1. #1
    Registriert seit
    Nov 2014
    Ort
    Dorf im Nordschwarzwald
    Beiträge
    951

    Das Fabelwesen


    Das fabelhafte Wesen


    Ein scheues Tier, tief versteckt, erwacht
    im Dschungel meines Unbewussten,
    sucht seine Nahrung in der Nacht
    in Weidegründen meines Tages.

    Überall entdeck ich seine Spuren,
    kann mit meinen Sinnen
    dieses Wesen nicht erfassen,
    kann nicht von der Jagd ablassen,

    aufzuspüren es im Dickicht
    ungebändigter Gedanken,
    in der Wildnis meines Fühlens.
    Dort ungehemmt von Geistesschranken,

    es zu schauen, wahrzunehmen, wie es lebt,
    mehr und mehr begreifen,
    warum es mir im Labyrinth
    einen roten Faden für die Hände webt.
    Geändert von Carolus (02.02.2019 um 18:35 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2005
    Ort
    Grevesmühlen
    Beiträge
    5.717
    Ich mag das Wilde in deinem Text, es liest sich, wie Irren durch einen Wald, vielleicht ein Dickicht, und das soll es ja auch. Spannend ist auch der rote Faden am Schluss, der mich in all dem Grün einfach anspringen muss und wie er aus all diesen fiktiven Surrealismen hinaus in die handfeste Wirklichkeit führt.

  3. #3
    Registriert seit
    Nov 2014
    Ort
    Dorf im Nordschwarzwald
    Beiträge
    951

    Hallo Woitek,

    herzlichen Dank für deine Kunst, in einem Satz deinen persönlichen Eindruck und das Wesentliche der Textintention wiederzugeben.
    Das "scheue Tier" ist die Anima, die den richtigen Weg in der Realität aufzeigen kann, vorausgesetzt Sensibilität und Bereitschaft sind vorhanden, ihren "roten Faden" als Wegweiser für die Wirklichkeit zu erkennen.
    Danke für deine Anerkennung.

    Lieben Gruß
    Carolus

  4. #4
    Registriert seit
    Dec 2017
    Ort
    da
    Beiträge
    354
    Hallo Carolus,
    das gefällt mir, besonders die 1+3 Strophe, "in Weidegründen meines Tages" und "in der Wildnis meines Fühlens" sind für mich phantastisch e Bilder!
    Die 2&4 Strophe lassen mich, ich kann nicht sagen warum, an Medea denken. Kennst Du die gleichnamige Verflmung mit Maria Callas in der Hauptrolle, in der eine Opferung dargestellt wird.
    Leider kann ich mir/dir nicht erkläre, wie/wodurch diese Verbindung entsteht/hergestellt wird.
    Beste Grüße
    lautmaler
    Geändert von lautmaler (21.03.2019 um 03:50 Uhr)

  5. #5
    Registriert seit
    Nov 2014
    Ort
    Dorf im Nordschwarzwald
    Beiträge
    951

    Hallo Lautmaler,

    leider habe ich auf Grund mangelnder Sorgfalt deinen Beitrag erst heute entdeckt. Ich bitte um Nachsicht und möchte mich zugleich bedanken für das Lob ("in Weidegründen meines Tages" und "in der Wildnis meines Fühlens" sind für mich phantastisch e Bilder!").
    Aufschlussreich erscheint mir deine strophische Auswahl (V1 u.3. sowie 2 u.4.). Die Strophen 1 und 3 handeln vom Lebensraumes des scheuen Tieres (Anima), 2 und 4 vom suchenden Jäger (Intellekt/Verstand), der das Motiv für den roten Faden finden will.
    Leider kenne ich die Medea- Verfilmung mit Maria Callas nicht, kann auch dir bei deiner "Verbindung" nicht weiter helfen.

    Herzlichen Gruß
    Carolus

  6. #6
    Registriert seit
    Dec 2017
    Ort
    da
    Beiträge
    354
    Hallo Carolus,
    ...alles ist gut, danke.
    Den "roten Faden" hat man meist selbst in der Hand.
    Schade, dass Du den Film nicht kennst, ich kann ihn sehr empfehlen. Interessant finde ich die Zweigeteiltheit der" Räume" Anima&Jäger. Auf meinem heutigen Weg werde ich danach Ausschau halten.
    Beste Grüße
    lautmaler

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. fabelwesen
    Von hawemundt im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 04.09.2016, 15:24

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden