1. #1
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    Gotteslästerliche Fragen zur Weihnacht

    Bei angenehmen neunzehn Grad am Tage,
    bei Nacht wars etwas kühler, ohne Frage,
    geschahen einst, die Christen mögens glauben,
    und niemand will den Glauben ihnen rauben,
    ganz wunderbare, viel gepriesne Sachen -
    mich reizen sie, verzeiht, zu lautem Lachen.

    Maria, Josef anvertraut, die Reine,
    die unbefleckte Magd des Herrn, gebiert
    ein Kind im Stall, denn Herberg gab es keine.
    Ihr Mann, der Josef, schaute leicht pikiert
    beim Blick aufs Baby mit den lockigen Haaren,
    am Himmel jubeln laut die englischen Scharen:

    Im März hat Josef, berufsmäßig Schreiner, es nicht geschnallt:
    ein andrer hat im Lenz Maria heimlich verführt und geknallt.
    Ich habe, sprach Mariechen, den Heilgen Geist mit dir verwechselt,
    er hat in Gottes Auftrag mit Fleiß diesen Knaben gedrechselt.
    In dulci jubilo besehn die Engel den krähenden Bengel im Stroh,
    die Hirten, die Schafe und später drei Könige - alle waren froh.

    Ich frage euch, wer hat sich bloß die Mär vom Christkind ausgedacht?
    Was feiert denn die Christenheit in ihrer heilgen Nacht?
    Die Ankunft eines Davidsohns nach fast eintausend Jahren?
    Erforscht den Bibeltext genau und schon könnt ihrs erfahren:
    Der Josef wars, der Zimmermann, der aus dem Hause David stammt,
    er wars, der ganz in heißer Liebe zur Maria ward entflammt.

  2. #2
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    Hallo Festival

    19 Grad, das passt zum heutigen Tag

    Zitat

    gebiert
    ein Kind im Stall, denn Herberg gab es keine
    Das erinnert mich an einen Dichter...na wie heißt er nochmal...

    schade, ich komm nicht drauf...

    wenigstens weiß ich jetzt wo Sepp Herberg/er seinen Namen.....

    Ihr Mann, der Josef, schaute leicht pikiert
    beim Blick aufs Baby mit den lockigen Haaren,
    am Himmel jubeln laut die englischen Scharen:
    die Zeiten sind glaub ich nicht so dein Ding...kann das sein?


    der ganz in heißer Liebe zur Maria ward entflammt.
    da bringst du die Geschichte ein wenig durcheinander. Maria Ward...die gab es tatsächlich...aber erst ein paar hundert Jahre später...1606 Jahre später...um etwas präziser zu werden...

    naja...kann eben nicht alles gelingen

    schade, dass mir der Name dieses Dichters nicht einfällt...

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    Hallo A.D.
    drei volle Monate hast Du gebraucht, um heraus zu finden, vergeblich, wie Du selbst sagst, den Dichter eines Verses heraus zu finden. Schau mal unter Kinderliedern zur Weihnacht. Sag mit Bescheid, wenn Du fündig geworden bist.
    "ward" gilt laut Duden als dichterisch oder veraltet für wurde.
    Die Zeiten seien nicht so mein Ding? Was spricht dagegen, wenn in einer (für mich) unglaublichen Geschichte der Josef schaute und schaute und staunte und darob die ewigen, zeitlosen Engel jubeln?
    Was die 19 Grad angeht: Du scheintst geflissentlich zu übersehen, dass ich von Temperaturen schreibe, wie sie um das Jahr Null in Bethlehem herrschten. Da bin ich pingelig und schau vorher nach, bevor ich so etwas behaupte.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Vergnügen beim Aufspüren von Widersprüchlichkeiten in meinen Werklein. Es sind nur knapp sechseinhalbtausend Beiträge, die es akribisch zu durchforschen gilt.
    Festival
    Geändert von Festival (24.03.2019 um 15:00 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Festival

    ich bin zufällig über dieses Gedicht gestolpert. Bei allem Respekt, aber so wichtig bist Du (mir) nicht...als dass ich das Verlangen verspüren könnte in den Niederungen deiner Texte zu wühlen. Aber ganz umsonst war dein Gedicht nicht...es motivierte mich dazu jene Weihnachts-CD einzulegen, die ich einst Tante Gretchen geschenkt hätte...wäre sie nicht unter dem Weihnachtsbaum weggestorben. Die Musik alleine konnte mich nicht wirklich in Weihnachtsstimmung versetzen...also googelte ich nach Rezepten für Weihnachtsgebäck. Während das Zeug im Backofen so vor sich hin bräunte, bestellte ich mir noch einen Strickpulli mit Rentiermotiv (von glücklichen Kindern in Indien genäht). Also herzlichen Dank an dieser Stelle...denn ohne dein Gedicht hätte ich dieses tolle Erlebnis wohl nicht gehabt.

    ps/ wie es der Zufall will: weil ich nicht alleine feiern wollte...holte ich mir vom Bahnhof eine Milf ins Haus. Und nun rate mal wie die heißt? Genau...Maria!

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Hallo A.D.,
    ich hoffe, Du fühlst Dich in Deinem genähten Strickpulli wohl. Für Ostern darfst du Dir dann einen gehäkelten Schal umlegen und dann - zurück zum Gedicht oder Silentium.
    Festival
    Geändert von Festival (07.04.2019 um 21:34 Uhr)

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