Thema: Der Vogel

  1. #1
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    Der Vogel

    Hallo!
    Da bin ich schon wieder. Ich habe es doch mal mit einem Reim versucht. Bitte seid nicht zu hart, die Geschichte ist für meine Oma. Der Titel ist noch ein Arbeitstitel.

    Der Vogel


    Der graue Vogel entledigt sich seinem Federkleid
    Auf befremdliche Art fühlt er sich dadurch befreit

    Der Vogel des Frühlings gleicht in der Gestalt einer Meise
    Er ruft den Grauen in seiner verspielten Weise:
    „Alter Freund komm zu mir, wir spielen unser Spiel
    Von Tautropfen gibt es hier herrlich viel.
    Wir hüpfen vergnügt durch das Geäst
    und sehen wie Tau den Boden benässt.“

    Der Vogel des Sommers schimmert prächtig und bunt
    Auch er gibt seine liebste Beschäftigung kund:
    „Alter Freund komm zu mir, keine Zeit zu verlieren
    Lass uns die saftigsten Beeren probieren.“

    Der Vogel des Herbstes, der größte von allen lässt aus seiner braunen Brust erschallen:
    „Alter Freund komm zu mir, mein Flügel schlägt Wind, bis an den Bäumen keine Blätter mehr sind.

    In Erscheinung gleich einem weißen Pfau singt der Vogel des Winters zu dem Häher in Grau:
    „Alter Freund komm zu mir, denn damit es schneit schüttel ich einfach mein Federkleid.

    Der Graue sah zu hoffenden Gestalten doch konnte er keine Feder mehr halten.
    Anstatt einer Antwort schenkend ein Blick, verschwand er und kehrte nicht mehr zurück.

  2. #2
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    Hallo, Notos,

    bei diesem Gedicht sehe keinen einzigen Grund, damit hart umzugehen. Es gefällt mir ausgesprochen gut.

    Der graue Vogel, der sich in den ersten beiden Versen seines Federkleides entledigt und die sich um ihn bemühenden anderen Vögel: Ein gelungendes Mittel der Darstellung eines alten/schwerkranken Menschen, der nicht mehr isst und trinkt, immer weniger wird (Federn ablegt); sich auf sein Ende vorbereitet und vllt auch vorbereiten will, und seiner Umgebung, die dies dies aber nicht akzeptieren will und Nahrung und Getränke anbietet, u. U. den Sterbenden "vergewaltigt" mit künstlicher Ernährung ...

    Die letzten zwei Verse sind imstande, ein wehmütiges Gefühl zu erzeugen.

    Ein wie ich finde überzeugendes Gedicht, an dem es mMn nix zu meckern gibt.

    Auch gefällt mir, dass du in den letzten drei Strophen offenbar keinen überflüssigen Ordnungsdrang verspürt hast, um es statt in zwei- in vierversige Strophen zu pressen; denn die hierzu erforderlichen Zeilenumbrüche würden dem Inhalt nicht gerecht.

    Natürlich könnte man dran schleifen, um einen regelmäßigeren Takt hinzukriegen. Aber andererseits scheue ich mich davor, nur aus diesem Grund daran rumzuwerkeln. Vielleicht sehen andere Leser dies aber anders.

    Von mir auf jeden Fall schonmal einen *daumen*

    LG
    Richmodis
    Geändert von Richmodis (06.01.2019 um 15:29 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Notos,

    da wird sich deine Oma freuen. Hast Du ganz gut hinbekommen, dennoch sind mir auf Anhieb Kleinigkeiten aufgefallen:

    „Alter Freund komm zu mir, mein Flügel schlägt Wind, bis an den Bäumen keine Blätter mehr sind.
    meine Flügel schlagen Wind

    Anstatt einer Antwort schenkend ein Blick, verschwand er und kehrte nicht mehr zurück.
    nie wieder (Rhythmus)

    An der/deiner Interpunktion lässt sich noch arbeiten...ansonsten prima gemacht!

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #4
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    Zitat Zitat von Notos Beitrag anzeigen
    Hallo!
    Da bin ich schon wieder. Ich habe es doch mal mit einem Reim versucht. Bitte seid nicht zu hart, die Geschichte ist für meine Oma. Der Titel ist noch ein Arbeitstitel.

    Der Vogel


    Der graue Vogel entledigt sich seinem Federkleid - streift ab sein
    Auf befremdliche Art fühlt er sich dadurch befreit

    Der Vogel des Frühlings gleicht in der Gestalt einer Meise
    Er ruft den Grauen in seiner verspielten Weise:
    „Alter Freund komm zu mir, wir spielen unser Spiel - dreimal spielen ist ein bisschen viel
    Von Tautropfen gibt es hier herrlich viel.
    Wir hüpfen vergnügt durch das Geäst
    und sehen wie Tau den Boden benässt.“ - es muss nicht um jeden Preis ein Reim sein; du könntest etwas suchen, was zumindest entfernt klanglich passt, "... wie Tau in der Sonne glänzt; ... oder aber den Reim überhaupt weglassen, zB: und sehen am Boden den Tau ... aber für diesen Abschnitt gibt es sicher viele mögliche Bilder mit der man die sommerliche Morgenfrische ausdrücken kann, vielleicht auch so, dass nicht zwei Mal der Tau vorkommen muss.

    Der Vogel des Sommers schimmert prächtig und bunt
    Auch er gibt seine liebste Beschäftigung kund:
    „Alter Freund komm zu mir, keine Zeit zu verlieren
    Lass uns die saftigsten Beeren probieren.“

    Der Vogel des Herbstes, der größte von allen lässt aus seiner braunen Brust erschallen:
    „Alter Freund komm zu mir, mein Flügel schlägt Wind, bis an den Bäumen keine Blätter mehr sind.

    In Erscheinung gleich einem weißen Pfau singt der Vogel des Winters zu dem Häher in Grau: - wieso Häher?
    „Alter Freund komm zu mir, denn damit es schneit schüttel ich einfach mein Federkleid. - diese Anlehnung an Frau Holle finde ich originell

    Der Graue sah zu hoffenden Gestalten doch konnte er keine Feder mehr halten. - die hoffenden Gestalten finde ich sprachlich ganz furchtbar! ... und der nächste Halbsatz ist reinste Sprachvergewaltigung.
    Anstatt einer Antwort schenkend ein Blick, verschwand er und kehrte nicht mehr zurück.
    Die Idee finde ich schön. Allerdings ist es ziemlich dahingeschludert. Mit mehr Sorgfalt könnte das ein guter Text werden. Zuerst solltest du dir die Grammatik und Interpunktion vornehmen. Und dann über die Reime nachdenken; zB "benässt"; vielleicht solltest du das Reimen überhaupt lassen - das schränkt sehr ein - und dich für den Anfang lieber auf den Ausdruck konzentrieren. Ich unterstreiche einmal oben die Stellen, die du dir mE nochmals vornehmen solltest. Teilweise stimmt die Grammatik nicht, teilweise ist es zu umständlich formuliert. Wo mir spontan etwas eingefallen ist, habe ich eine Alternative angefügt. "wie oder gleich" kann man auch vermeiden. Und vielleicht solltest du ein bisschen was über das Metrum/ Vermaß lesen. In diesem Forum gibt es sicher irgendwo einen Übungsfaden.

    Lieben Gruß
    albaa

  5. #5
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    Hallo zusammen!
    Ich bedanke mich für eure Kritiken. Ich finde es schön, dass ihr meine Geschichte so gut angenommen habt. Die ursprüngliche Idee war eigentlich diese Geschichte in eine Illustration zu verpacken. Da es sich um mein erstes Gedicht handelt und ich natürlich auf Biegen und Brechen versucht habe zu reimen, ist logisch dass meine Grammatik darunter gelitten hat. Ich bin hier um etwas zu lernen. Mein Interesse an Lyrik wurde momentan aus Zeitmangel geboren, da ich keine Möglichkeit habe mich in anderen Techniken auszudrücken. Außerdem probiere ich fortlaufend neue Dinge aus, da die eine Kunstform von der anderen profitiert. Egal ob man Talent hat oder nicht. Die Erfahrung zählt. Das Schreiben hat mir zumindest ein wenig geholfen in meinem Trauerprozess ein Stück voranzukommen.

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