1. #1
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    Ethik II im Netz

    Manch Gedicht hab ich gelesen:
    traurig, lustig, sonderbar,
    meistens ist es so gewesen,
    dass da ein Bemühen war:

    Wollt der Dichter doch erzählen,
    was sein Herz zutiefst bewegt,
    niemals wollte er uns quälen
    durch Wortquatsch unüberlegt.

    Eines kann ich mir verbitten,
    dass man Sprache so verhöhnt,
    keiner ist dann wohlgelitten,
    die Gedichte sind verpönt.

    Und da hilft kein lautes Klagen
    aus des Sprachverderbers Mund!
    Muss es ihm noch einmal sagen:
    Kritik ist nicht ohne Grund!

  2. #2
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    Liebe cara1963
    Ich fürchte, du gibst mit diesem Text kein leuchtendes Beispiel ab dafür, wie Sprachverderbnis aufgehalten werden könnte. Das Reimkorsett und die Zeilenlänge wischen Musik wie Inhalt einfach weg.
    KP

  3. #3
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    Lieber Kaspar,
    das ist eine herbe Kritik !
    Was bemängelst du so sehr?
    In erster Linie kam es mir allerdings auf die Aussage an.
    Und die kommt überhaupt nicht an ?

    LG, Cara

  4. #4
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    Hallo Cara
    Du willst vielleicht sagen:
    Ich habe vielerlei Gedichte gelesen. Einige waren lustig, andere traurig, manche eher einfach sonderbar. Immer war spürbar, dass der Autor mitteilen wollte, was ihm zu Herzen ging. Niemals schien es mir, dass der Autor nichts anderes im Schilde führte, als mich und andere Leser dadurch zu quälen, wie er mit Wörtern umging. Wie der Verfasser von "Ethik im Netz" es meiner Meinung nach tut."
    Ungefähr so deutsche ich mir aus, was du mit Gewalt in deine Verse zwängst.
    In der folgenden Strophe
    Eines kann ich mir verbitten,
    dass man Sprache so verhöhnt,
    keiner ist dann wohlgelitten,
    die Gedichte sind verpönt.

    sprichst du davon, dass "man Sprache so verhöhnt", gibst aber als Beispiel nur deinen eigenen, in vier Zeilen gezwängten, zusammenhang- und formlosen Satz zum Besten. Wer die Zielscheibe deiner Kritik kennt, kann in dieser Strophe unschwer den Stil erkennen, welchen du anzuprangern glaubst, muss aber annehmen, dass diese Strophe von dir ohne parodistische Absicht gestaltet wurde.
    Umso mehr, als deine beiden letzten Zeilen wie eine Zusammenfassung deiner Meinung wirken, so so hölzern sie auch durchs Metrum stolpern. Der Kritisierte geht mittlerweilen recht frei mit metrischen Zwängen um, was ihm oft nicht wirklich gut gelingen mag, aber deine letzte Zeile holpert in einer Art über die Ziellinie, welche man bei ihm heute kaum mehr findet.
    Puh, so viele Worte um fast nichts - much ado about almost nothing.
    Trotzdem freundliche Grüsse
    KP

  5. #5
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    hallo, Kaspar,
    ich nehme deine ausgewogene Kritik zur Kenntnis.
    Ich habe mich allerdings nicht mit der Metrik des betreffenden "Dichters" beschäftigt, sondern mit seinen haarsträubenden Wortschöpfungen.

    Cara 1963

  6. #6
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    Liebe Cara
    Haarsträubende Sprachschöpfung ist in meinen Augen
    zum Beispiel
    Eines kann ich mir verbitten,
    dass man Sprache so verhöhnt,
    keiner ist dann wohlgelitten,
    die Gedichte sind verpönt.

    LG KP

  7. #7
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    Hallo, Kaspar,
    wenn du meinst...
    Ich bin anderer Meinung!

    Es kommt darauf an, welche Absicht man mit dem Schreiben eines Gedichts verbindet!
    Meine letzten Gedichte ordne ich der Satire zu.
    So sind sie zu verstehen und nicht als Kunstwerke, die ich in einem Lyrikwettbewerb einstellen würde.

    Cara1963
    Geändert von Cara 1963 (23.02.2019 um 12:51 Uhr)

  8. #8
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    Hallo Cara,

    teils stimme ich dem Kaspar zu, teils nicht.
    Was du hier kritisierst kommt für mich glasklar rüber und trifft natürlich den Punkt.
    Aber ich weiß auch, dass du sehr schöne andere Gedichte schreiben kannst, und diese Gedichte über solche Dichter, wie das hier, als Sandkorn am Boden des Pazifiks, vielleicht irgendwo beim Wittjas-Tief landen. Es bewegt irgendwann nicht mehr.
    Hin und wieder aber finde ich die Gedichte darüber trotzdem gut und tauche hinab.

    Ich verstehe dich aber und auch den Grund, aber versteife dich nicht zu sehr darauf, die schlechten Dichter zu bedichten.
    Du kannst, nur zur Abwechselung, auch mal andersherum machen:
    Probiere doch mal, die beiden Gedichte aus dem Gedichtewettbewerb fortzuführen.
    Sowohl das von Manehans, als auch das von Gugol, weil die beide so schön historisch und dicht zeitlich beieinander liegen.

    Liebe Grüße

  9. #9
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    Lieber Werner,
    einst wurde ich dazu angehalten, doch keine Kommentare mehr unter die Gedichte eines bestimmten Dichters zu setzen (ich meine jetzt nicht die Gedichtantworten, für die ich ja dann auch verwarnt wurde), sondern überhaupt, weil man dadurch nur die Klicks hochpushen würde.
    Da blieb ich dann brav auf meinen Fingern sitzen und grummelte vor mich hin.
    Aber manchmal reicht es mir einfach, zumal die absolute Uneinsichtigkeit des Dichters mir völlig unverständlich ist.
    So wählte ich diesen Weg und nahm ihn durch meine Gedichte aufs Korn.
    Aber ich werde ihn jetzt in Zukunft überlesen, man lebt dann ruhiger!

    Vielen Dank für deine freundlichen Worte!

    LG, Cara

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