränenpfützen.
    Versuche es einfach! Du kannst es schaffen! Wenn
    du kämpfst, bist du bald keiner der Schwafelnden.

    Meine Liebe ich muss dir danken.
    Du nahmst mir meine Gedanken,
    die erneut in Ängsten versandeten
    und nun in Vergessenheit landeten.



    Diese Nacht ist erhellt vom Mond,
    alles um mich ist kontrastbetont.
    Der Schein für mich noch ungewohnt,
    wenn er an meinem Himmelszelt thront.

    Als würde ich ihn allnächtlich neu erblicken.
    Als würde er aufs Neue neue Strahlen schicken,
    um die Dunkelheit mit Licht zu flicken.

    Dabei währte die Dunkelheit beständig,
    ihre Schauerschatten sind unbehandelt.
    Doch du löschtest sie aus, eigenhändig
    und machst das Licht in mir lebendig.
    Geändert von Herr_Snyder (11.12.2018 um 14:39 Uhr)

  2. #2
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    Guten Morgen, Herr_Snyder,

    gerne gebe ich Dir eine Rückmeldung zum Dialog. Die Idee an sich finde ich gut.
    Nun zum Text selbst (meine Anmerkungen in grün):


    Ich sage dir meine Rose, ich liebe dich
    und es leiten dabei nicht nur Triebe mich. (unschöne reimgeschuldete Inversion)
    Doch jedes meiner Worte ist bereits gesagt
    hat sich daran doch schon allerseits gewagt. (nicht verständlich: allerseits kann nicht wagen)


    __

    Was andere bereits schrieben ist mir doch egal,
    denn ich weiß deine Liebe ist real,
    ist der Text noch so banal.

    Die unterschiedlichen Längen und Takte dieser drei Verse sowie das leicht kindlich-beleidigt anmutende "ist mir doch egal" wecken beim Leser den Eindruck, als ob der Autor dachte: "Ist mir doch egal, wie das klingt, Hauptsache hinten Haufen-Endreim".


    __


    Aber Liebste ich will neue Worte finden,
    mich nicht um alte Umschreibungen winden.
    Jeder Reim soll sich wie wir verbinden
    und das gewohnt Verbrauchte soll verschwinden.

    Hier stört mich die unterschiedliche Taktung in V1 und 2, die man vermeiden könnte, lässt man V2 einfach weg, denn dessen Aussage steckt ja schon in V1. Außerdem ist die Formulierung das gewohnt Verbrauchte ungeschickt, da es ja Zweierlei ist, darum würde ich es trennen. Vorschlag:

    Aber Liebste, ich will neue Worte erfinden
    Wie wir uns, so mag jeder Reim sich verbinden
    und das Gewohnte, Verbrauchte soll schwinden


    __

    Wenn jeder darauf achten würde,
    wäre das nicht eine riesen Bürde
    und zugleich eine unüberwindliche Hürde?
    Schreib doch einfach deine Gefühle nieder
    und gebe deine Gedanken wieder,
    deinem Herzen ist nichts zu bieder.


    Auch hier entsteht für mich beim Lesen der Eindruck, als sollten möglichst viele Haufenreime auf Kosten des Inhaltes bzw. des Ausdrucks zusammenkommen, dabei klingt die riesen Bürde etwas überzogen und umgangssprachlich. Und deinem Herzen ist nichts zu bieder gefällt auch nicht so; es ist wie ein Befehl an den Dichter (im Gedicht); und ein weiterer Gedanke von mir: es kann jemandem etwas zu bieder sein, aber keinem Organ.

    __


    Ich widerspreche deinen wahren Worten nur ungern,
    aber das Biedere liegt mir zwar nah, doch fern.
    Selbstverständlich bist du die Sonne, jeder Stern,
    doch all das fast nicht ansatzweise des Herzens Kern.


    Auch hier mMn wieder den Ausdruck schädigende Haufenreime, ganz besonders auffällig in ...bist du die Sonne, jeder Stern ... (der Stern musste unbedingt rein. Du magst Haufenreime, gell? Ich auch! Aber nicht auf Kosten der Aussage)
    Auch verstehe ich nicht die Aussage in V2 (zwar nah, doch fern? Watt denn nu? )


    ----

    Lieber Herr Snyder: Ich muss gezz erst mal arbeiten gehen. Hoffentlich bist du nicht entmutigt. Wenn nicht, dann mache ich gern heute abend weiter im Text. Gib mir dazu einfach kurz vorher Rückmeldung. Bis vielleicht dahin

    LG Richmodis
    Geändert von Richmodis (10.12.2018 um 22:14 Uhr)

  3. #3
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    Danke für deinen Kommentar und die gute Kritik Richmodis,


    Die ersten zwei Fehler sind eindeutig der Übermüdung und dem Zwangsreim geschuldet, das wird schnell geändert.


    ---


    Das „ist mir doch egal“ und die verschiedenen Längen sind hier sogar gewollt gewählt, wie bei fast allem des Dialogpartners. Denn meine Liebste erinnert mich oftmals an ein kleines verspieltes Kätzchen und wenn sie ein Gedicht für mich schreibt, dann klingt das meistens auch etwas unbeholfen, aber niedlich.


    Der Haufen-Endreim entstand einfach, beim Aufschreiben der Gedanken. Sowas ändere ich selten beim danach Durchlesen, sondern eher auf Kritik hin oder wenn ich es nach ein paar Monaten erneut lese und es mir nicht gefallen sollte.


    ---


    Ich verstehe warum es nicht gefällt. Mal schauen ob ich noch etwas anderes finde, ansonsten übernehme ich deines, sofern das in Ordnung ist.


    ---


    Das mit dem Haufen Reim ist dasselbe Problem wie oben, jetzt zum Beispiel sehe ich, dass V3 und V5 eigentlich komplett weggehören, sowie das „doch“ in V4. Ich sollte mehr abwarten und geduldiger werden und es, wenn ich schon weiß das es hilft, auch mal später lesen und verbessern, bevor ich es poste.


    Die „riesen Bürde“ ist überspitzt und überzogen, aber das kommt auch wiederum von meinem und ihrem Charakter, deshalb fand ich es in Ordnung. (Ist, wie oben, für Außenstehende vielleicht etwas doof)


    Mir ist bewusst, dass einem Organ nichts bieder sein kann. Damit ist auch nicht das Organ gemeint, sondern das zuständige Gedankensystem für Emotionen und Gefühle. Da man von Herzen liebt und mit Herzen empfindet, finde ich es dennoch passend, wenn auch für manchen schwer verständlich.


    ---


    Der Stern musste deshalb sein, weil es um klassische Formulierungen in Liebesgedichten geht und es so, wie ich finde unpassend passend war. (Wenn man versteht was ich meine) ^^“


    „zwar nah, doch fern“, bezieht sich auf die vorausgegangene Aussage des Gesprächspartners „deinem Herzen ist nichts zu bieder“ Dem Herzen nah, doch der gewollten Intention fern.


    ---


    Ich habe mich sehr über die schnelle Rückmeldung gefreut und sie hat mich keinesfalls entmutigt, schließlich möchte ich mich verbessern und lernen manche Fehler erst gar nicht erst zu machen. (Wie die Doppellungen oder die Zwangsreime.) Ich freue mich auf den 2. Teil.


    Bis dann und angenehme Arbeit wünsche ich.
    Lg Snyder
    "Mother is the name for God on the lips and hearts of all children." - William Makepeace Thackeray's Vanity Fair, Eric Draven (Brandon Lee) The Crow, Silent Hill -

    "...Schon als Kind hat man dir eingebläut,
    dass man jede Schwäche bald bereut.
    Als gebranntes Kind, das Feuer scheut,
    hast du verlernt, wie man sich freut...."

    ASP - Weichen(t)stellung

  4. #4
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    Hi, Herr Snyder,

    danke für deine Erläuterungen.

    Wenn man etwas schreibt, was spezifisch auf einen selbst (und den/die Liebste) zugeschnitten ist, dann ist natürlich vorprogrammiert, dass andere Leser damit wenig anfangen können. Das sollte man es bei einer Veröffentlichung vermeiden.

    Dem Problem, das andere damit nichts anfangen können, könnte man abhelfen, indem man das Kindliche der Auserwählten im Dialog mit dem Dichtenden mehr - oder geschickter - hervorhebt. Dabei schwebt mir vor, die Dam e noch überspitzer kindlich und den Dichter viel eloquenter, darzustellen. Beispiel:

    Ist der Text auch banal
    das ist mir doch egal!

    Aber Liebste, ich will neue Worte erfinden.
    Und wie wir uns, so mögen Reime sich verbinden
    Gewohntes, Verbrauchtes gar möge verschwinden!

    Ach, was für ne Hürde
    und auch eine Bürde!

    Nur ungern wiedersprech ich deinem wahren Wort
    Das Biedere, es ist mir nah und doch weit fort
    Du bist mein Sonnenschein, mein heller Stern
    doch schreib ich drüber, fasst es kaum des Herzens Kern


    Dann gib dir mehr Zeit
    Sei für Neues bereit



    hier schließe ich mal mit dem Beispiel des Dialogs ab. Zu den verbleibenden Strophen möchte ich noch folgendes sagen:

    Mutmaßungen und Sorgen sind unnütz,
    sie bringen dir nur Trauertränenpfützen. (das Wort hab ich zwar noch nie gehört, aber gefällt mir, klingt - konträr zu seiner Bedeutung - lustig)

    Versuche es einfach! Nur dann kannst du es schaffen
    und bald gehörst du nicht mehr zu den allgemeinen Pfaffen.

    (die allgemeinen Pfaffen? Uiuiui ...Ich kenne Pfaffen nur als Schimpfwort für Priester)


    Meine Liebe ich muss dir danken.
    Du nahmst mir meine Gedankenschranken,
    die erneut in Ãngsten versandeten
    und nun in Vergessenheit landeten.

    Den Reim danken/Gedankenschranken finde ich sehr unschön. Auch stimmt es sinngemäß so gar nicht. Die Gedankenschranken versandeten in Ängsten? Und landeten dann in Vergessenheit? Da müsstest du nochmal drüber nachdenken.



    Diese Nacht ist erhellt vom Mond,
    alles um mich ist kontrastbetont.
    Der Schein für mich noch ungewohnt,
    wenn er an meinem Himmelszelt thront.

    (dieser letzte Vers ist überflüssig, er hat keinen Mehrwert. Die Nacht ist erhellt vom Mond, der Schein ist noch ungewohnt. Also ist dem Leser klar, von wo das Licht kommt, er muss nicht noch drauf hingewiesen werden, dass er von oben kommt


    Als würde ich ihn nächtlich neu erblicken.
    (nächtlich würd ich streichen, ist ja schon geklärt, dass Nacht ist. s. o.)

    Als würde er aufs Neue neue Strahlen schicken
    um damit die Dunkelheit mit Licht zu flicken. (damit ... mit ... ist doppeltgemoppelt. Und ich meine, Licht flickt nicht die Dunkelheit. Die Dunkelheit hat ja nicht nur stellenweise Löcher und Risse, sie ist allübergreifend. Wieder für mein Empfinden ein sehr reimgeschuldetes Ding.


    Dabei währte die Dunkelheit beständig,
    ihre Schauerschatten wendig, unbändig.
    Doch du löschtest sie aus, eigenhändig
    und machst das Licht in mir lebendig.

    Hier wieder das von dir auch selbst schon erkannte Problem des zuviel an Haufengereime.



    Tut mir leid, dass ich heute immer nur in mehreren Etappen schreiben konnte, aber heute wollte immer irgendjemand irgendwas von mir. Mein Arbeitgeber wollte, dass ich heute arbeite, die Kollegen wollten aufn Weihnachtsmarkt, meine Katze gefüttert werden, meine Schwester wissen, was ich mir zu Weihnachten wünsche ...

    Aber das hier ist auch mein längster Kommentar seit meiner Anmeldung im Forum Anfang 2017.

    Ich hoffe, Du kannst damit was anfangen für künftig.

    Lieben Gruß
    Richmodis
    Geändert von Richmodis (10.12.2018 um 22:33 Uhr)

  5. #5
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    Danke für das Weiterarbeiten an der Kritik Richmodis,

    Bezüglich deines Vorschlages muss ich sagen, dass es zwar eine schöne Idee ist und ein guter Vorschlag, aber nicht zu ihrem Charakter passen würde. ( Doof wenn der geschriebene Gesprächspartner eine reale Person ist, aber dennoch danke ^_^)

    ---
    Danke für das kleine Kompliment für die Trauertränenpfützen

    ---
    Die Schranken gehören einfach weg, ähnliches Problem wie bei nächtlich... ( jugendlich sein ist manchmal echt doof ^^")

    ---
    Mir ist klar, dass jedem bewusst sein sollte, dass der Mond am Himmelszelt thront, doch jenes Himmelszelt ist meines, darauf war die Betonung gedacht, als kleiner Hinweis auf die Allegorie des Textes.

    ---
    Dem nächtlich fehlt ein all.Zuerst stand dort täglich, doch täglich fand ich irgendwie unpassend und da habe ich bei der Verbesserung doch tatsächlich das all vergessen... (Die Ungeduld ist schuld …Ja, ich bin schuld.. ^^“)

    ---
    Das „flicken“ ist auch wieder gewollt gewählt, denn die letzten 3 Strophen sind, zum Thema passend, eine Liebesallegorie und übertragen auf die Liebe meiner Liebsten, finde ich es passend. Denn sie flickt die Dunkelheit in mir, sie löscht sie nicht aus und die Dunkelheit zuvor ist auch nicht allübergreifend gewesen.

    ---
    Ich habe jetzt absichtlich die Doppelungen weggelassen, wir kannten sie ja bereits von oben.
    Jetzt geht's an's korrigieren

    Lg
    Snyder

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