Thema: VATER

  1. #1
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    VATER

    Im Garten steht vor unser'm Haus,
    Ein Apfelbaum, seit Jahren.
    Treu steht er da, tagein, tagaus.
    Ein Freund schon, als wir Kinder waren.

    In seinen starken Armen lagen
    Wir, träumend unter grünem Blätterdach,
    Geduldig hat er uns getragen.
    Am Himmel flogen wir den Wolken nach.

    Und jeden Herbst beschenkte er,
    Uns mit goldnen Früchten, süß und zart,
    Bis alle Äste waren kahl und leer,
    Und durchs Gartentor der Winter trat.

    Doch nun sehe ich 'ne dunkle Hand,
    Sich knochig aus aus dem Erdreich strecken,
    Zerrissen ist das Freundesband,
    Die Früchte wolln mir nicht mehr schmecken.

    Früh bist du erwacht an jenem Morgen,
    Überall im Garten war noch Ruh,
    Hin zum Baum da trieben dich die Sorgen,
    Zwischen goldnen Äpfeln, da hingst du.

    Hast nie gesprochen über deine Sorgen,
    Bist einfach mit den Wolken fort,
    An diesem kalten Morgen,
    Ich hoff an einen besseren Ort.
    Geändert von Sidamm (13.02.2019 um 16:41 Uhr)

  2. #2
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    "Schäl Sick"
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    Im Garten steht vor unserm Haus
    ein Apfelbaum seit Jahren
    Treu steht er da, tagein, tagaus
    Ein Freund schon, als wir Kinder waren

    In seinen starken Armen lagen
    wir, träumend unter grünem Blätterdach
    Geduldig hat er uns getragen
    Am Himmel flogen wir den Wolken nach

    Und jeden Herbst beschenkte er
    uns mit goldnen Früchten, süß und zart
    bis alle Ãste waren kahl und leer
    und durchs Gartentor der Winter trat

    Doch nun sehe ich die dunkle Hand
    sich knochig aus aus dem Erdreich strecken
    Zerrissen ist das Freundesband
    Die Früchte wolln mir nicht mehr schmecken

    Früh bist du erwacht an jenem Morgen
    überall im Garten war noch Ruh
    Hin zum Baum da trieben dich die Sorgen
    Zwischen goldnen Ãpfeln, da hingst du.




    Hallo Sidamm,

    ich habe
    1.) dein Gedicht mal - was Zeichensetzung angeht - so umgemodelt, wie ich meine, dass es richtig ist. Du hast z. B. oft Kommata gesetzt, wo sie keine hingehören. Auch ein paar Apothrophe habe ich vernichtet und aus Tag ein Tag aus ein tagein tagaus gemacht (lt. Duden)

    2.) Bin nicht sicher, ob man jeden Vers mit Großschreibung beginnen kann, auch wenn sich ein ein zusammengehöriger Satz über mehrere Verse erstreckt, daher habe ich auch hier rumgebastelt (ohne Garantie).

    Soviel von mir zum formalen Erscheinungsbild.

    Inhaltlich bleibt - und das gefällt mir - da und dort offen, ob nun der Baum oder der sich suizidierte Vater gemeint ist. Ob das Kind vom Baum oder vom Vater getragen und in den Himmel gehoben wurde (ich denke an das Spiel "Flugzeug"; das viele Väter mit ihren Kindern spielen). Die dunkle, knochige Hand macht deutlich: Der Baum aus Kindertagen erinnert nur noch an ein traumatisches Erlebnis.

    Viele Grüße
    Richmodis

  3. #3
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    Hallo Richmodis, danke für deine Tipps. Und ja, du hast vollkommen Recht: ich habe versucht eine Verbindung zwischen dem Baum und meinem Vater herzustellen. Auch er hat meine Schwester und mich immer getragen, in jeder Beziehung. Er hat uns nie fallen lassen und hat für uns gesorgt, so wie es in dem Text der Baum tut.
    Auch habe ich, wenn ich vom Baum schrieb imner das Er benutzt und dann in der letzten Strophe das Du eingesetzt um auf meinen Vater hinzuführen. Auch die Überschrift dürfte erkennen lassen, um wen es am Ende des Gedichtes geht.
    Tatsächlich sehe ich heute in dem Baum eine düstere Hand die sich aus der Erde streckt um nach meinem Vater zu greifen. Natürlich aber bin ich dem Baum nicht böse. Ihm ist es egal wer oder was an ihm hängt oder gehangen hat.
    LG Sidamm
    Geändert von Sidamm (07.02.2019 um 19:53 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Sidamm

    man merkt, dass dir dieses Gedicht viel bedeutet - entprechend gut hast Du im Rahmen deiner Möglichkeiten deine Gedanken auch zu Papier gebracht. Zum Inhalt...da sehr persönlich...möchte ich nicht viel sagen - nur so viel: ich hätte das Gedicht wohl nicht mit dem jetzigen vers enden lassen...sondern noch einen nachgeschoben.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Hallo A.D.
    ja, es bedeutet mir tatsächlich viel !
    Entsprechend viele Gedanken habe ich mir auch gemacht.
    Über eine weitere Strophe werde ich gerne nachdenken, danke für den Tipp!
    Entsprechend meiner Möglichkeiten... ist das nun gut oder schlecht?
    In einem Arbeitszeugnis würde sich das vermutlich nicht allzu positiv darstellen...
    Ach ja, auch wenn persönlich, trotzdem bin ich für jede Hilfe dankbar, sonst kann ich die Grenzen meiner Möglichkeiten nie überschreiten.

    Viele Grüße Sidamm
    Geändert von Sidamm (08.02.2019 um 14:28 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Sidamm,

    das hatte ich etwas unglücklich formuliert, denn ich kenne deine Möglichkeiten nicht - wenn, dann vielleicht deine momentanen Möglichkeiten...gemessen an deinen eigenen Angaben im Arbeitszimmer.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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