Thema: Winter adieu!

  1. #1
    Registriert seit
    Sep 2006
    Ort
    Hilden, NRW
    Beiträge
    6.971

    Winter adieu!

    Heute ist, das ist doch klar,
    der siebte, fast der achte Januar!
    In Bayern, in den Alpen - Schnee,
    in Köln am Rhein - kein Frost, kein Eis,
    kein Kind ich Schlitten fahren seh,
    doch jeder hier im Lande weiß:
    Winter ist‘s, jedoch von Regengüssen
    glänzen Dächer und Asphalt,
    aber nur in immer kürzren Nächten
    wird es, allerdings nur ‘n bisschen, kalt.
    Im Garten sprießen schon Narzissen,
    und Dank sag ich den Himmelsmächten
    für erste grüne Tulpenspitzen
    und Winterlingen, die den Boden ritzen!
    Den Winter gibts wohl nur noch kalendarisch,
    der Lenz beginnt und exemplarisch
    wagen sich auch Krokusse ans Licht.
    Ich sag bravissimo - ich brauch den Winter nicht.

  2. #2
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Nähe von Berlin
    Beiträge
    642
    Zitat Zitat von Festival Beitrag anzeigen
    Heute ist, das ist doch klar,
    der siebte, fast der achte Januar!
    In Bayern, in den Alpen - Schnee,
    in Köln am Rhein - kein Frost, kein Eis,
    kein Kind ich Schlitten fahren seh,
    doch jeder hier im Lande weiß:
    Winter ist‘s, jedoch von Regengüssen
    glänzen Dächer und Asphalt,
    aber nur in immer kürzren Nächten
    wird es, allerdings nur ‘n bisschen, kalt.
    Im Garten sprießen schon Narzissen,
    und Dank sag ich den Himmelsmächten
    für erste grüne Tulpenspitzen
    und Winterlingen, die den Boden ritzen!
    Den Winter gibts wohl nur noch kalendarisch,
    der Lenz beginnt und exemplarisch
    wagen sich auch Krokusse ans Licht.
    Ich sag bravissimo - ich brauch den Winter nicht.
    Ach Festival, um 18:34 Uhr stellst Du ein Gedicht ein, welches für mich kein Gedicht ist, weil die Reime wild durcheinander daherkommen. Ein paar Stunden später hältst Du Dr. Karg einen langen Vortrag ... Ich meine, wer immer fleißig Kritik übt, sollte dazu in der Lage sein, bessere Gedichte zu schreiben. Ansonsten würde ich mich lieber zurückhalten.
    Zum Thema Schnee: Nicht nur in Bayern und in den Alpen schneit es sondern auch hier im schönen Erzgebirge und wir hatten gestern schon eine Menge Spaß hier, besonders meine 5-jährige Enkeltochter. Meine Lieben "schnorcheln" schon neben mir und ich liege in meinem Hotelbett noch wach und stöbere ein bisschen...
    Lass mal den Frühling noch da, wo er hingehört. Wir haben Winterurlaub. Jippie
    LG
    Dabschi

  3. #3
    Registriert seit
    Sep 2006
    Ort
    Hilden, NRW
    Beiträge
    6.971
    Hallo Dabschi,
    Gott sei gelobt! Endlich wurde sie uns geschenkt, die Nachfolgerin des Literaturkritikers Ranicki. Sie wird mich geleiten und mir genau erklären, was ein Gedicht ist. Ich danke Dir für Deine sachkundigen Zeilen. Dein zu Herzen gehender Appell, ich möge doch bitte schön bessere Gedichte schreiben, klingt in mir nach wie der Glockenton des großen Pitters! Zurück halten soll ich mich - o Gott, das fällt mir schwer. Aber ich werde innere Einkehr halten und mich weiter freuen, wenn die Tulpen und Narzissen sprießen.
    Gruß,
    Festival
    PS.
    Wie drückt man den Wirrwarr, der augenscheinlich auf den Klimawandel zurück zu führen ist, aus? Durch regelmäßig dahin strömende, gleichlange Verse und der Holzhammermethode einer journalistischen Beschreibung, silbengenau und letztendlich fade?
    Ich lege (ob es mir gelingt, ist eine andere Frage) mehr Wert auf Rhythmus und Musikalität der Verse. Du glaubst doch nicht wirklich, dass es eine Hürde für mich ist, ein paar Verse/Strophen in, sagen wir, vierhebigen Jamben oder Trochäen zu schreiben, die am Ende grottenlangweilig klingen?
    Deine Freude am Winterurlaub ist Dir von Herzen gegönnt. In meinem epochalen Gedicht geht es um die Verhältnisse in einer Millionenstadt und da verschieben sich die Perspektiven. Um sieben Uhr müssen laut Stadtsatzung die Fußwege vom Eis und Schnee befreit und rutschfest sein.
    Wenn da jemand schnorchelt, dann ist es einer, der in aller Herrgottsfrühe Schnee schippen muss (der nach zwei Stunden eh weggetaut ist, weil das Klima am Rhein ein bisschen anders als im Erzgebirge ist.
    Geändert von Festival (09.01.2019 um 12:24 Uhr)

  4. #4
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Nähe von Berlin
    Beiträge
    642

    Cool

    Zitat Zitat von Festival Beitrag anzeigen
    Hallo Dabschi,
    Gott sei gelobt! Endlich wurde sie uns geschenkt, die Nachfolgerin des Literaturkritikers Ranicki. Sie wird mich geleiten und mir genau erklären, was ein Gedicht ist. Ich danke Dir für Deine sachkundigen Zeilen. Dein zu Herzen gehender Appell, ich möge doch bitte schön bessere Gedichte schreiben, klingt in mir nach wie der Glockenton des großen Pitters! Zurück halten soll ich mich - o Gott, das fällt mir schwer. Aber ich werde innere Einkehr halten und mich weiter freuen, wenn die Tulpen und Narzissen sprießen.
    Gruß,
    Festival
    PS.
    Wie drückt man den Wirrwarr, der augenscheinlich auf den Klimawandel zurück zu führen ist, aus? Durch regelmäßig dahin strömende, gleichlange Verse und der Holzhammermethode einer journalistischen Beschreibung, silbengenau und letztendlich fade?
    Ich lege (ob es mir gelingt, ist eine andere Frage) mehr Wert auf Rhythmus und Musikalität der Verse. Du glaubst doch nicht wirklich, dass es eine Hürde für mich ist, ein paar Verse/Strophen in, sagen wir, vierhebigen Jamben oder Trochäen zu schreiben, die am Ende grottenlangweilig klingen?
    Deine Freude am Winterurlaub ist Dir von Herzen gegönnt. In meinem epochalen Gedicht geht es um die Verhältnisse in einer Millionenstadt und da verschieben sich die Perspektiven. Um sieben Uhr müssen laut Stadtsatzung die Fußwege vom Eis und Schnee befreit und rutschfest sein.
    Wenn da jemand schnorchelt, dann ist es einer, der in aller Herrgottsfrühe Schnee schippen muss (der nach zwei Stunden eh weggetaut ist, weil das Klima am Rhein ein bisschen anders als im Erzgebirge ist.
    Hallo Festival,
    so, so ... Für dieses Wirrwar in Deinem Gedicht ist also einzig und allein Deine künstlerische Seele verantwortlich. Hab ich es mir doch gedacht. An Deiner Stelle würde ich mir die von Dir erfundene neue Reimschemaschöpfung schützen lassen. Dein Gedicht hätte also langweiliger geklungen, wenn Du es in einem sauberen Reimschema geschrieben hättest, ist ja interessant. Man lernt doch immer wieder Neues dazu.
    In den Bayerischen Alpen und einigen anderen Regionen tobt ein Schneecaos und in Köln zeigt sich der Frühling. Da muss man doch entsprechend darauf reagieren . Jetzt, wo ich es weiß, verstehe ich es natürlich vollkommen ...

    Ach menno, das blöde Tablett - ich schmeiße es gleich in die Ecke ... Genug geschrieben.

  5. #5
    Registriert seit
    Sep 2006
    Ort
    Hilden, NRW
    Beiträge
    6.971
    Hallo Dabschi,
    siehst Du, so lernt man doch immer noch dazu.

    Und wenn der Heinz dich unterweist,
    Dann geht die Seelenkraft dir auf,
    dann spricht ein Geist zum andren Geist.
    Vertrau, daß trocknes Streiten nie
    die heil'gen Zeichen dir erklärt:
    Ihr schwebt, ihr Musen, neben ihr;
    beschützt sie gut, wenn ihr mich hört!

    Du sprichst von einer mir eigenen Reimschöpfung. Das ehrt mich. Irgendwann war auch der Paar-, der Kreuzreim, der umschlingende, der reiche Reim, der Binnen- und Haufenreim, der Stab- und Seitenreim etwas ganz Neues, nie gehörtes. Selbst Helena wunderte sich über die wunderliche Sprechart des Faust, in dem sich die Worte am Ende der Verse gleichsam aneinander schmiegten. Ich selbst bin ein Anhänger des Blankverses und lass oft die Reime ganz weg, spiele mit Vers- und Strophenformen, Alliterationen und Versfüßen,weiß wohl, dass die Welt paarweis erschaffen, sehe aber auch, dass bei allen Regeln eine ungeheure Vielfalt in der Natur erst durch die Abweichungen spannend wird.
    Und - siehste! - sogar Dein Tablet protestiert, wenn Du zu viel Kokolores schreibst. Für Dich noch ein paar Verse:

    Im Schneegebirge, der Name sagts bereits,
    auch in den fernen Dolomiten schneits.
    Im schönen Erzgebirg, um Dabschi zu beglücken,
    bedeckt der Schnee der hohen Berge Rücken.
    Nur hier am Rhein, dem Vater aller Flüsse,
    verzeichnet man verwundert Regengüsse
    und täglich weht ein milder Windeshauch.
    Das spüren die Tulpen, die Krokusse auch.
    Sie schicken grüne Spitzen aus der Erde
    und jeder Kölner hofft, dass Frühling werde,
    weil dann im Karneval die Tanzmariechen
    nicht im Pullover tanzen müssen,
    ganz reizend nach Eau de Kölle riechen,
    und Narren, eingeschlossen mich, dann küssen.

    Fingerübung abgeschlossen, einen Vers in Amphibrachys rein geschmuggelt, anfangs Paarreime, zum Ende hin kreuzgereimt, Verslänge variabel.

    Gruß,
    Festival

  6. #6
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Nähe von Berlin
    Beiträge
    642
    Hallo Festival,

    ich finde es irgendwie lustig, mit welcher Hingabe Du Dein Können unter Beweis stellst. Man kann es aber drehen und wenden, wie man will, Dein Gedicht „Winter adieu!“ ist und bleibt nun mal Murks. Da haste Dich irgendwie poetisch total vergriffen. Nun nehme es einfach sportlich und stehe dazu. Sollte vielleicht einfach mal schnell gehen, bevor der Schnee in den Alpen wieder geschmolzen ist und Deine Idee zunichte macht …

    Heute ist, das ist doch klar,
    der siebte, fast der achte Januar!
    Sorry, aber so schreiben „blutige Anfänger“. Weder Metrum noch Rhythmus sind stimmig.

    Metrisch stimmig könnte man schreiben:

    Das Winterwetter dieses Jahr
    spielt wild verrückt im Januar …

    kein Kind ich Schlitten fahren seh,
    Sprichst Du in echt auch so?

    Hättest Du Dein Gedicht unter der humorvollen Rubrik eingestellt, dann hätte ich es nicht so ernst genommen. Als scharfer Kritiker solltest Du nun aber auch mal mit Kritik umgehen können.

    Eigentlich hatte ich vor, Dein Gedicht komplett zu überarbeiten, um es Dir als Vorschlag zu unterbreiten, was mir dann aber bei dem ganzen Wirrwarr doch zu kompliziert erschien.

    Im schönen Erzgebirg, um Dabschi zu beglücken,
    bedeckt der Schnee der hohen Berge Rücken.
    Dabschi ist wieder Daheim und muss nun den Winter mit gleichem Kölschen Schmuddelwetter am Rande von Berlin überstehen. Regen den ganzen Tag, aber von Frühlingsboten keine Spur …

    Gruß
    Dabschi

  7. #7
    Registriert seit
    Sep 2006
    Ort
    Hilden, NRW
    Beiträge
    6.971
    Hallo Dabschi,
    für sachkundige Kritik habe ich immer ein offenes Ohr. Ich weiß nicht, was Dich geritten hat, als Du mir blutiges Anfängertum unterstelltest. Frage: Bist Du eigentlich schon über denkbar naivste Darstellung von alltäglichen Inhalten, Paar- und Kreuzreim, Jambus und Daktylus hinaus gekommen?
    Man kann sich mit Kritik auch ganz schön verheben, und Du bist auf bestem Weg, eigene Unzulänglichkeit mit kecker Lippe unter Beweis zu stellen.
    Ich mach aus solchen Gelegenheitsgedichten wie "Winter adieu" kein großes Gewese und zähle es bestimmt nicht zu meinen Glanzleistungen.
    Bring doch einfach was Besseres.
    Gruß,
    Heinz

  8. #8
    Registriert seit
    Sep 2013
    Ort
    Nähe von Berlin
    Beiträge
    642
    Hallo Heinz,

    Ich weiß nicht, was Dich geritten hat, als Du mir blutiges Anfängertum unterstelltest.
    Ich zitierte diese beiden Verse:

    Heute ist, das ist doch klar,
    der siebte, fast der achte Januar!
    und schrieb dazu: „Sorry, aber so schreiben „blutige Anfänger“. Weder Metrum noch Rhythmus sind stimmig.“

    Dass Du kein „blutiger Anfänger“ bist, weiß ich selbst. Diese beiden Verse klingen aber so, als seien sie von einem Anfänger geschrieben worden. Ich weiß gar nicht, warum Du so empfindlich reagierst. Beim kritischen Kommentieren anderer Gedichte redest Du auch Tacheles.

    Bist Du eigentlich schon über denkbar naivste Darstellung von alltäglichen Inhalten, Paar- und Kreuzreim, Jambus und Daktylus hinaus gekommen?
    Meinst Du, dass ich kein Recht dazu habe, Deine Gedichte mit kritischen Anmerkungen zu kommentieren, weil ich noch nicht Deinen lyrischen Wissensstand erreicht habe? Das sehe ich aber anders. Ich bin auch Mitglied dieses Forums und es spielt keine Rolle, wer im Allgemeinen ein höheres Wissen hat. Wenn ich mit meiner Kritik unrecht habe, kannst Du mich gerne eines Besseren belehren.

    Man kann sich mit Kritik auch ganz schön verheben, und Du bist auf bestem Weg, eigene Unzulänglichkeit mit kecker Lippe unter Beweis zu stellen.
    Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du auf diese überheblichen Sprüche verzichten könntest. Meine kecke Lippe ist 60, also gehe nicht mit mir um, als sei ich eine kleine, dumme Göre.

    Wer gerne austeilt, sollte auch einstecken können. Das fällt wohl den meisten Kritikern schwer.

    Ich mach aus solchen Gelegenheitsgedichten wie "Winter adieu" kein großes Gewese und zähle es bestimmt nicht zu meinen Glanzleistungen.
    Wenn Du so ein Gelegenheitsgedicht veröffentlichst, welches Du selbst nicht zu Deinen Glanzleistungen zählst, musst Du mit kritischen Kommentaren rechnen. Das ist nun mal so. Du selbst machst es auch nicht anders.

    Gruß
    Dabschi

  9. #9
    Registriert seit
    Jan 2013
    Ort
    OWL
    Beiträge
    1.196
    Guten Tag,
    eine lebhafte, bildgefüllte Sprache ist es, die wir in Gedichten suchen. Dein Gedicht, Festival, erfüllt m.M.n. dieses Kriterium.

    Und was wir an guten Gedichten ebenso lieben, ist ihre Ästhetik. Die äußere Form eines Gedichtes hat immer einen Einfluss auf den inhaltlichen Gegenstand. Und so kann auch eine Anti-Ästhetik die Bedeutung der Verse verstärken oder kontrapunktieren. Letzteres sehe ich in diesem Gedicht.

    Ich mag mir nicht anmaßen, es objektiv als gelungen oder nicht gelungen zu bewerten; allenfalls ob es mir subjektiv gefällt oder nicht. Allerdings spüre ich, dass die Kontrapunktion zwischen Bedeutung und Ästhetik Unruhe oder gar Zerrissenheitsmomente beim Lesen hervorrufen.

    Insofern entspräche das der Intention des Dichters.

    Gruß manehans
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  10. #10
    Registriert seit
    Sep 2006
    Ort
    Hilden, NRW
    Beiträge
    6.971
    Lieber Manehans,
    vielen Dank für Deinen nachdenklich stimmenden Kommentar. Auslöser für dieses "Gelegenheitsgedicht" waren die Nachrichten über die gewaltigen Schneefälle in Bayern und anderswo und meine Beobachtung in Köln, dass da bereits Narzissen bis zu 8, Tulpen bis zu 5 cm aus dem Boden gucken, regennasse Straßen und Räumfahrzeuge in den Alpen.
    Liebe Grüße,
    Festival

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Ein Adieu
    Von Octopus im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 02.06.2011, 08:05
  2. Adieu
    Von Condor im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 22.11.2009, 14:31
  3. Adieu - :_)
    Von toffifeeling im Forum Von User für User
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 02.10.2009, 00:02
  4. Adieu
    Von Anti Chris. im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 12.04.2008, 10:05
  5. Adieu
    Von trust524 im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 27.01.2006, 16:20

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden