Ursachenforschung. Dieser Bericht wird nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; bleibt streng geheim.

Verfassungsschützer-Chef Meier: Ursachenforschung...
Innenminister Seehofer: Abschiebung!
Verfassungsschützer Müller: Beides!?
Meier und Seehofer unisono: Wenn’s denn sein muß. Also gut!

Mich schickte das bayerische Innenministerium am 06.01.2019, am Heilig-Drei-König-Feiertag ins nordöstliche Amberg, sechs Tage nach den Vorfällen, die die Öffentlichkeit so aufwühlten. Jugendliche, Flüchtlinge hatten dort am Sylvesterabend wahllos Passanten, Kunden der Deutschenbahn im Bahnhofsbereich tätlich, körperlich und verbal angegriffen, beschimpft, attackiert, geschlagen, verletzt und misshandelt mit Messern, Schlagringen, mit Händen und Füßen.

Die Ursachenerklärung ist schleierhaft. Die Flüchtlinge im Amberg leben relativ verstreut über die Stadt, wenig konzentriert, so dass sie langweilend Blödsinn gemacht hätten, Es gibt hier kein „Angerzentrum“, wie von Innenminister Seehofer Flüchtlinge-Konzentrations-Lager (sogenannt bis 1945), Flüchtlings-Konzentrations-Baracken (bis 2005), pardon, aber wie sollte man sie sonst nennen: Flüchtlings-Konzentrations-5-Stock-Hochhäuser?
„Angerzentrum“ ist den heutigen unsicheren, labilen Zuständen auf der Welt geschuldet, angepasst und angemessen. Sogenannte „displaced persons“ gleich welchen Coleurs und Provenienz treiben wie auf einem steuerlosen Schiff von Afrika aus durch die sieben Weltmeere, sprich der Welt, die Erde, hin und wieder dürfen sie aber die Anger lichten. Länder, die das machen, wie unsere Bundesrepublik Deutschland erscheinen in den Augen dieses genialen Wortschöpfers wohl besonders christlich, human und demokratisch.
Das ist Globalisierung pur. Ja, Deutschland ist ein Global Player, da es diesen herumirrenden Seelen temporär eine Bleibe verschafft, einen Ast zum Festhalten, eine Bohle zum Anklammern, bis die nächste größere Welle sie wegschwemmt, abdriftet und herumwirbelt Gott weiß wohin.
Dabei kann diesen Angerzentrum halt gestrandeten Personen Glück bringen, aber Pustekuchen!
Undank ist der Welten Lohn!

Aber zurück zu Amberg und seinen Vorfällen. Wie konnte es geschehen, dass solcher Gewaltausbruch ohne die Konzentration, Zusammenpferchung und Fokussierung von Menschen standfand? Das fragt sich auch der Verfassungsschutz eines Staates mit freiheitlich-demokratischer Grundverfassung wie Deutschland.

Amberg ist Außenposten, mich, einen Beamten kurz vor der Pensionierung haben sie natürlich dafür auserwählt und losgeschickt, um Ursachenforschung zu betreiben. Die Ältern werden stets den moralischen Projekten zugeteilt, deren Ergebnisse kaum Konsequenzen zur Folge hat. Früher ist mir das gar nicht aufgefallen, aber seitdem ich selbst zum „Alten Eisen“ zähle. hat sich natürlich meine Sichtweise geändert. Wir Alten sind die Alibi-Fritzen der Behörde! (scheiß drauf!)

Kaum, dass ich mit der Bahn fahre. Wieso hat man Dienstautos? Aber da der Untersuchungs-Tatort an deren Gleisen liegt sozusagen, der Bahnhof Amberg, war eine Fahrt mit der alten Bundesbahn sachlich notwendig, sinnvoll und nahezu geboten.
Von München nach Nürnberg. Ich verspürte Durst. Ich kaufte mir ein Aqua Mineralis in einem türkischen Imbiß-Kiosk. Wie sonst sollte man diese kleinen offenen Läden im Bahnhof nennen? Mir ist kein Begriff geläufig. Auf meinem Weg zum Abfahrtsgleis passierte ich einige dieser Läden, die vom gleichen Besitzer betrieben wurden. Einer mit türkischen Namen. Seufz! Türken, obwohl nicht EU-Bürger, sah man mittlerweile überall. Natürlich war ich in diesem Zusammenhang unangenehm von den Ermordungen der türkischen Döner-Buden in Nürnberg von der sogenannten NSU- (Nationalistischer Untergrund, und nicht die ehemals bekannte NSU-Firma, die der Entnazifizierung zum Opfer gefallen und zerschlagen worden war) berührt, wobei es sich fast durchgängig um Türken gehandelt hatte. Mit der Wasserflasche am Mund lehnte ich mich in den bequemen Lehnen der DB zurück und ließ mich gen Südosten fahren.
Ich kam an, am Amberger Hauptbahnhof.
Ich stieg aus und sofort fiel mir dieses Imbiß-Kiosk-Logo ins Auge. Der Türkische Name zudem. Natürlich mit dem falschen Apostroph versetzt, Gün’s Kiosk, aber damit endet eben die Integration, (scheiß drauf!), mit der deutschen Sprache.
Sollen sie nicht besonders Helle sein, unsere ausländischen Zuwanderer, Hauptsache sie arbeiten gut, sind fleißig und ordentlich –apropos meine Wasserflasche. Ist doch super, dass ich, gleich dort in einem dieser Laden, der sich in meinem Anfahrtsbahnhof befindet, die Pfandflasche o einlösen kann –so machen uns die Ausländer das Leben bequem! (Pfundige Sach!)
Natürlich sind die Leser dieses Berichtes über die Funktion, Methode und Modalitäten des Pfandflaschensystems informiert. Für ausländische Leser sei es kurz erläutert: Pfandflaschen sind mit einem Wertstoff-Logo bedruckt, das einem die Möglichkeit gewährt, den beim Kauf zu zahlenden Aufschlag fürs Pfand so ziemlich in jedem größeren Lebensmittelgeschäft, nicht zu reden von den vielfachen Discountern hierzulande, einzulösen, nachdem man den Inhalt konsumiert hat.

Wir kamen auch auf diesen Umstand zu sprechen bei einem Gespräch zum Austausch europäischer Geheimdienstleistender. Mein lieber Kollege aus Frankreich, der einige Wochen in München geweilt hat und der sich so erstaunt, erfreut und neiderfüllt über unsere Sauberkeit auf Deutschlands Straßen geäußert hat, hat sich dazu geknirscht geäußert: “Ich denke dabei mit Grausen an unser schönes Frankreich. Wo dies nicht möglich ist und wo die Flaschen achtlos in den Straßengraben geworfen werden oder in den kleinen, schönen Fluss, der durch unsere putzigen, alten französischen Städtchen fließt oder noch schlimmer einfach in ein Waldstück. Es ist eine wahrhaft nationale Schande.“ Zum Ausgleich habe ich ihn an die deutsche nationale Schande erinnert: „Schau Dir diese Renner auf den Autobahnen an. Kein Tempolimit. Die Todesskala klimmt dafür immer höher und höher, besonders an Wochenenden.“

Jedenfalls, denke ich, eine prima Sache: ich habe mir in Nürnberg ein Getränk mit Flasche gekauft, habe sie auf einer dreiviertelstündigen Fahrt von Nürnberg ins 80 Kilometer entfernte Amberg im Zug konsumiert, um die leere Flasche schließlich dort, wo ich aussteige, einzulösen, einlösen zu dürfen. Super Sache, man muss sich nicht mit dem Herumtragen leerer Flaschen abplagen, der Umwelt kommt es zugute, niemand wird diesen gebrauchten Gegenstand, die leere Flasche, einfach achtlos in einen Papierkorb werfen, wenn er dafür Pfand bekommt. Die Hauptbahnhof-Filialen dieses Imbiss-Kette haben doch einen Flaschenpfand-Automaten, erinnere ich mich, gesehen zu haben, in dem man die Flasche reinstecken kann, um mit einem Quittungsbon über den Pfandwert entgolten zu werden, den man an der Verkaufskasse einlöst.
Nicht so in Amberg. Ich habe vergebens nach einer diesbezüglichen Maschine gesucht. Ich bin in das Imbiß-Restaurant - das war schon eher ein Restaurant als bloß ein offener Laden - hineingegangen und habe mich gründlich an allen Ecken, Enden und Kanten nach einem Flaschen-Pfand-Automaten umgeschaut. Entweder hat der Verkäuferin, die mich plötzlich patzig angeschnauzt, angesprochen und angefragt hat, nicht gefallen, dass mein berufsmäßig korrektes Herumschnüffeln, Inspizieren und Durchkämmen so nach Schnüffler und Versteckter-Bomben-Leger gewirkt haben mag, aber was kann ich dafür, gelernt ist gelernt.
„Suchen’s was?“ oder „Was suchen’s denn?“ –ich kann den genauen Wortlaut gar nicht mehr exakt wiedergeben. Wobei „Wortlaut“ hier völlig falsch steht. So gesehen, von der Lautung des Wortes her, ist der breite Oberpfälzer Dialekt, obwohl freundlich gemeint, sui genris schon mal ein Affront! Dies würde wohl jeder andere Deutsche unterschreiben. Aber der Wortinhalt hat gestimmt.
Nach Klärung der Sachlage, denke ich, alles paletti, lös die Flasche halt bei der Bediensten hier ein, und mach dich auf die wahre Spur, Suche und deinen wahren Schnüffelauftrag.
Die Pfandflasche schiebe ich also über den Tisch des Tresens, werde aber dieses Mal richtig vor den Kopf gestoßen, denn sie weigert sich, mir 25 Cent auszubezahlen.
„Sie haben es nicht hier gekauft, ich kann sie Ihnen leider nicht einlösen!“
„Aber sehen Sie, die Flasche hat dieses Pfand-Logo am Bauch, wofür ich extra einen Viertel Euro habe bezahlen müssen und das einem die Gewähr gibt, dieses überall im jeden Lebensmittel oder Getränkemarkt einzulösen.“
„Aber nicht bei uns!“
„Aber ich hab’s auch in Nürnberg bei ihrer Filiale gekauft.“
„Aber nicht hier.“
„Aber!“
„Ich darf nicht!“
Schluß, Ende der Diskusssion.
Ich bin erzürnt, ich werde nervös und vertröste mich mit dem Gedanken, dass ich das hiesige Ordnungsamt über diesen Verstoß der Ordnung, der Bestimmungen und Gesetze informieren werde. Natürlich hätte ich ihr meinen Dienstausweis unter die Nase halten können, dann... Aber mein Auftrag war eine anderer. Für Recht und Ordnung würde schon das amberger Ordnungsamt sorgen, denen ich am Montag den Vorfall melden würde.
Worin lag also die Ursache meiner plötzlichen Nervosität? Wenn der Eindruck beim Leser entstanden ist, wegen dieses Bagatellvorfalls, verkennt er meine Professionalität. Nein, unruhig war ich geworden, weil ich plötzlich merkte, dass ich nichts zum Rauchen in meinem Rucksack eingesteckt hatte. Und wer weiß, wie lange ich noch hier würde recherchieren müssen?
Ich begebe mich in den anliegenden Nebenraum dieser Gaststätte, der nur mit einem Drehkreuz vom Restaurant-Betrieb getrennt ist - in dem Bereich für Allerlei, Getränke, Snacks, verpackte Süßigkeiten, Kartoffelchips mit Chili, Pfeffer und alle Arten, Alkoholika niedrig- und natürlich hochprozentig –eigentlich nicht ganz in Ordnung - in diversesten bunten Flachmänner harmlos-farblustig abgefüllt undsoweiter, um mir eine Packung Tabak zu nehmen.
Beim Herausgeben gibt mir eine ganz junge Verkäuferin falsch heraus. Ich schaue das Geld einen langen Moment an, das da auf meiner flachen Hand liegt, dann ins Gesicht des jungen Dings. Dieses blickt arglos drein, als sei alles in Ordnung, wenngleich mir der falsche Betrag geradezu ins Auge zu stechen scheint. Ich kann es nicht glauben, als mein Gegenüber die Kassenlade zuschiebt, sich stracks umdreht, als wäre damit die Sache erledigt und alles in bester Ordnung. Das Wechselgeld ist einfach zu offensichtlich falsch...
„Moment mal, junge Dame!“, sage ich, als ich mich gefasst habe.
„Ja!“ Sie dreht sich wieder um.
Ich zeige auf meine Hand, worauf das Wechselgeld ruht. „Ich habe Ihnen einen 10-Euro-Scheingeld gegen, der Tabak kostet aber nur 4 Euro 80 Cent. Zwanzig Cent habe ich herausbekommen. Sie kraust die Stirn, sagt: „Ach ja“, und berichtet die Summe endlich. Keine Entschuldigung kommt über ihre Lippen. „Sind Sie deutsch?“ Sie lächelt: „Aber ja!“ Der Akzent ist eindeutig oberpfälzerisch, zudem sind die Sätze korrekt, soweit man dies bei ihrer Kurzangebundenheit sagen kann. Das Aussehen ist nicht fremdländisch, etliche Verwandte habe ich hier im Umkreis, um dies beurteilen zu können, das junge blonde Mädchen stammt von hier. Um so verwunderter bin ich.
Immerhin lächelt sie nach diesem peinlichen Vorfall verschämt, oder bilde ich mir dies ein deswegen, aber vielleicht auch rührt das Lächeln aus dem Spaß, der Aufregung und der Spannung her, über den Versuch, jemanden übers Ohr gehaut haben zu wollen?
Nunmehr überkommt mich aber kochende Wut: eine Pfandflasche nicht einlösen gedurft, und nun dies! Wie hätte ich da Gelassenheit wahren können? Sodann das junge Ding zudem noch bloß mit einem Achselzucken über diesen Vorfall hinweggeht, ohne Entschuldigung!

Ich denke an das Gespräch mit meinem französischen Kollegen vor meiner Abfahrt. Wir diskutierten über die Integration der Neu-Zugewanderten. Die Franzosen mit ihrer Kolonial-Tradition haben da ja schon längere Erfahrung. „In deren Religion ist die Gewalt legitimiert“, hat Michel gesagt. Wir haben ihn konsterniert angeschaut, unser Chef, der Meier hat vielsagend einen Pfeifton durch seine Zähne gepresst. Wir wissen alle, was das heißt. „Und in deren Religion wird Gewalt legitimiert, sofern sie gerecht ist.“ „Gerechtigkeit, gab’s noch nie in Deutschland“, hat der zweite im Range gesagt, der Müller, derjenige, der so etwas sagen durfte als einer der unteren Chargen. Spontan habe ich ausgestoßen: „Da sehe ich aber schwarz!“ Mein französischer Freund hat scheinbar arglos gefragt: „Wieso schwarz?“ Er hat genau gewusst, dass dies halt ein idiomatischer Ausdruck ist. „Ich sehe eher rot!“, und hat darüber gelacht. Wir sind ja nicht von Gestern: Französische Revolution undsoweiter. Da habe ich mich schon gefragt, in Gedanken natürlich, ob Frau Merkel überhaupt gewusst hat, als sie verkündet hat: „Der Islam ist ein Teil Deutschlands!“

Was macht man mit seiner Wut, seinem Ärger über unberechtigtem, schlechtem Behandeltwerdens? Ich bin dazu zu gut „erzogen“, um auf die Barrikaden zu gehen, so sieht es aus. Ich bin mit christlicher Moral durchtränkt, da hält man die Backe hin, wenn man geschlagen worden ist. Aber nicht die jungen Neuen, die hat man wohl anders erzogen –gelobt sei’s oder nicht!? Mit unserem Rechtsstaat nicht vertraut, werden sie kaum wissen, dass man sich in so einem Fall, wie er mir zugestoßen ist, einfach an eine Behörde wenden kann, das Ordnungsamt in diesem Fall, die verpflichtet ist, dies Einhaltung der Bestimmungen, Verordnungen und Gepflogenheiten einzuhalten. Die müssen noch viel lernen, bevor sie wirklich integriert und angepasst sind, jawohl!

Ich fahre fort mit meinen Untersuchungen, Befragungen und Recherchen. Ich besuche Kollegen bei der örtlichen Polizei, höre mir die Berichte einiger Betroffener an, spreche auch mit einem Jugendlichen, der da gewalttätig geworden ist, sofern man das kann, bei deren rudimentären Deutschkenntnissen. Aber ein Gefühl für Gerechtigkeit werden sie längst schon entwickelt haben. Betrübliche Aussichten.
Ums kurz zu sagen, ich stoße wohl auf nichts Nennenswertes. Aber das war auch nicht zu erwarten gewesen. Das hätten wohl längst die Kollegen vor Ort herausgebracht und uns mitgeteilt. Mein Auftrag kommt mir im Nachhinein etwas überflüssig vor. Aber das auch nicht anders zu erwarten gewesen, bei solchen Untersuchungen, Nachforschungen. Die Ursachen liegen im Dunkeln.

Wieder stehe ich am Bahnhof. Vor lauter Arbeit habe ich vergessen zu rauchen. Gut für mich. Aber jetzt könnte ich mir endlich eine gönnen.
Mein Blick fällt auf die Uhr.
Der Anschlusszug wird bald eintrudeln, ich muss mich beeilen, renne durch die Unterführung aufs Gleis 2 hinüber. Gleissteig stelle ich erleichtert fest, dass die Bahn glücklicherweise wieder ein paar Minuten Verspätung hat. Hastig reiße ich die Steuermarke von der Packung, die Innenverklebung auseinander, hole Papierchen, Filter herzu, schnell, schnell, schneller –ha, und schneller als die Polizei erlaubt, habe ich’s geschafft und inhaliere meine ersten tiefen Züge des Tages.
Das ist mit der schönste Moment am lieben langen öden Tag...
Aber irgendetwas stimmt nicht mit dem Tabak.
Trotzdem –während der Rauch durch meine Lungen zieht wie ein leichter wohltuend kühler Wind über die weiten Prärien, habe ich endlich Zeit, mich mit ihm zu befassen.
Die Konsistenz lässt zu wünschen übrig. Er ist völlig ausgetrocknet, wird längst schon über dem Verfallsdatum liegen. Und tatsächlich, als ich die Steuermarke studiere, sehe ich es –über einem Jahr ist er im Sortiment gelegen oder im Lager, so dass er nicht mehr frisch ist und für Otto-Normal-Verbtraucher ungenießbar, wie es die Marke ausweist!
Was ist das für eine Unverfrorenheit, einen solchen zu lang gelagerten Tabak noch zu verkaufen?
Soll ich schnell zurückgehen und ihn zurückgehen lassen? Ob ich damit durchkäme? Auch als Beamter? Wie die sich zieren werden und Zeit wird vergehen, bis die Sache bereinigt ist. Nach dieser Erfahrung mit den beiden Bediensteten dort?
Mein Zug fährt ein.
Noch einmal eine Stunde Aufenthalt, Herumstehen, Warten?
Ich steige ein und lasse mich wegbringen von diesem Ort, Amberg Bahnhof.
Mein Blick fällt auf das Bahnhofs-Gebäude.
Unmittelbar davor, noch zum Selbstbedienungs-Restaurant gehörig, ist eine Holzveranda angelegt worden, einen Meter über dem Boden errichtet, auf denen an den Stühlen und Tischchen vor ihren Kaffees meist junge und ältere Flüchtlinge und Zugewanderte sitzen, sich angeregt unterhaltend, sich freundlich begrüßend, sich zum Willkommensgruß auf beide Backen küssend und gegenseitig die Hände schüttelnd. Vor der Veranda erstreckt sich einen weiter, offener Platz, auf den man einen super Blick in die Fußgängerzone mit ihren barocken Häuserfassaden der oberpfälzischen Altstadt hat.
Über all das scheint vom stahlblauen Horizont herunter die klare Wintersonne während der kurzen Zeit ihrer Laufbahn...
Ich freue mich schon auf meinen Ruhestand!

Hommage an Heinrich Bölls Erzählung von der „Waage der Baleks“.

© Werner Pentz