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  1. #1
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    Dumme Gedanken

    Hast du die Teller gespült? Die Knochen den Hunden gebracht schon?
    Sind die Spuren des gestrigen Festmahls alle beseitigt?
    Dass kein strebsamer Junge davon zur Unzeit erfahre
    und über Meereswellen die Flucht nach Europa ins Aug fass?
    Auch die Geschenke von Weihnachten sollten wir besser verbergen!
    Wer uns sähe im Überfluss treiben, käme auf dumme Gedanken!
    Geändert von kaspar praetorius (13.01.2019 um 07:03 Uhr)

  2. #2
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    Im Vergleich die Totalität zu finden reißt dir ja immer mehr Worte aus dem Brett vor dem Kopf. Und so wird eines Tages im kompletten Chaos der Vorsicht und Nachsicht keiner mehr wissen wer was wie gesagt und gemeint hat weil eben keine Handlung nicht verhandelbar wäre. Als Verhalten zu sich selbst denn was wir darstellen müssen wir ja längst noch nicht sein, wenn der hungrige Neger sein Magenknurren irgendwann für Musik hält.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Hallo kaspar praetorius,

    das sind tatsächlich dumme Gedanken, die Du da äußerst.
    Dass kein hungriger Neger davon zur Unzeit erfahre
    und über Meereswellen die Flucht nach Europa ins Aug fass?
    erfahre also, daß es den Menschen in Europa materiell besser geht als den Afrikanern. Das wissen die doch längst und deshalb sind die Boote auch bereits unterwegs nach Europa. Was sollen also die Konjunktive?

    Ich nehme an, Du schriebst Dein Gedicht, damit wir ein schlechtes Gewissen haben, weil es uns so viel besser geht als denen in Afrika. Muß ich ein schlechtes Gewissen haben, weil es mir gut geht?

    In den Folgejahren des Krieges kamen Millionen Deutsche durch Hunger zu Tode. Hilfsgüterleistungen aus dem Ausland - auch aus der Schweiz - wurden von den Besatzungsmächten unterbunden. Meine Eltern sind Gott sei Dank nicht verhungert, sonst gäbe es mich nicht. Die Bevölkerung damals konnte für ihre Not genauso wenig wie dafür, daß es ihnen heute wesentlich besser geht. Es ist nun einmal so! Schicksal! Es gibt Leute, die werden zur falschen Zeit am falschen Ort geboren andere wiederum nicht. Wer kann das ändern?

    Wieviel "Neger" könnte die Schweiz wohl aufnehmen, bis man sie nicht mehr wieder erkennt? Das ist jetzt kein dummer Gedanke.

    Lieben Gruß

    Friedrich

    P.S. Keiner hindert Dich daran, im Monat an die 1000 Fränkli für wohltätige Zwecke in Afrika zu spenden oder Weihnachtsgeschenke dorthin zu verschicken.

  4. #4
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    Ein rassistisches Schimpfwort ist allerdings mehr als dumm.

    Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit
    Vergil: Aeneis III, 48

    Ich erstarrte, meine Haare standen zu Berge.
    Und die Stimme blieb stecken mir im Hals.

  5. #5
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    Wo ist denn hier ein "rassistisches Schimpfwort"? Wenn Du das Wort "Neger" meinst, dann sieh genau hin. Ich habe es als Zitatwort aus kaspar praetorius' Gedicht übernommen. Also gälte Dein Vorwurf ihm und nicht mir. Im übrigen, wer bestimmt denn eigentlich, was ein rassistisches Schimpfwort ist und was nicht. In und vor den 60er Jahren war das Wort "Neger" noch völlig harmlos und keiner ist zusammengezuckt, wenn er es hörte. Die 68er-Ideologie brachte eine Sprachzensur mit ins Land, die sich noch heute auswirkt.

    So viel dazu.

    LG

    Friedrich

  6. #6
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    Hallo Friedrich, wenn ich nicht direkt einen Diskutanten anrede, meine ich wohl den Dichter selbst; aber eine Apologie auf ein rassistisches Schimpfwort passt auch zu der Überschrift.

    Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit
    Vergil: Aeneis III, 48

    Ich erstarrte, meine Haare standen zu Berge.
    Und die Stimme blieb stecken mir im Hals.

  7. #7
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    Guten Morgen tutti
    Bevor hier der Ruf nach einem deutschen Trump oder "les gilets jaunes" ertönt, schwäche ich lieber in Eigenzensur meine Verse etwas ab, vielleicht huschen sie so sogar leichter über die Trommel, wer weiss.
    Das gibt mir Musse, zu überlegen, wie viele "Euroli" der Kollege Friedrich monatlich spendet, um mir eine Vorbild zu sein.
    Mich friert etwas. War das euer Ziel? Oder ists echt?
    KP
    Geändert von kaspar praetorius (13.01.2019 um 08:16 Uhr)

  8. #8
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    Hallo kaspar praetorius,

    Mich friert etwas. War das euer Ziel? Oder ists echt?
    Fühlst Du Dich ungeliebt? In die Ecke gedrängt? Was mich betrifft, so will ich Dir sagen, daß ich Dich für einen der kreativsten und fleißigsten User dieses Forums halte. Achteinhalbtausend Beiträge! Da komme ich mir dagegen ganz klein vor. Im übrigen finde ich Deinen jetzigen Beitrag sprachlich auch sehr gut. Allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher, worauf Du damit hinaus willst. Daß die Schwarzafrikaner bereits zu Tausenden nach Europa unterwegs waren und sind, müßtest Du doch wissen.

    Ich selber überweise keinen Euro nach Afrika, weil ich kein schlechtes Gewissen habe. Ich bin ziemlich gut informiert über das Leben im 16. Jahrhundert (Lutherzeit) und auch über das im 18. Jahrhundert (Goethezeit); den Leuten damals ging es entschieden weniger gut als uns. Kann ich das ändern? Ist das meine Schuld?

    Ein intelligenter Mensch hat einmal gesagt, "wir gehen mit der Welt so um, als hätten wir eine zweite im Kofferraum". Die Ausbeutung unserer Welt hat Ausmaße erreicht, daß man befürchten muß, daß bleibende Schäden entstehen oder daß für die nachfolgenden Generationen nichts mehr übrig bleibt. In diesem Sinne wäre es besser, wir Europäer - wie auch Amerikaner - lebten so bescheiden wie die Afrikaner, als daß wir Millionen von ihnen ermöglichten, so zu leben wie wir. Doch können wir da etwas ändern? Verbal ja, praktisch nein.

    Jetzt bist Du vor Blobstar eingeknickt und hast das Wort "Neger" durch "Junge" ersetzt. Blobstar sei zu sagen, daß es bereits vor 1970 "rassistische Schimpfwörter" gab nur eben dieses noch nicht. Wenn ich darauf hinweise, betreibe ich keine Apologie des Rassismus. Gewisse Leute spielen sich immer gerne als Sprachpolizei auf und maßregeln andere. Heute ist eine weitere Sprachregelung unterwegs, die des Genderismus. Muß ich da mitmachen, nur weil es den selbsternannten Sprachpolizisten so gefällt? - Nein!

    Lieben Gruß in die Schweiz!

    Friedrich

  9. #9
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    Wir leben aber nun mal nicht mehr in einem Jahr vor 1970. Vor fast 50 Jahren steckengeblieben zu sein ist auch nicht das Gegenteil von dumm.

    Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit
    Vergil: Aeneis III, 48

    Ich erstarrte, meine Haare standen zu Berge.
    Und die Stimme blieb stecken mir im Hals.

  10. #10
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    Hallo Blobstar,

    mit Verlaub: es ist auch nicht besonders intelligent, wenn man zu einem Gedicht nichts weiter zu sagen weiß, als daß darin in falsches Wort auftaucht. Dabei interessiert es nicht im Geringsten, ob das Wort im Kontext als "rassistische Beschimpfung" auftaucht oder nicht. Im Kontext hat es lediglich die Bedeutung "Schwarze" oder "Schwarzafrikaner".Wenn Dich der Kontext nicht interessiert, dann bedeutet das für mich, daß es Dir lediglich darum geht, Kaspar P. zu attackieren.

    Die Schweiz ist meines Wissens nach von den ideologischen Umtrieben der 68er weitgehend verschont geblieben. Es ist also durchaus möglich, daß die damit einhergehende Sprachzensur dort ausgeblieben ist und das Wort "Neger" nach wie vor dieselbe Konnotation hat wie bei uns vor 50 Jahren. Interessiert Dich das eigentlich?

    In den USA gibt es Bestrebungen, überlieferte Literatur von falschen Wörtern zu säubern. Wäre das nicht etwas für Dich? Mark Twains Huckleberry Finn ist dabei besonders ergiebig.

    LG

    Friedrich

  11. #11
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    Ja, der Neger, jener in uns selbst ist uns immer am nächsten....
    Die Schweiz im Windschatten bei 68? Was sagst du nun zu sowas? (vielleicht, dass wir danach nicht in die DDR integriert worden sind?)
    Die Weihnachtsfeste von Malibu sind übrigens schon längst über alle TV-Sender der Dritten Welt gegangen, also streiten wir hier um des Kaisers Bart, wenn der Streit echt ist.
    KP
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  12. #12
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    Hallo Kaspar

    ... wenn der Streit echt ist.
    Worum geht es in dem "Streit"? Dieses Forum gibt uns die Möglichkeit, die Früchte unseres Denkens und unserer sprachlichen Begabung anderen unentgeltlich zugänglich zu machen, sie ihnen gewissermaßen zu schenken. Darüber hinaus hat jeder registrierte User die Möglichkeit, ein "Thema" zu kommentieren. Für mich ist es dabei jedoch nicht gleichgültig, auf welche Art und Weise er das macht.

    In diesem Fall wurde von einem User ein von Dir verwendetes Wort willkürlich in einem Sinn verstanden, den der Kontext nicht hergibt. Nach diesem "Mißverständnis" hat er Dich als Rassisten attackiert, der "rassistische Schimpfwörter" benutzt. Ich denke, das kann man so nicht durchgehen lassen.

    Unsere ideologische Sprachpolizei erinnert mich an Schillers "Wilhelm Tell". Dort gilt es dem Geßler-Hut Tribut zu zollen. Die Neusprech-Leute verändern den Sinn bestimmter Worte und achten darauf, daß andere gemäß ihren willkürlichen Veränderungen handeln. Ansonsten gibt es moralischen Druck. So darf man auch nicht mehr ungestraft "Zigeuner" sagen und muß peinlich darauf achten, stets das weibliche Geschlecht eigens zu benennen (Schüler und Schülerinnen oder auch SchülerInnen). Meistens, um mir Ärger zu ersparen, halte ich mich daran, doch im Grunde widerstrebt es mir, vor diesem Geßler-Hut folgsam meinen Hut zu ziehen.

    Was den Inhalt Deines Gedichts betrifft, so frage ich mich, ob es sich für Wirtschaftsflüchtlinge immer lohnt, für Materielles, wie z.B. entbehrliche "Weihnachtsgeschenke", die Heimat zu verlassen, um auf Dauer in einem freiwilligen Exil zu leben? Ich habe dazu unlängst etwas ins Forum eingestellt - Maupassant L'Exil -: Leben in der Fremde, bei dem es um die Frage geht, warum die Bewohner der französischen banlieues regelmäßig so viele Autos anzünden. Hilfreich dabei war mir ein Aufsatz des französischen Schriftstellers Guy de Maupassant aus dem 19. Jahrhundert.

    Liebe Grüße

    Friedrich

  13. #13
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    man sollte eine auseinandersetung im forum nicht von vornhinein für einen sturm im Wasserglas halten. das habe ich nun gelernt. weiterhin teile ich gerne deine Affinität zu französicher sprache und Literatur.
    kp
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  14. #14
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    Zur Klarstellung noch, dass ich an keiner Stelle kaspar rassistisch genannt habe, sondern nur das Wort. Und das erste ergibt sich auch nicht automatisch aus dem zweiten.

    Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit
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  15. #15
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    Die Immigranten, waren überwiegen so wohlhabend, dass sie sich die Flucht leisten konnten. Dazu waren sie in ihrer Heimat nicht so wie unsere Armen ausgegrenzt. Sie finden bei uns eine gute Versorgung und Unterkunft vor und es geht ihnen hier vorübergehend gut. Den meisten davon wird es jedoch auf Dauer schlechter gehen wie in ihrer Heimat. Viele davon können nicht zurück. Zum Beispiel Fahnenflüchtige aus Syrien oder aus religiösen, politischen oder kriminellen Gründen Verfolgte.
    Leider wird im Ausland ein falsches Bild von Deutschland verbreitet und Fachkräfte abgeworben, so dass andere Länder dadurch geschwächt werden.
    Geändert von Hans Plonka (17.01.2019 um 12:35 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

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