Thema: Warum

  1. #1
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    Warum

    V1
    Ahnung
    an Fasern fransig
    verknüpft im Treibnetz
    und doch -
    kaum ein Blick
    der sich verfing
    Momente vielleicht
    zuweilen Erinnerungen
    wie Firn -
    allein zu dünn für
    dichte Maschen
    als ich ging

    V2
    Ahnung
    an Fasern fransig
    verknüpft im Treibnetz
    und doch -
    kaum ein Blick
    der sich verfing
    Momente vielleicht
    zuweilen Erinnerungen
    wie Zwirn -
    allein zu dünn für
    dichte Maschen
    als ich ging
    Geändert von manehans (11.02.2019 um 21:17 Uhr) Grund: Sinnebene hergestellt; Impuls von Gugol
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  2. #2
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    Lieber manehans,

    wie schön, dass Du Dich hier mal wieder blicken bzw. lesen lässt!

    Dein Gedicht tut in meinen Augen genau das, was es beschreibt: Es lässt eine Ahnung aufkommen, die viele Geschichten zulassen würde. Jedoch bekommt man sie nicht so richtig zu fassen, alles beibt ein wenig schwebend.

    Wunderbar zurückhaltende Bilder!

    LG Okotadia
    Früher waren die Stühle schöne, blütenfressende Tiere. Doch sie ließen sich zu leicht zähmen...
    Zbigniew Herbert

  3. #3
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    Firn oder Zwirn? Firn ist doch verfestigter Schnee vom Vorjahr, passt also nicht ans Meer und ist weder dünn noch geeignet zum Netze knüpfen. Jedenfalls ist mir keine zweite Bedeutung des Wortes bekannt. Sonst schliesse ich mich Okotadia an, ein filigraner Text, der berührt. LG gugol
    Geändert von Gugol (20.01.2019 um 14:21 Uhr)

  4. #4
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    Guten Tag,
    Okotadia, hab Dank für Deine Einschätzung. Du fandest sehr wohlwollende Worte. Und Danke fürs welcome.

    Gogol, na klar gibt’s im Meer keinen Firn. Diese Metapher bezieht sich auf "Erinnerungen", nicht auf den Zwirn des Netzes.
    Schön, dass die Verse dir ansonsten gefielen.

    Gruß manehans
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  5. #5
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    lieber manehans,
    ich empfinde die Zeilen wie zart hingetupft.
    Rätselhaft?!
    Aber ich denke da an eine Begegnung, die das LI. hatte, nur flüchtig und nicht haltend,
    doch noch immer gibt es Momente der Erinnerung!

    Sehr gern gelesen!

    LG, Cara

  6. #6
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    hallo manehans,

    lange nicht mehr gelesen...und dann so ein wieder-einstieg von dir! toller text...der von a bis z stimmig wirkt. einer...den man nicht verstehen muss...und dennoch nach- fühlen kann. prima comeback und willkommen zurück!

    gruß, a.d.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Guten Tag,
    Cara mia, hast dich wohl selbst in die Verse verwoben und Rätselhaftes entdeckt. Ich freue mich, dass sie dir gefallen. Danke für deinen einfühlsamen Kommentar.
    Das gilt auch für dich A.D., Danke, und das auch fürs Willkommen heißen.
    Gruß manehans
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    Eva Strittmatter

  8. #8
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    Hallo, manehans,

    ich hoffe, ich mache das Rätselhafte, das Schwebende, das Zurückhaltende mit meinem Kommentar nun nicht kaputt, aber mich verlangt danach, im Geschehen mitzuschwingen, es auch in mir nachklingen zu lassen, weil auch mir deine Zeilen sehr gut gefallen:

    Fein gesponnen und doch nachvollziehbar, wie ein noch immer Liebender aus einer verwundeten Seele heraus sich an alles klammert, das das Unabwendbare beim Abschied doch noch umkehren könnte. -

    Eine Ahnung hat er, warum das geschieht (und nicht mal das so richtig), die bei der Feststellung, dass ihn nichtmal ein verirrter Blick trifft, gleich erstirbt. Dann schwimmen Erinnerungen wie eine letzte Rettung heran, doch auch diese sind zu "dünn" und können das geliebte Gegenüber nicht halten, nicht doch noch binden.

    Fein zart, und alles nur angedeutet - wundervolle berührende Zeilen!

    LG, Hoya

    PS: Und doch kann es auch anders gesehen werden: Dass das LI derjenige ist, der verlässt - ohne einen Blick zurück.
    Geändert von Hoya (23.01.2019 um 16:57 Uhr)
    "Wenn man das Leben nur auf eine Art betrachtet, gibt es immer einen Grund zur Sorge." Elizabeth Bowen

  9. #9
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    Nein, Hoya, du machst nichts kaputt. Wie denn auch? Du findest sehr einfühlsam eine dir eigene Interpretation. Und so sollte es sein.
    Hab vielen Dank für deine Zeilen.
    Gruß manehans
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  10. #10
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    Ein sehr kritisches etwas das hier zeigt wo Ahnung und Gewissheit noch Geschwister waren die ihre Eltern suchten und statt dessen nur Erinnerungen fanden aus denen sie dann Persönliches herausfischen mussten was ihnen immer wieder entgleiten würde wenn da nicht die Idee wäre ein Netz könnte helfen. Was ja dann wieder für Verhaltensmustertraining spricht.

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  11. #11
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    Guten Morgen T.,
    eine interessante Analyse, die mir zeigt, wie vielbödig die Verse interpretiert werden können.
    Gruß manehans
    Solange Glut ist, kann auch Feuer sein...
    Eva Strittmatter

  12. #12
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    Hallo Gugol,
    Ferdi hat mich überzeugt. Ich muss da Abbitte leisten. Zwirn passt ins Bild. Firn nicht.
    Werde es übernehmen und als 2. Version einstellen.
    Danke!
    Gruß manehans
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    Eva Strittmatter

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