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Thema: Leidenschaft

  1. #1
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    Leidenschaft

    Sie treibt mich vorwärts immerzu,
    Die Leidenschaft, durch fremde Betten.
    In keinem find ich jedoch Ruh
    Auch wenn's die Damen gern so hätten.

    Denn ist das Liebesspiel genossen,
    Weißer Rauch steigt aus dem Schlot,
    Und alle Säfte sind vergossen,
    Stellt die Leidenschaft sich tot.

    Jedoch ist Leidenschaft unsterblich,
    Sie lodert in mir unentwegt,
    Sie zu besiegen ist unmöglich,
    Weil immer wieder sie sich regt.

    Doch habe ich dich jetzt getroffen,
    Dein Blick zog mich in seinen Bann,
    Ein Gefühl, es lässt mich hoffen,
    Das alles anders werden kann.

    Ich gesteh dir meine Liebe,
    Säusel nette Worte dir ins Ohr,
    Doch dann regen sich die Triebe,
    Und es ist genauso wie zuvor.

    Du fragst, und gerne geh ich mit,
    Treibe dich durch feuchte Kissen,
    Steig ab nach kurzem, wildem Ritt,
    Weiß, ich werd' mich gleich verpissen...
    Geändert von Sidamm (09.02.2019 um 15:11 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Sidamm,

    hier probierst Du mal den Kreuzreim. Die Reime sind Dir gut gelungen. Man merkt aber auch, dass Du gleich dauflosgeschrieben und Dich hauptsächlich aufs Reimen konzentriert hast, ohne Dir Gedanken zu machen, wie man so einen Text ansprechend verpacken kann. Das ist nun ein recht langer Schlauch geworden. Ich denke, ein bisschen mehr Struktur könnte hier nicht schaden. Wenn Du magst, könnten wir uns etwas ausgiebiger damit beschäftigen und das Gedicht in Strophen einteilen.

    Diese acht Verse sind noch durchgängig vierhebig und beginnen auftaktlos (trochäisch):


    Hab bei Frauen gern gelegen,
    Um mich rhythmisch auf den Damen,
    Auf und nieder zu bewegen,
    Bis die Lenden dann erlahmen.
    Wenn das Liebespiel genossen,
    Und der Samen ist gesäht,
    Alle Säfte sind vergossen,
    Alles liegt und nichts mehr steht,


    Dann schreibst Du ein längeres Stück jambisch weiter, wechselst wieder in den Trochäus und wieder in den Jambus. Auch bei den vier Hebungen bleibst Du nicht immer. Vielleicht ist es eine gute Übung für Dich, die Verse mal durchzuixen? Sag Bescheid, falls Du das nicht möchtest. Ich melde mich dann wieder.

    LG Claudi
    Geändert von Claudi. (02.02.2019 um 15:25 Uhr)
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  3. #3
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    Hallo Claudi, danke für dein Kommentar. Ja, diesmal habe ich es mal mit Kreuzreimen probiert.
    Ideen habe ich genug, aber diese ansprechend zu verpacken ist nicht einfach. Und je mehr ich über Gedichtsformen, Metrik etc lese desto komplizierter wird es . Ich sehe welch tolle Sachen hier gepostet werden und weiß nicht ob ich das jemals so hinbekommen kann.
    Zu meinen Reimen: kann man nicht Jambus und Trochäus abwechseln?
    Ist es besser bei einer Form zu bleiben?
    Wußte auch nicht, dass es empfehlenswert ist, bei der gleichen Anzahl von Hebungen zu bleiben.
    Werde das aber versuchen.
    LG Eric

  4. #4
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    Hallo Eric,

    jetzt mal langsam mit den jungen Pferden und eins nach dem anderen. Dass man jambisch und trochäisch nicht mischen darf, habe ich nicht gesagt. Auch die ganze Zeit vierhebig muss nicht sein. Nur wenn Du alles kunterbunt durcheinandermischst, macht das den Text nicht gerade lesefreundlich. Lass uns mal darüber nachdenken, wie man solche Wechsel sinnvoll gestalten kann.

    Heißt das, Du willst nicht ixen?

    LG Claudi
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  5. #5
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    Hi Claudi,
    doch, das werde ich machen. Ich lese auch die Kritiken und Gedichte in diesem Forum. Denke, dadurch kann ich vieles lernen.
    Ich werde mich erstmal auf kürzere Texte einlassen. Das mit dem Schlauch passt ganz gut auf meine letzte Dichterei, auch optisch...
    Einfach drauf los reimen, das funktioniert nicht. Habe ich inzwischen gemerkt.
    Werde mich dransetzen und mal ixen !
    LG Eric

  6. #6
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    Gut. Dann werde ich mich in der Zwischenzeit nach geeignetem Anschauungsmaterial umsehen. Vielleicht kannst Du auch mal zwei, drei Gedichte heraussuchen, die Dir besonders gefallen haben, und hier verlinken. Dann können wir uns genauer angucken, wie Form und Inhalt zusammenwirken und was man tun müsste, damit das auch bei Deinem Gedicht funktioniert.

    Bis dann!

    LG Claudi
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  7. #7
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    Das wäre wirklich nett von dir, vielen Dank!!!
    Und, dass du mir hilfst, lässt mich hoffen, dass du Potential in meinen Versen siehst ��
    Geändert von Sidamm (02.02.2019 um 19:25 Uhr)

  8. #8
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    Hallo Sidamm,

    um dein Gedicht in "Form" bringen, da bist Du bei Claudi bereits bestens aufgehoben - darüber hinaus kann ich vielleicht auch noch etwas beitragen:

    Hab bei Frauen gern gelegen,
    Um mich rhythmisch auf den Damen,
    Auf und nieder zu bewegen,
    Bis die Lenden dann erlahmen.
    Wenn das Liebespiel genossen,
    Und der Samen ist gesäht,
    Entweder nach "Damen" kein Komma, oder auch ein Komma nach "rhythmisch".

    Hab bei Frauen gern gelegen,
    Um mich rhythmisch, auf den Damen,
    Auf und nieder zu bewegen


    Hab bei Frauen gern gelegen,
    Um mich rhythmisch auf den Damen
    Auf und nieder zu bewegen


    Hab bei Frauen gern gelegen,
    Um mich rhythmisch auf den Damen,
    Auf und nieder zu bewegen,
    Bis die Lenden dann erlahmen.
    Wenn das Liebespiel genossen,
    Und der Samen ist gesäht,
    Alle Säfte sind vergossen,
    hab-bis-wenn-ist-sind

    da kommst Du mit den Zeiten ein wenig durcheinander

    deshalb...weil es eigentlich erlahmten heißen müsste und Du...um den Reim zu erhalten...ein "dann" eingeschoben hast.
    Diese kleine Änderung bringt deinen Vers dermaßen ins Ungleichgewicht, dass du aus dieser Nummer nicht mehr heraus kommst.

    Es gibt einen Ausweg:

    Du kannst den Reim "erlahmen" opfern und durch "nahmen" ersetzen.

    Hab bei Frauen gern gelegen,
    Um die Lenden, auf den Damen,
    Auf und nieder zu bewegen,
    Bis sie eine Auszeit nahmen.


    Ich würde vermütlich andere Begriffe wählen...aber wir wollen ja bei deinem Text bleiben....

    Wenn das Liebespiel genossen,
    Und der Samen ist gesäht,
    jetzt müssen wir noch "ist" eliminieren:

    Wenn das Liebespiel genossen
    Und der Samen ausgesät.

    jetzt ist es...und auch nur gedanklich...hinter ausgesät zu finden.


    Soll zeigen, dass die "Wortfindung" oberste Prirorität haben sollte...denn hat man die passenden Begriffe (auch hinsichtlich der Logik) gefunden...dann fügt sich alles andere fast von alleine zusammen.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #9
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    Hallo, ich habe wirklich einiges probiert und komme nicht weiter.
    Habe hin und her gereimt, nach passenden Worten gesucht und nichts hat funktioniert.
    Kann ich den ganzen Text erstmal wieder herausnehmen?
    Vielleicht fällt mir irgendwann etwas besseres ein.
    Viele Grüße Sidamm

  10. #10
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    Hallo Sidamm,

    klar kannst Du, aber Sinn und Zweck ist es einen Text zu entwickeln. Nimmst Du ihn heraus...geht diese Entwicklung verloren. Das mag dir für den Moment egal sein...aber perspektivisch gesehen könnte das auch ein Fehler sein.

    +++sagt dir einer, der diesen Fehler auch schon machte

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #11
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    Danke für deine ehrliche Antwort.
    Naja, zumindest befindet sich der Text ja noch im Arbeitszimmer. Lasse ihn dann doch erstmal dort und hoffe dass die Muse mal etwas Zeit für mich findet. Sie hat ja hier im Forum einiges zu tun
    Viele Grüße Sidamm

  12. #12
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    Vielleicht noch...weil das vermutlich gar nicht so bei dir angekommen ist:

    Dein Text ist nicht schlecht...er ist sogar gut - er hat Potential....ansonsten hätte ich mich nicht intensiv mit ihm befasst - und Claudi wohl auch nicht. Das ist alleine schon mal eine Fleißarbeit für sich...zudem hat dein Text ein gutes Tempo...das an der ein oder anderen Stelle womöglich sogar gedrosselt werden muss. Zum Ende hin verlierst Du ein wenig den Faden...bei dem Tempo auch kein Wunder. Und wenn ich von den "richtigen Begriffen" rede...dann gilt das nur punktuell - der überwiegende Teil passt und ist auch gut durchdacht.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  13. #13
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    Wow, danke, das ehrt mich jetzt aber!
    Das gibt mir auf jeden Fall Mut und ich werde dranbleiben.
    Das mit dem Dichten macht mir unheimlich Spaß und dass du und Claudi euch so mit meinen Texten beschäftigt, worüber ich mir auch schon Gedanken gemacht habe, lässt mich wirklich hoffen, dass sie Potential haben.
    Oft laufe ich total zerstreut durch die Gegend, sitze, und das ist nicht gut, abgelenkt im Auto und denke über neue, oder die Verbesserung bereits stehender Texte nach.
    Manchmal stehe ich nachts auf und notiere mir Ideen die mir durch die Birne schwirren.
    Vermutlich geht es aber den meisten von euch genauso?
    Viele Grüße Sidamm

  14. #14
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    Hallo Eric,

    ich war davon ausgegangen, dass wir erstmal gemeinsam über eine geeignete Struktur nachdenken wollten. Bevor Du keine Vorstellung davon hast, wohin die Entwicklung gehen soll, kannst Du doch noch gar nicht wissen, welche Teile Du ganz streichen und welche Du ändern musst. Ein bisschen Zeit muss man schon investieren, wenn aus einem Entwurf ein ansprechendes Gedicht werden soll. Was dachtest Du denn ungefähr, wie schnell das gehen soll? Ich denke (mindestens) an mehrere Wochen.

    Du kannst den Text auch gerne eine Weile ruhen lassen und zwischendurch ein paar Fingerübungen machen. In der Spielecke findest Du z.B. jede Menge Klapphornverse, Limericks und andere Kurzgedichte zum Mitmachen. Mit etwas mehr Übung darin, eine vorgegebene Form zu füllen, wirst Du beim freien Dichten auch leichter erkennen, welche Form für Deine Reime jeweils die günstigste ist.

    In diesem Gedicht hast Du vierhebig trochäisch begonnen und am Anfang viele weibliche Kadenzen. Nach dem zweiten Kreuzreim sehnt sich dieses Gedicht nach rhythmischer Abwechslung. Es wäre also naheliegend, nach dem vierten weiblich endenden Vers eine männliche Endung zu setzen, vielleicht sogar einen Paarreim. Daraus könnte sich z.B. so eine Strophenform ergeben:


    Hab bei Frauen gern gelegen,
    um mich rhythmisch mit den Damen,
    auf und nieder zu bewegen
    und verspritzte meinen Samen
    absolut nicht stümperhaft
    in der ganzen Nachbarschaft.



    Das wäre nur eine von vielen Möglichkeiten, das Gedicht in Form zu bringen. Jede neue Strophe könnte nun einen neuen Gedanken aufgreifen und mit einer kleinen Pointe schließen. Es kann sein, dass es mit einem anderen Reimschema letztlich besser klappt. Auch ist nicht gesagt, dass mein Beispiel (also Dein Einstieg) inhaltlich die erste Strophe bildet. Je nachdem, was Dir noch dazu einfällt und wie lang das Ganze am Ende wird, könnte es evtl. auch noch ein Vorspiel geben. Vielleicht auch einen anderen Ausgang? Von der Anlage her kann es eigentlich nur ein Humorgedicht werden? Hab mal vom Ende her gedacht:


    Aber für den kapitalen
    Fehler, Anna zu besuchen,
    musste ich mein Lehrgeld zahlen,
    wurde beinah zum Eunuchen,
    und die Leidenschaft erlosch,
    als ihr Gatte mich verdrosch.



    Du könntest auch andere User zum Brainstorming einladen, falls Dir hier gerade die Luft ausgegangen ist. Manche haben vielleicht Ideen, trauen sich aber nicht, Deine Aussagen völlig auf den Kopf zu stellen. Mit neuen Anregungen kommen Dir vielleicht wieder neue Ideen, und der Inhalt entwickelt sich möglicherweise ganz anders als in der ersten Fassung. Was meinst Du?

    LG Claudi
    Geändert von Claudi. (05.02.2019 um 05:43 Uhr)
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  15. #15
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    Guten Morgen Claudi,
    ich wollte auch nicht einfach alles streichen. Dachte daran den Text erstmal hier zu löschen, zu überarbeiten und dann erneut vorzustellen.
    Ich merke, dass ein gutes Gedicht wirklich seine Zeit braucht.
    Die Idee, gemeinsam daran zu arbeiten und auch die Sache mit dem Brainstorming finde ich toll!
    Tatsächlich hast du Recht, im Endeffekt kann nur ein humorvolles Gedicht dabei rauskommen. Alles andere ist weder Fisch noch Fleisch.
    Deine Vorschläge klingen gut. Vielleicht darf ich die so übernehmen? Auch die Sache mit dem Paarreim fällt mir persönlich sogar einfacher .
    Kann ich das mit dem Samen verspritzen schreiben, klingt das nicht etwas zu ordinär?
    Hatte versucht das etwas zu umschreiben.
    Die letzte, von dir angebotene Strophe ist natürlich wirklich witzig!
    Ich mache gerade Fingerübungen, wenn immer ich Zeit habe und das mit dem ixen ist sehr hilfreich.
    Ich bin gerade noch dabei herauszufinden welche Grenzen es gibt. Meine, was ist alles möglich und wo klingt es dann nicht mehr gut, oder wann gerät die Form aus den Fugen. Dachte bisher immer, wenn's gut klingt und sich flüssig lesen läßt, ist's in Ordnung.

    Einen schönen Tag und LG
    Sidamm
    Geändert von Sidamm (05.02.2019 um 06:36 Uhr)

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