Umfrageergebnis anzeigen: Welches Gedicht gefällt dir am besten?

Teilnehmer
18. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
Multiple-Choice-Umfrage.
  1. #1
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    Abstimmung Wettbewerb Januar/Februar 2019

    Hallo zusammen,

    auch dieses Mal haben sich wieder schöne Gedichte zu diesem Bild in unserem Postfach eingefunden.

    Bei diesem Wettbewerb waren es genau 13 Stück. Das bedeutet, dass jeder User dieses Mal 2 Stimmen zur Verfügung hat, die er in den nächsten 14 Tagen, also bis zum 22.02.19, 23:59 für seine liebsten Gedichte verwenden darf, mit Ausnahme seines eigenen Gedichts, sollte er selbst eines eingereicht haben. Alle anderen haben die komplett freie Auswahl.

    Denkt daran, dass ein Wettbewerb zwar von den Gedichten lebt, aber auch nicht ohne Stimmen leben kann. Also stimmt ab, so gut und so viel ihr könnt, um einen gerechten Sieger zu ermitteln!

    Viel Spaß beim Lesen und Abstimmen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Eure Wettbewerbsleitung
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 05:55 Uhr)
    Alles was du zum aktuellen Wettbewerb wissen musst, findest du hier.

    Bitte beachte die Richtlinien der Wettbewerbe.

    Du findest einen Kommentar gut? Dann schlag ihn doch einfach zur Kritik des Monats vor!

  2. #2
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    ZERFALL

    grau in grau
    malt die zeit mit breitem pinsel
    ihre endgültigkeit
    über das bunte leben

    grau in grau
    verstauben unsere zu oft
    erlebten, erzählten,
    gelesenen geschichten

    grau in grau
    stehen wir uns gegenüber
    wie immer für immer
    und erinnern uns glücklich
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 02:01 Uhr)

  3. #3
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    Aufbruchstimmung

    Zu lange verweile ich schon an Ort und Stelle,
    es zieht mich zur Ferne hinaus, fort von zuhaus.
    Bald seh‘ ich euch wieder, ihr dunklen Wälder,
    Wasserfälle, ihr seid die Quelle meiner Eile.
    Ach wie gerne ich doch bei euch verweile.

    Freiheit, dich will ich wieder spüren.
    Freiheit, du sollst meine Wege führen.

    Nicht nur in Büchern vermag ich bei euch zu rasten,
    jeden Erdtag kann und will ich dann hier verbringen.
    Ich will eure Schönheit sehen, sie betasten
    und mit euren Bewohnern will ich singen.

    Freiheit, oh mein holdes Glück!
    Freiheit, bald bin ich zurück.
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 02:01 Uhr)

  4. #4
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    Zeitensprung

    Als ich im Gestern gefangen war,
    spielten dort Zeichen mit mir.
    Als ich ins Morgen mit Bangen sah,
    stellten sich Weichen im Hier.

    Zwischen den Zeilen
    im muffigen Duft
    wollt ich nicht verweilen,
    bekam so keine Luft.

    Es zog mich hinaus in die Ferne,
    ins Licht, wo Traumvögel bunt singen,
    ich flog durch den Raum in die Sterne,
    um sie nach Hause zu bringen.

    Zwischen den Zeiten
    fand ich ihr Lied,-
    durchwebte die Weiten
    indem es geschieht…
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 02:00 Uhr)

  5. #5
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    Der Turm

    in Jahresringen hochgewachsen
    erfüllt von Wissen
    die Bücher aufgeschlagen
    entrollt die Karten beweglich
    die Modelle der Erde
    des Menschen seiner Welt

    das schönste aber ist die Aussicht
    das weite Feld von Unentdecktem
    tausend Verheißungen
    in jedem Namenlos
    und vor den Fenstern
    Gardinen die verzaubert sind

    die jeden Tag ein wenig
    transparenter werden doch
    stets voll weißer Flecken beiben
    das große Ganze
    nie so genau zu sehen
    wie manche der Details

    und immer wieder jemand
    neugierig hoffnungsfroh
    schäumt bunte Seifenblasen
    um Puzzleteile
    lockt Geld herbei schwitzt
    macht was draus
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 02:00 Uhr)

  6. #6
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    Nachruf Anno 1650

    Wähnte niemals zuvor dich so nah; und stehe bekümmert
    auf deiner Schwelle: und vor mir der Tisch in der dämmrigen Kammer.
    Dankbar löse ich ein, so getreu ichs dir redlich versprochen,
    sorgsam den achtbaren Nachlass - in deinem Sinne zu regeln.

    Zögern, Herzklopfen spür ich, als stockende Blicke entdecken,
    dass du ganz bis zuletzt, dem gemeinsamen Ziel auf der Spur warst,
    Inseln geheimnisumwittert, fernab aller üblichen Routen,
    aufzufinden nur Inseln, die seltenste Pflanzen versprachen.

    Forschtest rastlos hin auf ein Ziel, und gönntest dem Herzen
    niemals Ruhe, nicht nötige Schonung. Denn überall seh ich
    ausgefranste Bücher, vergilbende Skizzen und Stiche,
    seltsam herzlich verstreut und kaum in gefälliger Ordnung.

    All das bezeugt deine rastlose Müh. Und da! dieser Globus:
    Kunstvoll in Streben gefasst, wo wir gleichgesinnt unsre Reisen
    planten, alsbald an der Reling, in tosend gischtigem Wasser,
    Blick gewandt in die Ferne, uns ewiger Freundschaft versichert.

    Nun aber bist du fort, für immer gegangen.
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:59 Uhr)

  7. #7
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    Irre

    Es wispern die Mahre, sie mögen mich nicht,
    so wirre Gedanken, so wird kein Gedicht.
    Sie hocken in Büchern, sie höhnen und lachen,
    ich darf nicht mehr schlafen, muss immerzu wachen
    rastlos wie ein Wiedergänger,
    und die Nacht wird lang und länger.

    Ich weiß mich zu wehren, es gibt kein Zurück,
    muss alles vernichten, zerreiß Stück um Stück.
    Ich höre sie schreien, auch wenn sie mich hassen,
    ich zerr an den Seiten, ich krieg sie zu fassen.
    Zwecklos, ich kann nicht mehr dichten,
    Musen kommt, die Nacht zu lichten.
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:59 Uhr)

  8. #8
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    In meinem Zimmer…

    Zetteldisaster und Bücherböen
    Zeichnungen von Lieblingspersonen
    Ideen die meine Pinsel führen
    eine Menschenmenge
    dessen Flussmitte ich bin…

    Für Weltenwanderungen
    kein Cent in den Taschen…
    Globale Glanzleistungen
    in dunklen Nischen
    meiner Zimmerecke
    auf dem Tische
    treffe ich mich
    heimlich
    mit Nietzsche
    Dostojewski
    und Paolini…

    Wir trinken Tee
    danach noch Kurze
    dazu hochprozentige Gewürze
    bis der Trance
    unserer Erkenntnisse
    sich drehen
    wie tanzende Derwische…

    Ein Horde Textvertilger
    angeführt von meinem Hunger
    überfallen tausend Seiten
    belagern Bände von Schriften
    erobern Publikationen
    bis die Grenzen von ganzen Werken
    in meinem Geiste sich verbünden…

    Ich wache auf
    mein Kopf ist leer…
    Ein Blatt Papier
    zwischen meinen Fingern…
    Ich nehme Stift
    und erschaffe wieder
    was später versinkt
    in meinem Zimmer…
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:58 Uhr)

  9. #9
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    Spuren nie getaner Reisen

    Schon lang verlassen ist die Stube,
    wo er einst die Welt studierte,
    und von fremden Ländern träumte.
    Anfangs war er noch ein Bube.

    Der Globus zeugt von seinen Plänen,
    und die Bücher, ganz zerlesen,
    liegen wahllos auf dem Tische,
    sind befleckt von seinen Tränen.

    Ihn trieb die Sehnsucht nach den Ländern
    die er aus den Büchern kannte,
    wohin er seine Reisen plante.
    Dort wollte er die Welt verändern.

    Doch dann zerplatzten die Visionen,
    so wie bunte Seifenblasen
    an einem spitzen Diestelblatte.
    Hier konnte er nicht länger wohnen.

    Er verließ den Ort für immer.
    Die Reisen hat er aufgegeben.
    Seine Bücher sind verblichen.
    Nur die Träume weichen nimmer.
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:58 Uhr)

  10. #10
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    Stilles Leben

    In der Stille des Lebens,
    in vermodernden Zimmern,
    nur von Büchern umgeben,
    die an Wissen erinnern,
    um den Globus der Welt
    nur mit Fingern gereist,
    im Gefühl was gefällt,
    ist er geistig bereit,
    für die Suche nach Wissen,
    dass den Büchern bekannt,
    er wird selten vermissen,
    denn es sagt der Verstand:

    "Wenn gefunden, was fehlt,
    in den Ländern der Zeit,
    machst du, was dir gefällt,
    bist zu Schreiben bereit,
    über Tiere und Menschen,
    und manch fröhliches Leben,
    wie sich Krieger bekämpfen,
    und am Ende ergeben,
    wie die Sonnen entstehen,
    und wie Gottheiten denken,
    doch du musst erst verstehen,
    mir Gedanken zu schenken."
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:57 Uhr)

  11. #11
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    Anno 1633

    Hier, an diesem Tisch, entstand sein Werk.
    Jede Schrift beginnt mit dem Vermerk
    ”Dialogo”. Es folgen Zahlen,
    Skizzen, Formeln oder Strahlen-
    sätze; alles filigran beschriftet.
    Die Physik ist seine Welt;
    astronomisch ist er abgedriftet,
    liebt den Blick ins Himmelszelt.

    Doch seit Wochen ist sein Platz verwaist,
    denn er ist ins ferne Rom gereist,
    von Papst Urban her zitiert.
    Diesen hatte er brüskiert,
    als er ihm das Bündel Schriften sandte,
    worin klar und deutlich steht,
    dass die - wie er ohne Furcht bekannte -
    Welt sich um die Sonne dreht.

    Davon ist die Kirche nicht entzückt,
    hat es doch ihr Weltbild arg verrückt.
    Galileo wird gezwungen,
    das Versprechen abgerungen,
    dass er seine These annulliert.
    ‘Ich will nicht als Ketzer enden’,
    schwört sich Galilei und dementiert.
    ‘Fakten kann selbst Gott nicht wenden!’

    Endlich kehrt er nach Arcetri heim
    und betritt die Villa, aber beim
    Öffnen seines Zimmers fegt
    eine Böe aufgeregt
    derart durch die Blätter auf dem Pult,
    dass so manche Ecke knickt.
    Auch der Globus kippt bei dem Tumult.
    Galilei schaut zu und nickt:

    “Q.E.D., eppur si muove!“
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:56 Uhr)

  12. #12
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    Weltall Erde Mensch

    Wir sind die Kinder vom Planeten drei.
    So hört uns Jemand aus den Sternen All?
    Es gibt Euch doch, nur keiner fliegt vorbei.
    Ist alles nur Geschwätz, ein tumber Schall?

    Die Höhlenwände voll von Euch gemalt.
    Mit Untertassen, Fremde, spitz Ihr Kopf.
    Die Fantasie der Menschen sprüht und strahlt.
    Von tausend Rätseln, Formen, buntem Schopf.


    Wir sind die Neugier selbst, von allen Arten.
    Doch unser Weg war wild und niemals sicher.
    Sind Egoisten hier und dort die Zarten.
    Vermüllten unsre Welt, wie Gottes Stricher.
    Nun endlich aufgewacht, wir müssen leben!
    Dann wird man uns des Rätsels Schlüssel geben.
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:56 Uhr)

  13. #13
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    Stillleben nach Plünderung

    Als Stillleben malte David Teniers, der Jüngere,
    ein Zimmer, das ein Räuber vorher plünderte.
    Wie lieblos lagen die Bücher chaotisch verstreut
    am Schreibtisch herum, geöffnet zum Verstauben,
    als stumme Zeugen von nächtlichen Räubern entweiht,
    verlassen von Autoren, die sie einst im Glauben,

    Ihr Wissen weiterzugeben, dem Volk hinterließen,
    Persönlichkeiten, die auf die Weisheit stießen,
    zurückgekehrt von einer Reise um die Welt,
    Erfahrungen eindrucksvoll ausführlich schildernd,
    ein Globus begleitend ins Chaos dahinter gestellt
    mit Kunstdruck die Texte allen begreifbar bebildernd.

    Ein realistisches Bild vom 17. Jahrhundert,
    im Goldton gemalt, der die Szene verzaubert.

    In meinem Haus sieht es nicht besser aus;
    ich räume es seit vielen Wochen auf,
    Der Nachbar hat mein bestes Zeug gestohlen,
    So oft ich wegfahr, läuft der Räuber her,
    was ich mir kaufe, kommt er wieder holen,
    die Nachbarn machen mir das Leben schwer.

    Der Räuber plündert mich das ganze Jahr.
    Er lebt auf meine Kosten wunderbar,
    Er nimmt mir alles weg. Das Räubertrio
    hat jeden Zentimeter durchgewühlt,
    mit meinem Geld bezahlten sie ihr Auto.
    Die Lücken haben sie mit Müll gefüllt.

    Mein stilles Leben haben sie geklaut.
    Belesen haben sie nicht ausgeschaut.
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:55 Uhr)

  14. #14
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    Der Teufelskreis

    Sie stehen verloren am Rande der Welt
    am Ende, da jahrelang süchtig
    Sie stürzten und staunten dann tüchtig
    erwachten zurück vor den Abgrund gestellt
    Geändert von WBL (09.02.2019 um 01:54 Uhr)

  15. #15
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    Hallo zusammen,

    die letzte Woche ist fast angebrochen. Also lest was ihr könnt und bewertet eure Lieblingsgedicht.

    Wer möchte kann sich auch die Zeit damit vertreiben, das Thema des nächsten Wettbewerbs vorzuschlagen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Eure Wettbewerbsleitung
    Alles was du zum aktuellen Wettbewerb wissen musst, findest du hier.

    Bitte beachte die Richtlinien der Wettbewerbe.

    Du findest einen Kommentar gut? Dann schlag ihn doch einfach zur Kritik des Monats vor!

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