Thema: Eingeschneit

  1. #1
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    Eingeschneit


    Eingeschneit

    Tatsächlich gab's erst keinen Schnee,
    Wir wollten deshalb schon abreisen.
    Dann kam er mit zwei Metern Höh',
    Das Schneien wollt' nicht mehr abreißen.

    Weder Rodeln, noch Skifahren
    Konnte man bei dem Wettersturm.
    So etwas gab es nicht seit Jahren:
    Über dem Auto – ein Schneeturm!

    Die Grenzen waren längst geschlossen,
    Schneeketten überall jetzt Pflicht
    Und manche Träne ward vergossen:
    Nur Schnee und nur noch wenig Licht!

    Da alle Ketten ausverkauft,
    Saßen wir nun in eigener Not,
    Wo mancher sich die Haare rauft',
    Denn es gab weder Wurst noch Brot.

    So haben wir denn notgedrungen
    Zwei weitere Tage angehängt
    Und uns zum Bleiben durchgerungen,
    Weil uns das Wetter dazu drängt'.


    ©Hans Hartmut Karg
    2019

    *

  2. #2
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    Dr. Karg,
    ich sündige, weil ich mir vorgenommen hatte, Deine Werke zu ignorieren. So langsam aber sicher beginne ich zu verstehen, wie Du Deine Dauerberieselung zu Papier bringst. Das hier eingestellte Werk ist eigentlich Prosa:

    "Tatsächlich gab's erst keinen Schnee, wir wollten deshalb schon abreisen.
    Dann kam er mit zwei Metern Höh', das Schneien wollt' nicht mehr abreißen.

    Durch Zeilenumbrüche gibst Du dem Werk die äußere Ähnlichkeit mit einem Gedicht. Gedichte sind offenbar für Dich Werke, bei denen sich die Enden der einzelnen Verse reimen (müssen). Also: Ein Reim muss her, und es ist Dir völlig gleichgültig, ob der sprachliche Fluss, die Melodie, der Rhythmus dabei auf der Strecke bleiben, völlig egal ist es dir auch, ob der Vers in sich stimmig ist und schlimmstenfalls greifst Du auf Neogolismen oder Inversionen zurück. Was reimt sich auf Schnee? - Höh. "Dann kam er mit zwei Metren Höh" (dem Reim opferst Du die Höhe und vergisst, dass Schnee nicht in zwei Metern Höhe kommt). Was reimt sich auf abreisen? - abreißen. Wer spricht: "Das Schneien wollt nicht mehr abreißen"? Wäre es nicht verständlicher und normal zu sagen: Das Schneien wollte gar nicht mehr aufhören? Das wollte verstümmelst Du zu "wollt", wahrscheinlich, damit der Vers in Deine Vorstellung eines Gedichte-Verses passt. "Tatsächlich..." - auch wieder ein völlig daneben gegangenes Wort. "erst keinen..." wieso klemmst Du ein überflüssiges "erst" in den Vers? "...deshalb" "schon" - was sollen diese überflüssigen Wortungetüme?
    "Bis gestern gab es keinen Schnee, wir wollten abreisen.
    Dann kam er mit zwei Metern Höh', das Schneien wollt' nicht mehr abreißen. - aber dann schneite es unaufhörlich - wäre denkbar. Wenn die Schneehöhe wichtig ist, kann man das eleganter ausdrücken. Wen interssiert es, ob der Schnee zwei Meter hoch lag oder 1,90 m. "Die Autos waren zugeschneit" und jeder weiß: Da ist ganz schön was herunter gekommen.

    "Weder Rodeln, noch Skifahren konnte man bei dem Wettersturm. So etwas gab es nicht seit Jahren: Über dem Auto – ein Schneeturm!"
    Nun, was war es denn nun? Ein Schneesturm oder ein Wettersturm? Der Schneesturm hat nach Deinem Text über dem Auto statt gefunden.

    Die Grenzen waren längst geschlossen, Schneeketten überall jetzt Pflicht und manche Träne ward vergossen: Nur Schnee und nur noch wenig Licht!

    Bei zwei Metern Schneehöhe ist das Schließen von Grenzen eine Meldung im Radio/TV. Da helfen auch keine Schneeketten mehr. Mal eine dumme Frage: Wer ist "wir"? Da Du außer dem Skifahren auch das Rodeln erwähnst, gehe ich von einem Winterurlaub des Ehepaares Karg und vielleicht zwier Enkel aus. Und da bist Du kluger Mensch mit dem Auto in eine offenbar gebirgige Landschaft gefahren -im Winter!- und hast keine Schneeketten im Kofferraum gehabt? Das gibt zu denken! Die geflossenen Tränen, so stelle ich mir das vor, stammten von den Kindern. Erklärungsbedürftig wäre auch, wieso "nur Schnee" und "nur noch wenig Licht" war. Eine Erklärung habe ich: Licht reimt sich auf Pflicht. Die Pflicht in bestimmten Regionen Schneeketten aufzuziehen, kann man allerdings nur erfüllen, wenn man sie bei Reisebeginn schon hat. Hattu selber geweint?


    Da alle Ketten ausverkauft,
    Saßen wir nun in eigener Not,
    Wo mancher sich die Haare rauft',
    Denn es gab weder Wurst noch Brot.

    Da hat es also in einer Wintersportgegend mal ordentlich geschneit und schon gab es weder Wurst noch Brot? Zu der Versäumnis (Schneeketten) habt Ihr also Haare raufend in der "eigenen" Not (eher wohl der selbst verschuldeten Lage) gesessen, geweint und gehungert. O Gott!
    Und das zwei Tage lang und wohl auch zwei lange, lange Nächte lang.

    So haben wir denn notgedrungen
    Zwei weitere Tage angehängt
    Und uns zum Bleiben durchgerungen,
    Weil uns das Wetter dazu drängt'.

    Sollte sich die Story so abgespielt haben (was ich nicht glaube), ist sie schlecht zu Papier gebracht. Wieso musstet Ihr Euch zum Bleiben durchringen? Hattet Ihr eine Wahl? Und wer ist Schuld? Das Wetter!!! Nicht der Tollpatsch, der die Schneeketten vergessen und auch nicht genügend Brot und Wurst eingepackt hat. Gab es denn wenigstens Kuchen?

    Ski Heil!
    Festival
    Geändert von Festival (08.01.2019 um 20:20 Uhr)

  3. #3
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    Festival,
    die Geschichte hat sich so zugetragen.
    "WIR", das sind die Überraschten, Verwirrten gewesen.
    Und: Es gab immer auch Sprechgedichte, die der Prosa sehr nahe waren.
    Kuchen hat es auch gegeben - aber recht wenig...
    LG H. H. Karg

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