In meinem Kopf, das glaub ich sehr
Da tanzt ein Troll den Schuhplattler.
Der Grund dafür ist schnell gefunden.
Es ist die Zeit der Seelenwunden.

Es könnte Heilung sicher geben,
Veränderte ich nur mein Leben.
Wär ich im Leben ganz allein,
Müsst ich kein Teil des Ganzen sein.

Des morgens wär der einzig Klang,
Der Vögel fröhlich Lobgesang.
Und dann im Hofe volle Brust,
Gesunde, klare Morgenluft.

Bestellte meinen Acker dann,
Dass Hunger mich nicht plagen kann.
Versorgte meine guten Tiere,
Schlag Holz auf dass ich niemals friere.

Es ist die Zeit der Seelenwunden,
So krieche ich in frühen Stunden,
Aus meinem Bette ohne Freude,
Zur Arbeit nun. Ich leide, leide.

Ich war nie träge, immer fleißig.
Und plötzlich war ich über 30.
Darauf, ich alterte wohl stündlich,
Da war ich 40 und dann 50.

Das Leben, diese "neue " Zeit,
Sie fraß mich auf. Den ganzen Leib.
Doch nicht den Kopf, darin wurd fetter,
Der Troll. Der tantz den Schuplattler.

Martin Seidel 2019