1. #1
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    Gläserner Mensch

    Gläserner Mensch

    Wann begreift ihr denn endlich,
    dass der gläserne Mensch Pflicht wird, für eine offene Welt?

    Ein gläserner Mensch, der vor Mitgefühl brennt,
    keine Not, kein Drang, er braucht kein Geld.
    Ein gläserner Mensch, dessen lodernde Flammen,
    den Hass verbrennen und den Neid verbannen.
    Ein gläserner Mensch, der uns allen gefällt,
    der die Welt erhellt, die uns zusammen hält.
    Ein gläserner Mensch, der neben uns steht,
    der sich mit uns dreht und mit uns geht!

    Ein gläserner Mensch steht vor der Tür:
    "Verflixt noch mal, was will er hier?"
    Ich räume in und um mich auf,
    verstell mich und mach ihm dann auf.
    Ängstlich blicke ich ihn an,
    wie gut, dass ich schauspielern kann.
    Voller Mut stell ich mich vor,
    hoffentlich kein Eigentor!

    Lightning

    ---------

    Hm.. da holpert sie dahin.. die zweite Strophe..
    Geändert von Lightning (25.01.2019 um 04:18 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  2. #2
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    Gläsern wäre ja auch sehr zerbrechlich. Vielleicht soll sich in diesem Thema mal das und dann wieder dies spiegeln. So wie mit brennendem Einsatz für alles was durchblickbar bleibt. In der Endkonsequenz könnte man schneller mal ein Signal empfangen was sonst erst um den Erdball rummuss
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Vielen Dank für dein Feedback

    Wenn ich deine Zeilen richtig verstehe, meinst du damit, dass ich evtl. den gläsernen Menschen etwas besser durchleuchten und ihm auch Zerbrechlichkeit mitgeben sollte, damit er greifbarer wird und man nicht so viel um diesen herum denken muss? Ich hoffe, ich habe dich da nicht falsch verstanden.

    Was du mit dem Erdball kritisierst, war eigentlich meine Intension: Das Signal um die Welt schicken und zum Nachdenken anregen. Der gläserne Mensch ist in meinen Gedanken mit einer weltweit wachsenden Überwachung verbunden. Ich wollte hauptsächlich zum Ausdruck bringen, dass mitfühlende und von sich aus offene Menschen evtl. hilfreicher wären, als überwachte Menschen. Steht ja auch unter "nachdenkliches" :P

    Durch das Verbrennen von Hass und Neid, sollte der "Gläserne" unter Anderem stark wirken und nicht zerbrechlich. Mitfühlend zu sein, bedeutet ja nicht, dass man auch zerbrechlich sein muss. Zudem wäre evtl. auch keiner mehr zerbrechlich, wenn alle von sich aus "offen" und mitfühlend wären.. und falls doch, würde man wohl dank des Mitgefühls schnell Hilfe bekommen. Also Zerbrechlichkeit würde ich persönlich weglassen, weil ich durch die Zeilen eigentlich nicht sagen möchte, dass die Welt zerbrechliche Menschen braucht, sondern eher Gedanken zur Stärke von Mitgefühl und Weltoffenheit anregen möchte. Zerbrechlichkeit würde ich auch eher von Menschen erwarten, die ihr Selbst verstecken. Daher finde ich es eigentlich gut, wenn man es evtl. für sich hineininterpretieren kann.. aber es so nicht geschrieben steht.

    Und ja, in den Zeilen sollte sich auch das, was evtl. nicht so gut läuft widerspiegeln.. mit relativ viel "globalem" Gedankenspielraum.
    "Ein gläserner Mensch, der dies und das macht.. und nicht das Gegenteil".

    Also wenn du einmal um den Erdball musstest, dann haben die Zeilen eigentlich das von mir gewollte Ziel erreicht.
    Falls der eigentliche Gedanke dahinter komplett verloren gegangen sein sollte.. natürlich nicht

    Nur Strophe 2 gefällt mir noch nicht ganz. Dort wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der mitfühlende Mensch, der auch von sich aus alles Preis gibt, vor der Tür steht.. und dass das eigene Selbst erstmal ängstlich vor ihm verborgen wird.. und erstmal mutig das Gesicht gezeigt wird, von dem man denkt, dass es erwartet wird. Bin mir nicht sicher, ob ich die Strophe nicht sogar ganz streichen sollte. Aber irgendwie lockert sie meiner Meinung nach alles etwas auf.. auch dank der Änderung des Leserhythmus.. und führt zu einem Ende.

    Es ist jedenfalls schon mal gut zu wissen, dass evtl. der Gedankenspielraum zu großzügig gestaltet ist.
    Sehen das andere ähnlich? Weil mit Strophe 1 bin ich persönlich eigentlich zufrieden.. auch wenn die Metrik dort nicht passt.

    Beste Grüße und nochmal thx fürs Feedback,
    Lightning
    Geändert von Lightning (04.01.2019 um 23:55 Uhr)
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  4. #4
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    Mit zerbrechlich habe ich gläsern wörtlich genommen. Du benutzt es ja als Metapher für die Eigenschaften welche du favorisierst ohne dass die Bedenken allzuviel auszurichten vermögen. Aber wie so oft reden wir über Schattierungen und das eigentliche Licht der Idee wurde in elektrische Signale umgewandelt die den Charakter unserer Gesellschaft zum Glashaus machen und das gläsern aber als steuerbar gemeint wird. Bis man das trennt von Wohlbefinden wird wohl noch so manche Scherbe in uns splittern.
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  5. #5
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    Hallo Lightning,

    dir brannte das Ende auf der Zunge, deshalb ist dir S2 nicht geglückt, In Unwucht gerät dein Text aber schon bei S1, da wird es dann schwer die Balance wieder zu finden.

    Ein gläserner Mensch, der vor Mitgefühl brennt,
    keine Not, kein Drang, er braucht kein Geld.
    Ein gläserner Mensch, dessen Mitgefühlsflammen,
    den Hass verbrennen und den Neid verbannen.
    Ein gläserner Mensch, der Jedem gefällt,
    der die Welt erhellt, die uns zusammen hält.
    Ein gläserner Mensch, der neben uns steht,
    der mit uns geht und sich mit uns dreht!

    Ein gläserner Mensch, der vor Mitgefühl brennt
    in Zeiten der Not. Ohne Streben nach Geld.
    Einer von denen, deren lodernden Flammen
    den Hass überwinden, die Mißgunst verbannen.
    Ein gläserner Mensch, der uns allen gefällt,
    der, wohl tief im Herzen, die Fallenden hält.
    Einer von den denen, die neben uns stehn,
    wenn uns die Winde der Einsamkeit wehn.

    keine Not, kein Drang, er braucht kein Geld
    diese Zeile hängt in der Luft - ist a.kein Satz und b. ohne Bezug...

    für S2 wäre ein runder Anfang wichtig - nur so findest Du auch zu einem runden Ende

    könnte so aussehen:

    Ein gläserner Mensch kommt als Freund durch die Tür,

    weiter kann ich dich da nicht unterstützen...weil mir nicht ganz klar ist was Du ausdrücken möchtest

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #6
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    Nochmal ein "Hallo"

    Hmm.. was S2 ausdrücken sollte, hatte ich ja bereits erwähnt:

    Zitat Zitat von Lightning Beitrag anzeigen
    Nur Strophe 2 gefällt mir noch nicht ganz. Dort wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der mitfühlende Mensch, der auch von sich aus alles Preis gibt, vor der Tür steht.. und dass das eigene Selbst erstmal ängstlich vor ihm verborgen wird.. und erstmal mutig das Gesicht gezeigt wird, von dem man denkt, dass es erwartet wird. Bin mir nicht sicher, ob ich die Strophe nicht sogar ganz streichen sollte. Aber irgendwie lockert sie meiner Meinung nach alles etwas auf.. auch dank der Änderung des Leserhythmus.. und führt zu einem Ende.
    Aber ja.. scheint als sollte ich auch diese Zeilen nochmal überarbeiten und evtl. S2 streichen.
    Ich lasse wohl häufig zu viel Spielraum für Interpretationen und gehe davon aus, dass man auf einen oder mehrere der möglichen Gedankengänge kommen wird.

    "Keine Not, kein Drang, er braucht kein Geld"
    Hier hat es sich für mich irgendwie gut angehört, den "Satz" wie eine Art stichpunktartige Zusammenfassung mit viel Spielraum klingen zu lassen. Das mache ich öfter mal. S1 sollte gelesen auch etwas härter klingen.. wie eine Ansage. Aber ja.. da ich bisher für solche Dinge eher schlechte Kritik ernte.. werde ich auch das mal überdenken. Deinen Vorschlag zu S1 finde ich übrigens auch gut @A.D.

    Vielleicht sollte ich aus solchen Gedanken einfach mehrere Gedichte machen, und über jeden Gedanken im Einzelnen schreiben, damit ich die Leser nicht überfordere oder die Zeilen evtl. gar nicht verstanden werden. Scheint ja bei mehreren meiner Gedichte der Fall zu sein. Sollte ja kein Problem sein, aus den Gedanken dahinter 5+ Einzelgedichte zu machen.

    Jedenfalls besten Dank für euer Feedback. Ohne würden mir die Problemchen nicht auffallen.. weil ich ja logischerweise weiss, was ich mit meinen Zeilen sagen will, und ich meist davon ausgehe, dass man den Gedanken oder den Hintergründen folgen kann *g*

    Auch hier gilt.. falls doch irgendwer gleich verstanden hat, was hinter den Zeilen steckt.. bitte auch einen Kommentar hinterlassen.
    Dann wüsste ich, dass evtl. doch ein paar Leute meine Gedanken durchschauen und die Zeilen so lesen, wie sie gedacht sind.. und müsste nicht völlig umdenken beim Schreiben.

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  7. #7
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    Aber ja.. scheint als sollte ich auch diese Zeilen nochmal überarbeiten und evtl. S2 streichen.
    Ich lasse wohl häufig zu viel Spielraum für Interpretationen und gehe davon aus, dass man auf einen oder mehrere der möglichen Gedankengänge kommen wird.
    Kann man so nicht sagen - kommt darauf an was Du mit deinem Text bezweckst. Beim obigen Text ist es wichtig, dass man dich "versteht"...da du einen Sachverhalt und ein Anliegen anbringen möchtest. Manchmal aber schreibt man ganz bewusst einen kryptischen Text...weil man nicht im eigentlichen Sinne verstanden werden möchte.

    Zum Textinhalt: ich kann die Sehnsucht nach dem gläsernen Menschen auf der einen Seite verstehen...auf der anderen Seite aber auch nicht...denn das würde mittelfristig das Aus für den Menschen bedeuten. Eine absolute und kollektive Harmonie wäre für jede Gattung, für jede Rasse...für jede Art das Ende. Die Rivalität, der Streit, die Gewalt...der Missbrauch...die Rücksichtslosigkeit...die Hinterlist...ohne das alles hätten wir nicht die geringste Chance zu überleben. Das klingt natürlich äusserst unromantisch und ernüchternd...aber es entspricht nun mal den Tatsachen. Die Menschen werden niemals allesamt händchenhaltend am gleichen Lagerfeuer sitzen und gemeinsam schwarz-braun ist die Haselnuss singen - dafür wird die Natur schon sorgen...und uns zu sozusagen zu unserem Glück zwingen.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  8. #8
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    Hehe.. klar ist der Gedanke "meines" gläsernen Menschen eine idealisierte Weltansicht. Aber dass die Menschheit nicht in Harmonie leben könnte und Rivalität, Streit etc. nötig zum Überleben einer Gattung sind.. und sogar die Natur für den "Streit" sorgen wird.. finde ich dann auch etwas übertrieben. Gegenwärtig führt meiner Meinung nach eher der extreme Kapitalismus zu Rivalität, Streit, etc... aber gut.. mein Nachname ist auch "Marx"

    Was die Zukunft betrifft.. wäre eine meiner Theorien, dass die Evolution von "Allem" bzw. das natürliche Gleichgewicht evtl. dafür sorgt, dass wir erst in Harmonie leben werden, wenn wir technologisch weit genug sind, um zu einer interplanetaren "Rasse" zu werden. Also in einer sehr fernen Zukunft. Dann wären wir evtl. auch dank Gentechnik so weit, die von uns ausgelöschten Tierarten wieder auferstehen zu lassen. Arche Weltall ^^

    Daher würde ich insofern mitgehen, dass die Natur und auch der Mensch selbst bis zu diesem Zeitpunkt durch Katastrophen/Kriege dafür sorgen könnten, "unsere" Anzahl zu dezimieren, um ein gewisses Maß an Gleichgewicht beizubehalten.

    Evtl. hast du einen ähnlichen Gedanken, wenn du sagst, dass die Natur schon dafür sorgen wird, dass wir "böse" bleiben, und gehst dabei nicht davon aus, dass wir evtl. irgendwann mehrere Planeten besiedeln könnten und auch der Kapitalismus wegfallen könnte. Durch mehr Planeten entstünde mehr Raum für Leben.. wodurch die Gefahr der Überbevölkerung nicht mehr so schwer wiegen würde, und eine natürliche Auslese in der gedachten Form auch wegfallen könnte.

    Aber gut.. das ist ein anderes Thema und auch nur einer von vielen Zukunftsgedanken.
    Weiss nicht, ob wir hier weiter darauf eingehen sollten.
    Ich denke, das könnte ausufern und zu sehr vom eigentlichen Thema abweichen.

    Und ja.. eigentlich war es schon bewusst kryptisch gehalten.
    Aber wenn der eigentliche Sinn dadurch verloren geht, macht es evtl. auch keinen Sinn.

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  9. #9
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    Man sagt ja, dass die Natur keine Verschwendung kennt. Wenn sie uns nun mit "Fähigkeiten" austattet wie z.B. Hass und Neid verspüren zu können...dann steckt da ein Plan dahinter. Die Selektion ist alternativlos. Der Starke muss sich gegen den Schwachen durchsetzen...ihn dominieren...weil wir ansonsten genetisch verkümmern. Natürlich ist da auch unser "Verstand", der sich dagegen wehrt. Aber das ist nicht wirklich der Verstand...der sich sträubt...sondern viel mehr das Erbe einer Zivilisation. Auch deshalb haben wir in verschiedenen Kulturkreisen auch teilweise ganz unterschiedliche Wertvorstellungen. Momentan kommen so viele illegale Hundewelpen nach Deutschland wie nie zuvor. Das ist u.a. auch das Ergebnis von Tierschutz und falsch verstandener Fürsorge. Man produziert damit Elend oder kurbelt es zumindest an. Wer z.B. einen herrenlosen Hund aus seinem Spanienurlaub mitbringt...der meint etwas gutes getan zu haben - in Wahrheit ist er, ohne das bezweckt zu haben, ein Tierquäler. Den gleichen Fehler machte man auch in den 70er und 80er Jahren mit Menschen...als in Somalia...Äthiopien...und auch in anderen Ländern Millionen von Menschen verhungerten. Umso mehr Lebensmittel-Pakete man dorthin schickte...desto mehr Menschen verhungerten. Also ruderte man wieder zurück und beschränkte sich auf "Hilfe zur Selbsthilfe". Nach den Wertvorstellungen einer Kultur eine andere retten zu wollen, das geht meist in die Hose...denn die Anderen wären nicht die Anderen...wenn sie nicht auch anders wären. Wir verweisen dann oft auf Ausnahmen...um zu zeigen dass es doch geht...aber Ausnahmen sind nun mal Ausnahmen. Die Fehler, die wir damals machten, die wiederholen sich heute...weil wir wieder meinen die ganze Welt retten zu müssen und retten zu können. Es sind die Bachblütenteetrinker...wie ich sie nenne...die statt Elend zu verhindern es sogar noch produzieren. Das sind meist junge Leute...die vom Leben noch keine Ahnung haben...denen die Erfahrung fehlt...die wachen zwischen zwei Klausuren auf und fühlen sich als Hambi...der Retter aller Bäume.

    Weil Du das Beispiel der Reproduktion ausgestorbener Tierarten brachtest: seit es Lebewesen gibt...also schon seit vielen Millionen Jahen bevor der Mensch die Erde betrat...sterben täglich welche aus. Das ist heute nichts anders wie vor 500 Millionen Jahren. Das Sterben gehört zum Leben...auch das Aussterben. Dino und Eisbär kämen sicherlich nicht auf die Idee den Menschen zu reproduzieren...aber wir sind so doof und meinen wir müssten jede Stechmücke vor dem Aussterben bewahren. Selbst die Bienen werden wir künftig nicht mehr brauchen, da das Bestäuben von Drohnen übernommen wird - um nur mal ein Beispiel zu nennen.

    Und was wird passieren, wenn die Pflanzen keine Viecher zur Bestäubung mehr benötigen? Sie werden ihre Farben verlieren. Es wird dann nur noch weisse Blumen geben, denn weiss ist in der Natur keine Farbe. Viele Lebewesen in der Tiefsee...wo absolute Dunkelheit herrscht...sind weiss. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Natur keine Verschwendung kennt. Ich kann sie aber austricksen...indem ich zB die Drohnen so programmiere, dass bestimmte Drohnen auch nur bestimmte Farben bestäuben. So glaubt die Natur die Farben erhalten zu müssen. Eine Beziehung, die länger als zwei Jahre andauert, ist auch nichts anderes als die Natur ausgetrickst. Die Natur akzeptiert maximal eine zweijährige Beziehung - sie hat den Menschen, wie 98% aller anderen Lebewesen auch, als polygames Wesen ausgedacht.

    Und so möchte die Natur auch nicht, dass Du die Afrikanerin und deren acht Kinder rettest, denn jedes dieser Kinder wird wiederum acht Kinder in die Welt setzen...usw...usw./und so gehen dann irgendwann alle unter...samt Retter. Also müssen wir uns im Wegschauen und nicht in der Hilfe üben. Vielen gelingt das ja auch heute schon. Würde man Weltrettungsfantasien wie die deine in die Tat umsetzen...würde es sehr bald keine Welt mehr geben...die irgendwer retten könnte.

    Gruß, A.D.
    Geändert von AndereDimension (06.01.2019 um 13:20 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  10. #10
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    Hallo A.D.

    Thx für die Antwort. Also erstmal ein letzter Kommentar von mir hierzu. Wie gesagt weiss ich nicht, ob in den Kommentaren eine philosophische Diskussion über "Alles" gerne gesehen wird.. wobei das Gedicht natürlich eine solche Diskussion auslösen könnte oder gar sollte. Allerdings driften wir vielleicht etwas ab.. wobei die von dir angesprochenen Dinge auch durch Menschen ohne Mitgefühl ausgelöst werden könnten. Recht des Stärkeren, statt gleiches Level dank Offenheit und Mitgefühl ^^

    Dann lag ich wohl mit meiner Vermutung richtig, dass wir relativ gleicher Ansicht sind, aber dein Gedanke eher im jetzigen Weltgeschehen stattfindet und eine zukünftige interplanetare Zivilisation nicht beinhaltet. Würde ich von deiner gedachten Form des Gleichgewichts durch natürliche Auslese ausgehen.. und die Welt im Jetzt und nur in einer nahen Zukunft betrachten.. wäre ich mit dir zumindest Großteils einer Meinung. Was Hungersnot betrifft definitiv nicht. Entsorgung essbarer Lebensmittel gehört für Händler verboten. Diese sollten gesammelt und verteilt werden, dann wäre das "Problem" schnell keines mehr. Kommt eben auch darauf an, wie man Dinge löst. Bringt man Nahrung in einem kapitalistischem System verpackt in Länder, die dafür nicht bereit sind.. kann es natürlich kontraproduktiv sein. Irgendwann wäre wohl auch Geburtenkontrolle nötig (auf bezug der von dir genannten geretteten Kinder). Wobei die vielen Kinder in Afrika eher durch Unwissenheit bezüglich Verhütung und als Machtzeugnis der Männer entstehen.. und es gegenwärtig in DE sogar gerne gesehen werden würde, wenn viele neue Kinder bei uns geboren werden.

    Es ist klar, dass in der Natur das Recht des Stärkeren gilt. Allerdings denke ich, dass wir uns selbst mit Fähigkeiten wie Hass und Neid ausstatten. Ich denke nicht, dass ein Kind direkt mit Hass und Neid geboren wird. Diese Gefühle entstehen meiner Meinung nach erst durch materielle Dinge oder durch den Kampf ums Überleben, wenn z.B. Nahrung fehlt. Das Neugeborene wird wohl erst Neid empfinden, wenn es "etwas" bekanntes sieht, dass es selbst im Moment nicht hat.. und vielleicht Hass, wenn es dieses "Etwas" nicht bekommt, obwohl es deutlich darauf hinweist, dieses "Etwas" haben zu wollen. Der natürliche "Killerinstinkt", der für Nahrungssuche erforderlich ist.. wäre für mich etwas anderes und hat eher nichts mit Hass zu tun. Klar kann man sagen, die Natur hat uns aber dazu befähigt, überhaupt irgendwann diese Gefühle zu haben. Aber wie, wann, und weshalb sie zum Vorschein kommen, liegt wohl eher an uns.. ausser man betrachtet komplett alles als vorherbestimmt.

    Und ja.. durch die Wertvorstellungen einer Kultur eine andere "retten" zu wollen, geht meist in die Hose.. aber vielleicht wird die Menschheit irgendwann auch schlau genug sein, dass die Ausnahmen zur Regel werden. Dazu müsste man sich einfach als Menschheit betrachten und nicht als verschiedene Gruppierungen aus Kulturen. Alles spricht dafür, dass es früher oder später (eher sehr spät) zu einer Globalisierung kommen wird. Die Frage ist eigentlich nur, ob diese friedlich oder durch Leid umgesetzt wird. Meine Theorie beinhaltet ja auch, dass wir gegenwärtig die Probleme noch brauchen.. und sie zum Teil evtl. auch natürliche Auslese sind, um Überbevölkerung zu vermeiden (was dann eher in deinen Gedanken endet). In einer entfernten Zukunft könnten sich Kulturen aber auch vermischen.. und es könnten neue Kulturen entstehen, die von einem größeren Teil akzeptiert werden.. bis am Ende eine Kultur steht, oder alle akzeptiert werden.

    Es sollte auch durchaus erkennbar sein, dass durch die große Anzahl von Menschen sehr viel Lebensraum von Tieren zerstört wird. Klar starben schon immer Lebewesen aus.. aber dass dank uns das Tiersterben beschleunigt wird, sollte ausser Frage stehen. Sollten alle Spezies in Zukunft unsere Technologien bedienen können, damit ihnen ein Recht auf Überleben gewährt bliebe? Oder müssen alle auf Äckern klar kommen, weil es keinen natürlichen Lebensraum mehr gibt? Wer sich nicht schnell genug anpasst, stirbt einfach aus? Dafür entwickeln wir uns wohl zu schnell. Wenn wir Lebewesen den Lebensraum nehmen.. liegt es meiner Meinung nach auch in unserer Verantwortung, ihnen neuen Lebensraum zu schenken. Da sollte man das Mitgefühl allen Lebewesen gegenüber zeigen. Und ja.. dann geht der Platz aus. Daher der Gedanke - wenn wir so weit sind.. dann "Arche Weltall".

    Um nicht endlos zu schreiben.. weil es wohl viele Zeilen bräuchte, um auf all deine Gedanken einzugehen.. gebe ich dir einfach mal diesen Gedanken zum Thema "Arche Weltall" mit: "Was wäre, wenn die Natur oder die Evolution von Allem es so wollte, dass das Leben ins All getragen wird?" Ich nehme an, dann würdest du auf ähnliche Gedanken kommen wie ich. Zudem liesen sich evtl. auch einige Hinweise finden, die genau in diese Richtug zeigen. Evtl. hat uns die Natur das Wissen um die Genetik geschenkt, damit wir irgendwann ausgelöschtes Leben wieder erschaffen können. Oder.. was bezweckt die Natur, wenn sie uns auf fremde Planeten fliegen lässt? Oder haben Planeten und Universum gar verschiedene Pläne? Der eine will das Leben behalten.. der andere will es haben? ^^

    Weltrettungsfantasien wie die meine.. naja.. Das Gedicht soll eher Gedanken dazu anregen, was mitfühlende und offene Menschen bewirken könnten. Der Kommentar bzw. "Arche Weltall" ist eine Zukunftsfantasie.. in einer sehr fernen Zukunft.. zum Teil angeregt durch deinen Kommentar, weil ich wissen wollte, wie man darauf kommt, dass die Natur uns verbietet in Harmonie zu leben, und dass Harmonie das Ende jeder Gattung wäre. Also spätestens, wenn die Erde zu nahe an der Sonne ist, werden wir "Weltrettungsfantasien" wie die meine wohl brauchen. Den offenen Menschen früher.. die Arche später

    Und ich würde eher sagen: wenn wir so weiter machen wie jetzt, wird es bald keine Welt mehr zu retten geben.
    Sry, gehen zwar ein paar Dinge am Gedicht vorbei.. aber da lag zu viel Zündholz, um es liegen zu lassen

    Beste Grüße,
    Lightning
    Geändert von Lightning (07.01.2019 um 02:11 Uhr)
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