Stänkerer

Stänkerer sind üble Leute,
Mitmenschen sind für sie nur Beute,
Die sie immer mal verkloppen
Und mit andern gerne mobben.

Sie geben sich meist als gekränkt,
Die Krokotränen – sind geschenkt!
Denn sie allein wollen ja kränken
Und im Netze gerne henken.

Ein Stänkerer ist überzeugt,
Dass sich das Recht zu ihm hinbeugt:
Allein den eig'nen Weltkreissinn
Reicht er als einz'ge Wahrheit hin.

Der Stänkerer ist ein Kotzbrocken,
Will andere zum Stänkern locken.
Es geht ihm dabei auch um Dich –
Will Böses er! – Er sieht nur sich!

Ein Stänkerer ist oft ein Mann,
Der für sein Stänkern wenig kann:
Armselig halt, kindheitsbelastet
Ist er, wodurch er oft ausrastet.

Vielleicht wurd' er zu heiß gebadet,
Das hat seinem Wesen geschadet.
Darunter muss die Welt nun leiden,
Denn er kann sich niemals bescheiden.

Zuwendung war oft nicht präsent,
Wo jemand nur die Härte kennt,
Mit der muss er zurück nun schlagen,
„Verzeihung“ kann er ja nicht sagen!

Der Stänkerer ist schon der Mann,
Der alles weiß und wenig kann.
Er gibt sich als der große Herr:
Gott weiß ja alles – er weiß mehr!

So glaubt er doch wichtig zu sein,
Haut ins Kontor brutal hinein.
Dabei ist er nirgends gefragt,
Was dann an seinem Ego nagt.

Ein Stänkerer, der bringt hienieden
Nur Zoff und immer den Unfrieden.
Er glaubt, er sei d a s Weltgenie
Und Gnade kennt der Raser nie.

Deshalb, o Freund, bleib' auf der Hut,
Der meint's nur mit sich selber gut,
Ist für die Welt nicht interessant:
Er bleibt ein Schöngeistignorant!

Auch will er ständig provozieren
Und Dich zur Stänkerei verführen.
Nichts leistet er für diese Welt,
Weil krankhaft ihn sein Ehrgeiz quält.


©Hans Hartmut Karg
2019

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