1. #1
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    Question Glühwürmchen

    Da ist ein Glühwürmchen im Dunkeln
    Alle paar Sekunden
    Seh ich's funkeln

    Der Ventilator surrt im Kreis
    Trotzdem ist mir heiß
    So'n Scheiß

    Draußen bellen Hunde ohne Ende
    Vertreiben alles Fremde
    Fremdes schürt hier Ängste

    Und der Glühwurm ist verschwunden
    Vielleicht hat er's hinausgefunden
    Vielleicht bleibt er noch drin' für Stunden

    Hab mich verheddert in mein Laken
    Keine mobilen Daten
    Ich kann nicht schlafen

    Ich kann nicht schlafen
    Ich kann immer noch nicht schlafen

    (02.01.2019)

  2. #2
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    Hallo dasbinich,

    das scheint eines deiner ersten Gedichte zu sein, das du je geschrieben hast, da es die eine oder andere Kinderkrankheit hat.
    Es wirkt so, als wolltest du in jeder Strophe jeweils nur ein einzelnen Reim verwenden zu wollen. Doch das klappt bei dir nicht ganz. Da sind relativ viele Reime dabei, die unrein oder gar keine sind. Wenn du dir beispielsweise "Dunkeln" und "Sekunden" laut vorliest, wirst du merken, dass es nicht wirklich gleich klinkt. Und im Gegensatz dazu "Dunkeln" und "Funkeln" vorliest, wird dir auffallen, dass da wirklich ein Gleichklang entsteht. Das hast du öfter. Außer der dritten und der vierten Strophe hast du keine, die drei gleiche Reime hat. Die meisten haben sogar gar keine (reinen) Reime. Reime sollten eigentlich, wenn sie eingesetzt werden, die Harmonie unterstützen. Doch das klappt bei dir nicht. da der Gleichklang eben nicht vorhanden ist. Schade.

    Die Idee hinter dem Gedicht gefällt mir eigentlich, indem du mehrer Dinge aufzeigst, wegen denen das lyrische Ich nicht schlafen kann, auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Glühwürmchen nicht genügend leuchtet oder zirpt, als dass es mich vom Schlafen abhalten würde. Aber das soll hier nicht stören.

    So wie ich Glühwürmchen kennen gelernt habe, leuchten sie für länger Zeit und nicht immer nur für kürzere Zeit.

    Vielleicht hat er's hinausgefunden
    Wofür steht hier das "'s"? Das ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn. Eigentlich kann es nur "es" sein. Doch das passt zu dem Satz nicht. Es müsste "Vielleicht hat er hinausgefunden". "Es" würde nur bei "herausgefunden" Sinn ergeben, aber das auch nur wenn er etwas und nicht aus dem Raum herausgefunden hat.

    Die drei Schlafen-Sätze am Schluss sind mir zu viel. Dass das lyrische Ich nicht schlafen kann, ist glaube ich recht offensichtlich. Da muss man es nicht in den letzten drei Versen erwähnen. Wenn du am Anfang schreibst, dass das lI nicht schlafen kann und dann am Ende "Ich kann immer noch nicht schlafen", dann fände ich das deutlich besser.

    Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
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  3. #3
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    Hallo Nachteule,

    danke für deine Tipps! Das Gedicht war mal ein bisschen was experimentelleres und formloseres, da es tatsächlich mitten in der Nacht entstanden ist, als ich nicht schlafen konnte.

    Ich denke, mit den Reimen in der ersten Strophe hast du recht, die sind etwas zu unrein. Da schaue ich mal, was ich ändern kann, auch wenn ich es inhaltlich ungern zu sehr ändern würde, da es wirklich so passiert ist. Und ich überlege mir auch, wie ich das "Ich kann nicht schlafen" schon am Anfang irgendwie unterbringe.

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Die Idee hinter dem Gedicht gefällt mir eigentlich, indem du mehrer Dinge aufzeigst, wegen denen das lyrische Ich nicht schlafen kann, auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Glühwürmchen nicht genügend leuchtet oder zirpt, als dass es mich vom Schlafen abhalten würde. Aber das soll hier nicht stören.
    Wachgehalten hat mich daran, dass ich immer wieder wissen wollte, wo es als nächstes auftaucht

    Die anderen Reime würde ich allerdings gerne so lassen, auch wenn sie (besonders in der vorletzten Strophe) etwas unrein sind. Das gefällt mir irgendwie und ich finde, das spiegelt auch ganz gut die Schläfrigkeit und ständig springenden Gedankengänge des lyrischen Ichs wieder.

    Trotzdem vielen Dank! Und da ich neu bin in dem Forum: Wie kann ich die überarbeitete Version des Gedichts hochladen? In einem neuen Thema oder bearbeitet man das alte irgendwie?

    Ganz liebe Grüße
    dasbinich

  4. #4
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    Hallo dasbinich,

    die Schläfrigkeit würde ich eher durch das Metrum darstellen, indem es holprig wird. Dann kann es auch eher unruhiger werden. Ruhig wird die Nacht ja dennoch sein und das herumwälzen durch einen unreinen Reim darzustellen, finde ich schwierig.

    Du kannst einfach bei deinem Originalbeitrag auf "Bearbeiten" klicken und dann das Gedicht verändern.

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