1. #1
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    Stimmengeflüster

    Stimmengeflüster

    Ich stand im Schatten meiner Sonnenseele
    im Dunkeln mit den grau meliert Gedanken
    und dachte mir, ob ich den Schritt nun wähle?
    Dann wies mich eine Stimme in die Schranken.

    Ich hörte aus der Ferne leise Töne:
    „Geh bitte nicht durch diese blaue Tür.
    Du suchst den Ort der Liebe, doch die Schöne
    hält sich versteckt im anderen Revier.“

    Dann ging ich in Gedanken ein Stück weiter.
    Schon flüsterte die Stimme mir ins Ohr:
    „Die lila Tür führt nicht zur Himmelsleiter.
    Sie blendet dich und lockt zum Höllentor.“

    Ich rannte voller Panik aus dem Schatten
    und stolperte hinaus ins Sonnenlicht.
    Verließ das sinkend Schiff mit seinen Ratten,
    war atemlos mit Tränen im Gesicht.

    Wo ist mein Weg? Wohin nur soll ich gehen?
    Ach bitte, Stimme, führe mich dorthin.
    Wo können „blinde“ Menschen wieder sehen?
    Wo spüre ich des Lebens tiefen Sinn?

    Dann hörte ich ein Rascheln durch die Bäume.
    Es führte mich zur Tür in leuchtend rot.
    Und plötzlich fühlte ich, dass ich nur träume.
    Ich wachte auf und war zum Glück nicht tot.
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  2. #2
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    Man stellt sich Fragen ja nicht umsonst aber deswegen ein ganzes Gedicht zu bemühen lässt uns erahnen wie es ist dermassen unsicher zu wandeln dass man in jeder temporäreren Zuflucht sich zu Hause wähnt. Den Ort der Liebe anhand von Türenfarben zu finden lässt auf codiertes schliessen dass sich durch die Reise ordnen möchte die man erstmal in Gedanken vorgeht bis dann die Füsse plötzlich anfangen unruhig zu werden.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Hallo,

    auch wenn es gegen die Regeln der Netiquette verstößt, weigere ich mich, Dich mit Deinem Nicknamen anzusprechen. Wenn es die Forenleitung duldet, dass sich hier jemand als Terrorist anmeldet, wundere ich mich zwar darüber, kann es aber nicht ändern.

    Jetzt zu Deinem Kommentar:
    Ich weiß nicht, was Du mir damit sagen willst. Deine Kommentare, auch in anderen Fäden, irritieren mich sowieso immer wieder. Was es mit den farbigen Türen auf sich hat, erkläre ich gerne. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen Leser.

    Mein Gedicht ist schon ein paar Jahre alt und entstand im Rahmen eines Wettbewerbes nach Bildvorlage. Ich hätte das Bild gerne gezeigt, aber den PhantasieRaum gibt es leider nicht mehr und Links wären hier sowieso nicht erlaubt. Da waren halt diese farbigen Türen und die Frage war: „Durch welche Tür würdest Du gehen?“ Mein ursprüngliches Gedicht hatte noch eine weitere Strophe, die ich aber hier weggelassen habe.

    Ein gutes neues Jahr
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  4. #4
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    Am schwächsten ist die Stelle:

    Ich rannte voller Panik aus dem Schatten
    und stolperte hinaus ins Sonnenlicht.
    Verließ das sinkend Schiff mit seinen Ratten,
    war atemlos mit Tränen im Gesicht.
    Wenn man den Schlüssel zu allem im rechten Umgang damit sieht, entlarvt sich vieles selber als das was es mit uns macht. Und davon ist das Gedicht voll damit.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  5. #5
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    Zitat Zitat von Terrorist Beitrag anzeigen
    Am schwächsten ist die Stelle:

    Ich rannte voller Panik aus dem Schatten
    und stolperte hinaus ins Sonnenlicht.
    Verließ das sinkend Schiff mit seinen Ratten,
    war atemlos mit Tränen im Gesicht. MFG!
    Ich weiß schon wieder nicht, was Du mir sagen willst. Ehrlich gesagt finde ich genau die Strophe, die Du als schwächste beurteilst, am besten. Aber gut, das ist Geschmackssache. Nach Vorgabe des Bildes und der Frage, durch welche Tür man gehen würde, habe ich eine Geschichte erfunden und ich war gerade mit dieser Strophe sehr zufrieden. Auch heute noch beim Lesen dieser Strophe sehe ich einen Film vor meinem inneren Auge – einen verzweifelten, irritierten Menschen, der nicht weiß, welcher Weg der richtige für ihn ist …

    Wenn man den Schlüssel zu allem im rechten Umgang damit sieht, entlarvt sich vieles selber als das was es mit uns macht. Und davon ist das Gedicht voll damit.
    Was heißt Entlarvung? Du bist wohl Psychologe, der für jede Geschichte / Gedicht einen wahren Hintergrund vermutet. Aber keine Angst, es war das lyrische Ich. Ich selbst bin mit meinem realen Leben sehr zufrieden.

    Ich halte eigentlich von guten Vorsätzen für das neue Jahr nicht viel. Aber einen guten Vorsatz habe ich in der Silvesternacht gefasst und mein dünnes Fell vom dicken Fell killen lassen. Hoch lebe mein dickes Fell. Boah, wie wohl ich mich jetzt hier fühle.

    Aber mal im ernst. Es soll nicht heißen, dass ich Kritik gegenüber nicht aufgeschlossen bin. Nur, wenn ich damit nichts anzufangen weiß, ist es schwierig sich damit auseinanderzusetzen.

    LG
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

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