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  1. #1
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    Ergebnisse Wettbewerb November/Dezember 2018

    Hallo zusammen,

    mit etwas Verspätung folgt heute die Bekanntgabe der Sieger des Wettbewerbs November/Dezember 2018. Mit 17 Gedichten konnten wir alle uns über eine sehr rege Beteiligung freuen. Auch die Anzahl der User, die abstimmten, hat sich im Vergleich zum vorherigen Wettbewerb noch einmal erhöht. Die 23 Abstimmenden gaben in Summe 49 Stimmen für ihre Lieblingsgedichte! Leider mussten wir ein Gedicht aus dem Wettbewerb nehmen, da es während des laufenden Wettbewerbs veröffentlicht wurde.

    Das Thema war

    "Farben"

    Unser Dank geht an alle, die am Wettbewerb teilgenommen haben. Egal ob als Dichter oder "Juror".

    Wir gratulieren allen Siegern! Nun wollen wir euch aber nicht länger auf die Folter spannen und euch auch zeigen, wer die Sieger sind und wer welches Gedicht geschrieben hat.


    Mit freundlichen Grüßen
    Eure Wettbewerbsleitung
    Bitte beachte die Richtlinien der Wettbewerbe.

    Hier sind die Sieger des letzten Wettbewerbs .

    Du findest einen Kommentar gut? Dann schlag ihn doch einfach zur Kritik des Monats vor!

  2. #2
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    Platz 1 mit 5 Stimmen auf dem ersten Platz:

    Farben sind Erinnerung...

    an bunte Haut in Kindertagen,
    die sanft aus Lila und auch Blau
    ins Grün, zu zartem Gelb getragen
    und eine Mutter, die sie färbte.

    an dunkles Rot auf meiner Hand,
    es tropfte still mir von der Stirn,
    umspielte sacht das Weiß der Wand
    und an ein Herz, dass nicht mehr schlägt.

    Ich malte einst die Muster nach
    auf so unendlich vielen Flecken,
    schlug meinen Kopf an harten Stein,
    um Schmerz mit Schmerz zu überdecken.

    Die Farben der Erinnerung,
    von meinem Körper längst verschwunden,
    sie geben mir die Kraft zu steh'n,
    in manchen farbenreichen Stunden.

    von Susigrün

  3. #3
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    Den zweiten Platz mit 4 Stimmen teilten sich gleich 4 Texte:

    all die Farben

    lange

    hatten sie flausen
    schluckten sonnengelb
    spuckten zinnoberfeuer über die wälder -
    jauchzende akrobaten

    sie erlernten salomes tanz
    im flug
    legten uns knisternde schleier
    zu füßen


    nun

    ordnen sie ihr aschehaar
    stecken es hoch
    mit glitzernden reifspangen
    die elfenbeinkalten

    und nun

    ziehe ich
    meiner verletzlichen nacktheit
    das verwaschene traumhemd über

    endlich

    ungestraft von farben
    darf ich die berge verwischen
    die flüsse mit feldern wiesen und wege
    den himmel über unserem nebelhaus
    und fast vergessene gesichter

    den sonnenbestäubten grasnarben deiner augen
    folge ich

    zurück

    in glatten nächten
    aus poliertem ebenholz
    überwintern meine verse
    die eisblauen
    in deinem kalten mund
    geborgen
    ein paar gelbe funken in hohlen händen

    und

    ich trete ins leere weiß der himmel
    wo ich aufpralle
    weiß das mohnblütenrot

    von albaa





    Der November ist bunt

    Der November ist bunt,
    so sagen's die Pilze,
    die Moose und Farne
    und Flechtengefilze.

    Erst bringt er den Nebel,
    der sanft uns bedeckt,
    still nährend den Glanz,
    den der Sommer verdeckt.

    Dann bringt er, wild stürmend,
    das himmliche Licht,
    das sonst sich in Kronen
    aus Blättern gebricht

    und richtet den Rehen
    die herbstliche Scheune
    aus schüchternem Grün,
    hell schimmernder Bräune,

    aus goldgelben Röhren
    und Tupfern wie Blut.
    Sag: Ist der November
    nicht frohgemut?


    von Malte Dadschun





    Der Paradiesvogel

    Als kleiner Junge wollte er
    stets Mädchenkleider tragen,
    in Mamas High Heels übern Flur
    den Catwalk-Hüftschwung wagen.

    Er spürte noch als junger Mann
    den Drang, sich zu verkleiden.
    Als schriller Vogel lebte er
    verrückt und unbescheiden.

    Die Haare pink und hochtoupiert ,
    Makeup in allen Farben.
    Die Brust-Tattoos im Dekolleté
    verdecken seine Narben.

    Er lebt noch immer seinen Traum,
    trägt das, was ihm gefällt.
    Mit Glück und Mut zum Anderssein
    verdient er heut viel Geld.

    von Dabschi






    Bunte Weihnacht

    Blau der Himmel Heilig Abend
    blau ist auch der Vater
    Ganz umsonst, ja ganz umsonst
    war wohl der Suchtberater

    Lila Schokoladenmänner
    machen Li-la-Laune
    Mami´s Hämatom geht bald
    von Violett ins Braune

    Rot bekugelt will die Tanne
    Blicke an sich saugen
    Rot sind heute, rot sind heute
    ein Paar Kinderaugen.


    von Richmodis

  4. #4
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    Platz drei, mit drei Stimmen, ebenfalls mit vier Gedichten besetzt:

    Die Farben der Natur

    Das Grüne des Frühlings erfrischt müde Glieder,
    der Morgen wird lauter, die zwitschernden Lieder.
    Bedeckt ist die Wiese mit winkenden Gelb,
    der Wind macht es möglich, die Löwenzahnwelt.


    Der Sommer naht schneller als je schon gedacht,
    beschenkt uns mit Blumen mit Düften mit Pracht
    im Teiche da singen die Frösche ihr Lied.
    Es klingt doch recht lustig, die Kreuzotter flieht?


    Der Tag wird nun kürzer und länger die Nacht
    die Ernte geborgen die Früchte verbracht.
    Aus Grün wird jetzt Gold, auch das Rot ist dabei,
    das Leben wird leiser das Balzen vorbei?


    Und schneller noch grüßt uns der klirrende Winter
    vergrämt mir die Seele, doch lachende Kinder.
    Auf Feldern nun Krähen, sie scharren im Schnee
    Ich schließ meine Sinne, ach Winter, ach geh.

    von horstgrosse2




    Eisenhexacyanoferrat

    Warum sind Kugelblumen nicht gelb,
    wie das Spiegelbild einer Ringelblume?
    Warum ist die Kreiszahl nicht rund? Pipapo!
    Warum ist der Knoblauch nicht blau
    wie die Tiefen des Ocyans?
    Diese Fragerei muss ich ablegen.

    Warum ist mein Lebensablauf schwarz?
    Das gilt es zu begründen.
    Mittelmäßig wie lila, nein fürchterlich ohne dich!
    Ich will zu dir!
    Ich will zu dir!
    Ich will zu dir!
    Palilalie!

    Ich bin ein Soldat im Krieg,
    kämpfe weiter an der Front
    und betrachte mit meiner Frau grüne Sterne,
    hinter dem Ereignishorizont.

    Zapfenstreich! Mir hat jemand meine Farben gestohlen,
    denn ich sehe nur Nebelbogen ohne dich! Nebelbogen!

    Weil ich durch dich den Schlüssel zum Nirwana sah,
    folge ich dir blind, von der Küste zum Himalaja.
    Uns trennen Wassermassen und Landstriche,
    doch wir trotzen einer Kleinigkeit wie Physik
    und pflücken berlinerblaue Rosen,
    vom Eiffelturm in Paris.

    Schatz! Kommst du jetzt her?
    Schweden! Komplementär.
    Zapfenstreich!

    von 9400jfm




    kunst

    türkis petrol und mauve
    pastös trugen wir sie auf
    mit hilfe ausgedienter karten
    kredit zum beispiel
    versicherung
    und schau mal diese videothek
    die es schon lange nicht mehr gibt

    später noch lindgrün und rosé
    du sagtest
    sei nicht so zimperlich so großes
    braunes packpapier kann viel vertragen
    wir knieten auf dem boden und spachtelten
    wir grübelten wir lachten
    hatten keinen plan

    farben satt
    in tuben kreiden stiften
    nebst schere leim
    ach ja da waren meine hemmungen
    bildbände zu zerschneiden
    mach drängtest du
    die sind vom flohmarkt
    und völlig aus der zeit

    wir wählten eine jungfrau
    einen drachen
    den ritter auf dem weißen pferd
    einen geparden mit menschenkopf
    und diese schöne nackte frau
    mit leuchtend rotem haar
    sie tanzten ein weile
    und fanden ihren platz
    wo es uns gefiel

    farben in pastösem auftrag
    auf packpapier
    mag sein sie träumen
    von pinsel leinwand einer versierten hand
    von anderen zusammenhängen
    schrägem lichteinfall
    an exponierter stelle

    mag sein sie träumen
    während ich lächelnd
    warm darüber sinne
    welche art von kunst
    freundschaft ist

    gewidmet


    von Okotadia




    Schluss mit der Schönfärberei

    Nun liegt sie vor mir, schwarz auf weiß,
    doch rote Zahlen zieren die Bilanz.
    Vergiss die Rosabrille! Aus Distanz,
    da seh ich schwarz und mir wird heiß.

    Es ist nicht alles Gold, was glänzt
    und selbst das Gelbe von dem Ei war klar!
    Kein Wunder, krieg ich langsam graues Haar,
    denn schwarzen Schnee gibts nur begrenzt.

    Mir halfen weder blaues Blut
    noch meine Taschen voller Silberlinge,
    bin einfach viel zu grün für große Dinge,
    blauäugig, kindisch. Absolut

    kein roter Faden, grau in grau...
    So komm ich nie auf einen grünen Zweig.
    Die Ampel blinkt orange – ein Fingerzeig!
    Mir reicht es jetzt, ich mach mal blau.

    von Gugol

  5. #5
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    Platz 4 mit 2 Stimmen teilen sich:

    Novembergrauen

    Grau
    der Asphalt,
    der Beton,
    die Mauer,
    der Rauch.

    Grau
    der Nebel,
    der Morgen,
    die Gedanken,
    die Gesichter.

    Grau
    die Anzüge,
    das Gehabe,
    die Eigenschaften,
    die Sprache.

    Grau
    wuchert zwischen
    Geläufigem
    und Fremden,
    zwischen
    Nacht und Tag,
    Weiß und Schwarz,
    Finsternis und Licht.

    Wo Grau sich weitet,
    verschatten die Farben,
    bist du allein
    in deiner Einsamkeit,
    dich zu entscheiden,
    auszuharren im Grau
    oder einzutauchen
    in die bunten Farbtöne des Lebens.

    von Carolus




    Schattenspiel

    „Die neue Welt“, schallt es aus hohen Sphären,
    sie soll euch Menschen nun zu Diensten sein.
    Seid diesmal klug und haltet sie in Ehren,
    dann nährt sie euch und sorgt für Groß und Klein.“

    Die kleine Schar blickt ratlos in die Runde,
    die Welt ist öd und liegt in dunklem Grau.
    Enttäuschtes Murmeln dringt aus aller Munde,
    drauf klagen sie gemeinsam, Mann und Frau:

    „Wie sollen wir hier leben und gedeihen,
    kein blauer Himmel, der uns morgens grüßt!
    Ihr Götter mögt uns unsren Groll verzeihen,
    wo ist die Farbe, die das Dasein uns versüßt?

    Die Pracht des Regenbogens wird uns fehlen,
    auch des Polarlichts Leuchten hoch am Firmament.
    Ihr buntes Spiel erquickte unsre Seelen,
    so wie die Abendsonne, die das Meer verbrennt.

    Wie soll der stolze Pfau dem Weibchen imponieren,
    wenn seine Federn ohne Zierde sind,
    und wie die Landschaft einen Dichter inspirieren?
    Er bleibt fürs Schöne dieser Schöpfung blind.

    Kein Grün erfreut in Wäldern und auf Wiesen,
    das Auge findet nichts, was ihm gefällt.
    Die Berge gleichen monotonen Riesen,
    drum Götter, schenkt uns Farbe für die Welt.“

    „Ihr werdet nie mehr wieder Farben finden,
    es macht uns traurig, dass ihr euch empört.
    Wir sahen Wälder, Meere, Tiere schwinden,
    ihr selbst habt eure heile Welt zerstört.“

    von Sidgrani

  6. #6
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    Auf dem 5. Platz mit 1 Stimme drängeln sich:

    Verwaschen, vernebelt, verblasst, oder...

    Rabenschwarz krächzt graue Zeit.
    Es gibt viel Angst, Unsicherheit.
    Gerade jetzt braucht es den Retter!
    Er gibt euch Ordnung, macht Euch netter!
    Nur müsst Ihr auf die Worte hören,
    Bis seine Lügen nicht mehr stören.
    Ob es daran noch Zweifel gibt,
    Gesteht nur der, der ihn nicht liebt!
    Er teilt die Welt in Gut und Böse-
    Nur der sei recht, den er erlöse,
    Bis Ihr erkennt, die Welt ist braun
    Und damit einfach anzuschaun!
    Nur leis und zart träumen noch Töne
    Tausendfach bunt ist alles Schöne…

    von macin




    Farben der Strasse

    silbern ist mein Haar nicht grau
    meine Seele, weiß nicht genau
    meine Mütze so blau wie das Meer
    das Logo erkennt man schon nicht mehr
    meine Hose war früher mal braun
    wer das nicht weiß der glaubt es kaum
    gelb vom Rauch sind meine Zähne
    blöd das ich das grad erwähne
    wund und rot sind meine Wangen
    kommt der Winter muß ich bangen
    kalt und weiß sind meine Füße
    weil ich für die Armut büße
    hab ne Decke dünn und bunt
    auf die Dauer nicht gesund
    Gestern hab ich rot gespuckt
    und den letzten Zahn verschluckt
    hab auf kaltem Stein gesessen
    und von weißem Brot gegessen
    schwarz war diese Nacht und lang
    hab mir die Grippe eingefang
    der braune Schnaps hilft mir zu schlafen
    träum dann süß von weißen Schafen
    der Herbst wirft goldne Blätter runter
    legt mir ein weiches Kissen drunter
    ach hätte ich doch ein gelbes Haus
    so zög ich von der Straße aus

    könnt schön vom „güldnen Herbst“ ablassen
    hilft nicht den Armen auf den Strassen

    von Heinz Geigelath




    Meine eigene

    Nackt und sauber kommen wir zur Welt
    ein blankes Blatt, ein fahler Klump
    noch ohne Eigenwill und Eigenfarbe.
    Diese wollen sie spendieren
    ihretwillen
    mit Pinsel auf Ungeformtes:
    Blau für die einen, für die andern Rot.
    Und alles Ding der Welt
    muss dafür passend sein
    mit Pinsel auf Förmiges:
    Rot für die andern, für die einen Blau
    alles allen aufgeteilt.
    Und erst als ich auch
    zwei Blaue zusammen,
    rote Wesen mit blauen Dingen,
    blauen Mensch im roten Gewand,
    ein Lila erfahren hatte,
    sah ich mich selbst und sah

    ein warmes Hellgrau.

    von Blobstar




    Die Schwärze

    Düster wie die Nacht ist all meine Pracht.
    Überall wo die Sonne nicht lacht,
    seht ihr im Schatten meine Macht.


    Unbunt nennt ihr mich und grenzt mich aus,
    dabei sind doch alle Farben in mir zuhaus.
    Selbst meinen Bruder mögt ihr mehr,
    in mir seht ihr nur das Böse, den Teer,
    obwohl in ihm die Farbleere lebt.
    Seht ich bin es, der alle Farben verwebt!


    So bleibe ich weiter im Dunkeln,
    denn selbst in der düstersten Nacht
    genießt ihr lieber das Sternefunkeln,
    als das Finster, welches euch bewacht.

    von Herr_Snyder





    Wie es anders wäre!

    Zu bunt sagst du,
    wären Farben dir.
    So lege sie ab und sage mir
    was besser leuchtet
    und ob schwarz und weiß
    für den Regenbogen reichen,

    von Terrorist

  7. #7
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    Hallo an Alle,

    ich danke für die Stimmen, die an meine Zeilen gingen und gratuliere den anderen Schreiberlingen zu ihren Werken.
    Irgendwie war das ein merkwürdiger Wettbewerb, erst wird groß getönt, dass doch möglichst viele ein Gedicht einreichen sollen und dann wird erst mal die Hälfte der Gedichte mit „Betroffenheitslyrik“ abgekanzelt. (wer welches Gedicht geschrieben hatte war ja nicht klar- jedenfalls nicht für mich, naja außer der Lilly)
    Meine Stimmen gingen an Gugol und Richmodis… ich mag diese Gedichte einfach, ich hätte gern den „Farben der Strasse“ einen halben Punkt gegeben, ich fand es nicht so prima, wie die anderen Beiden, aber auch gut… irgendwie wäre eine Abstufung bei der Punktvergabe wünschenswert.

    Lieber albaa…

    Zwei Knaben ritterten um Punkte.
    Der eine sang (damit es funkte)
    sein Lilith-Lied an allen Ecken,
    dem andren reichten blaue Flecken.
    Ich bin kein Knabe! Ganz sicher nicht!

    Liebe Grüße Susi
    Geändert von Susigrün (15.12.2018 um 18:45 Uhr)
    Susi`s Sammlung

    Wie das Wetter ist mein Leben
    viel Regen, wenig Sonnenschein.
    Und all die ungelebten Träume,
    müssen Regenbogen sein.

  8. #8
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    Herzlichen Glückwunsch, Susi Grün, für das Erringen des ersten Platzes im Wettbewerb!
    Beste Grüße,
    Festival

  9. #9
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    Hallo Susi,

    Tut mir leid, aber Klapphörner gendern ist schwierig, heißt das dann "Knab*ädels" oder "Kn*ädels", nein das klingt wie Knödel ... ich gebe auf!


    Du hast gewonnen, gratuliere! Aber ich kriege leider Beklemmungen, wenn wie hier Gewalt so schön, glatt und bunt in gefällige Verse verpackt und mit der Tränendrücknummer gearbeitet wird ... und dann noch diese Abschlussverse:


    sie geben mir die Kraft zu steh'n,
    in manchen farbenreichen Stunden.


    Was soll das überhaupt heißen???


    Ich finde dieses Gedicht mit seiner bunte Naivität muss jemand, der wirklich Gewalt erlebt hat, wie einen weiteren schmerzhafter Schlag empfinden.


    Lieben Gruß
    (die) albaa

  10. #10
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    Liebe Susigrün,

    (und jetzt bis auf Weiteres Susi"gold"): ich gratuliere herzlich Dir zu deinem verdienten Sieg.
    Und ich danke Dir - ebenso herzlich - für deine Stimme.

    Jaja, die "Betroffenheitslyrik". Geschmäcker sind verschieden.
    Ich mag zu Herzen gehende Gedichte, gereimt oder ungereimt. Und deines tut es.

    Ich empfinde es auch nicht wie albaa als "bunte Naivität". Mir gefällt gerade der Gegensatz zwischen Inhalt und Form besonders.
    Allerdings habe ich auch mit den Schlussversen genau so ein Verständnisproblem wie albaa.

    Richmodis
    Geändert von Richmodis (15.12.2018 um 19:24 Uhr)

  11. #11
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    Vielen Dank Festival, ein fader Sieg.....

    Liebe albaa,

    ich habe diese Sachen erlebt, ganz genau so....

    Ich schreibe solche Dinge nur, wenn ich sie erlebt habe und finde meine Zeilen wirklich alles andere als naiv.
    Da ich schon ein paar Jahre auf dem Buckel habe, sind das eben nicht die einzigen solcher Erlebnisse, die Kraft zu stehn...nun ja ich habe diese Sachen durchgestanden und daraus meine Stärke und inneren Frieden gefunden...
    Ich hab meine Zeilen mal eingestellt, falls noch irgendwelche Fragen und Kritiken sind...

    Vielen Dank Richmodis

    liebe Grüße Susi
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  12. #12
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    Und wie hörte sich das an, wenn es wirklich authentisch wäre, ohne diesen ... wie soll ich es nennen? ... lyrischen Schönfärbemodus?



    Ich finde es traurig, wenn man sich selbst als wirklich Betroffener mit so oberflächlichen Zeugs abspeisen muss. Dass man dann auch noch irgendwelche Leser damit abspeist, fällt dann gar nicht mehr ins Gewicht.
    Geändert von albaa (15.12.2018 um 19:34 Uhr)

  13. #13
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    Liebe albaa,

    ich finde die Art und Weise nicht gut, wie Du während des laufenden Wettbewerbs die Gedichte von anderen pauschal gebasht hast und das wird sicher die Anzahl der Teilnehmer an den nächsten Wettbewerben nicht erhöhen. Es ist etwas anderes, wenn Du nach dem Ende des Wettbewerbs Kritik übst.

    Abgesehen davon: Einen der Punkte hast Du von mir bekommen, weil Dein Gedicht so wunderbar poetisch ist. Stellst Du es bitte noch ein, dann würde ich gerne ein paar Anmerkungen dazu machen.

    Schade, dass Festival sich selbst um seinen verdienten Sieg gebracht hat. Schade auch, dass er seine Entschuldigung am Ende noch mit mit einem Seitenhieb "verziert"/verhunzt hat.

    Und nochmal schade, dass Vorschläge, die konstruktiv hätten sein können, am Ende im üblichen Befindlichkeitskrieg untergegangen sind.

    Grüße an alle Teilnehmer und Dank an die drei Leute, denen mein Gedicht gefallen hat (das ich nicht für den Wettbewerb geschrieben, aber nach Sidgranis Aufruf eingestellt habe).

    Okotadia

    P.S. Vielleicht ist ja das lyrische Schönfärben eine Art der Selbsttherapie.
    Früher waren die Stühle schöne, blütenfressende Tiere. Doch sie ließen sich zu leicht zähmen...
    Zbigniew Herbert

  14. #14
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    Glückwunsch an die Gewinner des Farbenwettbewerbs.

    Auch ich, @Susigrün habe dein Gedicht mit gemischten Gefühlen gelesen. Wenn es von deiner Seite ein später Akt der Aufarbeitung ist, ok, dann ist es halt so. Nachdenklich hat mich gemacht, dass gleich fünf User/Dichter für dich gestimmt haben. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass bis zu drei Stimmen vergeben werden konnten. Das halte ich für eine Wettbewerbsverzerrung. Ich habe nur eine Stimme vergeben, nämlich an das Gedicht, das mir am besten gefallen hat, basta.

    Ich bitte die Moderation, sich darüber noch einmal Gedanken zu machen. Abschließend freue ich mich, dass so viele Gedichte eingereicht wurden und vor allem auch von Dichtern, die für mich zum "harten Kern" gehören.

    LG Sidgrani
    Dichten und dichten lassen

  15. #15
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    Zitat Zitat von Okotadia Beitrag anzeigen
    Liebe albaa,

    ich finde die Art und Weise nicht gut, wie Du während des laufenden Wettbewerbs die Gedichte von anderen pauschal gebasht hast und das wird sicher die Anzahl der Teilnehmer an den nächsten Wettbewerben nicht erhöhen. Es ist etwas anderes, wenn Du nach dem Ende des Wettbewerbs Kritik übst.

    Abgesehen davon: Einen der Punkte hast Du von mir bekommen, weil Dein Gedicht so wunderbar poetisch ist. Stellst Du es bitte noch ein, dann würde ich gerne ein paar Anmerkungen dazu machen.

    Schade, dass Festival sich selbst um seinen verdienten Sieg gebracht hat. Schade auch, dass er seine Entschuldigung am Ende noch mit mit einem Seitenhieb "verziert"/verhunzt hat.

    Und nochmal schade, dass Vorschläge, die konstruktiv hätten sein können, am Ende im üblichen Befindlichkeitskrieg untergegangen sind.

    Grüße an alle Teilnehmer und Dank an die drei Leute, denen mein Gedicht gefallen hat (das ich nicht für den Wettbewerb geschrieben, aber nach Sidgranis Aufruf eingestellt habe).

    Okotadia

    P.S. Vielleicht ist ja das lyrische Schönfärben eine Art der Selbsttherapie.
    Liebe Okotadia,

    Ach, du bist immer so treffsicher sachlich und objektiv, da komm ich mir gleich ganz schlecht vor ! Vor allem, weil ich auch noch erkennen muss, dass es tatsächlich Selbsttherapie ist, was ich so unnachsichtig kritisiert habe! Aber wenn man solche Selbsttherapie in Lyrik fasst, muss man auch mit Kritik rechnen. Ich bleibe dabei: Ich mags einfach nicht!

    Lieben Gruß
    albaa

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