Seite 1 von 2 12 Letzte

Thema: Fensterseelen

  1. #1
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202

    Fensterseelen

    Fensterseelen

    Verborgen in der Dunkelheit
    seh' ich mir an, der Städte Nacht.
    Das Licht in jedem hellen Fenster
    ist eine Seele, die dort wacht.

    Die Tür zu diesen Fensterseelen,
    bleibt dem verschlossen, der hier fremd.
    Geöffnet wird die Tür meist nur,
    wenn dich die Fensterseele kennt.

    Die Seele lässt für Augenblicke,
    dich manch geheime Dinge sehn,
    du freust dich und fühlst dich ihr näher,
    doch ganz wirst du sie nie verstehn.

    Lightning



    --------------------------------

    Sry.. gleich noch ein "Kommentar" von mir selbst.. ich hoffe, im Arbeitszimmer ist das ok.

    Da ich ja gerade bezüglich Metrik/Metrum am Üben bin, wäre es nett, wenn mir jemand sagen könnte, ob ich mit den folgenden Annahmen richtig liege.
    Also nach ein paar Tagen lernen würde ich das Ganze jetzt wie folgt zerlegen:

    Verborgen in der Dunkelheit
    seh' ich mir an, der Städte Nacht. (zäsur beim komma)
    Das Licht in jedem hellen Fenster
    ist eine Seele, die dort wacht. (zäsur beim komma)

    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz
    xXxXxXxXx -> 4hebiger Jambus -> weibliche Kadenz -> katalektischer Vers?
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz

    Die Tür zu diesen Fensterseelen,
    bleibt dem verschlossen, der hier fremd. (zäsur beim komma)
    Geöffnet wird die Tür meist nur,
    wenn dich die Fensterseele kennt.

    xXxXxXxXx -> 4hebiger Jambus -> weibliche Kadenz -> katalektischer Vers?
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz

    Die Seel' lässt dich durch kurze Blicke,
    dann manch geheime Dinge sehn,
    du freust dich und fühlst dich ihr näher,
    doch ganz wirst du sie nie verstehn.

    xXxXxXxXx -> 4hebiger Jambus -> weibliche Kadenz -> katalektischer Vers?
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz
    xXxXxXxXx -> 4hebiger Jambus -> weibliche Kadenz -> katalektischer Vers?
    xXxXxXxX -> 4hebiger Jambus -> männliche Kadenz

    -----

    Somit wären es allgemein betrachtet jambisch alternierende 4hebige Reimverse?
    Und wäre das Reimschema hier als "Waise" zu betrachten? Oder als umarmender Reim, dem die Mitte fehlt? ^^
    Und die katalektischen Versenden und die 3 Zäsuren.. wären die jetzt rein formell betrachtet ein "Fehler"?
    Also müssten die katalektischen Verse und die Zäsuren ein Muster aufweisen, damit diese formell "richtig" wären?

    Sry.. aber auch, wenn ich wohl eher Prosagedichte weiter schreiben werde, würde ich gerne einige Dinge über diverse Regeln lernen.
    Daher wäre eine Antwort auf die Fragen sehr nett.

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (25.01.2019 um 04:37 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  2. #2
    Registriert seit
    Aug 2009
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    2.166
    Hallo Lightning,

    Du warst ja ganz schön fleißig! Freut mich, dass Du so interessiert bist. Wenn das so weitergeht, wirst Du mit der Zeit ein Ohr für metrische Verse entwickeln. Und irgendwann ist das überhaupt keine Arbeit mehr.

    Deine Ixerei und die Anmerkungen dazu sind fast alle richtig! Wörter wie "katalektisch" muss man nicht unbedingt kennen, es schadet aber natürlich nicht. Trochäische Verse mit männlicher Kadenz sind jedenfalls immer katalektisch, wenn man sich auf die Hebungszahl bezieht, weil ja immer die letzte Senkung fehlt. Wenn alle Versfüße vollständig sind, müssten sie ja weiblich enden. Jambische Verse enden bei vollständigen Versfüßen demnach immer männlich, und die mit weiblicher Kadenz nennt man hyperkatalektisch. Das musst Du Dir nicht merken, die Bezeichnungen männlich und weiblich sind völlig ausreichend.

    Mit Zäsuren musst Du Dich auch noch nicht näher befassen. Sie spielen vor allem bei Langversen ab sechs Hebungen eine wichtige Rolle, können auch Kurzverse, wie wir sie hier haben, schön auflockern. Auf jeden Fall ist eine Zäsur hier nie falsch, solange die Silben auf dem Metrum liegen.

    Der Reim nennt sich halber Kreuzreim, weil sich jeweils nur 2. und 4. Vers reimen. Da Deine Waisen ja den Reimpartner nicht brauchen, stört es auch nicht weiter, wenn sie sich in der Kadenz von den anderen unterscheiden.

    Sprachlich hätte ich einige Kritteleien, weiß aber nicht, ob Dir das wichtig ist. Wenn Du das als reinen Übungstext siehst, und da nicht mehr groß dran rumfummeln willst, kann ich auch einfach mal mit dem Pinsel drüberhuschen und die gröbsten Unschönheiten beseitigen. Dieser Vers


    du freust dich und fühlst dich ihr näher,
    xXxxXxxXx


    lässt sich nur dewegen jambisch lesen, weil die vorhergehenden Verse das Gewohnheitsmetrum so gut vorgeben. Schaut man den Vers separat an, würde man dreisilbige Versfüße hören (wie von mir geixt).

    Macht Spaß, Deine Fortschritte zu sehen!

    LG Claudi
    Geändert von Claudi. (09.01.2019 um 23:42 Uhr)
    com zeit - com .com

  3. #3
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202
    Hallo Claudi,

    Vielen Dank für deine Antwort!
    Freut mich, dass meine "Zerlegung" fast richtig war und evtl. auch Fortschritte zu erkennen sind.

    "Hyperkatalektisch" auch noch *g* Aber als katalektisch/hyperkatalektisch bezeichnet man nur Verse, bei denen die Kadenz aus unvollständigen Versfüßen besteht, da liege ich schon richtig, oder? Hab mir ja mittlerweile einiges angesehen.. da gäbe es definitiv sehr viel zu lernen, wenn man tiefer in die Materie eintauchen will. Wenn ich bei Wikipedia über die Liste der Strophen- und Gedichtformen schaue.. wird mir ganz anders

    Da Deine Waisen ja den Reimpartner nicht brauchen, stört es auch nicht weiter, wenn sie sich in der Kadenz von den anderen unterscheiden.
    D.h. wenn jetzt bei den Reimpartnern die Kadenz unterschiedlich wäre.. dann wäre es formell betrachtet ein "Fehler", richtig?
    Und der Vers, der nicht jambisch ist.. wäre dann so gesehen auch ein Formfehler? Gäbe es für diesen überhaupt einen Ausdruck?

    Weil ich kenne jetzt nur den Unterschied zwischen Jambus (xX), Trochäus (Xx), Daktylus (Xxx) und Anapäst (XXx).
    xXxxXxxXx wäre dann so gesehen nur eine Aneinanderreihung verschiedener Versmaße.. ohne Struktur?
    Oder würde das als irgendeine Variante des Daktylus durchgehen? ^^
    Und wenn alle Verse eines Gedichts in der Form xXxxXxxXx wären.. wäre das dann trotz einer Struktur auch als "Fehler" in der Metrik einzustufen, weil es evtl. keiner "Norm" entspricht? Sry, für die vielen Fragen.

    Wenn du bezüglich Wortwahl Verbesserungsvorschläge hast, wäre ich für diese natürlich auch dankbar. Da ich mich verbessern möchte, bin ich natürlich für alles offen und freue mich über jeden Vorschlag. Gerade was die Wortwahl betrifft, hätte ich noch zu lernen, wenn ich "richtige" Lyrik schreiben möchte. Mir fällt es im Moment nicht immer leicht, Worte zu finden, die ins Metrum passen.. weil meine Gedichte bisher ja Prosagedichte waren und einfach so geschrieben sind, wie ich denke/fühle. Die Gedichte nachträglich in vorgegebene Muster zu pressen ist ne Sache für sich.

    Ich bearbeite die Zeilen meist noch für mich selbst weiter.. will nur nicht immer wieder die Beiträge bearbeiten, um Änderungen einzufügen, sonst pushe ich die Beiträge immer wieder nach oben.

    Also auf jeden Fall nochmal besten Dank dafür, dass du so fleißig hilfst

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (10.01.2019 um 14:33 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  4. #4
    Registriert seit
    Aug 2009
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    2.166
    Hallo Lightning,

    Aber als katalektisch/hyperkatalektisch bezeichnet man nur Verse, bei denen die Kadenz aus unvollständigen Versfüßen besteht, da liege ich schon richtig, oder?
    Genau. Wie gesagt, wenn Du z.B. "vierhebig, jambisch, weiblich" sagst, reicht das (so ein Vers ist ja immer hyperkatalektisch, s.o.)


    da gäbe es definitiv sehr viel zu lernen, wenn man tiefer in die Materie eintauchen will. Wenn ich bei Wikipedia über die Liste der Strophen- und Gedichtformen schaue.. wird mir ganz anders
    Mit Theorie will ich es hier nicht übertreiben. Die kannst Du Dir gerne anlesen und bei Bedarf Fragen dazu stellen. Mir geht es hier im Forum v.a. um die Praxis.


    D.h. wenn jetzt bei den Reimpartnern die Kadenz unterschiedlich wäre.. dann wäre es formell betrachtet ein "Fehler", richtig?
    Und der Vers, der nicht jambisch ist.. wäre dann so gesehen auch ein Formfehler? Gäbe es für diesen überhaupt einen Ausdruck?
    Die Reimpartner müssen ja die gleiche Kadenz haben, sonst reimen sie sich nicht. Da habe ich mich wahrscheinlich blöd ausgedrückt. Ich wollte nur sagen, dass mich die kleinen Ausreißer nicht besonders stören (andere Leser vielleicht schon). Du scheinst den Eindruck zu haben, dass es für jede Reimkomposition rigide Vorschriften gibt. Das ist nicht so. Entscheidend ist letztlich der gute Klang. Wichtig ist nur, dass das, was der Autor rhythmisch und klanglich bewirken möchte, auch beim Leser ankommt. Wenn man das Gefühl hat, über eine Buckelpiste gejagt zu werden, schwindet der Lesegenuss.


    Und der Vers, der nicht jambisch ist.. wäre dann so gesehen auch ein Formfehler? Gäbe es für diesen überhaupt einen Ausdruck
    Das wäre ein metrischer Fehler oder zumindest metrisch nicht sorgfältig gearbeitet. Für einen Anfänger geht das aber durch, weil man, wie gesagt, aus dem Gewohnheitsmetrum schließen kann, wie der Vers gelesen werden soll.


    Weil ich kenne jetzt nur den Unterschied zwischen Jambus (xX), Trochäus (Xx), Daktylus (Xxx) und Anapäst (XXx).
    Der Anapäst geht so: xxX, dann gibt es noch den Amphibrachys: xXx, aber lass uns die dreisilbigen Versfüße jetzt noch nicht unterscheiden. Das setzt tiefere Kenntnisse (wohl auch praktische Erfahrung) voraus. Lass es uns so machen wie die meisten und solche Verse vorläufig einfach daktylisch nennen.


    xXxxXxxXx wäre dann so gesehen nur eine Aneinanderreihung verschiedener Versmaße.. ohne Struktur?
    Ne, das ist ein dreihebiger daktylischer Vers, nur vorne eine zusätzliche Senkung (Auftakt) und hinten eine weniger (katalektisch). Um genau sagen zu können, ob dieser Vers daktylisch, amphibrachisch oder anapästisch ist, müsste man wissen, wie das Metrum sprachlich ausgefüllt wurde. Das ist Stoff für Fortgeschrittene und hilft Dir, glaube ich, im Moment nicht groß, regelmäßige Metren zu üben.

    Ein unregelmäßiges Metrum wäre z.B. dies in Deinem Sandburgbeispiel

    brausende Wellen am Meeresrand
    XxxXxxXxX


    Wenn du bezüglich Wortwahl Verbesserungsvorschläge hast, wäre ich für diese natürlich auch dankbar.
    Okay, falls Du meine Aufgabe nicht annehmen magst, mach ich das. Einen größeren Lerneffekt bringt sicher, wenn Du das Gedicht in andere Reime kleidest und dieses Mal ohne Ausreißer. D.h. entweder alle Verse mit gleicher Kadenz, oder durchgängig m w m w bzw. w m w m. Du kannst wieder in V1 und V3 auf die Reime verzichten, aber wenn Du magst, auch ruhig den Kreuzreim probieren. Hast Du Lust?

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  5. #5
    Registriert seit
    Jun 2009
    Beiträge
    1.852
    Hallo Lightning,

    unabhängig von all den technischen Dingen...schreibe bitte niemals so etwas wie:

    Die Seel' lässt dich durch kurze Blicke,
    Wenn man sich selbst disqualifizieren möchte...dann mit solchen Wortverstümmelungen. Da kannst Du ansonsten technisch so einwandfrei schreiben wie du willst...solche "Wortschöpfungen" machen alles kaputt.

    Die Seel' lässt dich durch kurze Blicke,
    dann manch geheime Dinge sehn,
    du freust dich und fühlst dich ihr näher,
    doch ganz wirst du sie nie verstehn.
    Da Du "nur" b auf b reimst, kannst Du die Seel locker umgehen.

    Die Seele lässt, durch kurze Blicke,
    dich manch geheime Dinge sehn,

    besser jedoch (Logik)

    Die Seele lässt für Augenblicke
    dich manch geheime Dinge sehn




    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #6
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202
    Hallo ihr zwei!

    Wieder mal vielen Dank für die Antworten

    Und ja @Claudi, ich werde das mal versuchen, sobald ich Muse habe.
    Also heute eher nicht mehr ^^

    Ich versuche auch, zukünftig keine Wörter mehr zu verstümmeln.
    Eine eigene Schöpfung wars ja nich.. hab das in irgendwelchen Zeilen aus dem 16. Jahrhundert oder so gelesen x)

    Beste Grüße,
    Lightning
    Geändert von Lightning (10.01.2019 um 19:39 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  7. #7
    Registriert seit
    Jun 2009
    Beiträge
    1.852
    Es ist die Muse, die dich küsst - und die Muße, die dich verlässt...wenn sie es nicht tut.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  8. #8
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202
    Hmmm.. es war wohl nur eine halbe Muse zu Besuch.. die andere Hälfte macht sich Gedanken, weil morgen ne 24std Pflegekraft ins Haus zieht ^^

    Daher hat sie mir nur das eingeflüstert:

    Fensterseele

    Verborgen in der Dunkelheit,
    seh' ich mir an, der Städte Nacht,
    ein Licht, das durch die Fenster scheint,
    ist eine Seele, die dort wacht.

    Der Fensterseele Eingangstor,
    bleibt dem verschlossen, der ihr fremd,
    zur Seele steigst du nur empor,
    wenn dich die Fensterseele kennt.

    Die Seele lässt durch kurzen Blick,
    dann manch geheime Dinge sehn,
    du näherst dich mit viel Geschick,
    doch ganz wirst du sie nie verstehn.

    Soo @Claudi .. habs jetzt mit Kreuzreim und ohne Ausreißer versucht. Aber.. jetzt gefällt mir teilweise die Wortwahl noch weniger. Hab teilweise einfach nichts anderes gefunden, dass in die Struktur gepasst hätte. Und auch jetzt.. könnte man wohl die letzte Strophe sowohl jambisch, als auch trochäisch lesen.. richtig? Somit wäre jetzt nicht nur eine Zeile zu "verbessern", sondern gleich eine ganze Strophe. Also Zeilen zu finden, die wirklich nur auf eine Art gelesen werden.. ist wohl nicht so einfach.

    Gut.. evtl. hätte ich andere Worte gefunden, wenn ich nicht versucht hätte, es bei 8 Silben pro Vers zu belassen. Und wenn Zeilen schon stehen.. fällt es mir auch schwerer, diese nochmal zu ändern. Die sind dann irgendwie im Kopf eingebrannt. Da fällt es mir fast leichter, die Aussage zu nehmen und ein neues Gedicht darüber zu schreiben. Aber gut.. ist ja jetzt auch nur der Versuch, Claudis Aufgabe umzusetzen.. und der ist wohl in der letzten Strophe nicht ganz gelungen. Nicht umsonst gab es dort von Anfang an in v1 und v3 schon "Ausreißer"

    Dank dieser Version von s3 liest es sich auch eher, als wäre man ein Spanner.. und nicht mehr, als würde man über das Kennenlernen fremder Seelen grübeln. Ist evtl. auch der Tatsache geschuldet, dass ich hier die Einzahl genommen habe.. "Fensterseele" statt "Fensterseelen" ^^

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (12.01.2019 um 09:07 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  9. #9
    Registriert seit
    Jun 2009
    Beiträge
    1.852
    Zitat Lightning

    Soo @Claudi .. habs jetzt mit Kreuzreim und ohne Ausreißer versucht. Aber.. jetzt gefällt mir teilweise die Wortwahl noch weniger. Hab teilweise einfach nichts anderes gefunden, dass in die Struktur gepasst hätte
    Ich bin nicht Claudi, möchte dennoch darauf antworten:

    Ja, richtig erkannt - es liegt nicht am Kreuzreim...sondern an deiner Wortwahl und an deinem Satzbau

    Der Fensterseele Eingangstor,
    bleibt dem verschlossen, der ihr fremd,
    zur Seele steigst du nur empor,
    wenn dich die Fensterseele kennt.

    Das kann, egal was Du um diese Seelen herum aufbaust...nur in die Hose gehen. Wortwahl und Satzbau bedingen sich gegenseitig. Davon unabhängig ist alleine schon der Begriff "Fensterseele" als Eigenname grenzwertig...vielleicht vergleichbar mit "Busmann" (statt Busfahrer)...sie hat nicht den Nimbus eines Eismannes...wo es dann funktioniert. Umgedreht, "Seelenfenster", funktioniert auch...weil sich das Fenster zur Seele so etabliert hat, dass man Seelenfenster als Eigenname akzeptiert. Wenn Du dir mit solchen Überlegungen deinen Text nochmal vornimmst...führt dich das automatisch zur richtigen Wortwahl - d.h. im obigen Fall, dass du vermutlich das viersilbige Wort "Fensterseele" durch mehrere kurzzilbige Wörter ersetzt...und/oder auch das dreisilbige "Eingangstor". Die Silben sind sozusagen dein Spielgeld. Klar ist nur, dass Du acht Silben ein-setzen möchtest...doch wie du sie verteilst...da bist du vollkommen frei.

    Ich könnte dir jetzt Vorschläge machen, aber Du sollst ja selbst drauf kommen - aber einen kleinen Hinweis gebe ich dir gerne

    Der Fensterseele...
    als Satzende ok...als Auftakt problematisch

    der (männlich) Fenster (sächlich) Seele (weiblich)...da wird es dann schwer daraus noch etwas zu machen

    psoitives Gegenbeispiel

    der Regenbogen

    auch hier folgt ein viersilbiges Wort auf ein einsilbiges...aber durchgängig männlich und Regenbogen als ein Eigenname

    des Regenbogens hieße es dann in deinem Falle - auch nicht optimal...aber machbar...

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  10. #10
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202
    Hallo AD!

    Thx für deine Antwort.

    Hm.. der Begriff "Seelenfenster" ist in den Zeilen absichtlich verdreht. Das Gedicht dreht sich ja zum Teil um dieses Wort.
    Der Blick geht auf die Lichter in den Fenstern, die dann als Seelen betrachtet werden. Daher das Wortspiel mit den Fensterseelen.
    Das "Seelenfenster" bzw. das Fenster zur Seele, das Einblick in die Seelen gewährt.. wäre im Gedicht ja die Tür bzw. das Eingangstor.
    Klar, könnte ich die Fensterseelen einfach durch "Seelen" ersetzen, was auch bezüglich Claudis Aufgabe (gleiche Kadenz + Kreuzreim) einiges erleichtern würde, aber mir gefiel gerade dieses Wortspiel, daher wollte ich es erhalten.

    Allerdings nehme ich an, du weisst, wie ich es mir gedacht hatte und ich denke, ich weiss, was du mir sagen willst
    Die Silben in männlich, sachlich und weiblich zu betrachten, wird mir zukünftig sicher auch weiterhelfen.

    Da die letzte Version rein auf Claudis Aufgabe bezogen war, würden Vorschläge zu Wortwahl eher in Bezug auf meine eigentlichen Zeilen Sinn machen. Ich habe die Zeilen für mich noch so wie zu Beginn stehen.. mit dem Unterschied, dass ich deinen Vorschlag mit den "Augenblicken" eingebaut habe. Meine letzte Version werde ich ganz sicher nicht übernehmen. Da ging es mir wirklich nur um gleiche Kadenz + Kreuzreim und ich wollte ehrlich gesagt auch keine Ewigkeit mit den Zeilen verbringen, wenn ich sie nur für diese Übung hernehme. Da schreibe ich lieber ein neues Gedicht über deinen Regenbogen und die Farbenpracht der Seelen.. oder den verborgenen Schatz am Ende, der in jedem selbst verborgen liegt.

    Ich dachte bis jetzt auch, dass s2 rein aufs Metrum bezogen kein Problem darstellt und durchgehend 4hebig jambisch ist? Hätte jetzt evtl. einen "Fehler" in s3 gesehen, weil s3 evtl. jambisch und trochäisch lesbar ist. Aber gut.. mit meinem Glück ist s2 auch "falsch" *g*

    Naja.. mal auf die Aussage der Aufgabenstellerin warten.. und dann wieder auf meine Muse.. diesmal am besten auf eine vollständige

    Jetzt lieg ich allerdings erstmal mit Erkältung + Fieber flach.. gerade heute, wo die 24std Pflege irgendwann kommt und ich vorher noch aufräumen und ihr Zimmer richten muss.. hmpf. Werd mal anfangen, damit ich mich möglichst bald unter einer Decke verkriechen kann. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen ^^

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  11. #11
    Registriert seit
    Jun 2009
    Beiträge
    1.852
    Hallo Lightning,

    gute Besserung!

    Jetzt lieg ich allerdings erstmal mit Erkältung + Fieber flach.. gerade heute, wo die 24std Pflege irgendwann kommt und ich vorher noch aufräumen und ihr Zimmer richten muss
    24std Pflegerin...hm...ein anderes Wort für Ehefrau?!? Wie auch immer, Du solltest ihr schleunigst beibringen wie man die Zimmer aufräumt. Und ich würde, Mann ist ja kein Unmensch, ihr eine Stunde am Tag freigeben. Dann ist sie nur nur noch eine 23-Stunden Pflegerin, aber du darfst dann wenigstens ein reines Gewissen haben.

    Werde mir, wenn es denn irgendwann mal an der Zeit ist, auch eine 23-Stunden Pflegerin zulegen - habe auch schon eine genaue Vorstellung davon wie alt sie sein wird und wie sie aussieht.


    Hm.. der Begriff "Seelenfenster" ist in den Zeilen absichtlich verdreht. Das Gedicht dreht sich ja zum Teil um dieses Wort.
    Der Blick geht auf die Lichter in den Fenstern, die dann als Seelen betrachtet werden. Daher das Wortspiel mit den Fensterseelen.
    Das Seelenfenster zur Fensterseele zu machen...das funktioniert leider nicht. Fensterseele würde heißen das Fenster hat eine Seele. Das ist aber nur schwer... oder nur in der Poesie vorstellbar. Dein Text jedoch ist nicht poetisch. Allerdings: wenn ich an meine verschmierten Fenster denke, da könnte man dann schon meinen die führten ein Eigenleben...

    Gruß, A.D.



    ***Nachtrag: weil ich es einfach in den Raum warf...dein Text wäre nicht poetisch....bin ich dir noch eine Erklärung schuldig:

    Sille Nacht


    Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft. Einsam wacht Nur das traute heilige Paar
    Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft. Und dort wacht Nur das traute heilige Paar

    merkst Du den Unterschied??..."einsam" macht aus einer Beschreibung pure Poesie
    Solche "Kleinigkeiten" werden oft unterschätzt...aber sie machen eben den Unterschied aus

    Während man bei der Prosa oftmals versucht Adjektive zu vermeiden...sie zu umschreiben...sind sie in der Poesie von zentraler Bedeutung...was nicht heißt, dass man sie inflationär anwenden sollte...aber das richtige Adjektiv an die richtige Stelle gesetzt kann Wunder bewirken.

    exemplarisch dieses Gedicht von Novalis

    Zitat

    Ich sehe dich in tausend Bildern,
    Maria, lieblich ausgedrückt,
    Doch keins von allen kann dich schildern,
    Wie meine Seele dich erblickt.
    Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
    Seitdem mir wie ein Traum verweht,
    Und ein unnennbar süßer Himmel
    Mir ewig im Gemüte steht.
    Es wäre ohne seine Adjektive inhaltlich zu vermitteln...aber ohne nicht möglich es auch ganzheitlich zu fühlen

    80% der größten Poeten kamen und kommen aus dem deutschsprachigen Raum...weil unsere Sprache die schönste auf Erden ist. Wir wissen das leider nur nicht (mehr) zu schätzen
    Geändert von AndereDimension (13.01.2019 um 14:57 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  12. #12
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202
    Hallo AD!

    Doch nochmal kurz reingeschaut hier. Danke für die gute Besserung.. im Moment trifft wohl das Bild des sterbenden Mannes noch auf mich zu.. also hat es mich diesmal doch etwas härter erwischt

    Alter und Aussehen der 24Std Pflege hätte ich mir auch gerne ausgesucht.. aber in diesem Fall ist sie für meinen Opa. Er ist halbseitig gelähmt seit nem halben Jahr.. und für die Oma.. die vergisst immer mehr dank ihrer Demenz. Ich mit meiner Psychose kann die Beiden auch nicht pflegen.

    Das Seelenfenster zur Fensterseele zu machen...das funktioniert leider nicht. Fensterseele würde heißen das Fenster hat eine Seele. Das ist aber nur schwer... oder nur in der Poesie vorstellbar. Dein Text jedoch ist nicht poetisch.
    Gut.. was spricht dagegen, verschiedene "Stile" zu mischen? Also auch wenn es sich vielleicht nicht um Poesie handelt, weil in der Poesie wieder Regeln gelten, die ich nicht kenne.. erwarte ich von Lesern schon, dass sie etwas mitdenken und eine bildliche Vorstellungskraft besitzen. Vor allem, wenn die Zeilen in einfachen Worten geschrieben sind. Dass damit die Seelen hinter den belichteten Fenstern gemeint sind, sollte in dem Fall eigentlich keinerlei Erklärung bedürfen, weil es sich aus den Zeilen erschließt. Und wenn es sich um Prosa handelt, gelten ja auch keine Regeln. Warum dann kein Wort verwenden, dass vielleicht eine poetische Sichtweise fordert? Auch die Aussage bezüglich Adjektiven finde ich auf Prosa bezogen nicht richtig. Bei einem "freien Text" kann jeder machen, was er will. Vielleicht will man sie bei der Lyrik vermeiden?

    An meiner Wortwahl will ich zukünftig feilen, daher finde ich auch deinen Beitrag wieder sehr nett und hilfreich (nicht, dass du das falsch verstehst), aber Wortspiele wie die "Fensterseele", oder auch komplett neu gestaltete Worte, werde ich trotzdem weiter verwenden. Ich mag die deutsche Sprache vor allem, weil sie so detailreich ist. Wir haben für fast alles eigene Worte.. bei vielen anderen Sprachen steht 1 Wort hingegen für sehr viele unserer Worte. Ich mag die deutsche Sprache aber auch, weil man sehr leicht neue Wortschöpfungen bilden kann, die trotzdem sofort verstanden werden. Also es ist eine relativ modulare und ausbaufähige Sprache.

    Poesie in dem von dir gezeigten Sinn finde ich zwar schön, aber ich denke, in der Poesie finden häufig Worte Verwendung, die in der Alltagssprache nicht mehr gebräuchlich sind. Ich persönlich finde meist Gedichte, die so geschrieben sind, wie man denkt und spricht, einfach besser und verständlicher. Das Gedicht von Novalis gibt mir z.B. nicht viel. Wie gesagt, bin ich offen für Neues und lerne gerne dazu, daher sehe ich mir diverse Dinge jetzt genauer an, aber ich tendiere noch immer zu Prosagedichten und zu einer Mischung aus Allem.. daher werde ich mir wohl hauptsächlich Dinge über Metrik/Metrum aneignen, damit die Zeilen wenigstens schön rhytmisch zu lesen sind. Eine bessere Wortwahl wird mit Übung und Zeit hoffentlich von selbst kommen.

    Ich denke auch, dass vor allem jüngere Leser immer weniger Interesse an Lyrik/Poesie zeigen, weil sie eben mit den "alten" Worten oder ähnlich klingenden rhytmischen Mustern immer weniger anfangen können. Der jüngeren Generation geht es meiner Meinung nach eher um die Aussage und um das Gefühl hinter den Zeilen, als um die Worte selbst. Daher kommen vielleicht Songtexte in der heutigen Zeit oft besser an, als Lyrik und Poesie. Wenn man allen Regeln folgt.. kopiert man ja auch so gut es geht die großen Meister. Warum dann nicht gleich Zeilen vom "Meister" selbst lesen? Zudem habe ich in der Realschule z.B. nie etwas über Metrik/Metrum gelernt. So wird es vielen gehen. Jetzt, da ich einige Regeln kenne, betrachte ich das Ganze nochmal mit anderen Augen, weil ich die Arbeit hinter einigen Zeilen besser verstehe. Ob mir diese Zeilen dann mehr Gefühl schenken, ist eine ganz andere Frage. Aussage + Gefühl stehen für mich noch immer über handwerklichem Geschick.. und das bei jeder Art von kreativer Kunst. Ein "Kunstwerk" wird sicher auch nie jedem Betrachter gefallen.

    Hatte die Tage auch einen Artikel gelesen, in dem geschrieben stand, dass an Verbesserungen bezüglich Metrikprogrammen für den PC gearbeitet wird, um evtl. herauszufinden, ob hinter "modernen" Prosagedichten nicht doch diverse Muster zu finden sind. Also sucht man auch hier wieder nach diversen Dingen, die zukünftig dazu führen könnten, dass die jetzigen Prosatexte in ihren Formen kopiert werden. Dort stand auch, dass viele Verfasser von modernen Texten absichtlich diverse Formen der Dichtung verbinden, um etwas Neues zu schaffen.

    Also ich weiss schon, was du mir mit deinen Zeilen sagen möchtest und habe mich ja bereits dafür bedankt, aber ich wollte auch meine derzeitige Ansicht bezüglich Wortwahl und Regeln kundgeben. Um Gedichte so zu schreiben, dass sie bestimmten Regeln entsprechen, muss man sicher auch eine wahre Leidenschaft für die gewählte Form entwickeln, damit es richtig gut wird. Aber man muss wohl auch überlegen, welches "Publikum" man ansprechen will, wenn man Zeilen irgendwann öffentlich machen möchte.. und ich denke, das "Publikum" von Lyrik und Poesie ist ein ganz anderes, als das von Prosagedichten.

    Sry.. das war jetzt etwas abweichend von Claudis Aufgabe
    Aber.. immerhin zum Teil eine Begründung, warum ich Worte wie "Fensterseelen" verwende.
    So.. schnell wieder ins Bett.. toter Mann spielen ^^

    Beste Grüße,
    Lightning
    Geändert von Lightning (13.01.2019 um 23:33 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  13. #13
    Registriert seit
    Aug 2009
    Ort
    Bremen
    Beiträge
    2.166
    Guten Morgen Lightning,

    freut mich, dass Du die Herausforderung angenommen und sogar den Kreuzreim probiert hast! Wenn ich nur aufs Metrum schaue, und das war ja der Plan, hast Du es geschafft, Dein Thema in drei einwandfreie jambische Strophen zu verpacken.

    jetzt gefällt mir teilweise die Wortwahl noch weniger. Hab teilweise einfach nichts anderes gefunden, dass in die Struktur gepasst hätte. Und auch jetzt.. könnte man wohl die letzte Strophe sowohl jambisch, als auch trochäisch lesen.. richtig? Somit wäre jetzt nicht nur eine Zeile zu "verbessern", sondern gleich eine ganze Strophe. Also Zeilen zu finden, die wirklich nur auf eine Art gelesen werden.. ist wohl nicht so einfach.
    Die letzte Strophe ist jambisch. Ich mach die Hebungen mal fett. Einige Einsilber sind nur in dieser Zusammensetzung betont und könnten in einer anderen Umgebung auch unbetont sein. Aber die zweisilbigen Wörter mit ihren eindeutigen Betonungssilben lassen hier keine andere Lesart zu.


    Die Seele lässt durch kurzen Blick
    dann manch geheime Dinge sehn,
    du herst dich mit viel Geschick,
    doch ganz wirst du sie nie verstehn.


    Gut.. evtl. hätte ich andere Worte gefunden, wenn ich nicht versucht hätte, es bei 8 Silben pro Vers zu belassen. Und wenn Zeilen schon stehen.. fällt es mir auch schwerer, diese nochmal zu ändern. Die sind dann irgendwie im Kopf eingebrannt. Da fällt es mir fast leichter, die Aussage zu nehmen und ein neues Gedicht darüber zu schreiben.
    Das war eigentlich der Plan, dass Du versuchst, Dich vom bereits Geschriebenen zu lösen und alles nochmal neu zu formulieren. Das gibt sich aber mit der Zeit. Je mehr Routine Du bekommst, umso leichter wird es Dir fallen, Alternativen auszuprobieren und eine größere Auswahl zu schaffen. Wenn der Fundus groß genug ist, tut das Aussortieren auch nicht mehr so weh.

    Klar, wenn man sich für ein Reimgedicht entscheidet, nimmt man Beschränkungen auf sich. Viele brauchen diese Beschränkungen sogar, um überhaupt etwas aufs Papier bringen zu können. Du scheinst sie nicht zu brauchen, hast wohl einfach einen starken Drang zum Reimen, der sich manchmal nicht unterdrücken lässt, obwohl manche Themen, besonders die ernsten, mit großer Wahrscheinlichkeit reimlos besser rüberkämen. Probiere einfach weiter alles aus, wonach Dir der Sinn steht. Ich denke, Du bist auf einem guten Weg!

    Zu Sprache und Stil hat AD Dir ja schon einige wertvolle Tipps dagelassen. Da Du selbst im Moment an diesem Text nicht weiter basteln willst, hier nur noch zwei Dinge, die Du beim nächsten Gedicht vermeiden könntest. Das sind einmal solche Satzverstümmelungen:

    bleibt dem verschlossen, der ihr fremd, oder Verdrehungen:

    seh' ich mir an, der Städte Nacht,


    Zweitens ist das der plötzliche Wechsel von der Ichform zur Du-Ansprache. Wenn Du viel dazulernen willst, empfehle ich Dir, viele Gedichte und viele Kommentare zu lesen. Ich persönlich habe hier das Allermeiste aus den Kommentaren der alten Hasen gelernt. Hier noch ein paar handwerklich gut gemachte Reimgedichte aus der letzten Woche:

    Flüchtig, zugvögel, Ich will dich ums Verrecken retten!

    Gute Besserung und weiterhin viel Spaß beim Dichten!

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  14. #14
    Registriert seit
    Dec 2018
    Ort
    Im Moment genau hier.
    Beiträge
    202
    Hallo Claudi!

    Vielen Dank für deine Antwort.

    Wenn die Strophen jetzt alle jambisch sind, bin ich vorerst schon zufrieden. Immerhin ein Anfang *g*
    Das Umformulieren bereits verfasster Zeilen werde ich zukünftig auch öfter üben. Es sollte ja bezüglich Wortwahl neben dem Lesen anderer Zeilen auch eine sehr gute Übung sein. Ich habe es mir wohl etwas zu einfach gemacht, und nur die Zeilen für den Kreuzreim geändert. Wie gesagt.. Aussagen zu ändern fällt mir im Moment noch schwer. Ich hoffe, das wird schnell besser werden.

    Und ja.. vielleicht sollte ich auch darüber nachdenken, diverse Zeilen nicht als Reime zu schreiben. Der Drang zum Reimen kommt, weil ich beim Schreiben solcher Zeilen oft automatisch nach ein paar Minuten gedanklich zum Reimen wechsle. Also schreibe ich einfach auf, was praktisch von selbst kommt. Dann habe ich nach einer Stunde meist sehr viele 4Zeiler und kurze Zitate.. und versuche aus den Gedanken, die mir am besten gefallen, mehr zu machen. Vielleicht wäre es oft auch besser, die 4Zeiler für sich stehen zu lassen.
    Bin beim Schreiben wohl noch bei der Selbstfindung

    "Satzverstümmelungen" *g* wieder was Neues. Die hätte ich als solche gar nicht erkannt. Die Verdrehungen gefallen mir zum Teil sogar. Aber gut.. da werde ich wohl zukünftig zwischen Lyrik und Prosagedichten unterscheiden müssen und versuchen, dementsprechend Änderungen an den Zeilen vorzunehmen. Bei Prosa kann ich ja weiterhin so schreiben, wie es aus mir heraussprudelt. Was Lyrik angeht, werde ich erstmal fleissig üben.. da ist wohl einiges zu tun. Eure Kommentare haben mir auf jeden Fall sehr geholfen. Vielen Dank nochmal!

    Soo.. und jetzt werde ich hoffentlich schnell wieder fit.
    Vorher kommt die Muse nicht.. ich glaube, sie will sich nicht anstecken ^^

    Liebe Grüße,
    Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  15. #15
    Registriert seit
    May 2006
    Ort
    hannover
    Beiträge
    3.240
    Ist ein gedicht erst dann ein gutes gedicht wenn es metrisch sauber ist? Ich liebe metrische brüche um den lesefluss teils umzuleiten. Mit dem goldenen schnitt an der richtigen stelle sollte das doch sogar eine bereicherung sein, die den spannungsbogen erst spannt.
    Hmmm... Grübel grübel...

    Du freust dich und fühlst dich ihr näher
    xXxxxXxXx beton ich so und fall ungewollt auf die schnauze.
    Du freust dich schon - fühlst dich ihr näher
    xXxXxXxXx passt eigentlich auch optisch nicht, aber vom lesegefühl eine erwartungshaltung... Es erzeugt praktisch ein"warum?" für mich und ich würde es so einbauen.

    Bin ich doof? ))

    Ps.: joah... Bin ich! In meiner gewünschten form passt es ja wie faust auf fresse ins korsett. Habe aber in der originalfassung, wie eben schon geschrieben, das betonungsproblem.

    ... Könnte aber dann wohl auch an meiner doofheit liegen
    Geändert von heimlicheFeder (17.01.2019 um 11:20 Uhr)
    wissen zerstört... denken befreit

    MEINE WERKESAMMLUNG
    Meine Lesetips quer durchs Forum Sehnsucht,Mondlicht,Winterwind,Morgenstille,Wasserspiele
    ©
    T.C.

    alle meine werke bekommen von mir ( nicht ohne grund ) ein copyright aufgedrückt! wer eins kopieren möchte, BITTE FRAGEN!!

Seite 1 von 2 12 Letzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden