Satyrfreuden

„Ja, lüstern bin ich wohl,
Waldgeist mit tiermenschlichen Zügen.
Kommt der Dionysos vorbei,
Werden im Feiern wir auch siegen.

Wende Dich nicht ab von mir,
Begleit', Dionysos, die Wege,
Erhalte mir den Liebreiz hier:
Verlangen bleibt bei mir so rege!

Edel bleib' ich als Satyr,
Den Lustbarkeiten gern gewogen.
Dann öffnet sich so manche Tür:
Ich komme mit – auch ohne Drogen!

Denn im Spiel mit den schönen Wesen,
Die unseren Seelen ja nicht fremd,
Kann ich im Aug' von Liebe lesen,
Wo Tanz und Musik uns enthemmt.

Die Welt heilt auch die vielen Kranken,
Ausgrenzung ihnen nicht gebührt.
Satyr wird schließlich allen danken,
Die ihn dann auch hierher geführt.“

Das Wesen will nicht Ängste weben,
Weinselig bleibt der Satyr brav:
Er will doch nur die Lust beleben –
In der Natur, bei Zieg' und Schaf.

Nimmt ihn Dionysos nicht mit,
Fühlt er sich nur in tiefem Leid,
Erwartet Einladung und Ritt
Hin zur schönen Feierlichkeit.


©Hans Hartmut Karg
2019

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