Aufsatz vom 6. Juni 1997

Allgemein gilt es heute als erwiesen, dass unser Universum (Weltall) mit dem Urknall seinen Anfang nahm, sich bis zum heutigen Stand ausdehnte und entwickelte. Über ein mögliches Vorher gibt es nur Vermutungen, zum Beispiel die Pulsationstheorie (Ausdehnungs- und Schrumpfung-folge-). Darüber hinaus gibt es auch noch andere Modelle, die auch als mögliche Vorgaben für neue Beweis- und Erkenntnisfindungen dienen können. Eine Grundlage für Möglichkeiten hierzu ist zum Beispiel die Realität ausschließlich aufgrund von Wahrnehmung. Die Welt kann auch als unveränderliches, sich wahrnehmendes Wesen (Gott) angenommen werden. Alles, was ihr angehört (alle Teilwesen), nimmt teil an dem Wahrnehmungsablauf, was bedeutet, an allem, von der betroffenen Wahrnehmung erreichbaren Differenzierungsempfindungen. Dies bedeutet, dass alles nicht nur geistig erlebt wird, sondern, dass alles auch Geist ist, der von und durch Wahrnehmung sich für diese teilweise materialisiert. Unser Universum ist demnach die gesamte Wahrnehmungsdifferenzierung von sich selbst und nur insoweit für Wesen materiell, wie es als solches durch Wahrnehmung abgegrenzt (realisiert) wird. Jedes Wesen kann sich durch die Bildung und Steuerung seiner Wahrnehmungsdifferenzierungen seinen Mitwesen mitteilen. Der Bestand solcher Mitteilungen in den Realitäten, sowie in der Wirklichkeit, ist abhängig von der Intensität, was auch bedeutet, von der Kraft der Konzentration, die durch Glauben und Willen gestärkt wird. Jede Bildung von Geist (Vorstellungen, Gedankenbilder und Symbolbildungen), hat so seine eigene Lebendigkeit in der Wirklichkeit und kann auch, abhängig von der Empfangsbereitschaft, als elementar in die Realität der Wesen gelangen. Die Materialisten glauben nicht an die Existenz von Geist, der nicht eine von ihnen wahrnehmbare Materie gebunden ist und somit auch nicht an Elementare, die Einfluss-nehmend zwischen den Wesen wandern. Überwiegend vertreten sie auch die These, dass alles aus der ewigen Materie kommt, mit und durch welche auch alles in einer mechanischen Ursache- und Wirkungsfolge abläuft. Offen bleibt in diesem materialistischen mechanischen Weltbild, woher die ersten Widerstände kamen, deren Wirkung das Chaos war, dessen Wirkung dann wieder differenzierte Ordnungen ergaben. Eine weitere Betrachtung der Welt ist die zeitliche „Nichts/Alles Theorie“. Hier gab es zu Beginn der Welt das Nichts in absoluter Ordnung. Ein Punkt, der nur ein gedachtes nicht mögliches Etwas ist, war das mögliche Sein, welches im Nichts, nicht ohne diesen Punkt ist. Aus einem Punkt ergibt sich dann durch differenzierte Betrachtung der Möglichkeiten aus dem Nichts, die Welt in zeitlicher Folge durch den Urknall, die Raumzeit als Auslöser für Ursache und Folge. Ursache und Folge bewirken Trends, die durch Unregelmäßigkeiten und Hindernisse zum Chaos führten. Aus dem Chaos entstanden dann die differenzierten Ordnungen, die eine wachsende Informationsbildung zur Folge hatten, was auch die Entstehung von Geist bedeutet. Die Natur des Geistes sind die spezifischen Bestrebungen von Abstoßung, Ausgleich, Durchdringung und Angleichung. Das Bestrebungsgeschehen kann auch als Leben bezeichnet werden. Aus Leben kommt in der Weiterentwicklung, Bewusstsein und als Krönung der Schöpfung die bewusste Schöpfung. Als letztliches Ergebnis steht über allem die Herrschaft, die zur Allherrschaft führt, die nur in der Alleinheit, was auch heißt, nur in Gott besteht. Aus dieser Sicht heraus wird Gott auch oft als die erfüllte Zukunft bezeichnet. Die Allherrschaft und Alleinheit umfasst jedoch auch Raum und Zeit von jedem möglichen Anfang bis zu jedem möglichen Ende allen Seins. Die erfüllte Zukunft schließt so auch jede Vergangenheit in sich mit ein.