1. #1
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    Sestine von der Schreibmaschine

    Sestine von der Schreibmaschine

    Klipp-klapp-klapper machen Tasten,
    wenn die Finger drüber hasten.
    Texte wie von Geisterhand
    ziehen sich von Rand zu Rand,
    während Fräulein Eveline
    tippselt auf der Schreibmaschine.

    Ach sie liebt die Schreibmaschine
    mit den kleinen schwarzen Tasten,
    denn die flinke Eveline
    mag, wie ihre Finger hasten.
    Selten kommt sie an den Rand
    der Potenz als rechte Hand

    ihres Chefs. Und dessen Hand
    hält sich fern von der Maschine.
    Er steht lieber leicht am Rand,
    täte gerne an ihr tasten,
    unter ihre Bluse hasten,
    bis sie stöhnt, die Eveline.

    Sekretärin Eveline
    wünscht sich heimlich seine Hand,
    welche sie von ihrem Hasten
    an der alten Schreibmaschine
    abhält, denn an ihm zu tasten,
    unter seinem Höschenrand,

    brächte sie an ihren Rand.
    Also haut die Eveline
    Phantasien in die Tasten
    mit erregter, feuchter Hand,
    welche durch die Schreibmaschine
    auf die leeren Seiten hasten…

    Chef und Sekretärin hasten
    zum Geschäftsgeländerand.
    Beide werden zur Maschine:
    “Oh my god!”, haucht Eveline.
    “Immer wollt ich dich betasten,
    schreib auf mir mit deiner Hand!”

    “Eveline, du Maschine!
    Deine Tasten, deine Hand -
    hastend... huch!!!, bin ausser Rand…”


    gugol / Hi, i

  2. #2
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    O mei! Es tropft im Dirndl. Lasst uns das ins Ausland verlegen, Zürich hat einen Ruf zu verlieren!
    KP
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
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    (StadtHaiku)

  3. #3
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    Hey KP, wir dachten uns schon, dass unsere Sestine auch andere Generationen erfreuen könnte.
    Kein Zürcher würde jemals evelINe aussprechen, damit haben wir die Sestine längst ins benachbarte Ausland verlegt.
    LG Hi, i und gugol

  4. #4
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    Aber Copyright ist auch in der Schweiz verletzt: Fridolin Tschudi.
    In Deutschland Tucholsky, Kästner und weitere.
    Naja, keiner von denen hat daraus eine Sestine gemacht, aber es ist trotzdem an der Grenze...
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
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    (StadtHaiku)

  5. #5
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    Grüßt euch Gugol, Hi, I,

    die Form klingt wie Malen nach Zahlen, aber so wie es da oben steht ist sie flüssig und zum Schmunzeln zu lesen, auch / obwohl ihr dem Chef das Höschen angezogen habt:

    unter seinem Höschenrand
    Auch die Clementine-Sestine ist hübsch, wenn auch mit mehr Anflug von Absurdistan.

    lG

    mp

  6. #6
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    Hi MP, versuch dich doch auch mal am Dichten/Malen nach Zahlen. Du wirst schnell merken, wie viele Luecken es da aufzufuellen gibt, dass dabei ein Bild entsteht.

    Und: Wer weiss schon, was bei den Maennern so alles aus dem Hosenbund guckt?

    Danke fuer dein Kompliment und Vorbeischauen, LG

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