Thema: Gedankenfeuer

  1. #1
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    Gedankenfeuer

    Hmm.. hier Nr.2:

    Gedankenfeuer:

    Wenn wir tief in uns denken,
    nur noch Gedanken sind,
    leuchtet jeder Stern noch heller,
    am Gedankenfirmament.

    Jeder Stern ist ein Gedanke,
    ein Planet ein Sonnenstrahl,
    Urknall ist Gedankenfeuer,
    Wärme in uns überall.

    Gedankenfeuer in uns erleben,
    Gedankenfeuer, Gefühlsherzbeben.
    Gedankenfeuer, das in uns scheint,
    Gedankenfeuer macht sich in uns breit.

    Keine Grenzen sind gegeben,
    einfach schweben, wie im All,
    stell dir vor, was könnt es geben,
    im Gedankenfeuerknall.

    Alles Glück auf dieser Welt,
    ist nur deine Explosion,
    du bist nur Gedankenfeuer,
    und ich bin Nichts,
    ich weiss das schon.

    Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  2. #2
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    Lb. Lightning,

    in Deinem Gedicht stecken viele gute Ideen. Oft verzichte ich auf eine gute Idee und verändere eine Aussage, damit es sich flüssiger (gereimt) lesen lässt.
    Die ersten beiden Strophen habe ich so als Beispiel einmal umgeschrieben. x = unbetonte Silbe X = betonte Silbe

    Wenn wir in unsern Tiefen denken,
    xXxXxXxXx
    sodass wir nur Gedanken sind,
    xXxXxXxX
    wird jeder Stern uns leuchtend lenken,
    xXxXxXxXx
    gedankenblitzend lichtgeschwind.
    xXxXxXxX

    Die Sterne sind so wie Gedanken.
    xXxXxXxXx
    Planeten strahlen auch durch sie.
    xXxXxXxX
    Der Urknall bricht Gedankenschranken
    xXxXxXxXx
    und zeugt damit manch Geistgenie.
    xXxXxXxX

    LG Hans
    Geändert von Hans Plonka (29.12.2018 um 19:41 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Vielen Dank für deine Zeilen

    Da erkennt man gleich den Unterschied zwischen geübtem Dichter und Beginner. Gleich 100% besser *g*
    Es scheint, als müsse ich mir die Sache mit der Metrik doch genauer ansehen und fleissig üben.. und wieder mehr lesen, damit mein Wortschatz umfangreicher wird. Der ist etwas eingerostet. Nach 9 Jahren fast gänzlich ohne Kontakt zur Aussenwelt.. vielleicht auch nicht verwunderlich. Lesen ging auch eine ganze Zeit lang überhaupt nicht mehr.. nach zwei Worten hatte ich das erste bereits wieder vergessen. So betrachtet.. geht es ja schon wieder ganz gut.

    Allerdings kommen bei meiner "Betonung" auch oft ganz andere x-en raus.. ist das normal? Oder gibt es auch da irgendwelche Übersichten, in welchen man die Betonung von Silben "lernen" kann?

    Fängt ja schon bei den ersten zwei Wörtern an.. also "Wenn" und "wir". Kann das nicht Xx UND xX sein? Je nachdem mit welchem Gefühl der Leser gerade liest? Wenn man das "Wenn" stärker betont.. verändert sich auch fast der Inhalt der Aussage - also im Vergleich mit der stärkeren Betonung des "Wir". Oder?

    Also Betonung auf "Wenn" sagt dann eher aus, "falls wir denken sollten"..
    Betonung auf "wir" sagt eher aus, wer denkt.

    Und je nachdem wie man beginnt.. liest man vielleicht auch komplett anders betont weiter?
    Irgendwie mache ich mir zu viel Kopf beim X-en verteilen x)

    Ich denke.. ich fange mal damit an, meine Gedichte in Silben zu trennen und sehe mir das genauer an.

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  4. #4
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    Lb. Lightning,

    wenn Du die Gedichte in ihrer Betonungsfolge laut liest (vor allem die eigenen), wirst Du die Betonungen bald gut erkennen. im Zusammenhang kann es auch passen, wenn eine Silbe (als Ausnahme) anders betont wird. Wenn man unsicher ist, kann das x-en auch eine Hilfe sein. Für den Wortschatz gibt es das Wörterbuch der Synonyme und das Reimelexikon (auch im Internet). Für eine Metrikprüfung kannst Du Analyse Metrix im Internet aufrufen. Ein gutes Gedicht zu schreiben ist auch eine Frage des Aufwandes und manchmal auch der Hilfsmittel die dazu benutzt werden.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Hallo Lightning,

    gut, dass Du konkrete Fragen stellst! Das ist für Kommentatoren immer hilfreich, und ich will mal versuchen, auf Deine Fragen einzugehen.

    Allerdings kommen bei meiner "Betonung" auch oft ganz andere x-en raus.. ist das normal?
    Ein Stück weit schon. Am besten wäre es, mal ein paar geixte Verse von Dir zu sehen. Dann könnte ich mir ein genaueres Bild machen.


    Fängt ja schon bei den ersten zwei Wörtern an.. also "Wenn" und "wir". Kann das nicht Xx UND xX sein?
    Ja. Kommt auf die Umgebung an, in der diese beiden Einsilber stehen. Deine Anmerkungen dazu lassen mich bei Dir schon ein ganz gutes Gefühl für die Betonung einzelner Silben vermuten. Es könnten auch beide Wörter unbetont gelesen werden, z.B. hier:

    Wenn wir tief in uns denken,
    xxXxxXx


    Hast Du Dich mal im Sprechzimmer umgeschaut? Ich könnte mir vorstellen, dass Nachteules Ratgeber Metrum auslesen Dir evtl. ein Stück weiterhilft. Wärst Du interessiert, das metrische Schreiben anhand kleiner Aufgaben zu trainieren? Wir haben ja momentan viele Neueinsteiger, die gerne reimen, aber noch keine Metrikkenntnisse haben. Da könnte ein spezieller Übungsfaden vielleicht interessant sein. Ansonsten haben wir in der Spielecke ganz viele Fäden, in denen man lustige Kurzgedichte (meist Vierzeiler) zu einfachen Metren beisteuern kann. Das ist sicherlich auch eine gute Übung für Anfänger, bevor man sich an längere Gedichte heranmacht.

    Du kannst aber gerne mal ein Stück aus diesem oder einem anderen Reimgedicht ixen. Dann wissen wir etwas genauer, worüber wir reden.

    LG Claudi
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  6. #6
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    Hallo Claudi!

    Vielen Dank für deine Antwort. Ich werde mir in den kommenden Tagen den Ratgeber genauer ansehen und versuchen, mit den x-en zu spielen. Vielleicht schaue ich dann auch in der Spielecke vorbei. Überflogen hatte ich den Ratgeber schon.. aber ja.. wohl nicht langsam genug

    Und weil du das Beispiel noch gebracht hast, würde ich sagen, dass die Betonung deines Beispiels die von mir gefühlte Betonung zu dieser Zeile bzw. zu dieser Strophe wäre. Thx dafür

    Wenn es so viele Möglichkeiten gibt.. wäre es ja fast sinnvoll, zu jedem Gedicht die X-en so zu schreiben, wie man sie für sich betont hat. Das ist ja fast wie Noten schreiben/lesen. Wenn sie wer falsch liest.. kommt evtl. kein Gefühl an ^^

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (07.01.2019 um 21:38 Uhr)
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  7. #7
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    Hallo nochmal,

    Wenn es so viele Möglichkeiten gibt.. wäre es ja fast sinnvoll, zu jedem Gedicht die X-en so zu schreiben, wie man sie für sich betont hat. Das ist ja fast wie Noten schreiben/lesen. Wenn sie wer falsch liest.. kommt evtl. kein Gefühl an ^^
    nene, das täuscht. Wenn es tatsächlich so viele Möglichkeiten gibt, einen Vers zu lesen, ist es meist kein guter Vers. Und wenn man Deinen Vers

    Wenn wir tief in uns denken,
    xxXxxXx

    anders als von mir geixt lesen würde, käme man auf kein regelmäßiges Metrum. Ich schätze, wenn Du Dir von Anfang an vorgenommen hättest, das ganze Gedicht in einem einheitlichen Versmaß zu schreiben, hätte das schon viel besser klappen können. Da Du aber (wie auch bei Deinen anderen Reimgedichten) anscheinend nicht darauf geachtet hattest, ist halt eine rhythmisch kunterbunte Mischung dabei herausgekommen.

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  8. #8
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    Auch von mir nochmal ein "Hallo"!

    Naja.. da hast du wohl Recht. Gerade diese Zeilen sind eher eine Mischung aus Gedicht und Liedtext.
    Da wusste ich - wie du schon sagst - selbst nicht ganz, wohin die Reise gehen soll.

    Gedankenfeuer in uns erleben,
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    Gedankenfeuer macht sich in uns breit.

    Ist eher als Chorus zu verstehen.. den ich in meinen eigenen Dokumenten auch am Ende nochmal eingefügt habe. Natürlich hatte ich auch eine Melodie dazu im Kopf. Trotzdem bin ich so noch nicht zufrieden.. auch ein Grund, warum der Text im Arbeitszimmer steht. Wenn ich die Zeilen als Gedicht hinterlasse, sollte ich evtl. den "Refrain" einfach komplett streichen.. wobei ich dann gleich mehr streichen bzw. zusammenfassen könnte. Aber das mache ich erstmal für mich, damit der Beitrag nicht dauernd nach oben gepusht wird. Die Kommentare dazu waren bereits sehr hilfreich und sollten genug sein, um aus den Zeilen evtl. ein Gedicht und einen Songtext zu gestalten.

    Ich bin bei den neueren Texten auch fleißig am Tüfteln bezüglich Metrik.. ich hoffe, das ist auch zu erkennen. Auch in den Zeilen ohne Reim habe ich versucht, relativ nah an eine gleichmäßige Metrik zu kommen. Allerdings ändere ich trotzdem noch teilweise den Rhythmus in verschiedenen Strophen.. weil es mir persönlich sonst - wie schön öfter erwähnt - manchmal zu eintönig erscheint. Wenn eine Strophe ein anderes Gefühl erzeugen soll, ändere ich - wenn ich rein nach Gefühl schreibe - automatisch den Takt. Ich denke, das ist zum Teil auch Geschmacksache.

    Bei meinem Gedicht "Menschenfremd", habe ich z.B. mit der Silbenanzahl gespielt und der letzten Zeile jeder Strophe 1 Silbe hinzugefügt.. und die nächste Strophe mit dieser einen Silbe mehr fortgeführt. So wollte ich einen Übergang schaffen und auch beim Lesen ein leicht steigerndes Gefühl erzeugen. Die Wortwahl ist evtl. nicht die beste, aber ja.. es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

    Meine "Sandburg" war z.B. auch nur ein Versuch, ein paar Zeilen trotz regelmäßiger Metrik einen unterschiedlichen Takt zu geben.
    Dort war meine Intension, anfangs einen wellenartigen Rhythmus zum Strand zu erzeugen, der durch die "Störung" leicht gebrochen wird.. und beim "Zerhüpfen" der Sandburg einen hüpfenden Takt zu bekommen. Vielleicht kannst du auch dazu einen Kommentar schreibseln? Würde mich interessieren, ob es dort für deine Ohren gelungen ist - gerne auch per PN, wenn du die Zeilen nicht nach oben pushen willst

    Beste Grüße,
    Lightning
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  9. #9
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    Hi,

    um eventuelle Missverständnisse auszuräumen: Unter regelmäßigem Metrum (nicht zu verwechseln mit der Metrik=Verslehre) verstehe ich z.B.:

    xX / xX / xX / xX / xX (fünfhebiger Jambus) oder:

    Xx / Xx / Xx (dreihebiger Trochäus) oder:

    Xxx / Xxx / Xxx / Xx (vierhebiger Daktylus, bei dem der letzte Fuß verkürzt ist)


    d.h. die Verse dürfen nur hinten (an der Kadenz) einen abweichenden Versfuß haben. Was Du schreibst sind weitgehend gemischte Metren. Die beiden verlinkten Gedichte sind größtenteils Knittelverse. Immer wenn Du, wie Du sagst, den Takt wechselst, wechselst Du also das Metrum.

    In diesem Gedicht würde mich die Refrainpassage gar nicht so sehr stören, wenn der krumme Einstieg in V1 und V2 nicht wäre. V3, V4, die Folgestrophe und die vierte sind hier eigentlich schön gleichbleibend trochäisch und gar nicht so wild durcheinander, wie nach dem Anfang befürchtet. Aber gerade am Anfang eines Gedichts ist es wichtig, den Leser in den Lesefluss einzuschwingen. Wenn man danach dann (gelegentlich) kleine Variationen einbaut (wie z.B. in Deiner Schlussstrophe), ist der Leser immerhin schon im Takt und kommt durch den Wechsel nicht mehr so leicht ins Schleudern.

    Ich empfehle immer gerne, metrisches Schreiben mit dem nächstbesten Quatsch zu üben, der einem gerade in den Sinn kommt. Da muss man nicht auf die Aussage achten und kann sich ganz auf das Metrum konzentrieren. Seltsamerweise will das kaum jemand annehmen. Die meisten wollen immer sofort an ihren "wichtigen" Texten weiterarbeiten, was zwar verständlich, aber aus meiner Sicht nicht schlau ist.

    Hinzu kommt, dass es für einen Kritiker leicht ist, mal eben zwischendurch einen Vierzeiler zu korrigieren. Ausführlich auf ein "richtiges" Gedicht einzugehen, kostet Zeit, die die meisten hier nicht haben. Deswegen liegen viele Fäden brach.

    Gib Dir vielleicht etwas mehr Zeit für das Reimen? Deine ungereimten Sachen finde ich übrigens viel ausdrucksstärker, besonders Verlorenes Vergessen gefällt mir richtig gut!

    Bis demnächst

    LG Claudi
    Geändert von Claudi. (08.01.2019 um 16:08 Uhr)
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  10. #10
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    Ok.. ich seh schon, da muss ich noch etwas latein lernen :P

    Dann meinte ich mit "Takt" wie du schon sagst das Metrum.
    Werde mal bezüglich Reimen einige Zeit für mich weiter testen.
    Deinen Vorschlag mit der Übung an kurzen Gedichten finde ich eigentlich gut.
    Habs bei der Sandburg versucht. Das war in dem Fall der nächst beste Quatsch x)

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

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