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Thema: Kundalini

  1. #1
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    Kundalini

    Sinke lautlos vor dir nieder,
    gehe wieder in die Knie,
    Schenkel spreizen ihre Glieder,
    Reize führen hier Regie.

    Fauchend willst du dich verstecken
    fordernd kommst du schnell zurück.
    Und wir tauchen ein ins Becken,
    suchen unser Gegenstück.

    Arme schlingen wie Tentakel
    sich um Hüften, Po und Bein.
    Schön bist du, ganz ohne Makel.
    Nicht bewegen! Halte ein!

    Doch zu spät, ich spür mich fallen,
    krall mich fest in deine Hand.
    Und dein Schrei will nicht verhallen.
    Kundalini ist entbrannt.
    Geändert von Anjulaenga (14.02.2019 um 13:00 Uhr)

  2. #2
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    Also ich werde nicht geil bei deinem Text, erotisch ist er für mich nicht, doch mag ich das Wilde in ihm, den Inhalt der viel an Kämpfe von Raubtiere erinnert, ebenso aber auch, bedingt durch die Form, erinnert es mich auch an den Kampf des Zauberlehrlings mit dem entbannten Besen... Ja, so ungefähr sieht's bei mir aus...

  3. #3
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    Der Besen passt gut, weil es sich doch um die erotischen Fantasien einer Fusstrommel handelt, die sein Blech begehrt. Die Volksliedstrophe gibt dem ganzen den drängenden Drive. Teilweise etwas zu anatomisch-mechanisch.
    Aber wieder einmal: Weshalb sollen denn Gedichte zum Thema Erotik den Leser scharf machen? Was für ein Denkfehler!
    KP
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  4. #4
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    Nun, erotisch finde ich etwa, wenn es mich geil macht, heißt ja nicht gleich, dass ich mich hechelnd auf Nachbars Lumpi stürze, doch Eros ist nicht der Gott der platonischen Liebe...

  5. #5
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    Lieber Woitek,

    geil- machen, nun da wird die Latte ordentlich hoch gehängt. Aber die Hoffnung würd ich nicht aufgeben.
    Es tut mir natürlich ausgesprochen leid, wenn dir nach dem Genuss der Zeilen ein gewisser Abgang verwehrt geblieben ist.
    Andererseits gehört zu dem Text sicherlich auch eine gewisse Öffnung, wenn sich sein spritziger Stil entfalten soll.
    Ob nun Besenstil oder Lumpi, und für welche Öffnungen man sich letztendlich frei macht und entscheidet,
    bleibt reine Geschmackssache.
    Manche Alpenregionen stehen sogar auf den drängenden Drive einer Blaskapelle, wenn Volkslieder anstimmt werden.
    So hoffe ich denn, bald auch das Kopfkino deiner Regionen angesprochen zu haben.
    Für Leute mit chronisch-erotischem Erschöpfungssyndrom soll es übrigens auch passende Stimulanzien geben.
    L.G.A.

    Lieber kaspar preaetorius,

    die Erweckung der tantrischen Schlangenkraft mag dem Laien zunächst anatomisch mechanisch vorkommen,
    aber manchmal reicht es schon für einen Höhepunkt vollkommen aus, wenn die sachkundige Meinung hinterlassen wird.
    Ein bisschen Kitzeln und Scharfmacherei darf gewiss immer mit dabei sein. Wie sonst sollte sich ein Lyriker vermehren können?
    Ernsthaft stelle ich mir oft die Frage, ob sich die Ästhetik "gereimter Erotik" mit Erotik im woitekschen Sinne sogar beißt.
    Kenne auf Anhieb keine/n, der/ die sich ein Ei auf virtuos konstruierte Lyrik pellt.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (13.02.2019 um 14:59 Uhr)

  6. #6
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    Mhm, magst du mir aber eventuell die Textstelle: "Schenkel spreizen ihr Glieder" erklären, da stehe ich ein bisschen auf dem Schlauch, wie ich mir das genau vorstellen soll.. ( den Rechtschreibfehler habe ich im Zitat mal weggelassen..)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Woitek Beitrag anzeigen
    Mhm, magst du mir aber eventuell die Textstelle: "Schenkel spreizen ihr Glieder" erklären, da stehe ich ein bisschen auf dem Schlauch, wie ich mir das genau vorstellen soll.. ( den Rechtschreibfehler habe ich im Zitat mal weggelassen..)
    Mhm, mag ich gerne, lieber Woitk mhm.
    Obwohl "Schenkel spreizen ihre Glieder" verbal zu erklären, hat was von Kamasutra für Blinde.
    Bei was genau stehst du denn auf dem Schlauch, kommt das evtl. öfters vor?
    Vielleicht zur Richtigstellung des "Zitates": Schenkel spreizen ihr nicht Glieder, das hat was Brutales, im Sinne von "bricht ihr die Knochen"
    sondern Schenkel spreizen ihre Glieder das ist ein wenig organischer. Schließlich soll ein einvernehmlicher, gemeinsamer und kein einsamer Akt beschrieben werden.
    (spreitzen im Sinne von spritzen wäre mEa auch noch gegangen, aber spreizen ist besser, das hast du schon recht mit deinem Hinweis, danke)
    Schenkel? mhm: dürften eigentlich weitauf geläufig sein. ( Hähnchenschenkel etc. )
    spreizen: also im Sinne von auseinanderstrecken, dehnen - da werden also Schenkel gedehnt.
    ihre: also nicht seine
    d.h. ihre Gliedmaßen werden gerade durch seine Schenkel etwas auseinandergedehnt, wenn man hier eine Mann/Frau Begegnung zugrunde legen wollte.
    Vielleicht lohnt sich an dieser Stelle mal ein unverbindlicher Blick auf die diversen Kamasutra- Darstellungen, da passiert das nämlich öfters.
    Ich hoffe, dass ich dem eingeklemmten Schlauch ein wenig helfen konnte. L.G.A.

  8. #8
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    Jupp, jetzt habe ich verstanden, ich hatte "Schenkel" und "Glieder" auf den selben Körper bezogen, dadurch kam es mir etwas seltsam vor.

  9. #9
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    und nun wird auch noch die ganze anatomie zurechtgerückt....
    naja
    kp

  10. #10
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    Also, wie geht das jetzt anatomisch, wenn die Schenkel ihre Glieder spreizen?
    Und welchen Reiz darf ich mir da auf dem Regiestuhl vorstellen?
    Und zuerst niedersinken und dann noch ("wieder") in die Knie gehen, ist auch ein interessantes Bewegungsmuster?

    LG
    albaa

  11. #11
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    Hi Anju.,

    is ja ein großartiger Titel, doch dann klingt´s mir so als ob die Kernspaltung mit dem Küchenbeil erzeugt wurde. Kundalini ist ja eher so ein Ding, was nicht gerade beim Sex hochkommt und jahrelanger Arbeit daran bedarf.

    VG Uwe
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  12. #12
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    hallo albaa
    frag den metzger
    kp

  13. #13
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    Liebe/r albaa,

    wie kann ich helfen, wo klemmts? Wenn du hier alle Bilder gleichzeitig übereinander bringen willst, ist dein Knoten im Kopf natürlich absehbar. Da würde ich es vielleicht mit einer anderen Regieanweisung versuchen. Aber es ist überhaupt schonmal klasse, wenn das Kopfkino in Eigenregie auf einem erhöhten Regiestuhl angeworfen werden will. So eine erhöhte Position schafft immer Übersicht und bietet eine optimale Kommunikationsgrundlage.
    Ja, es ist für manche zwar schwer vorstellbar, aber Sex ist kein Stillleben, wie es Kamasutrabilder zuweilen fälschlicherweise suggerieren.
    Da werden durchaus mehrere Bewegungsmuster und Spielarten in einem einzigen Akt ausgeführt. Knien, stehen, sitzen, liegen,...kein Problem, ist alles drin, (natürlich nie gleichzeitig, den Fehler machen viele).
    Andererseits bliebe dem Lyriker mit eingeschränkter Vorstellungskraft aber auch die Lesart der Anbetung:
    hier stehe ich und kniee vor dir nieder ( Angebete/r), weil du so schön bist ( S3Z3).
    mit liebem Gruß, A.


    Lieber kaspar praetorius,

    mit deinem Metzgerfallbeil schaffst du wenigstens den Funkenschlag zu einer angedeuteten Erotik. Danke für dein Kommen, L.G.A.


    Lieber Arkadier,

    dieser "Hau den Lukas" Kommentar, wo nicht nur Kundalini hochkommen möchte, bedurfte bestimmt auch jahrelanger Arbeit. Aber zumindest ist dir die gewaltige Erruption nicht entgangen. Danke für deine gute Recherchearbeit, A.
    Geändert von Anjulaenga (15.02.2019 um 10:29 Uhr)

  14. #14
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    Ja klar doch, denn mit dem Küchenbeil Haare spalten, und seien sie nur so dick wie Unterarme, ist meine Spezialität. Dafür geb ich alles.
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  15. #15
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    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    hallo albaa
    frag den metzger
    kp




    lieber kundalaenga,

    da kannst selbst du dich nicht mehr rausreden. alleine die erste strophe ist schon eine sprachliche und grammatikalische und vor allem lyrische katastrophe; erotisch ist das überhaupt der supergau, wenn leser an metzger und küchenbeil denken müssen

    LG
    albaa

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