Thema: Der alte Gaul

  1. #1
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    Der alte Gaul

    Auf der Weide scheinbar faul,
    steht ein müder Ackergaul.

    Sein letzter Arbeitstag ist heut,
    der Gaul sich auf die Rente freut.

    Das hab ich mir verdient, so dacht' er,
    der Arme, morgen geht's zum Schlachter.
    Geändert von Sidamm (11.02.2019 um 21:35 Uhr)

  2. #2
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    oooh ...

    Halle Sidamm,
    das sehe ich aber ganz klar unter "Trauer und Düsteres", weil ich so gar nicht drüber lachen konnte.

    Der letzte Vers passt nicht in den Rhythmus, ist zu lang. Wenn du auf "morgen" und "jedoch" verzichten magst, könntest du schreiben: "Was er nicht weiß, bald gehts zum Schlachter"

    Viele Grüße
    Richmodis

  3. #3
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    Ich gehe davon aus, dass hier "morgen" nicht einfach durch "bald" zu ersetzen ist; es geht nicht um ein abstraktes irgendwann später, sondern das nächstmögliche Später. Damit willst du im letzten Vers den Hebungsprall von "weiß, morgen" bereinigen. Ich denke, den könnte man an dieser Stelle als Stilmittel verteidigen, wenn er bewusst war. Wenn ein unbewusster Fehler, wäre mein Vorschlag zur Korrektur:

    Was er nicht weiß, ist, morgen geht's zum Schlachter
    xXxXxXxXxXx

    Das passt ins Metrum der anderen Verse - geht aber über diese hinaus. Ich hab also gelassen, dass sie länger ist. Darin lese ich nämlich als Abbildung des Inhalts, dass der "Schlachter" nicht enthalten ist, in dem, was "dacht er", nicht davon abgedeckt ist, sondern für den Gaul überraschend nachklappt.

    Obstipui steteruntque comae et vox faucibus haesit
    Vergil: Aeneis III, 48

    Ich erstarrte, meine Haare standen zu Berge.
    Und die Stimme blieb stecken mir im Hals.

  4. #4
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    Hallo, ich bin neu hier und bedanke mich für die konstruktiven Anregungen.
    Das mit dem Morgen habe ich tatsächlich bewusst gewählt
    Wollte eine klare zeitliche Definition schaffen.
    Heute noch gefreut, morgen schon bereut sozusagen.
    LG Eric

  5. #5
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    Zitat Zitat von Blobstar Beitrag anzeigen
    Ich gehe davon aus, dass hier "morgen" nicht einfach durch "bald" zu ersetzen ist; es geht nicht um ein abstraktes irgendwann später, sondern das nächstmögliche Später. .
    Nachvollziehbar. Jetzt hat der Autor es geändert, aber ich weiß nicht mehr, wie es vorher dastand. Wäre interessant zum Vergleich.

  6. #6
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    Ganz ehrlich, ich weiß gar nicht mehr wie es vorher stand...
    Der Morgen war gestern aber schon da und ist heute nicht gegangen. Vielleicht tut er es morgen?



    Ganz ehrlich, ich weiß gar nicht mehr wie es vorher stand...
    Der Morgen war gestern aber schon da und ist heute nicht gegangen.

  7. #7
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    um nicht übermorgen einen text von gestern kommentieren zu müssen...gebe ich heute schon meinen senf dazu

    Auf der Weide scheinbar faul,
    steht ein abgedienter Ackergaul.
    dick und faul....

    1. wegen dem Rhythmus
    2. scheinbar=unkonkret/beliebig. dick=konkretes bild


    Sein letzter Arbeitstag war heut,
    der Gaul sich auf die Rente freut.
    ist

    denn selbst wenn er heute nicht mehr arbeiten muss...er Feierabend hat, ist und bleibt es unumstößlich sein letzter Arbeitstag. Erst am darauf folgenden Tag würde "war" Sinn machen.

    der Lehrer scheidet also schon mal aus...bleiben noch Hausmeister oder Wachmann (auch das werde ich noch lösen)


    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  8. #8
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    Guten Morgen, tatsächlich, ich bin kein Lehrer. Soll das jetzt aber heißen, dass Hausmeister oder Wachmänner nicht dichten können? Vielleicht bin ich ja ein schlecht dichtender Putzmann...?
    Ich bin keines von Allem, war aber auch egal. Ach nee, ist ja auch egal, sorry!
    Danke aber für jede Kritik...wenn sie hilfreich ist.
    Gruß Sidamm
    Geändert von Sidamm (18.01.2019 um 06:29 Uhr)

  9. #9
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    Nein, das soll es nicht heißen. Ob und wie gut jemand dichten kann, das hängt nicht vom Beruf ab. Bei den Altmeistern war das noch anders...hat aber mehr damit zu tun, dass der "Normalbürger" 16 Stunden am Tag hart arbeiten musste und er es sich nicht leisten konnte mit der Reimerei seine Zeit zu verschwenden.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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