1. #1
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    der zug des lebens

    der zug des lebens fährt auf seiner spur
    ab und zu da hält er nur,
    um not und leid am weg zu sehen
    dann wünscht er sich es möge weiter gehen.

    doch irgendwann ist seine fahrt beendet.
    es geht nicht, wenn er nochmal wendet.
    der zug, er ist am zielort angekommen
    hat unser leben mit sich fortgenommen.
    Geändert von Margot (14.01.2019 um 10:01 Uhr)

  2. #2
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    Liebe Margot,

    ich bin so kommentierfaul geworden …

    Aber ich lese viele deiner Gedichte, und ich mag, wie du die Quintessenz aus all den Gedanken ziehst, die ganz sicher jede/n von uns umtreiben.

    Zu deinem „Zug“:
    Das ist ein schönes Bild. Ein Zug kann nicht so einfach umkehren mit ein, zwei Lenkradbewegungen, ein bisschen Zurück- und Vorstoßen wie bei einem Auto. Ein Zug ist fest gebunden an die Schienen, auf denen er fährt, die Schienen geben seine Richtung vor, und er fährt immer nur in eine Richtung bis zu seinem Endbahnhof. Ab und zu gibt es Weichen, aber selbst die Weichen kann der Zug bzw. der Lokführer nicht wählen. Sie werden an anderer Stelle gestellt.

    Ich habe dein Gedicht für mich ein kleines bisschen umformuliert, weil es mir so besser passt. Aber es muss dir selbst freilich nicht passen, was ich damit anstellte

    der zug des lebens fährt auf seiner spur.
    (Ich habe „schmaler“ durch „seiner“ ersetzt, weil ich denke, dass der Zug nicht bei allen Menschen und nicht immer nur auf schmaler Spur fahren muss. Aber ja: Er fährt auf seiner Spur.)
    und ab und zu da hält er nur,
    um not und leid am weg zu sehen.

    (Der anhaltende Zug ist für mich hier ein Sinnbild für die eigene Wahrnehmung und das eigene Handeln, aber auch das Nichthandeln, das Nichthandelnkönnen. Bei vielem können wir nur zusehen, aber nicht einschreiten oder allenfalls (aus der Ferne) versuchen, die Not und das Leid anderer zu lindern.)
    dann wünscht er sich, es möge weitergehen.

    doch irgendwann ist seine fahrt beendet.
    es geht nicht, dass er nochmal wendet.

    (Wir können unser Leben nicht noch einmal ab einer Stelle X neu leben.)
    der zug, er ist am ende angekommen.
    hat unser leben mit sich fortgenommen.


    Weißt du, eigentlich hätte ich dieses Gedicht eher in „Trauer und Düsteres“ gestellt. Denn aus deinem Gedicht spricht der pure Fatalismus: Unser Weg ist vorgegeben. Hie und da erleben wir (neben ein bisschen Glück, das du im Gedicht nicht erwähnst) unschöne Dinge, deren Lösung oder Einsortierung wir uns zur Aufgabe machen. Wir fühlen uns aber in vielen Situationen machtlos. Währenddessen verrinnt unsere Lebenszeit. Und am Ende stellen wir uns die Frage: Hätte ich denn etwas anders machen können oder sollen?

    Vielleicht hat jede/r von uns seine eigenen Gleise und seine Weichen, die ihm gestellt werden. Und manche von uns glauben im Rückblick, dass sie die Weichen für sich selbst gestellt hätten, und andere glauben im Rückblick, sie hätten die Weichen übersehen ...

    Wenn ich mir es an deinen Zeilen noch einmal überlege, dann sahen und sehen wir ständig viele Weichen vor uns, aber entscheiden uns immer nur in eine Richtung, weil die Weichen schon vor langem für uns gestellt wurden. Wir bilden uns hinterher nur ein, dass wir an einer Weiche die Richtung selbst gewählt hätten. – Das war jetzt wirklich fatalistisch von mir

    Ich habe mich sehr, sehr gern mit deinen Zeilen auseinandergesetzt

    Herzlich
    Honigblume

  3. #3
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    Hallo Margot (irgendwie kennen wir uns ja von fr¨her).
    du hast den Zug des Lebens zum Subjekt gemacht, nicht nur grammatikalisch, sondern als empfindend, leidend, handelnd. Zug ist meiner Sicht nach nur ein (Verkehrs) mittel für andere Subjekte. Er kann halten, aber er kann sich nichts wünschen.
    Die nur eine kleine Beobachtung.
    Unsere Mischpoke will nun von Dubai nach Oman fahren.
    Ich denke, wir begegnen uns wieder
    Silesio
    Ein ernster Mensch, der gerne lacht

  4. #4
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    Hallo Margot,
    da will ich mich auch mal zu deinem kleinen gedicht äußern.
    es hat mir sehr gefallen, dass und wie du das Thema aufgegriffen hast und, um es zu beschreiben,
    den vergleich zug gewählt hast.
    auch die reime, die benutzt hast, fand ich echt treffend.

    wie gesagt, gefällt mir sehr.
    gruß
    lina

  5. #5
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    liebe honigblume

    ich danke dir für deinen ausführlichen kommentar.
    du hast alles so genau beschrieben. die kleinen änderungen habe ich gerne übernommen.
    ich freue mich sehr,das dir meine gedichte gefallen,und das du dich sehr gerne mit meinen zeilen auseinander
    gesetzt hast.

    liebe grüsse margot

    lieber silesio

    auch dir danke für deinen kommentar.
    ja wir kennen uns von früher.du hast eines meiner gedichte kommentiert
    meine tochter richmodes und ich haben dich schon vermisst.
    wir wolten schon eine suchanzeige starten,
    ich hoffe auch,wir begegnen uns wieder.

    liebe grüsse margot

    liebe lina

    es freut mich ,das dir mein kleines gedicht gefällt
    hab dank für deinen kommentar
    und dir ein herzliches wllkommen im gedichte com

    liebe grüsse margot
    Geändert von Margot (12.01.2019 um 23:05 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Margot,

    wenn man Glück hat...ist es ein Zug der Deutschen Bahn...dann lebt man etwas länger - wird dafür auch noch entschädigt.

    "in" der Spur, wendet und beendet, kein Komma nach "nur" und kein "dann" vor wünscht

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Liebe Margot,
    der Zug wird ja nicht selten mit dem Leben vergleichen: ist man in den richtigen eingestiegen, wird man auch dort ankommen, wo man letzlich hin möchte? Irgendwo auf offener Strecke abzuspringen, scheint nicht ratsam, dass der ganze Zuge wendet, schließlich unmöglch, jdenfalls ohne großen Rangierbahnhof .

    Ich hoffe, du erlaubst, wenn ich auch noch mein Scherflein dazu beitrage, meine Gedanken zu einzelnen Passagen da lasse und Vorschläge mache.
    der zug des llebens fährt auf seiner spur
    ab und zu da hält er nur,
    um not und leid am weg zu sehen..
    dann wünscht er sich es möge weiter gehen..
    Bei 'llebens' hat sich ein überzähliges 'l' eingeschlichen
    Das der Zug 'ab und zu nur hält, um not und leid am weg zu sehen' erscheint mir nicht ganz schlüssig, Not und Leid sieht man doch auch aus dem fahrenden Zug, will man oft ga nicht so genau sehen. Und hält er nicht auch in Stationen, die reich und schön sind und Umsteigemöglichkeiten bieten?
    der zug des lebens fährt auf seiner spur,
    hält an, gerade dann, jedoch nicht nur,
    wenn not und elend ihm im wege stehen,
    dann wünscht man sich, es möge weitergehen
    Das nur als Anregung und Erläuterung für dich, wie ich es sehe und mir vorstellen könnte. Das bedeutet keinesfalls, dass du etwas ändersn musst oder sollst oder überhaupt ...
    doch irgendwann ist seine fahrt beended
    es geht nicht,wenn er nochmal wended.
    der zug er ist am ende angekommen.
    hat unser leben mit sich fortgenommen.
    Bei 'beendet' und 'wendet' hinten ein hartes 't', die zweimalige Nennung von Ende (beendet/ende) finde ich auch nicht so schön, da könnte man vielleicht einen Schlusspunkt, Zielpunkt ... daraus machen?
    doch irgendwann ist seine fahrt beendet,
    unmöglich scheint es, dass er jetzt noch wendet.
    so ist der zug am zielpunkt angekommen,
    hat unser leben mit sich fortgenommen.
    Hier gilt das Gleiche wie oben, soll nur eine Anregung, nichts weiter, sein.

    Dann wünsche ich dir zuletzt noch gute, störungsfreie Fahrt und viele schöne Erlebnisse und Begegnungen in deinem Lebenszug.

    Liebe Grüße
    mona

  8. #8
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    hallo a.d.
    ich habe die fehler beseitigt.
    ich danke dir fürs lesen meines gedichtes.


    liebe grüsse margot






    liebe monalisa

    du hast mir sehr gute vorschläge zu meinem gedicht gemacht. es ist so wie du es siehst.
    die änderungen gefallen mir sehr.ich danke dir,das du dir dafür die mühe gemacht hast.
    ich bin ja noch nicht so lange hier.daher bin ich froh zu erfahren wie man es verbessern kann.
    ich danke dir für die wünsche in deinem letzten satz.das wünsche ich mir auch. aber mein zug des lebens ist
    fast am ende angekolmmen.ich werde in diesem jahr 83,hoffe aber noch auf so einige schöne erlebnisse und begegnungen.

    liebe grüsse margot


    .
    Geändert von Margot (14.01.2019 um 10:04 Uhr)

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