Seite 2 von 2 Erste 12
  1. #16
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    $




    ES HANDELT SICH HIERBEI UM EINE FORTSETZUNGSGESCHICHTE! BITTE NICHT IN DIESEM FADEN KOMMENTIEREN, SONDERN IM KOMMENTARFADEN!!!!


    Link zum Kommentarfaden: https://www.gedichte.com/showthread....itischer-Krimi







    Kapitel 8

    Der Zustand in der Schweiz war chaotisch. Hans Kammermann schaute aus dem Fenster seiner Wohnung auf die Strasse hinunter und es war weniger los als sonst zu dieser Jahreszeit. Viele Menschen gingen noch immer ihrer Arbeit nach, aber man sah wenige durch die Strassen spazieren, um das Wetter zu geniessen. Auch innerhalb der Polizei war es ein Durcheinander. Polizeihauptkommissarin Besic hatte allen Oberseer Polizisten frei gegeben und ihnen geraten, in ziviler Kleidung ihrer Arbeit nachzugehen. "Helft den Menschen, wo ihr könnt. Aber überstrapaziert die Sache nicht. Ich will nicht, dass die Meat Queen oder sonst jemand sich veranlasst sieht, einen Anschlag auf jemanden der Oberseer Polizei zu verüben. Sollte aber der Fall eintreten, dass ich jemanden dringend brauche, werde ich euch persönlich kontaktieren. Bis dahin: Schöne Ferien!"
    Aber das waren keine Ferien. Die Lage war verstörend. Kammermann hatte an diesem Tag in der Migros einige Einkäufe gemacht. Ansonsten war er zu Hause geblieben. Am Abend schaute er wieder die Nachrichten aus Deutschland.
    Ernst Schrott moderierte an diesem Abend die Tagesschau: "Die Lage in der Schweiz hat sich verschlimmert. Nachdem die Schweizer Polizei immer drastischer gegen Kriminelle und Unerwünschte vorging, hat sich jetzt auch der Widerstand verschärft. Schon nur in dieser Woche wurden acht Anschläge auf Polizisten verübt. Sieben Polizisten und Polizistinnen kamen dabei ums Leben. Der Widerstand kommt aus allen Lagern. Es ist nicht mehr nur die Meat Queen, welche sich gegen die Polizei gestellt hat, sondern auch andere Gruppierungen gehen gegen die Polizei vor. Es wurde eine neue Partei gegründet, die SAPP, die Schweizerische Anti-Polizeipartei. Weiter verurteilen drei der grossen Parteien in der Schweiz das Vorgehen der Polizei. Die PAPS und die APS haben zudem ein Bündnis gemacht und rufen zum Widerstand auf. Die VP ist selbstverständlich auch nicht mit der Polizei einverstanden, da die Polizei das Fleischessen den Schweizer Bürgern und Bürgerinnen jetzt wieder erlaubt. Erstaunlich ist, dass auch Anthroposophen gewillt sind, Gewalt anzuwenden gegen die Polizei. Unsere Mitarbeiterin Hilde Wagner ist jetzt live am Goetheanum in Dornach im Kanton Solothurn der Schweiz. Sie spricht mit Reto Schwarz, der zum Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft gehört und am Goetheanum die Sektion der Schönen Wissenschaften leitet."
    Wagner sagte: "Danke ins Studio und danke Herr Schwarz für die Möglichkeit, mit Ihnen zu sprechen."
    "Aber gerne." Antwortete Schwarz.
    "Sie sind Anthroposoph und glauben an die Reinkarnation und das Karma. Und trotzdem tragen Sie eine Waffe. Wie ist das zu verstehen?" Fragte Wagner.
    "Wir Anthroposophen haben zwar ein Bündnis mit den Pazifisten. Aber das macht uns selber nicht auch zu Pazifisten." Antwortete Schwarz.
    "Aber ist es denn nicht schlecht für Ihr Karma, wenn Sie Gewalt anwenden?" Fragte Wagner weiter.
    "Das ist es tatsächlich. Aber wir sind jetzt in einer Notsituation. Natürlich könnten wir einfach nichts tun. Wir hätten dann vielleicht in folgenden Inkarnationen grössere Vorteile. Aber man muss sich immer auch fragen: Was passiert jetzt, in diesem Moment? Kann ich diese Situation ertragen oder muss ich etwas unternehmen? Und ich persönlich glaube, wir müssen etwas unternehmen." Erklärte Schwarz. (1)
    "Haben Sie persönlich schon einen Anschlag verübt auf die Polizei?" Fragte Wagner weiter.
    "Aus Solidarität mit all jenen, die schon einen Anschlag verübt haben, gebe ich keine Antwort auf diese Frage." Meinte Schwarz dazu, worauf sich Wagner für das Interview bedankte. Die Nachrichtensendung wendete sich dann einigen Themen zu, die hier nicht von Belang sind.

    (1) Hier wird sichtbar, dass der interviewte Reto Schwarz eine andere Auffassung vom Karma hat als Gaby Kuster, die im Kapitel 24 der Erzählung "Die Anschläge" interviewt worden ist. Dies liegt wohl vor allem daran, dass der Karma-Begriff nicht aus der deutschen Sprache stammt und somit stärker von seiner Interpretation abhängt als ursprünglich deutsche Begriffe.


    Kapitel 9

    Es war am nächsten Tag, als Müller Kammermann telefonisch kontaktierte. Die beiden hatten zwar in dieser Geschichte bisher nur sehr wenig miteinander zu tun, aber sie kannten sich doch und waren gewissermassen befreundet.
    "Hier Hans." Sagte Kammermann, dessen Handy angezeigt hatte, wer die Anruferin war.
    "Hallo Hans, hier ist Jasmin. Hör mal, ich sitze schon seit Tagen bei mir zu Hause und wollte dich fragen, ob wir mal etwas unternehmen wollen." Sagte darauf Müller.
    "Das können wir gerne tun." Antwortete Kammermann. "Hast du einen Vorschlag?"
    "Ich bin in letzter Zeit einfach etwas nervös und unruhig. Wir könnten vielleicht eine Wanderung unternehmen. Auf den Napf oder so." Sagte darauf Müller.
    "Das können wir schon machen. Allerdings wird das wohl wenig entspannend sein, da es kaum andere Wanderer auf dem Napf haben wird. Es wäre sehr auffällig, dies zu unternehmen." Gab Kammermann zu bedenken.
    "Hast du denn einen besseren Vorschlag?" Fragte darauf Müller.
    "Ich finde es stets sehr gemütlich in Dornach, am Goetheanum. Dort hat es inzwischen zwar immer eine ganze Menge Leute, aber man kann sich dort recht gut entspannen. Dornach ist zu einer Oase geworden in dieser schweizerischen Wüste." Sagte Kammermann.
    "Haben die Leute dort denn nicht etwas gegen Polizisten?" Fragte Müller.
    "Die Leute dort sind, soviel ich weiss, nicht mehr oder weniger tolerant als andere Leute. Aber sie wissen nicht, dass wir Polizisten sind und überhaupt habe ich vor zu kündigen. Ich habe die Kündigung nur noch nicht eingereicht. Aber das hat ja Zeit, denn wir sind momentan sowieso gewissermassen in den Ferien." Erklärte Kammermann.
    Und so kam es, dass sich Kammermann und Müller am Bahnhof Obersee trafen und über Basel nach Dornach reisten. Beide trugen Aktenkoffer, so dass sie aussahen, als würden sie arbeiten.


    Kapitel 10

    Etwa zur gleichen Zeit befand sich Eva Rölli noch immer im Polizeiposten Obersee und zahlte die Löhne der Polizisten. Sie sass an ihrem Computer und als sie damit fertig war, surfte sie im Internet. Dazu trank sie Kaffee. Sie trug einen Kopfhörer und hörte Musik. Indessen besuchte auch Knolle den Polizeiposten Obersee wieder einmal, weil er noch einige Notizen zu einem Buch, das er schreiben wollte, in seinem Büro vergessen hatte.
    Knolle war etwas überrascht, Rölli im Polizeiposten anzutreffen. Diese jedoch begrüsste ihn freundlich, als sie ihn bemerkte.
    "Es ist gefährlich, so alleine auf dem Polizeiposten zu sein, Eva. Was tust du hier?" Fragte er.
    Sie sagte: "Ich arbeite hier."
    Knolle schien etwas bedrückt zu sein und sich darüber Sorgen zu machen. Rölli erklärte ihm: "Wenn ich keinen Lohn erhalte, kann ich mir kein Essen kaufen und dann sterbe ich sowieso. Also bin ich hier und zahle die Löhne aus."
    "Gut, das macht Sinn. Aber was tust du, wenn plötzlich irgendwelche Störenfriede auftauchen und dir etwas antun? Kannst du dich denn überhaupt wehren?" Fragte Knolle.
    "Nein. Ich habe nur dieses Geodreieck und diesen Bleistift hier." Erklärte sie ihm.
    "Hier, nimm diesen Revolver." Sagte Knolle und händigte ihr seinen Revolver aus. "Diese Schusswaffe hat keine Sicherung. Du musst nur einfach hier diesen Abzug betätigen und schon schiesst du ein Loch in den Gegenstand, auf den du zielst."
    "Oh, danke." Sagte Rölli und legte die Waffe in ihre Schublade. "Und was tust du, wenn du jetzt angegriffen wirst?"
    Knolle antwortete: "Ich habe noch eine zweite Waffe."
    "Gut, dann ist jetzt ja alles in Ordnung." Sagte Rölli und Knolle nickte ihr zu, wobei er aber scheinbar daran zweifelte, dass jetzt alles in Ordnung war. Er ging in sein Büro und holte sein Notizbuch. Dann verabschiedete er sich von Rölli und wünschte ihr viel Glück.
    Sie antwortete: "Jede ist ihres eigenen Glückes Schmied!"
    Knolle verliess den Polizeiposten und er zweifelte daran, dass er jemals wieder hierher zurückkäme. Was er in diesen letzten Wochen gesehen und gehört hatte, liess ihn in Frage stellen, ob eine Institution wie die Polizei eine Daseinsberechtigung hatte.


    Kapitel 11

    Im Kino am Goetheanum wurden zu dieser Zeit jeweils die Nachrichten gezeigt, die Nachrichten des Auslands, versteht sich. Tatsächlich gab es einen so grossen Andrang der versammelten Leute, dass ein Beamer installiert wurde, so dass die Nachrichten an die Hinterseite des Goetheanums (die Ostseite) projiziert wurden. Wie jeden Tag gab es auch an diesem im deutschen Rundfunk einen Beitrag zur Situation in der Schweiz.
    Das Wort hatte Lara Schmidt: "Die Situation in der Schweiz hat sich weiter verschärft. Anscheinend gibt es jetzt auch unter den Schweizer Polizisten und Polizistinnen Uneinigkeit. Verschiedene Polizeiposten in der Schweiz sind nicht weiter bemannt. Die Polizisten und Polizistinnen streiken. Auf manchen Webseiten spezifischer Polizeiposten geben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Polizei bekannt, dass sie nicht weiter für General Wyss arbeiten wollen. General Wyss selber hat aber noch immer die Oberhand. Scheinbar ist er umgeben von einigen loyalen Polizeihauptkommissarinnen und -kommissaren und auch Polizisten von niedererem Rang. Die Ausschreitungen zwischen Polizisten, Zivilisten und Kriminellen nehmen indessen noch immer zu."
    Am selben Abend erfuhren Jasmin Müller und Hans Kammermann, dass der Polizeiposten in Dornach von Anthroposophen und Anthroposophinnen überrannt worden war. Petra Graf, die Hauptkommissarin von Dornach, hatte sich ergeben müssen und wurde in ihrem eigenen Gefängnis eingesperrt. Die Waffenkammer des Polizeipostens wurde von den Anthroposophen ausgeplündert.


    Kapitel 12

    Schon am nächsten Tag folgte ein weiterer Beitrag zur Situation in der Schweiz. Moderiert wurde das Ganze erneut von Lara Schmidt: "So wie es aussieht, wächst der Widerstand gegen die Polizei. Immer mehr Leute schauen diesem Bürgerkrieg nicht einfach zu, sondern wenden sich gegen die Polizei. Noch immer folgen viele Polizisten den Befehlen des Generals, aber die Lage könnte auch kippen. Das Zentrum des Widerstands ist das Goetheanum in Dornach, wo sich verschiedene Anthroposophen und auch Pazifisten versammelt haben, um von hier aus den Widerstand zu planen. Unsere Korrespondentin Hilde Wagner ist live vor Ort. Hilde Wagner, wie sieht die Lage aus?"
    Wagner antwortete: "Man sieht hier am Goetheanum immer mehr Leute mit Waffen. Dabei hat es nicht nur immer mehr Leute, sondern auch ein immer grösserer Anteil von ihnen trägt Waffen. Ich habe etwas herumgefragt und wie es aussieht, wurden die auf dem Polizeiposten Dornach gefundenen Waffen unter den Anthroposophen verteilt. Aber scheinbar waren die Leute hier auch schon vorher bewaffnet. Ich spreche jetzt mit Johannes Hofmann. Er lebt schon seit seiner Kindheit hier in Dornach und ist 82 Jahre alt. Herr Hofmann, wie kommt es, dass die Anthroposophen hier so gut bewaffnet sind?"
    "Das ist eine Geschichte, die bei uns Anthroposophen von Generation zu Generation weitergegeben wird. Sie wissen vielleicht, dass das der Grundstein für das erste Goetheanum im Jahr 1913 gelegt wurde, also ungefähr vor 250 Jahren. Als der Erste Weltkrieg am Toben war, fürchteten sich viele Leute davor, dass auch die Schweiz vom Krieg ergriffen werden könnte. Und man sagte sich: Sollte jemals eine feindliche Macht das Goetheanum angreifen, so wäre Widerstand angebracht. In der Silvesternacht vom Jahr 1922 auf das Jahr 1923 brannte das erste Goetheanum dann ja nieder. Wie auch immer, als dann der Zweite Weltkrieg tobte, war die Angst noch grösser und entsprechend legte man ein ernsthaftes Waffenarsenal an in dem Bunker unter dem zweiten Goetheanum. Und wie es aussieht zu recht! Wir sind jetzt in einer Lage, wo wir diese Waffen gut gebrauchen können!" Sagte Hofmann.
    Darauf Wagner: "Aber ist es nicht etwas sonderbar, dass Sie hier Waffen gebunkert haben? Ich meine, wer hätte das gedacht?"
    Da meinte Hofmann: "Oh, da dürfen Sie sich ja nicht täuschen. Viele Leute, die im Zweiten Weltkrieg der Machtergreifung der Nazis zunächst nur zugeschaut hatten, sagten sich nach dem darauf gefolgten Desaster, dass sie das nicht noch einmal wollten. Manche Personen, die heute eine Aussenseiterrolle innehaben, haben sich Waffen angeschafft, um sich wehren zu können, sollte wieder eine Diktatur folgen. Ich selber kenne einen Mann, über den ich hier nichts sagen will, um seine Identität zu schützen, ausser dieses: Dieser Mann, von dem ich rede, ist ein Aussenseiter und er hat tatsächlich in seinem Keller zwei Maschinengewehre, 12 Handgranaten und eine schusssichere Weste. Sie denken vielleicht, dass ich Sie anschwindle, aber er hat mir seine Waffensammlung selber gezeigt und gesagt: 'Sollte in der Schweiz jemals eine Diktatur vorherrschen, so werde ich mich wehren.'"
    Da meinte Wagner: "Danke für das Interview. Ihre Aussagen waren sehr erhellend!"
    Das Wort hatte danach wieder Lara Schmidt: "Danke auch an Hilde Wagner. Wir fahren fort mit dem Wetter und da die Schweiz kein eigenes Fernsehen hat, decken wir heute auch die Schweiz für unseren Wetterbericht ab. Ich kann schon mal sagen: Es wird sonnig!"
    Es folgte dann noch ein ausführlicher Wetterbericht. Müller und Kammermann spazierten noch eine Stunde lang in der Gegend herum und gingen dann schlafen. Sie hatten sich einen Platz in einem Haus um das Goetheanum ergattert und Schlafsäcke und Matten gekauft. Es ging ihnen also den Umständen entsprechend gut.


    Kapitel 13

    Am nächsten Tag erfuhren Kammermann und Müller, dass sich scheinbar in Basel eine grosse Ansammlung von Polzisten und Polizistinnen ereignete. Daraufhin riefen die beiden die Internetseite der Polizei ab, wo General Wyss ein Video gepostet hatte.
    Dies war die Nachricht Wyss': "Da die Anthroposophen mit ihrem Widerstand gegen die Polizei für eine unstabile politische Lage sorgen, habe ich entschlossen, die Anthroposophie zu verbieten. Gegen die Meat Queen konnten wir unterdessen vorgehen. Bis auf einige wenige Leute der Meat Queen konnten alle ihre Mitarbeiter festgenommen werden. Unser Hauptproblem sind nun die Anthroposophen und die Anarchisten. Mitglieder der Veganen Partei verhalten sich eher ruhig. Da das Zentrum der Anthroposophen und Anarchisten das Goetheanum ist, haben wir beschlossen, dieses Gebäude zu stürmen. Diese Nachricht geht also an alle, die sich momentan am Goetheanum aufhalten: Wer morgen Abend um 18 Uhr noch immer im und um das Goetheanum sich aufhält, wird von uns als Staatsfeind betrachtet. Wir werden nicht davor zurückschrecken, solche Leute festzunehmen. Leute, die Widerstand leisten, werden wenn notwendig auch mit Gewalt in unsere Gefängnisse gebracht."
    Kammermann und Müller waren sich einig, dass sie am Goetheanum bleiben wollten. Sie gehörten zwar nicht zum harten Kern, der sich jetzt noch innerhalb des Goetheanums aufhielt, aber sie wohnten doch in der Nähe des Goetheanums und es gefiel ihnen hier.











    Fortsetzung folgt jeweils Sonntags!
    Geändert von Ali (28.04.2019 um 13:20 Uhr)

  2. #17
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    $




    ES HANDELT SICH HIERBEI UM EINE FORTSETZUNGSGESCHICHTE! BITTE NICHT IN DIESEM FADEN KOMMENTIEREN, SONDERN IM KOMMENTARFADEN!!!!



    Link zum Kommentarfaden: https://www.gedichte.com/showthread....itischer-Krimi





    Kapitel 14

    Knolle gehörte zu den wenigen Leuten, die es sich nicht nehmen liessen, durch die Strassen zu spazieren. Er war noch immer Polizist oder wenigstens wurde er noch immer als Polizist bezahlt, aber das Ganze ging ihm doch zu weit. Er war nicht Polizist geworden, um einem verrückten Herrscher ohne Einwände zu folgen. Schon als Kind hatte er es als sinnvoll erachtet, für Recht und Ordnung zu schauen. So wie er das sah, schaute die Polizei nicht mehr für Recht und Ordnung, sondern für Unrecht und Unordnung.
    Auf seinem Spaziergang beobachtete er, wie einige Leute Bücher verbrannten. Das Feuer war etwa acht Meter hoch und noch immer gab es Leute, die Bücher hineinwarfen. Knolle starrte für kurze Zeit ins Feuer und entschloss sich, die Schweiz zu verlassen. Noch an diesem Abend fuhr er los in Richtung Frankreich. Noch würde ihn niemand daran hindern, die Schweiz zu verlassen. Da war er sich sicher. Aber wie lang das noch so war, das wusste er nicht.



    Kapitel 15


    Am selben Abend wurde am Goetheanum wieder die Tagesschau Deutschlands gezeigt. Lara Schmidt war die Moderatorin. Sie sagte: "Die Zustände in der Schweiz ähneln mehr und mehr einem Bürgerkrieg. Die Mehrheit der Polizisten steht hinter General Wyss und geht nach wie vor gegen Aussenseiter vor. Ein Anteil der Polizei leistet nun aber Widerstand. An mehreren Orten gab es Ausschreitungen von Polizisten gegen andere Polizisten. Nun hat Wyss auch noch angekündigt, das Goetheanum zu stürmen, das gemäss der UNESCO zum Weltkulturerbe gehört. Da Wyss ein eher unberechenbarer Herrscher ist, hat die EU nun entschieden, einzuschreiten. Die Armeen der Länder rund um die Schweiz wurden mobilisiert und werden nun die Schweiz von Wyss' Diktatur befreien. Es ist der Plan, dass in der Schweiz, sobald diese unter der Herrschaft der EU ist, das Europäische Recht gilt. Die Verfassung der Schweiz wird vorübergehend aufgehoben. Dies ist zumindest der Plan der EU und die EU wird daran so lange festhalten, bis in der Schweiz wieder Ruhe eingekehrt ist und die Schweiz wieder auf eigenen Füssen steht. Matthias Fuchs führt ein Interview mit einer Soldatin, welche an der Invasion der Schweiz über den Baseler Zoll beteiligt ist. Ich übergebe das Wort an Matthias Fuchs."
    Matthias Fuchs erschien im Bild und meinte: "Danke ins Studio. Ich interviewe jetzt Nicole Schneider. Frau Schneider, Sie nehmen Teil an der Invasion der Schweiz. Was hat Sie zu diesem Einsatz bewogen?"
    "Als Kind habe ich die Schweiz ab und zu besucht und ich halte die Schweizer für herzensgute Menschen. Sie haben diese Diktatur von Wyss auf keinen Fall verdient und müssen von diesem Übel befreit werden." Antwortete Schneider.
    "Fürchten Sie sich denn nicht vor diesem Einsatz? Immerhin kämpfen sie gegen die Polizei der Schweiz, die für ihre Ordentlichkeit und gute Ausbildung auch international bekannt ist..." Gab Fuchs zu bedenken.
    "Wir werden sehen, wie die Sache ausgeht. Es ist sicher eine gefährliche Angelegenheit, aber ich denke doch, dass wir besser bewaffnet sind als die Schweizer." Sagte darauf Schneider.
    "Und wie ist es mit der Berechenbarkeit der Schweizer Polizei? Ist es nicht etwas unsicher, wie genau die Polizei vorgehen wird gegen die Invasoren?" Fragte Fuchs weiter.
    Schneider antwortete: "Wir werden sehen."
    "Danke für das Interview." Sagte Fuchs: "Ich gebe das Wort zurück ins Studio."
    Es war wieder Lara Schmidt zu sehen, die den Wetterbericht ankündigte. Müller und Kammermann spazierten noch etwas durch die Gegend.



    Kapitel 16

    Am nächsten Tag wurde von Basel aus die Polizei nach Dornach transportiert. Es gab Schiessereien. Kammermann und Müller gerieten unter Beschuss und hatten keine andere Wahl, als ins Goetheanum zu flüchten. Dort waren sie bei weitem nicht die einzigen. Es waren wohl einige hundert bewaffnete Leute, die sich jetzt im Goetheanum aufhielten. Das Goetheanum war umringt von einem Polizeiaufgebot. Die Polizistin, welche den Angriff leitete (Claudia Weber) sprach in ein Megaphon: "Ergebt euch jetzt. Kommt mit erhobenen Händen aus dem Gebäude und wir versprechen, dass ihr einen fairen Prozess erhaltet."
    Daraufhin schrie jemand im Goetheanum: "Nieder mit der Polizei!"
    Die Sache wäre wohl noch gefährlich geworden, wenn nicht die Polizei ihrerseits wieder von den Armeen aus dem Ausland umringt worden wäre. Letzten Endes musste die Polizei aufgeben. Dies war so am Goetheanum und auch an anderen Orten in der Schweiz. Die Schweiz geriet unter fremde Herrschaft.



    Letztes Kapitel

    Einige Monate später schauten Kammermann und Müller die Tagesschau der Deutschschweizerischen Republik. Isabelle Toggenburg war am Mikrofon: "Heute Abend machen wir einen kleinen Rückblick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres. Die meisten von uns können sich noch daran erinnern, dass noch im letzten Juli das Fleischgesetz galt und das Essen von Fleisch deshalb verboten war. Es gab damals vor allem zwei Organisationen, welche die Schweiz mit Fleisch versorgten. Die Arbeiter der Meat Queen sowie die Arbeiter des Sausage Lords. Diese zwei Organisationen gibt es heute nicht mehr und es würde auch gar keinen Sinn machen, wenn es sie noch gäbe, denn heute gilt das EU-Recht. Jeder und jede kann so viel Fleisch verzehren, wie er oder sie nur will und vermag. Trotzdem wird von manchen Leuten gemunkelt, dass im Untergrund diese Organisationen noch fortbestehen und nur darauf warten, wieder aktiv zu werden, sollte das Fleischgesetz jemals wiedereingeführt werden. Es gibt auch tatsächlich vereinzelte Stimmen, welche dieses Gesetz von neuem einführen wollen. Aber das sind nur Extremisten. Einige Zuschauer können sich vielleicht auch noch daran erinnern, wie von der Schweizer Polizei der Versuch unternommen worden war, das Goetheanum einzunehmen. Dieses konnte bekanntlich aber bis zum Schluss Stand halten. Wir sind heute alle sehr stolz auf unser Goetheanum, denn es ist fürwahr ein Zeichen für unsere Freiheit."
    Kammermann und Müller konnten sich beide noch gut daran erinnern, was damals geschehen war. Sie waren ja selber dabei gewesen. Die Schweiz war von der EU dann aufgeteilt worden, um die Überwachung zu vereinfachen. Die Deutschschweizerische Republik wurde von Deutschland und Österreich überwacht. Zu ihr gehörten die ganze ehemalige Deutschschweiz wie auch die rätoromanische Schweiz. Die Italienischschweizerische Republik wurde von Italien aus regiert und die Französischschweizerische Republik von Frankreich aus. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schweiz wieder auf eigenen Füssen stand.


    Epilog

    Viele Jahre Später: Der Metzger stand hinter dem Tresen und weidete gerade ein Hühnchen aus. Die Vegane Partei war von neuem eine der wichtigsten Parteien und von neuem war der Beruf des Metzgers verboten. Aber was konnte er anderes tun, als trotzdem weiterzuarbeiten? Er befand sich im Keller eines Nachtclubs und also in Sicherheit, soweit er das beurteilen konnte. Seine Kunden waren nicht schlechte Menschen. Sie hatten einfach gerne Fleisch.
    Der Metzger hatte zwar gehört, dass es in letzter Zeit einzelne Anschläge auf Verkaufsstellen des Sausage Lords gegeben hatte, aber die Chance war klein, dass auch ihm, dem Metzger, etwas zustossen würde.
    Der Metzger hörte, wie jemand drei Mal an die Tür klopfte und also ging der Metzger zur Tür hinüber und öffnete sie. Eine ältere Dame betrat den Raum und inspizierte die verfügbare Ware.
    "Ich habe hier vorzügliches Trockenfleisch." Sagte der Metzger.
    "Die Hühnchen sind heute teurer als letzte Woche." Antwortete die Frau.
    "Die Bullen haben eine unserer Fabriken entdeckt. Wohl wegen dem Stromverbrauch der Brutkästen oder so." Sagte der*Metzger*und zuckte mit den Schultern.
    "Dann nehme ich etwas von dem Bündnerfleisch." Sagte die Frau.
    "Wie viele Scheiben?" Fragte er.
    "Fünf." Sagte sie.
    Der*Metzger*schnitt fünf hauchdünne Scheiben Bündnerfleisch ab, verpackte sie sorgfältig, nahm das Geld entgegen und händigte der Frau das Fleisch aus. Er wollte gerade etwas sagen, als die beiden Schüsse hörten oben im Club. Sie hörten etwas die Treppe runterpoltern und eine Stimme rief: "Grüsse von der Königin!"
    Die Granate explodierte und riss den*Metzger*und die Kundin in kleine Stücke.











    Damit ist der Hauptteil dieser Geschichte zu Ende. Es folgen nun jeweils Sonntags einzelne Episoden, die in der Welt spielen, wie sie nach dieser Geschichte besteht.

  3. #18
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    $




    ES HANDELT SICH HIERBEI UM EINE FORTSETZUNGSGESCHICHTE! BITTE NICHT IN DIESEM FADEN KOMMENTIEREN, SONDERN IM KOMMENTARFADEN!!!!



    Link zum Kommentarfaden: https://www.gedichte.com/showthread....itischer-Krimi





    Der verschwundene Schuh



    Kapitel 1

    Es war an einem Freitag, dem 13., als Polizeihauptkommissarin Besic am Abend Anstalten machte, nach Hause zu gehen, und dann lauthals bekannt gab, dass ihr linker Schuh fehlte.
    "Ich hatte noch befürchtet, dass heute ein schlechter Tag wird!" Sagte sie: "Gerade heute Morgen ist mir eine schwarze Katze über den Weg gelaufen und dann ist erst noch ein Freitag, der 13.!" Sie schüttelte den Kopf und schaute die etwas erschrocken wirkende Astrid Grün beinahe wütend an. Besic setzte ihre Rede fort: "Mein linker Schuh fehlt! Was für ein Pech! Wer von euch war es?" Sie blickte um sich und fuhr fort: "Wer von euch hat sich diesen Scherz erlaubt?" Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, doch sie fuhr mit energischer Stimme fort: "Der Spass ist vorbei! Ich will meinen Schuh zurück!"
    Betroffen stammelte Grün: "Ich war es nicht... Kein Angestellter würde jemals deinen Schuh stehlen, Mirjeta. Es muss ein Besucher gewesen sein!"
    Eva Rölli blickte Mirjeta Besic nachdenklich an und sagte: "Das denke ich nicht."
    "Ich will keine Spekulationen, ich will Resultate!" Rief Besic: "Machen wir doch einen Wettbewerb daraus: Bis nächsten Montag will ich von jedem hier anwesenden Polizisten und jeder Polizistin eine Theorie, was mit meinem Schuh passiert sein könnte. Wer die beste Theorie hat, erhält eine Gehaltserhöhung. Und das Ganze geht noch weiter: Wer mir den Täter oder die Täterin ausliefern kann, der wird um einen Rang erhöht. Und damit alle daran denken und die Sache nicht einfach wieder vergessen, setze ich meinen rechten Schuh, den hier, hier auf diesen Tisch. Die Kekse, die sonst immer auf diesem Tisch liegen, verwahre ich nun persönlich. Es gibt keine Kekse mehr, bis mein linker Schuh zurück oder zumindest der Täter oder die Täterin bestimmt ist!" Sagte Besic mit lauter Stimme.
    Beteiligt an diesem Wettbewerb waren Astrid Grün, Friedrich Krumm und Jana Portmann. Dies waren nicht besonders viele Polizisten und Polizistinnen, aber seit die PP zerschmettert worden war, gab es in den schweizerischen Republiken, das heisst der ehemaligen Schweiz, wieder viel weniger Polizisten. In Obersee waren es nun nur noch die drei Aufgezählten plus Polizeihauptkommissarin Mirjeta Besic plus der verschollene Kurt Knolle. Und da war dann natürlich auch die Sekretärin Eva Rölli, die eigentlich gar keine Polizistin war, sondern eben nur eine Sekretärin. So viel zu dieser Angelegenheit.


    Kapitel 2

    Besic schaute bei sich zu Hause die Nachrichten. Das Schweizer Fernsehen war wieder intakt. Zwar war noch immer die Anwesenheit der Deutschen Armee spürbar, aber die Tagesschau wurde wieder vom Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. An diesem Abend war es einmal mehr Fränzi Wicky, welche die wichtigsten Nachrichten des Tages moderierte. Eine Nachricht fand Besic besonders interessant, so dass sie beinahe vergass, ihre Zigaretten zu paffen. Bald würde der Winter kommen und dann war es zu kalt, um bei offenem Fenster Zigaretten zu paffen. Deshalb paffte Besic nur die Hälfte des Jahres ihre Zigaretten.
    Fränzi Wicky sagte: "Offenbar haben letzte Nacht einige Gegner der Deutschen Besetzung der Schweiz ein Zeichen gesetzt. An verschiedenen Orten wurden während der Dunkelheit Rinder freigelassen. Zudem wurden Plakate aufgehängt mit dem Slogan 'Für eine freie Schweiz!' Das Rind soll dabei wohl ein Zeichen für die Schweiz sein. Ich führe ein Interview mit dem Politologen Hubert Noser. Herr Noser, was halten Sie von dieser symbolischen Tat?"
    Auf dem Bildschirm erschien Hubert Noser, ein alter Glatzkopf. Er sagte: "Die Täter scheinen die Auffassung zu vertreten, dass das Rind ein Symbol für die Schweiz ist. Mit den freigelassenen Rindern wollen sie andeuten, dass auch die Schweiz wieder freigelassen werden sollte."
    Fränzi Wicky schien durch diese Antwort wenig befriedigt: "Ja, das habe ich soeben gesagt. Aber was ist davon zu halten?"
    Darauf Noser: "Nun, es müssen irgendwelche Schwachsinnige gewesen sein, die das durchgeführt haben. Zum einen erinnern diese Idioten daran, dass wir im Ausland als Kuhschweizer gelten, zum anderen..."
    Auf dem Bildschirm erschienen einige Naturbilder, bis wieder Fränzi Wicky zu sehen war, die sagte: "Leider müssen wir das Interview mit Herrn Noser unterbrechen. Wegen seinem unhöflichen Sprachgebrauch passt Huber Noser nicht in unser Programm. Aber ich kann vielleicht unsere Wetterfrau zu dem Thema interviewen."
    Auf dem Bildschirm erschien Lydia Rösli, die ansonsten eigentlich nur das Wetter moderierte. Grinsend sagte sie: "Ja hallo Fränzi, schön, dass wir so unerwartet miteinander zu tun haben."
    Darauf Wicky: "Es freut mich auch. Also sag doch du einmal: Was ist von dieser Aktion zu halten? Wird es die Schweiz irgendwie weiterbringen, dass diese Rinder freigelassen worden sind?"
    Rösli: "Also auf das Wetter wird das bestimmt keinen Einfluss haben. Auch ist es merkwürdig, dass die Leute noch immer das Rind als Symbol für die Schweiz sehen. Wir Schweizer und Schweizerinnen haben ja kein besonderes Verhältnis zu den Rindern. Wir verspeisen diese Tiere, seit das Fleischverbot weg ist, ebenso wie alle anderen. So gesehen könnte man diese Tat eher auf hinduistische Länder beziehen, in welchen Kühe heilig sind."
    Wicky: "Und wird diese Tat irgendeinen politischen Effekt haben?"
    Rösli: "Wohl kaum. Wie wir alle wissen, hat die EU entschieden, dass für zwanzig Jahre die Schweiz besetzt werden soll. Das sind jetzt also noch 19 Jahre und 10.35 Monate. Ich denke nicht, dass diese Tat dieser vermutlich nationalistisch gesinnten Aktivisten einen Einfluss auf diese Entscheidung der EU hat. Wir Schweizer haben Blödsinn gemacht, jetzt müssen wir unsere Strafe auch absitzen."
    Darauf meinte Wicky: "Danke an Lydia Rösli. Wir werden wohl in Zukunft wieder einmal unsere Wetterfrau konsultieren, wenn dies von Nöten zu sein scheint."
    Lydia Rösli nickte freundlich und Fränzi Wicky sagte: "Das wäre es für heute von der Tagesschau."
    Besic schaltete den Fernseher aus.


    Kapitel 3

    Am nächsten Montag nahm Friedrich Krumm eine Handvoll Kekse. Besic hatte also ihr Wort nicht gehalten. Sie hatte nicht ihren noch erhaltenen Schuh auf den Tisch gestellt statt den Keksen. Darüber schien Krumm sich zu freuen, der in der Pause immer Kekse zu sich nahm.
    Besic versammelte ihr Team und verlangte, dass jeder und jede Beteiligte eine Theorie zum Besten gab, wieso wohl der Schuh verschwunden war.
    Astrid Grün meldete sich als erste: "Unsere Garderobe ist nur Polizisten und Polizistinnen zugänglich. Allerdings glaube ich nicht, dass jemand von uns es war. Es muss ein Besucher oder eine Besucherin gewesen sein. Aber woher sollte ich wissen wer? Es könnte jemand vom Putzteam gewesen sein..."
    Eva Rölli war auch vor Ort und unterbrach sie: "Das Putzteam ist nur donnerstags hier. Das Verbrechen geschah am Freitag, heute ist Montag."
    "Dann war es eben niemand vom Putzteam, sondern ein sonstiger Besucher!" Meinte darauf Grün.
    "Gut, gut," sagte Besic: "Andere Theorien?"
    Friedrich Krumm meldete sich ebenfalls: "Also ich kann mir nicht vorstellen, warum jemand diesen Schuh stehlen wollte. Ein einzelner Schuh ist völlig wertlos. Wenn jemand den Schuh gestohlen hätte, dann hätte er wohl gleich beide Schuhe gestohlen. Es muss also jemand gewesen sein, der etwas gegen die Polizei hat! Und das könnte nach der Diktatur von General Wyss so ziemlich jeder gewesen sein, der nachtragend ist. Jemand, der am Freitag hier war, muss sich Zugang verschafft haben zur Garderobe! Vielleicht hat er den Schuh nicht einmal gestohlen, sondern einfach die Toilette runtergespült!" Krumm nickte.
    "Und wie finden wir heraus, wer es war?" Fragte Besic.
    Darauf Krumm: "Hat denn niemand etwas bemerkt? Hat niemand jemanden gesehen? Gibt es keine Videoüberwachung?"
    "Wenn das so wäre, so hätten wir diese Diskussion nicht." Warf Rölli ein.
    Besic ignorierte diesen Kommentar und wendete sich an Jana Portmann: "Und du? Hast du eine Theorie?"
    Portmann antwortete: "Ich habe eine Liste erstellt von den Personen, die freitags auf dem Polizeiposten waren. Das waren wir fünf plus 13 andere. Von diesen 13 wurden acht gleich am Tresen wieder abgewimmelt, während fünf genauer angehört wurden. Vier davon beklagten sich wegen einem Verbrechen und erstatteten Anzeige. Jemand, und zwar eine Frau namens Gertrud Bachmann, erkundigte sich bei uns, weil sie einen Film drehen wollte. Sie hatte im Sinn, einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf unserem Polizeiposten zu interviewen für einen Dokumentarfilm. Sie ist die Hauptverdächtige, da alle anderen zum Aufgeben einer Anzeige ihre Identitätskarte zeigen mussten. Vielleicht hat sie einen falschen Namen angegeben, sich Zutritt zur Garderobe verschafft und dort einen Schuh entwendet." Portmann schaute Besic fragend an. Diese wirkte etwas belustigt.
    Darauf meinte Rölli: "Mal im Internet schauen... Aha, hier, ja, Gertrud Bachmann hat eine eigene Internetseite." Rölli drehte den Bildschirm, so dass alle ein Portraitfoto von Bachmann sehen konnten, und fragte: "Hat sie etwa so ausgesehen?"
    Darauf antwortete Portmann: "Ja, in der Tat. Dann hat sie also doch ihren echten Namen angegeben. Trotzdem ist die die Hauptverdächtige!"
    "Sie hat sich auch kurz umgeschaut." Meinte Astrid Grün: "Vielleicht hat sie die Garderobe angeschaut."
    "Hat ihr jemand die Garderobe gezeigt?" Frage Besic.
    Niemand meldete sich.
    "Dann also eher nicht." Konstatierte Besic: "Und was ist mit dir, Eva. Du scheinst ja überall Bescheid zu wissen. Weisst du auch, wer diesen Schuh entwendet hat?"
    "Niemand." Antwortete Rölli.
    "Niemand?" Fragte Besic belustigt.
    "Ja, niemand." Antwortete Rölli von neuem.
    "Und wie kommst du darauf?" Fragte Besic.
    "Da gibt es tatsächlich mehrere Indizien." Holte Rölli aus: "Hauptsächlich bin ich zu meinem Schluss gekommen, weil du noch immer mit denselben Schuhen herumläufst, Mirjeta. Du hast das ganze Verbrechen inszeniert, weil du jemanden befördern willst. Dies weiss ich, weil Kommissar Kurt Knolle nun schon sechs Wochen verschollen ist. Dies ist die Frist, die abgelaufen werden muss, bevor jemand anderes seinen Arbeitsplatz einnehmen kann. Und die Frist ist jetzt abgelaufen. Also hast du dieses Schuhszenario erfunden, um zu sehen, wer wohl der nächste Kommissar oder die nächste Kommissarin werden könnte. Es gibt noch weitere Indizien, die darauf hindeuten, dass deine Geschichte erlogen ist: Wir alle wissen, dass du nicht abergläubisch bist. Jemandem wie dir sollte klar sein, dass ungefähr jeder dreissigste Freitag ein Freitag der 13. ist. Da das Jahr ungefähr 52 Wochen hat, ergibt das knapp zwei solche Freitage pro Jahr. Das hat nichts mit höheren Mächten zu tun, sondern mit Statistik. Und wir alle wissen, wie genau du denken kannst, Mirjeta. Einige erinnern sich auch noch an diesen Vorfall, als ein Mitarbeiter einen Spiegel zerbrach und dann Angst bekam, weil er meinte, das bringe Unglück. Du hast dann zur Demonstration ebenfalls einen Spiegel zerbrochen. Zudem hättest du wohl den Fall selber gelöst, statt uns darum zu bemühen. Diese scheinbar spontane Entscheidung, einen Wettkampf aus diesem Fall zu machen, passt gar nicht zu dir. Aus all diesen Gründen würde ich sagen: Du hast das Ganze inszeniert!"
    "Sehr gut." Sagte Besic: "Somit werde ich also dich, Eva, zur neuen Kommissarin ernennen. Dann brauchen wir jetzt eine neue Sekretärin!"




    FORTSETZUNG FOLGT AM SONNTAG

  4. #19
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    $




    ES HANDELT SICH HIERBEI UM EINE FORTSETZUNGSGESCHICHTE! BITTE NICHT IN DIESEM FADEN KOMMENTIEREN, SONDERN IM KOMMENTARFADEN!!!!



    Link zum Kommentarfaden: https://www.gedichte.com/showthread....itischer-Krimi









    Die Werbungsverschwörung



    Kapitel 1

    Der Moderator der Anthroposophen-Talkshow, Leonard Kunz, sprach mit Sarah Hunkeler, einer Hobby-Anthroposophin, sowie Martina Johann, der Präsidentin der APS. Er sagte zu den Zuschauern: "Es freut mich, Sie an diesem Abend begrüssen zu dürfen. Wir besprechen heute die Frage, ob es möglich wäre, ein drittes Goetheanum zu bauen. Die Schweiz ist die Heimat der Anthroposophie wegen dem zweiten Goetheanum in Dornach, das viele Touristen anzieht. Vielleicht wäre es gut für die Schweizer Tourismusbranche, wenn wir auch noch ein drittes Goetheanum bauen würden, zum Beispiel in der Zentralschweiz. Die Idee zu diesem Bau wurde schon im Vorfeld besprochen und ist auf einige Sympathisanten, aber auch auf einige Kritiker gestossen. Es gibt viele Bürger der Schweiz, welche die Auffassung vertreten, dass der Erfolg der APS ein Zeichen dafür ist, dass religiöse Bewegungen einen Einfluss auf die Politik ausüben. Diese Bürger sind auch der Auffassung, dass Religion und Politik getrennt werden sollten. Was ist davon zu halten?"
    Martina Johann sagte: "Es ist das gute Recht eines jeden Bürgers, eine Partei zu gründen und politische Ziele zu verfolgen. Auch wenn ein solcher Bürger religiös ist, ändert das nichts an dieser Sache. Es ist schade, wenn ein nützliches Projekt wie der Bau eines dritten Goetheanums nicht zu Stande kommt, nur weil jemand die Rechte der Schweizer Bürger und Bürgerinnen einschränken will."
    Kunz sagte darauf: "Tatsächlich scheint das Projekt ja durchzukommen. Alle rechnen damit, dass ein drittes Goetheanum gebaut wird, und zwar in Luzern. Frau Hunkeler, Sie wurden damit beauftragt, ein drittes Goetheanum zu entwerfen. Wie weit sind Sie mit dem Projekt schon fortgeschritten?"
    Hunkeler antwortete: "Ich bin tatsächlich daran, einige Modelle zu entwerfen. Allerdings ist es fraglich, ob mir ein Geniestreich gelingt. Die Entwürfe des ersten und zweiten Goetheanums gehen ja auf Rudolf Steiner zurück, eine harte Konkurrenz."
    Kunz fragte: "Und wie gehen Sie vor?"
    Hunkeler meinte: "Wir werden zunächst schauen, wo genau wir das Gebäude platzieren könnten. Erst dann kann definitiv entschieden werden, wie das Gebäude aussehen sollte. Es ist in jedem Fall denkbar, dass wir uns bei diesem Bau am ersten Goetheanum orientieren, das ja traurigerweise niedergebrannt ist."
    Besic schaltete den Fernseher aus und ging einkaufen. Pünktlich für die Tagesschau war sie wieder zu Hause und schaltete den Fernseher wieder ein. Unter anderem wurde an diesem Tag die Befreiung der Rinder noch einmal besprochen. Archibald Doller sagte dazu folgendes: "Was als harmloser Streich begann, endete mit einem Verkehrsunfall mit mehreren Toten. Einige Rinder sind offenbar auf die Autobahn gelaufen und haben dort einen Unfall mit bisher drei Toten und 22 Verletzten verursacht. Da sich unsere Experten in letzter Zeit mehrmals als inkompetent erwiesen haben, spreche ich nun mit unserer Wetterfrau Lydia Rösli. Frau Rösli, was für Konsequenzen könnte dieser Vorfall haben?"
    Lydia Rösli erschien auf dem Bildschirm und sie sagte: "Keine guten jedenfalls. Ziel dieses Streichs war es ja vermutlich, ein Zeichen dafür zu setzen, dass man die Schweiz wieder sich selber überlassen sollte. Aber eigentlich wurde das Gegenteil erreicht: Das Ausland wird sich nun fragen, ob die Schweiz wirklich wieder zurechnungsfähig werden kann. Solche kindischen Streiche machen nämlich eher deutlich, dass wir Schweizer und Schweizerinnen nicht besonders vernünftig sind."
    Darauf Doller: "Und haben Sie eine Nachricht an die Verantwortlichen?"
    Hierauf Rösli: "Ja. Liebe Terroristen, habt ihr denn nichts Besseres zu tun? Fändet ihr es nicht gemütlicher, in der Nacht zu schlafen als Rinder zu belästigen? Und könnt ihr wirklich stolz sein auf solche Taten? Kann nicht so ziemlich jeder und jede Rinder freilassen? Wenn ihr also in Zukunft wieder die Schweiz terrorisiert, so bitte lasst euch etwas einfallen. Tut etwas Spektakuläres, das nicht jeder kann. Sorgt für Verwunderung und nicht bloss für Irritation. Und bitte berücksichtigt dabei auch das Wohlergehen Dritter."
    Doller bedankte sich und die Tagesschau war zu Ende.
    Gleich darauf folgte eine Werbesequenz. Die erste Werbung war für Nutella, den schokoladigen Brotaufstrich. Besic wollte schon den Fernseher ausschalten, als plötzlich die Werbung unterbrochen wurde durch eine andere Werbung. Und zwar erschien auf dem Bildschirm ein Schriftzug. Es hiess: "Glück kann man nicht kaufen." Dieser Schriftzug war für etwa zwanzig Sekunden zu sehen, dann ging die Werbung weiter.
    Was das wohl zu bedeuten hat? Fragte sich Besic. Sie schaltete den Fernseher aus.


    Kapitel 2

    Am nächsten Tag gab es eine Sondersitzung im Polizeiposten Obersee. Mirjeta Besic trommelte ihre Mitarbeiter zusammen. "Habt ihr gestern die Nachrichten geschaut?" Fragte Besic.
    Darauf Rölli: "Ich schaue nie fern."
    Darauf Krumm: "Ja."
    Grün: "Ich auch."
    Portmann: "Ich ebenfalls."
    "Und die Werbung nach der Tagesschau?" Hakte Besic nach.
    Grün sagte: "Ja, die habe ich gesehen. Scheinbar gab es eine Störung. Wurde irgend so eine Lebensweisheit eingeblendet. Dann ging aber die Werbung weiter."
    Rölli schien darüber belustigt zu sein, jedenfalls schmunzelte sie. "Das kommt halt davon, wenn man fernsieht. Man kann sich nie sicher sein, was einem als nächstes präsentiert wird!"
    Portmann meldete sich zu Wort: "Das war heute Morgen in der Zeitung: Scheinbar wurde das Schweizer Fernsehen gehackt! Jemand hat diesen Spruch eingeblendet und zwar jemand, der oder die nicht für das SRF arbeitet."
    Besic sagte dazu: "Ok, danke für die Information. Ich denke kaum, dass uns diese Sache noch weiter beschäftigen wird, da das SRF seinen Sitz in Zürich hat und also die Zürcher Polizei für die Angelegenheit verantwortlich ist. Hinzu kommt noch, dass in der ganzen Schweiz die Polizei nur noch die Verbrechensbekämpfung repräsentiert, während die Deutsche Armee (die DA) die eigentliche Arbeit macht. Aber es kann nie schaden, solche Fälle im Team zu diskutieren und Ideen zu sammeln. So viel zu diesem Thema. Ich wollte auch noch erwähnen, dass ich die Leitung unseres Sekretariats ausgeschrieben habe und schon die ersten Bewerbungen eingegangen sind. Bis Ende Woche werde ich entschieden haben, wer unsere neue Sekretärin wird. Dass wir einen männlichen Sekretär einstellen, ist eher unwahrscheinlich. Ich wünsche allen einen guten Tag."


    Kapitel 3

    An diesem Abend sass Eva Rölli auf dem Fussboden bei sich zu Hause, ihren Computer vor sich auf dem Boden liegend. Vor ihr lagen verschiedene Bücher, taoistische, buddhistische und andere. Rölli hatte sich schon vor einiger Zeit Zugang zu dem Computernetzwerk des Schweizer Fernsehens verschafft. Nun hatte sie auch ein Programm geschrieben, das jeden Abend exakt um 20.00 Uhr das Programm der verschiedenen Sender des Schweizer Fernsehens unterbrach und einen Schriftzug einblendete. "Der Weg ist das Ziel." War das Motto des heutigen Tages.
    Rölli stand auf und ging in ihre Küche. Dort braute sie sich etwas Tee. Zudem legte sie zwei Brötchen in den Toaster. Irgendwann wird die Weltherrschaft mir gehören, dachte sie. Nur: Was ist die Welt? Fragte sie sich.


    Kapitel 4

    Am selben Abend lief im Fernsehen die letzte Ausgabe der Sendung Die Polizei, Ihr Freund und Helfer. Seit die Polizei massiv verkleinert wurde, hatte sich auch das Budget der Polizei verkleinert. Deshalb konnte die ansonsten wöchentlich ausgestrahlte Sendung nicht weiter produziert werden. Tatsächlich wurde auch einiges Gut der Schweizer Polizei verkauft, zum Teil ans Ausland. So war die Deutsche Armee glücklich darüber, von den Schweizern einige Hubschrauber und auch Waffen kaufen zu können.
    Der Moderator Mike Wechsler interviewte Hermann Hold, den Pressesprecher der Polizei.
    Wechsler sagte: "Die Polizei wurde verkleinert, General Wyss wird sich vor dem internationalen Gericht in Brüssel zu verantworten haben, so auch mancher andere Polizist und manche andere Polizistin. Was ist davon zu halten?"
    Darauf sagte Hold: "Eines ist sicher, die Polizei ist nach wie vor Ihr Freund und Helfer. Dass sie sich zuletzt zu einer Gefahr für die Bevölkerung entwickelt hat, bedeutet nicht, dass die Polizei etwas Schlechtes ist. Es gab einfach eine Menge von Missverständnissen. Und es ist auch nicht zu leugnen, dass das Vorgehen der Polizei gewissermassen gerechtfertigt war, wenn man bedenkt, wie sich das organisierte Verbrechen in der Schweiz verbreitet hatte."
    Wechsler: "Ja, das Ganze ist aus dem Ruder gelaufen. Aber harmlos war die Sache nicht!"
    Hold: "Nein, bestimmt nicht. Und wir wollen die Sache auch sicher nicht beschönigen. Nur darf die Sache auch nicht zu scharf verurteilt werden. Schliesslich kamen nur wenige Menschen ums Leben und die meisten Beteiligten kamen mit einem blauen Auge davon."
    Wechsler: "Weil das Ausland eingegriffen hat!"
    Hold: "Wir wissen nicht, was geschehen wäre, wenn das Ausland nicht eingegriffen hätte. Niemand weiss es. Aber unser General Wyss war noch zurechnungsfähig, würde ich sagen, was nicht unbedingt von jedem Diktator behauptet werden kann. Wenn Wyss wirklich zum Landesherrn über die Schweiz geworden wäre, hätte er das Land wohl mit Vernunft regiert."
    Wechsler: "Das wissen wir nicht."
    Hold: "In der Tat. Wir wissen es nicht. Wir werden ja sehen, was der internationale Gerichtshof dazu zu sagen hat. Ich jedenfalls hoffe, dass Wyss ein angemessenes Urteil erhält."
    Wechsler: "Und das wäre?"
    Hold: "Vielleicht einige Jahre in Haft."
    Wechsler: "Nun, wir werden tatsächlich bald mehr erfahren. Ich danke Ihnen für das Interview. Zum Schluss der Sendung möchte ich das Publikum noch einmal darauf aufmerksam machen, dass dies die letzte Ausgabe unserer Sendung Die Polizei, Ihr Freund und Helfer war. Glücklicherweise habe ich einen neuen Job erhalten und zwar werde ich in Zukunft die brandneue Sendung Das Ausland im Haus moderieren. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit."


    Kapitel 5

    Am nächsten Tag fand eine Sitzung statt im Polizeiposten Obersee. Besic erklärte den Anwesenden: "Zum einen wollte ich mit euch besprechen, wen ich als neue Sekretärin einstellen werde, jedenfalls provisorisch: Anina Kühn. Sie wird ab dem kommenden Montag eine Woche lang bei uns schnuppern. Dann wird entschieden, ob wir sie einstellen oder nicht. Zudem wollte ich etwas aussprechen, was wohl alle hier anwesenden schon wissen: Wir haben nicht viel zu tun. Das ausländische Militär übernimmt eigentlich die Funktion der Polizei hierzulande. Offizielle Beschwerden und Anzeigen werden von uns an das Deutsche Militär weitergeleitet. So gesehen haben wir nur noch eine administrative Funktion, es sei denn, wir beginnen auf eigene Faust zu ermitteln. Da uns keine Fälle zugewiesen werden, suchen wir einfach selber Fälle. Ich schlage also allen Anwesenden vor, dass wir die Augen offen halten nach Fällen und diese dann zu lösen versuchen. Dabei kommt es auch gar nicht gross darauf an, ob diese Fälle sich in Obersee oder dem Kanton Luzern abspielen. Jeder gelöste Fall ist ein Fortschritt. Im Grunde genommen könnten wir sogar ausländische Fälle lösen. Wir können zwar niemanden verhaften oder verhören, aber wir können doch Indizien sammeln. Das schlage ich zumindest vor. Es liegen vor allem zwei Fälle vor, an denen wir arbeiten könnten: Die Freilassung der Rinder sowie die merkwürdigen Werbungen im Schweizer Fernsehen. Ich fordere alle dazu auf, sich zu diesen Fällen Gedanken zu machen und nach Lösungen zu suchen. Hat irgendjemand von den Anwesenden etwas dazu zu sagen? Gibt es vielleicht Fälle, an welchen wir noch arbeiten könnten und die ich jetzt nicht aufgezählt habe?"
    Da meldete sich Friedrich Krumm: "Da ist noch diese Sache mit dem Kommissar Kurt Knolle. Der ist nach wie vor verschwunden. Das Letzte, was wir von ihm gehört haben, war seine Absicht, nach Frankreich zu reisen."
    Auch Jana Portmann hatte etwas zu melden: "Die Stadt Obersee hat erst kürzlich neue Statistiken herausgegeben. Anscheinend hat der Taschendiebstahl zugenommen. Vielleicht könnten wir hier etwas tun."
    "Sehr schön." Sagte darauf Besic: "Sonst noch etwas?"
    Da sagte Astrid Grün: "Erst kürzlich ist in der Gegend ein Knabe im Alter von etwa 14 Jahren spurlos verschwunden. Stand in der Zeitung. Allerdings wird das deutsche Militär an dieser Sache schon am Arbeiten sein. Ich weiss nicht, ob wir da etwas beitragen können. Schliesslich haben wir nicht mehr die offizielle Genehmigung, Leute zu befragen."
    "Was uns aber nicht daran hindert, auch privat nachzuforschen." Warf Besic ein: "Dies sind Fälle, an denen durchaus gearbeitet werden kann. Eva, was meinst du?"
    "Ich selber lese ja nicht die Zeitung und bin auch nicht überzeugt davon, dass wir Polizisten unsere Informationen von den Medien beziehen sollten. Vielleicht könnten wir das deutsche Militär fragen, was es so an Informationen hat. Vielleicht können wir es überzeugen, mit uns zusammenzuarbeiten. Es wäre wohl zu viel verlangt, wenn wir fordern würden, dass wir auch wieder Leute verhören können und so, aber vielleicht würde das Militär doch Informationen an uns weiterleiten."
    "Das ist eine gute Idee." Sagte Besic: "Du kannst gerne versuchen, mit dem Deutschen Militär Kontakt aufzunehmen. So viel für heute, dann wieder an die Arbeit!"


    Kapitel 6

    Isabelle Toggenburg moderierte an diesem Abend die Tagesschau.
    Vor allem eine Nachricht war interessant für Leute, die sich mit Politik befassten: Die Auflösung der PP (Polizeipartei) und die Gründung der PP (Pädagogische Partei).
    Toggenburg interviewte Jolanda Arendt, die Präsidentin der neu gegründeten PP.
    Toggenburg: "Erzählen Sie uns doch etwas zur Gründung der Pädagogischen Partei."
    Arendt antwortete: "Gerne. Wie vielleicht viele wissen, stammen die Gründungsmitglieder ursprünglich von der SVP. Die SVP ist ja bekannt dafür, dass sie jeden Monat eine neue Initiative startet und diesen Monat dachten einige von der SVP: Warum nicht das Schulsystem verbessern? Und diese Beteiligten dachten auch: Diese Sache ist so wichtig, das sollte nicht bloss eine Initiative sein, sondern hierzu braucht es gleich eine eigene neue Partei!"
    Toggenburg: "Dann ist es das Ziel der PP, das Schulsystem zu verbessern?"
    Arendt: "Ja, und nicht nur das. Der gesamte Bildungssektor muss revolutioniert werden. Es muss möglich werden, dass alle Bürger und Bürgerinnen der Schweiz Zugang erhalten zur Bildung. Und das nicht nur über die Medien, sondern von Mensch zu Mensch. So sollten zum Beispiel die Universitäten sich öffnen für alle Leute und nicht nur für solche mit Abitur."
    "Und wie sieht es mit den anderen Schulen aus?" Fragte Toggenburg.
    "Hier haben wir uns folgendes gedacht," antwortete Arendt: "Die Bildung von den Schülern und Schülerinnen muss von ihren Eltern übernommen werden!"
    "Sind die Eltern denn qualifiziert dafür?" Hakte Toggenburg nach.
    Arendt darauf: "Genau dafür muss der Staat sorgen. Der Staat muss nicht mehr Kinder und Jugendliche ausbilden, sondern die Eltern! Das heisst, wer Kinder haben will, muss vorerst eine Zeit lang die Schulbank drücken! Anschliessend müssen diese Eltern die Kinder selber ausbilden."
    Toggenburg: "Das scheint eine sehr ambitionierte Idee zu sein."
    Arendt: "Das ist sie auch. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wir sind überzeugt davon, dass alle von diesem neuen System profitieren würden. Vor allem geht es uns darum, dass die Eltern von Kindern wieder vermehrt selber die Verantwortung übernehmen für die Zukunft der Kinder und also auch für die Bildung dieses Nachwuchses."
    Toggenburg meinte dazu: "Wir werden ja sehen, wie die Sache weitergeht. Bis dahin: Viel Erfolg."
    Arendt bedankte sich.
    Um acht Uhr wurde pünktlich die Werbung unterbrochen mit dem Slogan: "Die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten werden die Letzten sein."


    Kapitel 7

    Von: Eva.roelli@lukp.ch
    An: Info@da.de
    Betreff: Zusammenarbeit Luzerner Kantonspolizei – Deutsche Armee
    Nachricht:
    Sehr geehrte Damen und Herren
    Wie wir alle wissen, ist die Deutsche Armee verantwortlich für Recht und Ordnung in der Deutschschweizerischen Republik. Um aber auf dem Laufenden zu sein und vielleicht auch mitarbeiten zu können, wären wir von der Oberseer Polizei froh um Informationen darüber, welche mögliche Chancen und Bedrohungen existieren. Ansonsten tappen wir sozusagen im Dunkeln.
    Insbesondere wären wir froh um Informationen zu den Rinderfreilassungen und zu den merkwürdigen Unterbrechungen während den 20 Uhr-Werbungen.
    Ich danke Ihnen vielmals für eine Antwort und wünsche Ihnen eine gute Zeit.
    Freundliche Grüsse
    Eva Rölli
    Polizeikommissarin Polizeiposten Obersee


    Kapitel 8

    Astrid Grün meldete sich bei Mirjeta Besic wegen dem Fall mit dem verschwundenen Knaben. Diese bat sie in ihr Büro.
    Grün: "Ich habe mir die Sache überlegt und bin zum Schluss gekommen, dass wir nichts tun können, um diesen verschollenen Knaben wieder zu finden. Was wir aber durchführen können, sind Präventivmassnahmen. Wir sollten vermehrt die Schulen und Kindergärten in der Gegend über mögliche Gefahren informieren."
    Besic antwortete: "Von was für Gefahren ist die Rede?"
    Darauf sagte Grün: "Ich rede nicht nur vom Taschendiebstahl, den Jana angesprochen hat. Natürlich ist es ein Problem, dass die Leute einander bestehlen. Dagegen sind aber vermisste Menschen ein weit grösseres Problem. Wir müssen die Leute warnen. Aber wir müssen es auf eine kluge Weise tun, so dass wir keine Panik verursachen."
    Besic: "Bitte fahre fort."
    Grün: "Wir sollten die Leute vor möglichen Situationen warnen und auch darüber informieren, wie sie am besten zu reagieren haben. Beispielsweise müssen wir sie darüber informieren, dass sie nicht mit fremden Leuten mitgehen sollten, auch wenn sie dazu aufgefordert werden. Auch sollten sie keine Geschenke annehmen von Fremden. Ich weiss noch, dass ich in meiner Jugend einmal auf dem Weg nach Hause war, als ein Bus in meiner Nähe hielt und jemand die Türen hinten öffnete. Heraus guckte ein unauffällig aussehender Mann. Er fragte mich, ob ich Interesse an einigen kostenlosen Boxen habe für meine Stereoanlage. Er sagte, er habe sie gratis abzugeben. Ich antwortete ihm, ich habe kein Interesse daran, denn tatsächlich hatte ich eine Stereoanlage, die meinen Bedürfnissen entsprach. Darauf sagte er, er würde sie mir günstig verkaufen, da ihm ein Lieferant versehentlich zu viele Boxen geliefert habe. Wiederum sagte ich, ich hätte kein Bedürfnis danach. Ich habe mir bei dieser Sache damals gar nicht viel gedacht, aber im Nachhinein habe ich mich oftmals gefragt, was wohl geschehen wäre, wenn ich Interesse an diesen Boxen gehabt hätte. Vielleicht wäre ich in den Bus gestiegen, um die Boxen zu begutachten, und vielleicht wäre dann auch aus mir ein Fall für die Polizei geworden, da mich diese Leute möglicherweise entführt hätten. Man kann sich hier nicht sicher sein, aber angenommen, jemand will jemanden entführen, so wäre das eine mögliche Methode hierzu. Vor solchen Situationen sollten wir die Leute warnen. Weiter sollten wir die Leute dazu auffordern, um Hilfe zu rufen und nicht stumm zu bleiben, wenn ihnen wirklich etwas zustossen sollte."
    Besic: "Da hast du wohl recht. Bitte stelle ein Programm zusammen, welches wir in den Schulen der Umgebung vortragen könnten. Anschliessend können wir mit diesen Schulen Kontakt aufnehmen und sie über mögliche Gefahren informieren."
    Darauf sagte Grün: "Wird gemacht." Und verschwand aus Besics Büro.


    Kapitel 9

    Am selbigen Tag schaute auch Friedrich Krumm in Besics Büro vorbei wegen dem Fall Knolle. Krumm klopfte an die Tür und trat ein. Er sagte: "Wir haben schon vermehrt versucht, mit Kurt Knolle Kontakt aufzunehmen, aber er meldet sich nicht. Wir wissen auch nicht, wo er sich aufhält. Vielleicht könnten wir mit der französischen Polizei Kontakt aufnehmen und sein Handy orten lassen."
    "Das könnten wir durchaus," antwortete Besic: "Tue das. Vielleicht können wir ihn auf diese Weise finden. Er schuldet mir noch immer eine Tafel Schokolade. Allerdings kann es sein, dass uns die Informationen der französischen Polizei wenig weiterbringen, da wir Kurt nicht zwingen können, in die Schweiz zurückzukehren, das heisst in die Deutschschweizerische Republik."
    Darauf antwortete Krumm, der Knolle noch gekannt hatte: "Es muss irgendeinen Anlass geben für Kurt, damit er zurückkommt. Irgendeinen Fall, der ihn persönlich betrifft."
    Besic antwortete darauf, indem sie laut dachte: "Kurt Knolle war ein Ermittler, welcher seine persönlichen Gefühle nur wenig berücksichtigte bei der Arbeit. Er hat stets nüchtern und sachlich ermittelt. Aber es gab einmal einen Fall vor drei Jahren, als Knolle den Diebstahl einer wertvollen Katze aufzuklären hatte. Wie es der Zufall wollte, war es seine Schwester Emilia, welcher die Katze gestohlen worden war. Ich habe trotz dieser Verwandtschaft Kurt den Fall übernehmen lassen. Allerdings wurde diese Katze niemals gefunden. Vielleicht, wenn neue Indizien auftauchen würden zu diesem Fall, könnten wir Kurt dazu bringen, zurückzukehren und die Zusammenhänge des Diebstahls dieser Katze noch aufzudecken. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass jetzt, zwei Jahre nach diesem Diebstahl, noch neue Indizien auftauchen. Aber da die Deutsche Armee alle unsere Fälle für uns löst und wir also nicht viel zu tun haben, kannst du gerne bei Emilia vorbeischauen und betrachten, was sich da an neuen Möglichkeiten auftut. Dass Kurt aber wegen einer Katze in die Schweiz zurückkehrt, ist eher unwahrscheinlich."
    Darauf antwortete Krumm: "Ich mache mich sofort auf den Weg zu dieser Emilia. Wo wohnt sie denn?"
    "Das weiss ich nicht auswendig, aber sie ist verheiratet und heisst mit Nachnamen Gubler. Du wirst die schon finden." Behauptete Besic.
    Darauf verliess Krumm das Büro von Besic. Da aber Freitag war und es schon langsam Abend wurde, verschob Krumm die Ermittlungen auf den kommenden Montag.


    Kapitel 10

    Am Montagmorgen tauchte die neue Sekretärin Anina Kühn auf, die auf dem Polizeiposten schnuppern sollte. Sie hatte mit Besic ausgemacht, eine Woche lang zur Probe in Obersee zu arbeiten. Eva Rölli führte sie in die Polizeiarbeit ein.
    Rölli: "Sie müssen hier verschiedene Arbeiten erledigen. Teilweise solche, welche direkt mit der Polizei etwas zu tun haben, aber auch andere, die in jedem gewöhnlichen Sekretariat anfallen. Wie ich in Ihrem Lebenslauf gesehen habe, kennen Sie sich im Sekretariat bereits aus, weshalb ich Ihnen nur die spezifische Polizeiarbeit erkläre. Erstens müssen Sie hier darauf gefasst sein, dass allerlei schräge Vögel und Halunken auftauchen. Wenn jemand Sie beleidigt, dürfen Sie das nicht persönlich nehmen. Es kann auch immer sein, dass Sie in Kontakt kommen mit vertraulichen Informationen, weshalb Sie am Beginn Ihrer Arbeit einen Schwur leisten müssen, dass Sie niemandem solche Informationen weitergeben. Ich kann Ihnen schon jetzt sagen, dass es immer wieder Momente gibt, in welchen Sie nichts zu tun haben. Seit die Deutsche Armee hierzulande für Recht und Ordnung sorgt, hat die Polizei nicht viel zu tun. Nehmen Sie also Bücher mit oder anderes, um sich zu unterhalten. Wir diskutieren auch immer wieder miteinander, wie wir unsere Zeit am sinnvollsten nutzen können. Deshalb sind gute Ideen auf unserem Polizeiposten gefragt."
    Darauf antwortete Kühn: "Das klingt für mich gut."
    Rölli fuhr fort: "In der gegebenen Situation arbeiten wir viel mit der Deutschen Armee zusammen. Vieles, was wir erfahren, geben wir einfach an die DA weiter. Wir erledigen deshalb viele administrative Angelegenheiten, ohne direkt gegen Verbrechen vorzugehen. Und da Sie sich schon auskennen mit administrativen Arbeiten, macht es keinen Sinn, Ihnen das alles bis ins Detail zu erklären. Stattdessen werde ich Ihnen für den heutigen Tag zur Seite stehen. Erledigen Sie die Arbeit einfach so gut es geht und wann immer nötig fragen Sie mich um Hilfe."
    Kühn nickte und also verging der ganze Tag damit, dass dies und das geschah und Rölli Kühn dieses und jenes erklärte.


    Kapitel 11

    Indessen ging Krumm bei Emilia Gubler vorbei und klingelte an der Haustür. Der Mann von Emilia, Erich Gubler, öffnete die Tür. Krumm zeigte seinen Polizeiausweis und fragte nach Emilia. Erich Gubler rief sie herbei und sie baten Krumm herein und offerierten ihm Tee.
    Krumm schilderte die Lage: Knolle war verschwunden und nicht wiederaufgetaucht.
    Emilia sagte dazu: "Ich selber habe noch Kontakt mit Kurt. Wir telefonieren etwa einmal in der Woche miteinander. Soviel ich weiss, hat er seine Stelle in Obersee gekündigt. Warum suchen Sie denn nach ihm?"
    Krumm antwortete: "Kurt hat tatsächlich niemals seine Arbeit gekündigt. Weder hat er persönlich jemandem etwas mitgeteilt noch irgendeine Nachricht hinterlassen. Wir haben, seit er verschwunden ist, einfach nie etwas von ihm gehört und machen uns deshalb Sorgen um ihn. Auch wären wir jederzeit bereit, ihn wiedereinzustellen. Wo befindet er sich denn gerade?"
    Emilia Gubler: "Scheinbar ist er nach Taizé gepilgert, wo er in einem Hotel wohnt. Dreimal am Tag besucht er den Gottesdienst in der Kirche der Versöhnung. Mit der Polizei will er nichts mehr zu tun haben, das hat er mir mehrmals mitgeteilt."
    Krumm: "Wir vermissen ihn wirklich in Obersee. Gibt es denn keine Möglichkeit, ihn zurückzuholen? Haben Sie keine Idee, wie man ihn zurück in die Schweiz locken könnte?"
    Gubler: "Nein, keine Ahnung."
    Krumm: "Meines Wissens hatte Kurt ja mit Ihnen das letzte Mal beruflich zu tun, als Ihre Katze verschwunden war."
    Gubler: "So ist es. Nur habe ich mittlerweile eine neue Katze, die aussieht wie die alte Katze."
    Krumm: "Vielleicht könnten wir Kurt mitteilen, dass die Katze wiederaufgetaucht ist. Vielleicht würde ihn das interessieren und er würde zurück in die Schweiz kommen."
    Gubler: "Wegen einer Katze? Das wird nicht funktionieren."
    Krumm: "Haben Sie denn eine bessere Idee?"
    Gubler: "Kurt war ein sehr engagierter und überzeugter Polizist. Als die Sache mit General Wyss geschah, kam sein Weltbild ins Wanken. Sie müssen einen Weg finden, dass er wieder an die Sache glaubt, für welche die Polizei arbeitet. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht."
    "Ok, danke für das Gespräch. Sollten noch Fragen auftauchen, so werde ich mich an Sie wenden." Sagte Krumm.


    Kapitel 12

    Eva Rölli hatte an diesem Tag eine Meldung der Deutschen Armee erhalten, die ihr mitgeteilt hatte, dass eine Zusammenarbeit, wie sie Rölli vorgeschlagen hatte, nicht möglich war. Die Idee war es, dass die Deutsche Armee die Funktion der Schweizer Polizei übernahm für die nächsten zwanzig Jahre und dass nur nach und nach wieder Aufgaben an die Schweizer Polizei delegiert werden sollten. Die Deutsche Armee, hiess es weiter, habe momentan schon viel damit zu tun, sich in die ganze Angelegenheit einzuarbeiten, so dass noch keine Ressourcen vorhanden waren, um Informationen an die Schweizer Polizei weiterzugeben.
    Nun gut, dachte sich Rölli: Erst fragen, dann zuschlagen.
    Am selben Abend zückte sie ihren Computer, während sie Mehlsuppe löffelte.
    Dann wollen wir einmal sehen, wie gut das Computernetzwerk der Deutschen Armee geschützt ist! Dachte Rölli.
    Sie sass etwa zwei bis drei Stunden vor ihrem Notebook und schliesslich verschaffte sie sich Zugang zu den Geheiminformationen. Scheinbar hatte die Deutsche Armee keinen blassen Schimmer, wer für die Werbungsunterbrüche im SRF zuständig war. Rölli war davon wenig verwundert. Sie suchte weiter nach Informationen zum Rinderfall. Es existierte ein Video von der Freilassung einiger Rinder im Kanton Thurgau. Rölli lud es runter und schaute es sich an. Es zeigte einige Vermummte, welche den Draht eines Geheges durchschnitten und die Rinder aus dem Feld trieben. Nichts Wichtiges war dabei zu sehen. Es waren auch einige Berichte verfügbar von verschiedenen Orten, an welchen die Rinder freigelassen worden waren. Rölli schätzte, dass es einige Wochen dauern würde, all diese Berichte zu lesen. Aber sie hatte Zeit. Viel Zeit, denn sie schlief praktisch nie.


    Kapitel 13

    Krumm meldete sich bei Besic wegen seinem Gespräch mit Emilia Gubler.
    "Dann sehe ich nur eine Möglichkeit," sagte Besic: "Wir müssen Knolle davon überzeugen, dass die Oberseer Polizei etwas Gutes und Nützliches zu Stande bringt. Wir müssen also einen grossen Fall lösen und dann Knolle darüber informieren. Allerdings wird das in der gegebenen Lage eher schwierig zu bewerkstelligen sein, da wir nichts über aktuelle Fälle wissen."
    "Ich sehe da noch eine andere Möglichkeit," sagte Krumm.
    "Und die wäre?" Fragte Besic.
    "Wir fälschen einen Fall!" Schlug Krumm vor.
    "Einen Fall fälschen? Wie das?" Fragte wiederum Besic.
    "Du hast ja selber kürzlich einen Fall gefälscht, als du behauptet hast, dein Schuh sei verschwunden. Wir inszenieren einfach einen Fall, lösen diesen und informieren die hiesige Zeitung darüber, die Oberseer Woche." Meinte darauf Krumm.
    "Das scheint mir nicht legal zu sein. Eine Irreführung der Medien wäre das." Gab Besic zu bedenken. Sie fuhr fort: "Du willst also der Oberseer Woche falsche Informationen zuspielen und dann eine Zeitung mit den falschen Informationen an Knolle schicken? Da sehe ich einen einfacheren und etwas legaleren Weg: Wir fälschen einfach eine aktuelle Ausgabe der Oberseer Woche, indem wir einen von uns konstruierten Bericht hinzufügen."
    "Das wäre wohl tatsächlich einfacher und auch legaler, wenn auch möglicherweise nicht ganz legal." Sagte Krumm: "Ich werde mich darum kümmern und mich wieder bei dir melden, wenn ich bei der Angelegenheit weitergekommen bin."
    Damit verliess Krumm Besics Büro und machte sich Gedanken dazu, wie man eine Ausgabe der Oberseer Woche am einfachsten fälschen könnte.


    Kapitel 14

    Am selbigen Tag gab es in der allabendlichen Tagesschau einen Bericht über die Werbungsunterbrechungen. Isabelle Toggenburg moderierte an diesem Abend die Sendung. Sie sagte: "Es gibt sie zwar erst seit einer Woche, diese Werbungsunterbrechungen, aber wir Schweizer und Schweizerinnen haben uns schon an sie gewöhnt. Es gibt sogar schon Fans dieser Unterbrechungen, die jeweils kurz vor acht Uhr den Fernseher einschalten, um die aktuelle Nachricht zu lesen. Ich spreche jetzt mit Lydia Rösli, unserer Wetterfrau, über dieses Phänomen. Frau Rösli, warum interessieren sich die Leute für diese Sprüche?"
    Darauf Rösli: "Die Neugier ist sicher eine wichtige Komponente. Diese Sprüche sind so ungewöhnlich, dass sich die Leute fragen, was wohl als nächstes kommt. Zugleich handelt es sich dabei um spirituelle Sprüche und man konnte in der letzten Zeit beobachten, wie mehr und mehr die Leute nach solcher Spiritualität suchen. Die Leute hoffen, etwas über sich und die Welt zu erfahren, wenn sie diese Sprüche lesen und da es sich dabei um sehr kurze Sprüche handelt, fühlen sich die Leute auch nicht überfordert. Jedenfalls geht es mir so. Ich lese diese Sprüche mit grossem Interesse und verbringe auch jeweils ein paar Minuten damit, über diese Sprüche nachzudenken. Vielleicht geht es den Zuschauerinnen und Zuschauern der Tagesschau ähnlich."
    "Und denken Sie, dass man gegen die Verantwortlichen dieser Werbungsunterbrechungen vorgehen sollte?" Fragte Toggenburg nach.
    Darauf Rösli: "Wenn es nach mir ginge: Nein. Aber es geht nicht nach mir, sondern nach dem Gesetz, und also ist meine Meinung nicht ausschlaggebend."
    "Danke für diesen Beitrag. Wir haben heute auch einige Passanten dazu befragt, was von diesen Werbungsunterbrechungen zu halten ist. Hier sind einige Aussagen." Sagte darauf Toggenburg.
    Dies waren die Aussagen einiger Befragten:
    Befragte 1: "Ich schaue nicht fern und schon gar nicht wegen irgendwelchen Sprüchen, die man im nächstbesten Schundroman auffinden kann."
    Befragte 2: "Ich finde die Sache witzig. Ich finde, das SRF sollte die Verantwortlichen einstellen."
    Befragter 1: "Meiner Meinung nach ist das eine Werbung wie jede andere. Zwar wird für Gedankengut geworben und nicht für materielle Dinge, aber irgendjemand wird wohl Geld an der Sache verdienen. Nur darauf sind die Leute aus: Geld."
    Befragte 3: "Einsperren müsste man die Verantwortlichen für diese irritierenden Nachrichten. Einsperren!"
    Befragte 4: "Ich finde das super!"
    Danach hatte wieder Toggenburg das Wort: "Es gibt also positive und negative Meinungen zu der Sache, doch scheinen die meisten Leute einen positiven Eindruck von diesen Werbungsunterbrüchen zu haben. Wir interviewen nun noch unsere Präsidentin Gudula Hunziker zu der Sache. Als Präsidentin des SRF ist wohl vor allem ihre Stimme in diesem Zusammenhang entscheidend. Frau Hunziker, was halten Sie von der ganzen Sache?"
    Hunziker: "Mir geht es nur um die Einschaltquoten und diese haben sich in der letzten Woche signifikant erhöht. Eine Woche ist nur ein kurzer Zeitraum, aber wir vom SRF rechnen nur in kurzen Zeiträumen. Auf irgendwelche Trends reagieren wir sofort. Deshalb möchten wir die Verantwortlichen, wie von einer interviewten Passantin vorgeschlagen, einstellen."
    Toggenburg: "Ach wirklich? Und wir stellen Sie sich das vor?"
    Hunziker: "Die Verantwortlichen sollen sich bei uns melden. Auf unserer Website hat es einen Link hierzu."
    Toggenburg: "Ok, danke für das Interview. Das wäre es für heute Abend. Bis morgen!"


    Kapitel 15

    Am nächsten Tag ereignete sich ein Gespräch im Polizeiposten Obersee. Es war in der Kaffeepause, als Krumm, Portmann, Grün und Rölli miteinander diskutierten. Ebenfalls anwesend war Anina Kühn, welche nun schon seit drei Tagen als Sekretärin fungierte.
    Krumm sagte: "Habt ihr das auch mitbekommen, dass scheinbar das SRF die Verantwortlichen für die Werbungsunterbrechungen einstellen will? Wie absurd!"
    Portmann sagte: "Klar habe ich das mitbekommen."
    Auch Grün und Kühn nickten zustimmend.
    Rölli sagte, ohne ihr Gesicht zu verziehen: "Ich schaue nie fern. Dann will das SRF also diese Sprücheklopfer einstellen?"
    Darauf sagte Grün: "Dann hast du es also doch mitbekommen, dass seit einer Woche die Werbung um acht Uhr abends unterbrochen wird?"
    Rölli darauf: "Ja, habe ich mitbekommen. Und jetzt sollen die Verantwortlichen vom SRF eingestellt werden? Sehr merkwürdig."
    Grün: "Scheinbar sind die Werbungsunterbrechungen recht beliebt und das SRF wittert hier ein Geschäft!"
    Rölli: "Was du nicht sagst." Sie wirkte etwas belustigt.
    In diesem Moment tauchte auch Besic auf und sagte: "Ich finde das auch merkwürdig. Für uns aber bedeutet das, dass wir nicht weiter über die Angelegenheit nachzudenken brauchen. Das Schweizer Volk findet die Unterbrechungen gut und also gibt es für uns keinen Anlass mehr, etwas gegen diese Unterbrechungen zu unternehmen. Vielleicht ist die Deutsche Armee hier anderer Meinung, aber wenigstens für uns ist die Sache somit erledigt." Sie nahm einen Schluck taurinfreies Red Bull.
    "Wie schade!" Sagte Rölli schmunzelnd: "Ich hätte zu gerne herausgefunden, wer wohl für diese Werbungsunterbrechungen verantwortlich ist."
    Forschend schaute Besic Rölli an und sagte: "Natürlich hindert dich niemand daran, in deiner Freizeit weiter zu investigieren. Du tappst so oder so im Dunkeln, so lange wir keine relevanten Informationen von der Deutschen Armee erhalten. Hast du übrigens jetzt einmal nachgefragt bei der DA?"
    "Das habe ich tatsächlich getan." Antwortete Rölli: "Die Deutsche Armee war zunächst eher abweisend, aber wenn ich an der Sache dranbleibe, werde ich wohl einige Informationen von ihr erhalten."
    "Sehr gut," sagte Besic.





    FORTSETZUNG FOLGT AM SONNTAG

  5. #20
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    $




    ES HANDELT SICH HIERBEI UM EINE FORTSETZUNGSGESCHICHTE! BITTE NICHT IN DIESEM FADEN KOMMENTIEREN, SONDERN IM KOMMENTARFADEN!!!!



    Link zum Kommentarfaden: https://www.gedichte.com/showthread....itischer-Krimi












    Die Zeitungsfälschung



    Kapitel 1

    Es stellte sich am folgenden Tag heraus, dass Anina Kühn, die provisorische Sekretärin, nicht nur gut organisiert war, sondern auch verschiedene Computerprogramme sehr gut kannte, sodass es ein Einfaches war, einen Abschnitt der Oberseer Woche zu fälschen. Es wurde die aktuelle Ausgabe der Oberseer Woche genommen, eine Doppelseite entfernt und eine angepasste Doppelseite hinzugefügt. Das Ganze sah sehr realistisch aus. Das Problem war eher der Inhalt. Es fand eine Sitzung statt, wo genau dieser Inhalt der Zeitungsnachricht besprochen werden sollte. Anwesend waren alle Mitglieder des Oberseer Polizeiteams.
    "Wir müssen damit rechnen, dass Knolle bemerken wird, dass der von uns hergestellte Zeitungsbeitrag eine Fälschung ist." Sagte Besic.
    Verwundert fragte Friedrich Krumm: "Aber dann wieso das Ganze?"
    "Damit er bemerkt, dass wir ihn zurückwollen." Meinte Besic.
    "Warum so pessimistisch?" Fragte Rölli: "Sind wir zu sechst nicht klüger als er? Es muss doch einen Weg geben..."
    "Wir können natürlich unser Bestes tun." Gab Besic zu: "Also. Hat jemand Ideen?"
    "Wir könnten entweder einen Fall erfinden und behaupten, wir hätten ihn gelöst. Oder wir könnten einen realen Fall nehmen und behaupten, wir hätten ihn gelöst." Meinte Portmann.
    "Vermutlich spielt das gar keine grosse Rolle. Knolle ist so oder so nicht auf dem Laufenden, was hier in Obersee so abläuft. Allerdings ist es wohl klüger, einen realen Fall zu nehmen, da wir ansonsten Gefahr laufen, ins Blaue zu fantasieren." Warf Grün ein.
    "Gut." Sagte Besic: "Dann nehmen wir irgendeinen realen Fall und behaupten, wir hätten ihn gelöst. Bis morgen will ich von jedem Mitglied ausser von Anina einen Vorschlag, welchen Fall wir verwenden könnten. Du, Anina, bist nur zum Schnuppern hier. Du musst dich also nicht zu sehr involvieren und überhaupt musst du als Sekretärin eigentlich bei der Polizeiarbeit nicht viel beitragen."
    So löste sich die Versammlung auf.


    Kapitel 2

    An diesem Abend befasste sich Rölli nicht mit dem Fall Knolle. Sie hatte entschieden, am darauffolgenden Tag einfach zu improvisieren und irgendeinen Fall zu erfinden. So wie sie das sah, war ihr Besic sowieso noch etwas schuldig, da Rölli die einzige war, die während der Polizeikrise noch immer zur Arbeit erschienen war und die Administration erledigt hatte, obwohl sie zugegebenermassen auf dem Polizeiposten mehr Musik gehört als gearbeitet hatte.
    Rölli las die Berichte durch zu den Rinderfreilassungen. Einen nach dem anderen. Dazu ass sie eine Pizza, die sie sich vom Lieferservice bestellt hatte. Eine Pizza Margherita. Weniger ist manchmal mehr, sagte Rölli zu sich.
    Bisher hatte Rölli herausgefunden, dass in jener Nacht, in welcher die Rinder losgelassen worden waren, dies an 42 verschiedenen Orten geschehen war, und zwar ungefähr gleichzeitig, so ziemlich genau um Mitternacht. Es hatte auch eine Rinderfreilassung ganz in der Nähe stattgefunden und zwar waren in Bognau in der Gemeinde Mauensee Rinder freigelassen worden beim Bauern Ulrich Lang. Diese waren aber glücklicherweise nicht auf die Hauptstrasse getrottet, sondern hatten nur ihre Umgebung ein bisschen verwüstet.
    Alles in allem konnte gesagt werden, dass die Urheber dieser Rinderfreilassungen gut organisiert gewesen waren. Momentan schien es am einfachsten zu sein, einmal nach Bognau zu gehen und dort herumzufragen, ob jemand etwas gesehen hatte. Das war die eine Option, die Rölli hatte, aber sie tat das nicht gern, vor Ort nachforschen. Sie sass lieber bei sich zu Hause vor dem Computer. Deshalb musste sie sich etwas Anderes einfallen lassen.
    Sie entschloss, das Netzwerk der Deutschen Armee nach weiteren Informationen zu durchforschen.


    Kapitel 3

    Einmal mehr präsentierte die SVP eine neue Initiative. Und zwar wiederum in der Tagesschau. Noch immer war Isabelle Toggenburg die Moderatorin. Hanna Keller, Nationalrätin der SVP, hatte das Vergnügen, die Initiative vorzustellen.
    "Worum handelt es sich diesen Monat?" Fragte Toggenburg.
    Keller antwortete: "Diesen Monat geht es um unsere momentane Situation: Die Armeen des Auslands haben unsere Schweiz besetzt und wir wollen damit beginnen, dass wieder vermehrt Schweizer und Schweizerinnen die Aufgaben übernehmen, welche momentan ausländische Kräfte ausüben. Beispielsweise wollen wir erreichen, dass unsere Polizei wieder Informationen erhält von ausländischen Behörden. Auch wollen wir, dass die Schweizer Polizei wieder die Befugnis hat, selber mit Hubschraubern Brände zu löschen. Alles in allem wollen wir, dass in den restlichen knapp 20 Jahren, in welchen das Ausland die Schweiz besetzt, schon vor Ablauf dieser Zeit wieder Rechte und Pflichten an die Schweizer Behörde abgegeben werden. Es ist zwar fraglich, ob das Ausland auf unsere Bemühungen eingehen wird, aber wenn wir erreichen könnten, dass eine Abstimmung zu diesem Thema stattfindet, so wäre das sicherlich ein Zeichen von Seiten der Schweiz, dass wir wieder Verantwortung übernehmen wollen für unser eigenes Tun."
    "Das klingt sehr sinnvoll. Ich hoffe, Sie kommen damit durch." Antwortete Toggenburg und sie fragte: "Und wie sieht es mit der PP aus, der Pädagogischen Partei? Was ist davon zu halten, dass sich eine Fraktion der SVP abgelöst hat?"
    "Dieser Schritt wurde notwendig, weil einige Kräfte in der SVP sich nur noch dem Schulsystem widmen wollten. Andere Belange waren diesen Leuten egal. Deshalb wurde von der Parteileitung entschieden, dass es besser ist, die SVP aufzuspalten, als ständig Konflikte im Inneren der SVP zu haben. Wir von der SVP sind nicht gegen die PP, im Gegenteil, wir sehen einfach noch andere Probleme als nur die Probleme unseres Bildungssystems. Ich selber frage mich manchmal auch, ob alles, was in der Schule beigebracht wird, wirklich relevant ist, aber ich sehe auch andere Schwierigkeiten, denen man sich ebenfalls stellen muss. Wer nur die Probleme des Bildungssystems sieht, der verfällt in eine Einseitigkeit. Und das wollen wir in der SVP nicht. Deshalb hat sich die PP von der SVP abgelöst." Erklärte Hanna Keller.
    Isabelle Toggenburg nickte und sagte: "Da wäre noch etwas Anderes, zu dem ich gerne Ihre Meinung hören würde. Und zwar ist in letzter Zeit ein Wort immer mehr gebraucht worden: Maskulinismus. Immer mehr fühlen sich Männer den Frauen gegenüber benachteiligt. So gibt es mehr Frauen in öffentlichen Ämtern und auch die Bezahlung von Frauen hat in letzter Zeit so sehr zugenommen, dass Männer mittlerweile schlechter bezahlt werden als Frauen. Einige bösartige Zungen behaupten auch, Frauen seien sowieso kleiner als Männer und bräuchten deshalb auch kleinere Wohnungen und weniger zu essen, weshalb man ihnen auch einen geringeren Lohn auszahlen sollte... Was halten Sie von dieser Angelegenheit?"
    "Also ich bin selber keine Maskulinistin." Sagte Keller lächelnd: "Aber diese Männer haben wohl teilweise recht. Wenn tatsächlich Männer schlechter bezahlt werden als Frauen, so handelt es sich dabei um eine soziale Ungerechtigkeit, die nicht so hingenommen werden darf. Vielleicht bespreche ich die Sache einmal mit meinen Parteikollegen und -kolleginnen. Da könnte auch eine Initiative daraus werden. Wenn die PP mit ihren Anliegen durchkommt und in Zukunft auch Eltern für das Erziehen ihrer eigenen Kinder bezahlt werden, so wäre das sicher eine Sache, die man im Zusammenhang mit diesem Maskul..."
    "Maskulinismus." Ergänzte Toggenburg: "Oder auch: Maskulismus."
    "Maskulinismus." Sagte Keller: "Ja, das müsste man dann auch besprechen: Sollten Frauen für die Erziehung ihrer Kinder besser bezahlt werden als Männer?"
    "Was meinen Sie dazu?" Fragte Toggenburg.
    "Na ja, die Frauen müssen die Kinder mit sich herumtragen und zur Welt bringen. Das ist schon eine Leistung. Vielleicht müssten Frauen also für eine längere Zeitspanne bezahlt werden als Männer... Das müsste man einmal genau unter die Lupe nehmen..."
    "Ok, wir werden ja sehen, wie die Sache weitergeht, das heisst, wie sich die Agenda der PP entwickelt und auch ob diese Maskulinisten nicht von selber wieder vom Rampenlicht verschwinden. Vielleicht war das Ganze ja nur eine vorübergehende Angelegenheit, die von niemandem weiterverfolgt wird. Jedenfalls danke für das Interview!" Sagte Toggenburg.
    "Gerne," antwortete Heller.


    Kapitel 4

    Am darauffolgenden Tag gab es wieder eine Sitzung der Oberseer Polizisten und Polizistinnen.
    "Wer will als erstes einen Vorschlag machen?" Fragte Besic.
    Rölli meldete sich und zog eine Zeitung hervor, die sie an diesem Morgen am Kiosk gekauft hatte, sie schlug eine Seite auf und blickte darauf. Es war gerade kein Fall sichtbar, den sie verwenden konnte, deshalb sagte sie: "Leider ist mir entfallen, auf welcher Seite der Fall schon wieder war..."
    "Worum geht es denn in diesem Fall?" Fragte Besic.
    "Das habe ich leider auch vergessen, aber wenn ich die Seite finde, dann fällt es mir bestimmt wieder ein." Sagte darauf Rölli und blätterte in der Zeitung.
    Daraufhin meldete sich Polizeihauptmeisterin Jana Portmann: "Scheinbar gab es letzte Woche einen Einbruch bei der Migros. Jemand hat sich am Abend hinter den Produkten versteckt und die ganze Nacht lang sich mit Nahrung vollgestopft. Als die Sache am nächsten Tag bemerkt wurde, war es schon zu spät, weil einige Kunden im Laden waren und deshalb nicht ermittelt werden konnte, wer der Übeltäter war."
    "Woher hast du diese Information?" Fragte Besic.
    "Aus der Zeitung." Antwortete Portmann.
    "Könnte eine Erfindung sein." Meinte Besic: "Wo soll sich schon jemand verstecken in der Migros? Das ist doch gar nicht möglich. Wer war der Autor des Artikels?"
    "Das muss ich kurz nachschauen." Portmann zückte eine Zeitung und schaute darin nach: "Die Initiale lautet ZE – vielleicht Zeitungsente?"
    "Könnte sein... Ich sehe einfach nicht, wo sich jemand in der Migros hätte verstecken können. So grosse Kartonschachteln gibt es nicht und hinter den Produkten ist zu wenig Platz." Meinte Besic: "Und auch wenn es tatsächlich so wäre, dass jemand dieses Ding abgezogen hat, so würde das Knolle wohl wenig beeindrucken. Nichts gegen dich, Jana, aber ich hoffe, dass die Anderen bessere Vorschläge haben. Eva, hast du jetzt deinen Artikel gefunden?"
    "Nein," meinte Eva mit hochrotem Kopf: "Vielleicht habe ich die falsche Zeitung mitgebracht. Aber mit fällt da gerade etwas ein: Wurde nicht kürzlich das Wahrzeichen von Obersee, die goldene Gans, gestohlen?"
    "Ja, da hast du recht," sagte Besic: "Das ist jetzt aber doch schon einen Monat her. Da wird es schwierig sein, den Fall zu klären, aber an sich ist es eine gute Idee. Vielleicht könnten wir einen Zeitungsbericht fälschen, der uns das Wiederauffinden dieser goldenen Gans zuschreibt. Aber erst wollen wir mal sehen, was die anderen für Vorschläge haben. Friedrich, was meinst du?"
    Krumm antwortete: "Also eigentlich geht es ja darum, Kurt weiszumachen, dass die Polizei doch noch eine brauchbare Institution ist. Und wie könnten wir das tun? Vielleicht könnten wir behaupten, wir hätten irgendeinen Anschlag verhindert oder so. Das wäre doch etwas. Das ist zwar kein realer Fall, aber da liesse sich doch etwas machen."
    Darauf Besic: "Gut, mal schauen, was die anderen noch vorzubringen haben. Aber an sich ist das eine gute Idee. Grün?"
    Darauf antwortete Astrid Grün: "Ich habe auf der Internetseite der Oberseer Woche nach brauchbaren Fällen gesucht und einen Fall gefunden, den wir vielleicht verwenden könnten. Es geht dabei um den Anschlag auf unseren Stadtpräsidenten Karl Joller. Dieser wurde, wie sich wohl alle erinnern werden, bei einer Rede angeschossen. Joller, ein Mitglied der APS, hatte sich dafür ausgesprochen, dass alle Haftstrafen aller Verbrecher halbiert werden sollten. Scheinbar hat das jemandem nicht gefallen. Jedenfalls wurde Joller mit einem Gewehr in die Schulter geschossen. Mittlerweile ist er wieder auf den Beinen, aber der Täter läuft noch immer frei herum. Vielleicht könnten wir so tun, als hätten wir den Täter geschnappt."
    "Das könnten wir tatsächlich." Gab Besic zu: "Ich schlage vor, dass Rölli und Grün ihre Fälle noch genauer ausarbeiten. Und zwar bis Morgen. Dann findet die nächste Sitzung statt. Ausserdem soll Krumm seinen erfundenen Fall fertigstellen, so dass wir ihn im Fall der Fälle drucken können. Morgen findet also eine Abstimmung statt, welchen Fall wir drucken sollten und dann tun wir das und schicken das Ganze nach Frankreich. So viel für heute! Zurück an die Arbeit!"


    Kapitel 5

    Am Abend gab es im Fernsehen einen Beitrag zur momentanen politischen Lage in der Schweiz in der Sendung Schweiz weit und breit. Cornelia Kramis war an diesem Tag die Moderatorin. Sie sagte: "Heute haben wir einen besonders relevanten Beitrag, in dem es um die politische Lage der Schweiz geht. Die Schweiz steht momentan unter dem starken Einfluss der Nachbarländer. Jost Grüter hat dazu einen Beitrag zusammengestellt."
    Auf dem Bildschirm erschienen einige Bilder und dazu war die Stimme Jost Grüters zu hören: "Deutschland, Frankreich und Italien sind die Länder, welche in der Schweiz zur Zeit den Ton angeben. Vermutlich ist es aus diesem Grund, dass die Tourismusbranche in der Schweiz boomt. Unsere Nachbarn kommen und besuchen die Schweiz, um zu sehen, wie es so um sie steht. Und sie fühlen sich sicher bei uns, weil ja ihre eigene Armee die Schweiz leitet. Für unsere Nachbarn ist die Schweiz eine Erweiterung ihres eigenen Landes. Entsprechend fühlen sie sich hier heimisch. Wir haben jetzt sozusagen das Ausland im Haus und das Ausland ist ein willkommener Gast. Unsere Hotels und Kurhäuser sind voll."
    Auf dem Bildschirm erschien ein deutscher Tourist und sagte: "Warum ich die Deutschschweizerische Republik besuche? Nicht nur, weil mich die Lage hier interessiert. Ich will unsere Armee in Aktion sehen! Ich finde es faszinierend, dass unsere Armee jetzt doch noch für etwas gut ist!"
    Es ertönte wieder die Stimme Grüters und wiederum erschienen Bilder: "Dieser Herr ist nur einer von vielen deutschen Touristen, welche uns besuchen. Diese Touristen sind sicher gut für die Schweiz. Allerdings hat die Sache auch eine Schattenseite: Die Schweiz kann zum Teil nicht über ihr eigenes Schicksal entscheiden. Das Ausland redet immer mit. Entsprechend haben einige Mitglieder der SVP eine Petition eingeleitet. Und zwar soll gemäss dieser Petition das Ausland nicht 20 Jahre lang die Schweiz besetzten, sondern nur 5 Jahre lang. Und auch das ist schon zu viel für einige SVPler."
    Auf dem Bildschirm erschien Toni Berger, ein Mitglied der SVP. Er sagte: "Es ist eine Frechheit, dass das Ausland es sich erlaubt, hier einfach den Chef zu spielen. Zwar wäre die Lage vielleicht schlecht geworden für uns, wenn das Ausland nicht eingegriffen hätte, aber dass jetzt die ausländischen Armeen unser Land für 20 Jahre besetzen wollen, geht dann doch zu weit! Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition."
    Grüter fuhr fort: "Freudiges Ereignis für die einen, Ärgernis für die anderen... Jedenfalls ist die Schweiz momentan besetzt. Wir werden sehen, wie die Sache weitergeht..."
    Besic stand nach wie vor mit dem Rücken zum Fernseher und schaltete diesen Fernseher nun aus. Sie war ihren Zigarettenstummel in den Mülleimer und so auch eine leere Red Bull Dose. Dann zündete sie eine neue Zigarette an und öffnete ein neues Red Bull.


    Kapitel 6

    Besic trommelte ihre Mitarbeiter zusammen und verlangte von ihnen, die ausgearbeiteten Fälle mitzuteilen.
    Rölli fing mit ihrem Fall an: "Wir tun so, als hätten wir die goldene Gans wiedergefunden. Für die Zeitung ist es sowieso irrelevant, wie genau das geschehen ist. Das einzige, was wir brauchen, ist ein Foto von unserem Stadtpräsidenten, wie er mit der wiedergefundenen Gans posiert. Den Rest können wir dazuerfinden."
    Als nächstes meldete sich Grün zum Anschlag auf den Stadtpräsidenten Joller: "Bei diesem Fall könnten wir einen Täter erfinden und behaupten wir hätten diesen festgenommen. Was wir brauchen sind ein Foto des Täters und ein Foto des glücklichen Karl Jollers. Den Rest können wir erfinden."
    "Und was ist mit dir, Friedrich?" Fragte Besic: "Wie ist es mit deinem erfundenen Fall?"
    "Wie gesagt könnten wir einen Fall frei erfinden, der mit nichts bisher Geschehenem zusammenhängt. Wir behaupten einfach, dass uns ein Passant aufgefallen ist, vielleicht weil er geschwitzt hat oder zügig gelaufen ist oder so, und dass dieser Passant gerade auf dem Weg war, ein Restaurant in die Luft zu sprengen oder so." Sagte darauf Krumm.
    "Also von diesen drei Fällen ist der dritte wohl der überzeugendste. Hier wird Kurt am ehesten das Gefühl haben, dass die Polizei doch etwas leisten kann." Meinte Besic: "Hat irgendjemand dazu noch etwas zu sagen?"
    "Wir könnten auch alle drei Fälle verwenden," meinte darauf Friedrich Krumm.
    "Alle drei?" Fragte Besic.
    "Alle drei." Sagte Krumm.
    "Ja, warum nicht. So wie ich das sehe, wird Kurt die Sache sowieso durchschauen und wenn wir gleich drei Fälle aufführen, so sieht er wenigstens, wie sehr wir uns angestrengt haben. Gut. Nehmen wir alle drei Fälle." Sagte Besic: "Hat noch jemand dazu etwas zu sagen oder einzuwenden?" Fragte sie in die Runde.
    Niemand wendete etwas ein und also wurde die Sache durchgeführt. Anina Kühn erwies sich dabei einmal mehr als Kennerin verschiedener Computerprogramme. Letzten Endes war es nicht einmal nötig, den Stadtpräsidenten Karl Joller wegen einem Foto zu bemühen. Es posierte einfach Krumm mit einer nachgefertigten Gans und Kühn veränderte das Gesicht Krumms, so dass es aussah, als wäre es Joller, der die goldene Gans in der Hand hielt. Für die Bilder des Attentäters und des Terroristen verwendete Kühn Fotos aus dem Internet, die sich leicht abänderte, so dass die Beteiligten anonym blieben. Dann wurde die aktuelle Zeitung eingescannt, abgeändert und gedruckt. So entstand die gefälschte Zeitung, die anschliessend an Kurt Knolle weitergeleitet wurde.


    Kapitel 7

    Leonard Kunz moderierte an diesem Abend wie immer die Anthroposophen-Talkshow. Johannes Hofmann, ein bekannter, in Dornach wohnender Anthroposoph, wurde zum Gespräch eingeladen.
    "Herr Hofmann, Sie haben den Plan, ein zweites Steiner-Museum zu erbauen und zwar in Zürich. Warum dieser Plan?" Begann Kunz das Gespräch.
    "Wir haben uns überlegt, ob wir vielleicht das Museum in Dornach ausbauen sollten und haben uns entschieden, stattdessen ein zweites Museum zu bauen, das etwas leichter erreichbar ist als das erste, welches sich in Dornach befindet. Wir haben in Zürich auch ein grösseres Stück Land gekauft, sodass wir unsere Vision umsetzen können." Antwortete Hofmann.
    "Und was für eine Vision ist das?" Fragte Kunz.
    "Wir wollen in diesem Museum die verschiedenen Zimmer nachbauen von den Wohnungen, in welchen Rudolf Steiner lebte. So ist es dem Museumsbesucher möglich, gewissermassen den Lebensweg Steiners mitzugehen. Von Zimmer zu Zimmer, von Ort zu Ort, von Zeit zu Zeit." Antwortete Hofmann.
    Darauf Kunz: "Weiss man denn, wie genau die Zimmer Steiners ausgesehen haben?"
    Hofmann: "Nicht mit Sicherheit, aber man konnte einigermassen ermitteln, wo Steiner wann wohnte und welches wohl sein Zimmer war. Dann haben wir auch viele Gegenstände aus dem Besitz Steiners, von denen wir ungefähr wissen, wann er sie sich angeschafft hat. Mit diesen Gegenständen statten wir dann die verschiedenen Zimmer aus."
    Kunz: "Und was ist, wenn Steiner sich einen Gegenstand gekauft hatte und diesen dann von Ort zu Ort mitnahm? Dann müsste dieser Gegenstand ja in mehreren verschiedenen Zimmern stehen."
    Hofmann: "Das ist ganz richtig. Deshalb werden wir einige Gegenstände auch vervielfältigen. So sieht man dann auch, welche Gegenstände Steiner über längere Zeit begleiteten."
    Kunz: "Sehr interessant. Ich freue mich schon jetzt darauf, dieses Museum einmal zu besuchen."
    Hofmann: "Mir geht es gleich."


    Kapitel 8

    An diesem Freitag gab es eine weitere Versammlung der Oberseer Polizistenschaft. Besic hatte sogar etwas alkoholfreien Champagner und Pistazien organisiert. Sie schlug mit einem Löffel an ihr Champagnerglas und gab folgendes bekannt: "Anina Kühn wird von nun an in unserem Sekretariat arbeiten! Wir alle wissen, dass dies ein Traumjob für jede Kauffrau ist, da es nur wenig zu tun gibt! Momentan jedenfalls! Aber wenn die Deutsche Armee wieder vermehrt mit uns zusammenarbeitet, und das hoffen wir doch sehr, so wird auch die Aufgabe unserer Sekretärin wieder für die Gesellschaft relevant werden, was für alle ein Gewinn ist!"
    Da zückte Rölli einen Schlüssel und schlug mit diesem ebenfalls an ihr Champagnerglas. Sie wollte sich nämlich wie schon bemerkt im spontanen Reden schulen. Sie sagte: "Es freut uns alle, dass wir eine so gute Mitarbeiterhin erhalten haben. Wir alle wissen, dass es schwierig für sie ist, so kompetent und klug wie ihre Vorgängerin zu sein, aber Anina wird das sicherlich meistern! Und sollte ihr jemals die Arbeit ausgehen, so kann sie sich gerne dem Rest des Teams anschliessen und versuchen, Fälle zu lösen!"
    "Hört, hört!" Rief darauf Friedrich Krumm: "Hört, hört!" Wiederholte er sich.
    Da fühlte sich auch Astrid Grün dazu veranlasst, etwas zu sagen, und sie hob ihr Champagnerglas in die Luft und sagte: "Ahoi! Wir sind auf einem Schiff und segeln durch die Wirklichkeit! Ahoi! Unsere Kapitänin kann gut gewitzte Matrosinnen vertragen! Ahoi also!"
    Jana Portmann blickte betroffen zu Boden, denn ihr kam darauf nichts in den Sinn. Stattdessen nahm sie noch einen Schluck Champagner und genehmigte sich eine Pistazie.
    Nun blickten alle zu Anina Kühn. Also sagte auch diese etwas: "Auch mich freut es, einen so interessanten und vielseitigen Job ergattert zu haben! Auf die Zukunft!" Und sie hielt ihr Glas in die Luft, worauf alle anderen auch ihre Gläser in die Luft hielten und sprachen: "Auf die Zukunft!"


    Kapitel 9

    Als Knolle am nächsten Dienstag die Oberseer Woche las, die seine Schwester Emilia Gubler ihm zugestellt hatte, staunte er nicht schlecht. Dann gibt es jetzt also in Obersee jeden Samstag und jeden Sonntag einen Markt auf dem Martignyplatz? Dachte er sich und blätterte durch die Zeitung. Natürlich entging ihm nicht, dass die Oberseer Polizei in dieser Ausgabe sehr prominent war. Innerhalb einer Woche, so wollte man Knolle weismachen, hatte die Oberseer Polizei zwei Fälle gelöst und ein Attentat verhindert. Und all das erschien sogar in der Zeitung! Knolle glaubte seinen Augen nicht, was sie ihm da meldeten. Er hatte von Frankreich aus die Lage in der Schweiz mitverfolgt und wusste daher, dass die Polizei in der Schweiz oder besser gesagt in den schweizerischen Republiken sozusagen arbeitslos war. Entsprechend glaubte er nicht, was er da las. Auch war ihm die Art und Weise aufgefallen, in welcher seine Schwester von der Polizei geschwärmt hatte. Seine Schwester Emilia hatte bisher nie etwas übrig gehabt für die Polizei und nun schwärmte sie plötzlich davon und schickte ihm sogar eine Zeitung? Das war ausserordentlich sonderbar.
    Trotzdem nahm er sein Telefon und wählte die Nummer von Mirjeta Besic, seiner ehemaligen Chefin.
    "Hier Besic," sagte Mirjeta Besic und hatte schon den Verdacht, dass Knolle am Hörer war, da ihr Telefon eine Nummer aus Frankreich anzeigte.
    "Hallo, hier ist Kurt." Sagte Knolle: "Ich wollte mich nur einmal melden und sagen, dass es mir in Frankreich sehr gefällt. Ich habe zwar die Oberseer Woche vom letzten Donnerstag gelesen, aber die Sache hat mich wenig überzeugt. Angeblich übernimmt ja die Deutsche Armee die Aufgabe der Deutschschweizer Polizei. Dass ihr also so viel geleistet habt, finde ich etwas verdächtig."
    Darauf Besic: "Hören wir auf mit dem Spiel. Warum kommst du nicht einfach wieder zurück in die Schweiz und übernimmst wieder deinen alten Job? Ich würde dich sogar befördern, so dass du der Vizepolizeihauptkommissar in Obersee wärst."
    "Nein, das kommt nicht in Frage." Antwortete darauf Knolle: "Ich tue lieber überhaupt nichts, als etwas Sinnloses zu tun."
    "Dann viel Spass beim Nichtstun!" Sagte Besic kühl.
    "Danke, ebenfalls!" Sagte darauf Knolle und die beiden hängten gleichzeitig die Telefonhörer auf.






    FORTSETZUNG FOLGT AM SONNTAG

Seite 2 von 2 Erste 12

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Liebe(r) nicht Gedicht (Bitte kommentiert)
    Von mauna im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 16.12.2018, 23:01
  2. Vegan
    Von charisma65 im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.12.2016, 21:54
  3. Margotts Monolog in der Vegan WG
    Von Anjulaenga im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 27.06.2015, 15:02
  4. Krimi
    Von Medusa im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 06.04.2008, 20:50
  5. Was fühle ich (bitte kommentiert das)
    Von Irini im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 09.04.2004, 22:49

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden