1. #1
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    Leipziger Geilerei

    Vor ein paar Monaten schickte mich der Chef nach Leipzig
    Vier Tage Hotel mit allem Drum und Dran
    Gleich tickte in mir etwas Verdorbenes
    Sah tschechische Frauen auf meinem Bauch reiten
    Sollte mich um ein Projekt kümmern
    Das ungefähr so aussichtslos war wie die Renovierung
    Der Volksparteien durch Anne und Andrea
    Aber das sagte ich keinem schon gar nicht dem Chef
    Der mich für einen verheirateten Spiesser hält

    Leipzig wirkte auf mich brutal rational wie alle deutschen Städte
    Scheinbare Ordnung die in sich doch fest wie Granit war
    Niemand winkte mir zu und brüllte Aron Manfeld
    Dabei brauche ich das zur Zeit sehr

    Das Hotel war dann doch nicht so ganz das Erwartete
    Der typische AltDDR Portier mit speckigem Seitenhaar
    Wie machen die das eigentlich dass ihr Haar immer so fettet
    Musterte meinen Ausweis und gab mir eine Stechkarte für die Tür
    Mehr nicht dann versank er in seine Trauer ums Vergangene

    Im Flur lag noch dicker Teppich seitlich von Funzeln erhellt
    Spitzwegbilder
    Das gefiel mir und ein paar Sekunden lang schmierte Tante Lenchen
    Leberwurstbrot während Onkel Fritz die Schachfiguren aufstellte
    Um mich gewinnen zu lassen

    Lächelnd betrat ich das Zimmer trotz dem Modergeruch
    Der alles umfing jener feuchte Kellerdunst
    Der in meinen Träumen der Geburt aus Mutters Schoss gleichkam

    Dann packte ich meine Sachen in den Schrank
    Und sah aus dem Fenster doch es gab nichts zu sehen
    20:13
    Vielleicht hat noch ein Discounter auf
    Brot Knoblauch Bier
    Vielleicht kann man da auch Beischlaf kaufen
    Oder eine Frau die mit mir um die Fernbedienung

    Kämpft
    Keine Philosophie treiben und dem Tod die Macht nehmen Aron Manfeld

  2. #2
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    Hallo Aron,

    Der Anfang gefällt mir, es scheint mir irgendwie absehbar, was geschehen wird, aber ich lass mich gerne überraschen.

    Warum ich jetzt schon schreibe? Ich wundere mich über die vielen Klicks in kürzester Zeit. Gibt es eine
    etwa eine eigene Webcrawler-Armee, die nach "Aron" sucht, vielleicht vom Mossad eingerichtet oder auch vom Hustler oder den Ajatollahs?

    LG
    albaa

  3. #3
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    Hier merkt man ganz undeutlich was Realitaetssubstitution ist und was einfach aufgestaute Samenleitung. Und mit jedem deiner Wörter wird daraus ein Gebilde von sich etwas ein die Gebildung durch Staudaemme voller Verfluechtigungsbilder.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Leipziger Geilerei

    Zitat Zitat von Stefan
    Hallo Aron,

    Der Anfang gefällt mir, es scheint mir irgendwie absehbar, was geschehen wird, aber ich lass mich gerne überraschen.

    Warum ich jetzt schon schreibe? Ich wundere mich über die vielen Klicks in kürzester Zeit. Gibt es eine
    etwa eine eigene Webcrawler-Armee, die nach "Aron" sucht, vielleicht vom Mossad eingerichtet oder auch vom Hustler oder den Ajatollahs?

    LG
    albaa
    Mittlerweile vom FBI ersetzt. Du mein treuester Troll - Gott der Hassliebe.
    Zitat Zitat von Jürgen
    Hier merkt man ganz undeutlich was Realitaetssubstitution ist und was einfach aufgestaute Samenleitung. Und mit jedem deiner Wörter wird daraus ein Gebilde von sich etwas ein die Gebildung durch Staudaemme voller Verfluechtigungsbilder.
    Hab heute Nachmittag auch schon wieder sechs halbe Weizen drin - Hast ja Recht mit Deiner Kritik, die wieder ins Leere trifft.
    Keine Philosophie treiben und dem Tod die Macht nehmen Aron Manfeld

  5. #5
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    Und dann uns glauben zu machen dass es Kunst wäre.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  6. #6
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    Keine Ahnung, ob es Kunst ist, aber ich mag es!

  7. #7
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    Man kann den Text mögen...oder auch nicht...aber verkörpert er auch ein Gedicht? Ich sage "nein".
    Es handelt sich um einen Prosatext - unkonventionell gegliedert, ohne jeden Mehrwert.


    Vor ein paar Monaten schickte mich der Chef nach Leipzig. Vier Tage Hotel, mit allem Drum und Dran.
    Gleich tickte in mir etwas Verdorbenes, sah tschechische Frauen auf meinem Bauch reiten.
    Sollte mich um ein Projekt kümmern, das ungefähr so aussichtslos war wie die Renovierung
    der Volksparteien durch Anne und Andrea, aber das sagte ich keinem. Schon gar nicht dem Chef,
    der mich für einen verheirateten Spiesser hält.

    Leipzig wirkte auf mich brutal rational wie alle deutschen Städte; scheinbare Ordnung, die in sich doch fest wie Granit war.
    Niemand winkte mir zu und brüllte "Aron Manfeld", dabei brauche ich das zur Zeit sehr.

    Das Hotel war dann doch nicht so ganz das Erwartete, der typische AltDDR Portier mit speckigem Seitenhaar.
    Wie machen die das eigentlich, dass ihr Haar immer so fettet? Musterte meinen Ausweis und gab mir eine Stechkarte für die Tür,
    mehr nicht, Dann versank er in seine Trauer ums Vergangene. Im Flur lag noch dicker Teppich seitlich von Funzeln erhellt.
    Spitzwegbilder. Das gefiel mir - und ein paar Sekunden lang schmierte Tante Lenchen Leberwurstbrot, während Onkel Fritz die Schachfiguren aufstellte, um mich gewinnen zu lassen. Lächelnd betrat ich das Zimmer. Trotz dem Modergeruch, der alles umfing. Jener feuchte Kellerdunst,
    der in meinen Träumen der Geburt aus Mutters Schoss gleichkam. Dann packte ich meine Sachen in den Schrank und sah aus dem Fenster,
    doch es gab nichts zu sehen

    20:13

    Vielleicht hat noch ein Discounter auf. Brot, Knoblauch Bier. Vielleicht kann man da auch Beischlaf kaufen -oder eine Frau,
    die mit mir um die Fernbedienung kämpft



    Das ist ein Text...aus dem man ein Gedicht machen könnte. Nicht weniger...aber auch nicht mehr.


    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  8. #8
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    Aber hier geht es ja nicht darum ob Gedicht oder nicht, sondern wie sich ein irgendwie dahinter sich befindender Mensch nichts mehr auseinanderhalten kann. Vielleicht hätten wir ohne deine Diagnose gar nicht das Symptom.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #9
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    Zitat Zitat von Sigmund Freud
    Aber hier geht es ja nicht darum ob Gedicht oder nicht, sondern wie sich ein irgendwie dahinter sich befindender Mensch nichts mehr auseinanderhalten kann. Vielleicht hätten wir ohne deine Diagnose gar nicht das Symptom.
    Muy bien! Es muss erlaubt sein, frei von der Leber weg zu schreiben, sonst haben wir einen endlosen Metriksalat, an dem unser Forum erstickt.

    Auf der Leselupe habe ich diese Lyrik ins Erotische der Prosaecke gesetzt und erntete grossen Beifall - wurde sogar mit Brecht in einem Satz genannt ...

    Naja, lieber Adi, wenn Du Dich auf dem Zehnmeterturm mit den Zehenspitzen schon so weit vorwagst, nenne mir doch wissenschaftliche Kriterien, nach denen Du obigen Text ins Prosaische verbannen könntest ... bin gespannt wie die Leber vom Altkanzler!

  10. #10
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    Hi Aron,

    Du enttäuschst mich, so billig wie du dich davonstehlen willst.

    Naja, lieber Adi, wenn Du Dich auf dem Zehnmeterturm mit den Zehenspitzen schon so weit vorwagst, nenne mir doch wissenschaftliche Kriterien, nach denen Du obigen Text ins Prosaische verbannen könntest ... bin gespannt wie die Leber vom Altkanzler!
    ich habe es dir doch schon bewiesen...siehe oben...wo ich nichts anders gemacht habe als deinen Text anders zu gliedern...ohne ihn in Wortlaut und Sinn zu verändern. Du glaubst doch nicht wirklich Zeilenabstände würden aus einem Prosatext ein Gedicht zaubern?!? Dein Text ist so weit von einem Gedicht entfernt wie die Erde vom Mond. Und Du schreibst doch selbst, dass du ihn bei Leselupe unter Prosa laufen hast! Doch wirklich billig ist, dass Du auf gute Kritiken bei Leselupe verweist. Den Japanern gefallen auch Kuckucksuhren. Du bist hier bei gedichte.com - und vor dir steht A.D., nichts anderes zählt.

    Es gibt nichts...rein gar nichts...das deinen Text als Gedicht qualifiziert - da kannst du bockig sein wie du möchtest...die Tatsachen veränderst du damit nicht.

    Und jetzt geh in die Ecke und schäm dich für deine respektlose Antwort. Danke!

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #11
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    Lieber Adi,

    Du bist seit Monaten im Konfliktmodus - auch wenn ich Psychotherapeut bin, will und kann ich Dir nicht helfen, da es hier um Literatur geht.

    Ich schätze Dich wirklich, weil Du ganz versteckt hinterm Poltern um Dein Leben kämpfst - Das ist Literatur.

    Also, gib uns beiden die Möglichkeit hier klar zu erklären, was Lyrik sei - für mich ist Lyrik Selbstoffenbarung, der Versuch, das Leben zu schmecken, bevor ich dann wieder zweitausend Jahre unter der Eiche liege.

    You know what I mean?

    Dein Freund

  12. #12
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    Hallo Aron

    ja, ich weiß was Du meinst...aber ich habe eben eine andere Meinung dazu. Und nein, ich bin nicht im Konfliktmodus -zumindest nicht mehr oder weniger als sonst auch. Und deine gute Absicht in Ehren...aber Hilfe habe ich nun wirklich nicht nötig...ausser es gelingt dir mir etwas anderes einzureden. Aber ich kann dir vielleicht dabei helfen ein guter Psychotherapeut zu werden: Um dir ein Bild machen zu können (in welchem Modus ich mich befinde), müsstes Du entweder so ziemlich alles lesen...was ich hier (aber eigentlich auch anderswo) schreibe...oder mich um eine Zusammenfassung dessen bitten. Da du wohl weder das eine noch das andere machst...nimmst Du das...das ich zu deinen Texten schreibe...als Maßstab. So...und jetzt der psychologische Aspekt: als reflektierter Mensch müsstest Du zumindest in Erwägung ziehen...dass an meiner Kritik was dran ist - das Ergebnis mit in die Waagschale legen. Das macht Du aber nicht. Du wischst meine Kritik per se als unbegründet vom Tisch....im Sinne von "der ist doch eh nur auf Krawall gebürstet". Auf diese Weise bewahrst Du dir deine kleine heile Welt. Und das geht eben nur...indem Du mich entweder ignorierst...oder zu dikreditieren versuchst. Ich will dir deinen Spaß nicht nehmen...auch nicht die Tür zu deiner Welt eintreten...doch dir sollte klar sein, dass Du damit nur scheitern kannst....denn ich bin weder irgendwer...noch zu leugnen. Ich bin jemand...der nachweislich Ahnung von der Materie hat...der weiß wie man Gedichte schreibt. Und wenn ich sage der obige Text hat mit Lyrik nichts zu tun...dann wirst Du das akzeptieren müssen.

    allerdings: was stört dich denn eigentlich daran? Ich hatte ja nicht deinen Text...sondern dich kritisiert. Der Text kann ja nichts dafür, dass Du nicht willens bist eine geeignete Rubrik für ihn zu finden.

    Du darfst den Stuhlkreis jetzt verlassen - und lasse dir von meiner Assistentin Julia einen Termin für nächste Woche geben.

    Bis dahin, dein Helfer und Heiler
    A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  13. #13
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    ja, ich weiß was Du meinst...aber ich habe eben eine andere Meinung dazu.
    Was meine ich denn genau?
    Und nein, ich bin nicht im Konfliktmodus -zumindest nicht mehr oder weniger als sonst auch.
    Du reibst Dich aber unentwegt an allen DichterkollegInnen - wozu?

    .oder mich um eine Zusammenfassung dessen bitten.
    Ich bitte Dich hiermit um eine Zusammenfassung Deiner Sendung.
    Und das geht eben nur...indem Du mich entweder ignorierst...oder zu dikreditieren versuchst.
    Ich finde Dich als Kritiker gut (deshalb habe ich Dich zum Freund) und will Dich deshalb aufbauen.
    Auf diese Weise bewahrst Du dir deine kleine heile Welt.
    Meine Welt ist nicht heil - seit dem zwölften Lebensjahr ist die Isolation meine engste Freundin.

    denn ich bin weder irgendwer...noch zu leugnen. Ich bin jemand...der nachweislich Ahnung von der Materie hat...der weiß wie man Gedichte schreibt.
    Das darfst Du niemals selbst von Dir behaupten - selbst ich würde das niemals tun.
    allerdings: was stört dich denn eigentlich daran? Ich hatte ja nicht deinen Text...sondern dich kritisiert. Der Text kann ja nichts dafür, dass Du nicht willens bist eine geeignete Rubrik für ihn zu finden.
    Ich habe bestimmt kein Problem mit Dir, eher ohne Dich, denn Du siehst gute Texte wie der Seeleopard den Pinguin.

    Es ist kein Hölderlin, kein Geschwurbel, jedoch in sich dicht.
    Der Text kann ja nichts dafür, dass Du nicht willens bist eine geeignete Rubrik für ihn zu finden.
    Und hier trennt sich unser Verständnis und bewahrt die Einzigartigkeit des Menschen.

    Your humble servant

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