1. #1
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    Ich möchte Dir die Worte um dein Herze Dir hängen

    Ich sitze hier und bin dem Leben zugewandt.
    Und sehe vor dem Fenster, wie die Zeit vergeht.
    Das tiefe Braun der Haare hat sich abgewandt
    und jede Jugend sprintet, wie ein Sturm, der weht.

    Am Esstisch schau ich Dir ganz lange ins Gesicht
    und sehe, dass die Liebe wie ein Garten ist,
    der seine Farben wechselt, bis die Pracht erlischt,
    wenn sich die Kälte langsam durch den Boden frisst.

    Dann sind die Tage mal ganz klar und warm und heiter:
    es ist, als würde man durch fremde Meere fahren -
    und jeder Kilometer treibt mich immer weiter
    in Länder, die mir herzlich sind und auch Gefahren.

    Dann gibts die Mühe, die ich weither mit mir nahm,
    die in der Anstrengung ganz groß und warm erscheint;
    mit mir fast wie gebrochen ins Vergangne kam -
    und als Verlorenes nun aus dem Herzen weint.

    Ich möchte Dir die Worte um Dein Herz Dir hängen,
    doch jeder Tag sinkt atemlos im nächsten nieder.
    Nun möchte ich, dass unsre Herzen zueinander drängen -
    Vergangenes! Ach komm nur einmal wieder!
    Geändert von Eisenvorhang (21.01.2019 um 00:26 Uhr)

  2. #2
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    Hey,

    4 Vorschläge für die letzte Zeile

    Vergangenes jedoch kehrt nie mehr wieder.

    Oder

    jedoch: Vergangenes kehrt nie mehr wieder.

    oder

    und doch: Vergangenes kehrt nie mehr wieder.

    oder:

    Vergangenes! Komm doch nur einmal wieder!
    Geändert von MiauKuh (20.01.2019 um 22:52 Uhr)

  3. #3
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    Lieber Eisenvorhang,

    Dein Gedicht erzählt, wenn ich es richtig verstehe, von einer gestorbenen Liebe. Das ist bitter, vor allem, wenn einer der Beiden mehr leidet, als der Andere. Der mehr leidet, muss nicht immer Derjenige sein, der nicht mehr geliebt wird. Wenn der nicht mehr Liebende seine Gedanken und Gefühle unter Verschluss hält und des lieben Friedens und der Familie wegen die Fassade aufrecht hält, ist es für ihn im doppelten Sinne schmerzlich.

    MiauKuhs Vorschlag finde ich gut.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  4. #4
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    Zitat Zitat von MiauKuh Beitrag anzeigen
    Hey,

    4 Vorschläge für die letzte Zeile

    Vergangenes jedoch kehrt nie mehr wieder.

    Oder

    jedoch: Vergangenes kehrt nie mehr wieder.

    oder

    und doch: Vergangenes kehrt nie mehr wieder.

    oder:

    Vergangenes! Komm doch nur einmal wieder!
    Deine Vorschlägen brachten mich zu:

    "und das Vergangene kehrt nicht mehr wieder" -
    xXxXxXxXxXx

    Was hälst Du davon Miau?

    @Dabschi

    Ich bin ja so ein Gefühlsquarkler. Du hast vollkommen recht.
    Ein Blick vom Tisch... Die verlorene Liebe... Und der Blick ins eigene Leben...
    Wenn man mit dem inneren Blick kurz durch das Leben schweift.
    Und ja, es ist im doppelten Sinne definitiv schmerzlich, schätze ich.

    Danke für die Beiträge, habe mich gefreut!

    vlg

    EV

  5. #5
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    Vergangenes! Ach komm doch einmal wieder!

    Das erachte ich jetzt als perfekt :P aber nur für meine Fantasie.
    Dein ganzes Gedicht, lieber EV, klagt, es braucht Klageworte und kein "und" im letzten Vers, das wäre nicht jaulend genug, sondern es wäre nur viel zu sättigend, abschließend, abgeschlossen, beendend und damit dem vorherigen nicht genüge werdend.

    Das Gedicht heult doch so herzzerreißend und trieft danach, so zu sein, wie es ist, nämlich traurig.
    Da darf einfach kein "und" am Ende stehen.

    Es muss unbedingt etwas Heulendes sein,
    wie eine Gewissheit durch ein "doch" (wie du es ja hattest),
    oder ein "jedoch", oder ein "aber" (hach!), oder "ach!" oder sonst wie was ... aber kein "und"

    Bitte kein "und" das wirkt nicht.

    Es ist wie .. das Wissende, dein "und"

    Es wäre schon mit dir, wie so und so, so will ich es wieder
    "und ich weiß, es geht nicht." <--- niemals darfst du das so schreiben,

    nein, nein nein nein, es muss schmachtend zu ende gehen, wie bei goethe, wie bei Heine, wie bei Rilke auch

    es braucht ein Jaulen, ein männliches Flennen

    einen Satz wie

    "Bitte, Liebste, ich wünschte mir alle Worte von mir wären einmal nur dein und mein Herzschlag zusammen!"

    in ein paar Worte , wie du es ja hast, mit der Vergangenheit:

    hier:

    Vergangenes! Ach komm doch einmal wieder!
    Vergangenes! Ach komm nur einmal wieder!

    Das klagt das Vergangene an, was sowieso nie zurück kommt.
    Es heult und jault ... so muss dein schönes Gedicht zu Ende gehen, auch wenn es mega schmalzig ist.

    "Vergangenes kommt nicht mehr wieder" ist außerdem eine Binsenweisheit, das willst du nicht schreiben.
    Es ist die Hoffnung, der Glaube an das Unmögliche, das theatralische Weinen über eine Unmöglichkeit, die hier einen Zauber entstehen lassen kann, für mich jedenfalls, in diesem letzten Vers.

    :P So, genug geschwafelt

  6. #6
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    Na gut...

    Ich nehm dann das: Vergangenes! Ach komm nur einmal wieder!

    "Nur" wäre noch drückender... Und passt phonetisch besser zu den Wörtern.

    Danke Dir W.!


    vlg

    EV /m

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