1. #1
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    Silvesterfeuer


    Silvesterfeuer

    Prospekte, Läden sind jetzt voll
    Mit Krachern, alles ist ganz toll,
    Damit man kauft, was man nie braucht
    Und unser Himmel wieder raucht.

    Je mehr man schießt, desto mehr Glück
    Erwartet das Menschengeschick,
    Weil dies das gute Schicksal bündelt,
    Bei dem, der mitternächtlich zündelt.

    Je mehr der Mensch bei uns in Nöten,
    Je mehr ihm Felle gehen flöten,
    Desto mehr kracht es wunderbar
    Bei ihm am Hause zu Neujahr.

    Dächer, Straßen sind verdreckt,
    Wo er mit Böllern lang aneckt,
    Nicht einsieht, dass die eigene Not
    Kein einzig' Feuer bringt ins Lot.

    Bescheidenheit, Böllerverzicht
    Stünde ihm besser zu Gesicht,
    Denn wo nur rohe Kräfte walten,
    Gibt es nichts wirklich zu gestalten.


    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    *

  2. #2
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    Du schreibst immer so schön um dich selber rum. als ob alles nur Teil deines Bewusstseins zu sein braucht, um so zu funktionieren wie wir es nur wissen können wenn wir dir dahin folgen wo ein Böller kein Freudenschrei mehr ist sondern nur noch Verzweiflungstat ohne Feingefühl. Denn durch Feinjustierung kann alles passend gemacht werden.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Hallo Dr. Karg,

    wohl dem, der den Dreck sieht. Wohler noch dem, der auch den unsichtbaren Dreck erkennen kann. Lässt der sich doch selbst mit konfuzianischem Besen nicht so einfach von den Straßen kehren.
    Konfuzius sagt:
    Nenne keinen weise,
    ehe er nicht bewiesen hat,
    dass er eine Sache von wenigstens
    acht Seiten her beurteilen kann.


    Nicht einsieht, dass die eigene Not
    Kein einzig' Feuer bringt ins Lot.
    Wohl auch dem, der hier Subjekt und Objekt nicht vertauscht, ist doch in der großen Not kein Cash da, um was Brennendes lotrecht in den Himmel treiben zu können.

    VG Uwe
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  4. #4
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    Lb. Hans Hartmut,

    der Aussage stimme ich zu.

    Mit jedem Knall ein Glücksmoment
    und ein Geschoss im Himmelszelt,
    zeigt uns das alles wird verpennt,
    was schlecht und falsch ist in der Welt.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Hallo Hans Hartmut!

    Ich stimme der Aussage natürlich auch zu.. und hatte nur als Kind Böller.
    Daher kann ich guten Gewissens einen guten Rutsch und frohes Feiern wünschen

    Weil heute ist es ja wieder so weit..
    die Sterne werden von Nebel bedeckt,
    die Straßen fröhlich im Dreck versteckt,
    und morgen räumen wir wieder auf,
    und die Böllerzeit war Schall und Rauch.

    Naja.. alle Jahre wieder..
    Ich finde es gut, dass du mit deinen Zeilen auf die negativen Dinge des "Geböllers" zeigst.
    Diese vergisst man ja leider all zu gern.

    Beste Grüße,
    Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  6. #6
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    Liebe Dichterfreunde,
    es geht mir ja nicht um Polemik oder um Sauertöpfigkeit in meinem Gedicht, sondern darum, uns unserer Möglichkeiten ohne Böllerei zu besinnen. Wir haben doch sehr viel mehr Feierpotenzial, als durch Umweltvernichtung die Glücksmagie zu beknien....
    Herzliche Grüße und ein gesundes, glückliches und gesegnetes 2019 wünscht allen von Herzen
    H. H. Karg

  7. #7
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    @Karg

    Gesundes Neues.


    Auf die Schnelle, paar Vorschläge. // xx gekennzeichnet

    Prospekte, Läden sind jetzt voll
    Mit Krachern, alles ist ganz toll,
    Damit man kauft, was man nie braucht
    Und unser Himmel wieder raucht.

    OK


    Je mehr man schießt, je mehr das Glück
    Erwartet hier das Menschengeschick, /xx
    Weil dies das gute Schicksal bündelt,
    Bei dem, der mitternächtlich zündelt.



    Je mehr der Mensch steckt in den Nöten, /xx
    Je mehr ihm Felle gehen flöten,
    Je mehr kracht es dann wunderbar /xxx
    Bei ihm am Hause und zu Neujahr. /xx

    Die Dächer, Straßen sind verdreckt,
    Die Ratten haben sich versteckt.
    Nicht einsieht, dass die eigene Not
    Kein einzig' Feuer bringt ins Lot.

    Bescheidenheit und Böllerverzicht /xx
    das stünde ihm besser zu Gesicht, /xx
    Denn wo nur rohe Kräfte walten,
    Gibt es nichts wirklich zu gestalten.


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    Den Inhalt unterschreibe ich auch. Hier fehlen noch die abgerissenen Finger, die Feuer die entstehen. Die Viecher, die einen Schock erhalten.

  8. #8
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    Danke, horstgrosse2,
    die guten Neujahrswünsche auf das Anschlussgedicht hin erwidere ich gern!
    LG H. H. Karg

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